sraid(7) (Nur RM400) sraid(7)
NAME
sraid - Schnittstelle der SCSI-RAID-Platte auf einer RM400
SYNTAX
/dev/iosb/[r]sraidbcullsp
BESCHREIBUNG
sraid ermöglicht den Zugriff auf magnetische SCSI-RAID-Plattengeräte.
Der Zugriff auf IOS-SCSI-RAID-Plattengeräte erfolgt über die Geräteda-
teien im Verzeichnis /dev/ios0. Die Namenskonvention für alle IOS-
RAID-Plattengeräte ist wie folgt (alle Zahlen werden in Dezimalform
angegeben):
/dev/iosb/[r]sraidbcullsp
b Bus-Nummer: immer 0.
r Gibt das zeichenorientierte Gerät (raw) an.
c Die dezimale Controller-Nummer des SCSI-Host-Adapters. Die
Controller-Nummer ist entweder 0 oder 1 an Bus 0 oder 0 bis 3 an
Bus 1.
u Geräteeinheitnummer (Adresse). Die Adresse kann zwischen 0 und 6
liegen.
l Die Nummer der logischen Einheit (LUN). Hierbei handelt es sich
um eine Zahl im Bereich 0 bis 6.
p Gibt die LUN-Partitionsnummer an. Hierbei handelt es sich um eine
Zahl im Bereich 0 bis 15.
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GERÄTE(KLASSEN)NUMMER
Die Klassennummer (major device number) und die Gerätenummer (minor
device number) kann mit dem Kommando /sbin/autoconf -d devicename
ermittelt werden. Die Bedeutung der übergebenen Nummer wird im folgen-
den beschrieben.
Die Geräte(klassen)nummer ist eine 32-Bit-Zahl, die folgendes Format
hat:
BBBMMMMM MMMMMMaa aaaccbdd duuupppp
B Bus-Nummer: 0 oder 1.
M Geräteklassennummer.
a Nummer des Host-Adapters auf dem angegebenen Bus (immer 0).
c Die Controller-Nummer des Host-Adapters.
b SCSI-Bus, an den das Gerät auf dem angegebenen Host-Adapter ange-
schlossen ist. Da jeder Host-Adapter nur einen SCSI-Bus hat, ist
b immer 0.
d SCSI-Geräteadresse (0 bis 6) auf dem angegebenen SCSI-Bus.
u Nummer der logischen SCSI-Einheit des angegebenen SCSI-Geräts,
wenn unterstützt. Die meisten Geräte verwenden derartige Nummern
nicht, deshalb sind die Bits 4 - 6 normalerweise 0.
p Partitionnummer (0 bis 15).
FEHLERBESCHREIBUNG
Die Fehlermeldungen, die für die IOS-RAID-Laufwerke ausgegeben werden,
haben folgendes Format:
ios0/sraid010l4s1: Write Extended 32 <seek> [3506:0:0] <dkblk> 721024 <pblk> 4824256
<status> 0b950200 (hard 1/1) Aborted Command - A drive channel was reset
(RAID) Extended Sense Bytes 13-101 for lpb at 0xc04d5c00
* 00020000 00300002 02450000 00000402 00040000 00031b11 00001202 2a800049
* 9cc00000 20000000 0f315433 35303130 31323100 00000000 00303130 30010400
* 00354434 3143525a 32382020 20202028 43292044 45430000 05000000
CMN: WARNING: cmn 38477 ios0/sraid010l4 Field Replaceable Unit (FRU) belongs to:
DRIVE GROUP
Failure report for drive at controller SCSI channel 3, SCSI ID 5:
List of failed drive components:
Time 14:59:16 up 1:55
CMN: WARNING: cmn 52643 ios0/sraid010l4 state changed to Degraded RAID5 Lun
ios0/sraid010l4s1: Write Extended 32 <seek> [3506:0:0] <dkblk> 721024 <pblk> 4824256
<status> 063f0200 (hard 2/2) Unit Attention - Caution: drive replace required!
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(RAID) Extended Sense Bytes 13-101 for lpb at 0xc04d5c00
* 80350000 00000001 00000000 00000000 00000000 00000000 00000400 2a800049
* 9cc00000 20000000 0f315433 35303130 31323100 00000000 00303130 30020401
* 35124434 3143525a 32382020 20202028 43292044 45430000 05000000
Die zweite Fehlermeldung hat folgende Bedeutung:
ios0/sraid010l4s1:
Das IOS-RAID-Laufwerk, auf dem der Fehler aufgetreten ist. In
diesem Fall handelt es sich um das Laufwerk am logischen Control-
ler 1, Laufwerk 0, mit logischer Einheitennummer 4 in Partition
1.
<cmd>
Das fehlerhafte SCSI-Kommando. In diesem Fall wurde eine Schreib-
operation mit 32 physischen Sektoren versucht.
<seek>
Die Startadresse für den Schreibzugriff, der durch
[cylinder:head:sector] beschrieben wird. Beachten Sie, daß es zur
Ermittlung der Startadresse zwei Möglichkeiten gibt. Wenn die
durch das SCSI-Kommando request sense im Format extended sense
zurückgegebenen Bytes gültig sind, wird dieser Wert in die
Zylinder-, Kopf- und Sektorwerte decodiert. Andernfalls wird die
(in diesem Fall) durch das SCSI-Kommando write angegebene Start-
adresse decodiert. In beiden Fällen wird nicht berücksichtigt,
daß zuvor durch format eine Neuabbildung der Sektoren durchge-
führt worden sein könnte. Die Abbildung basiert also nicht auf
der Startadresse.
<dkblk>
Die Startnummer des 512-Byte-Plattenblocks (Offset ab aktueller
Partition). In diesem Fall startete der Acht-Sektor-Schreibzu-
griff bei Block 16 in Partition 8.
<pblk>
Die Blocknummer der physischen Platte. Beachten Sie, daß es zur
Ermittlung der Blocknummer der physischen Platte zwei Möglichkei-
ten gibt. Wenn die durch das SCSI-Kommando request sense im For-
mat extended sense zurückgegebenen Bytes gültig sind, wird dieser
Wert benutzt. Andernfalls wird die (in diesem Fall) durch das
SCSI-Kommando write angegebene Startadresse verwendet. Diesen
Wert können Sie zur Angabe einer Startadresse bei format benut-
zen.
<status> KKAASSCC
Der kombinierte IOS-Status-Code. Der kombinierte Status-Code hat
folgendes Format:
KK Der Wert des SCSI-Prüfschlüssels.
AA Der Wert des SCSI-Zusatzprüfschlüssels.
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SS Der SCSI-Status, der an den SCSI-Host-Adapter zurückgegeben
wurde.
CC Der Fehler-Code des IOS-Host-Adapters.
(hard 1/1)
Der Fehlertyp, gefolgt vom Wiederholungszähler. Es wird zwischen
zwei Fehlertypen unterschieden: Schwerwiegenden (hard) und leich-
ten (soft) Fehlern. Bei einem leichten Fehler wird ein neuer
Behebungsversuch durchgeführt. Nicht behebbare Fehler und Fehler,
für die kein Behebungsversuch durchgeführt werden sollte, werden
als schwerwiegend eingestuft. Der Wiederholungszähler wird als
die Anzahl der Neuversuche, dividiert durch die maximale Anzahl
der zulässigen Neuversuche, angegeben. Bei schwerwiegenden Feh-
lern wird in jedem Fall der Wert 1/1 ausgegeben.
Unit Not Ready
Der SCSI-Prüfschlüssel in decodierter Form.
LUN not ready, START UNIT required
Der SCSI-Zusatzprüfschlüssel in decodierter Form.
(RAID)
Der Gerätetyp (RAID).
Extended Sense Bytes
Die Byte-Adresse der abgespeicherten Daten im Format extended
sense, die in den Zeilen nach dieser Meldung angezeigt wird. In
diesem Fall wurden die Bytes 12 bis 135 der MS12-Daten im Format
extended sense abgespeichert, nachdem das SCSI-Kommando request
sense nach dem Fehler beim SCSI-Kommando write übermittelt worden
war.
lpb at
Die Kernadresse des lokalen Parameterblocks für das SCSI-Kommando
write, das an die RAID-Platte ausgegeben wurde.
* 80350000 ....
Die Daten im Format extended sense. Die Menge der angezeigten
Daten hängt von der Anzahl der Bytes im Format extended sense ab,
die für das Plattenprofil des betreffenden Plattentyps in
/etc/conf/pack.d/sri/space.c abgespeichert wurden.
KONFIGURATION EINER SCSI-RAID-PLATTE
SCSI-Geräte und RAID-Platten werden während des Bootens im SCSI-Lauf-
werksfühler sowohl identifiziert als auch initialisiert. Die RAID-
Platte ist jedoch erst nach dem Öffnen des Geräts wirklich konfigu-
riert. Beim Booten des Systems wird die Platte lediglich aufgrund
ihres SCSI-Abfragenamens identifiziert. Wenn eine Platte geöffnet wor-
den ist und die SCSI-Geometrieinformation abgefragt wurde, ist die
Platte konfiguriert. Die Konfiguration der RAID-Platte kann jederzeit
mit dem Kommando autoconf abgefragt werden. Ein Beispiel für eine
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Ausgabe des Kommandos autoconf -l:
ios0/sraid070l0 MS12(4087MB) -- Optimal RAID5 LUN
ios0/sraid070l1 MS12: -- not configured
ios0/sraid070l2 MS12(3067MB) -- partition not set
Dem Namen der logischen Einheit folgen zwei Felder: Die Typbezeichnung
und der aktuelle Plattenstatus. So hat ios0/sraid070l0 die Typbezeich-
nung MS12 und den Status Optimal RAID5. Für noch nicht konfigurierte
Platten wird die SCSI-Typbezeichnung in abgekürzter Form angezeigt,
gefolgt von der Meldung über die noch nicht erfolgte Konfiguration.
Für teilweise konfigurierte RAID--Platten (d. h. Platten, für die
dkindex noch nicht aufgerufen worden ist), wird die Meldung partition
not set angezeigt. Weitere Informationen zur Konfiguration von Platten
finden Sie unter dkindex(8) und dkpsdfinit(8).
Nach dem Anlaufen des Laufwerks werden Plattenformat, Geometrie- und
Plattenparameter mit Hilfe des SCSI-Kommandos mode sense abgerufen.
Dies geschieht, wenn das Laufwerk zum ersten Mal geöffnet wird. Plat-
tenformat und Geometrieparameter werden dazu benutzt, die physischen
Eigenschaften der Platte (z. B. Zylinder, Köpfe, Sektoren, Zwischen-
raum usw.) zu bestimmen. Mit Hilfe der Plattenparameter werden die
RAID-Ebene, der aktuelle Status der Platte und die Anzahl der physi-
schen Platten ermittelt, die von autoconf angezeigt oder intern im
Kern verwendet werden. MS12 unterstützt die RAID-Ebenen 0, 1, 3 und 5.
Diese Informationen werden zur Fehlerbehebung im Treiber verwendet und
von autoconf angezeigt. Für den Plattenstatus sind die Angaben
Optimal, Degraded, Reconstructing oder Dead möglich. Bei Platten mit
der Statusangabe Degraded oder Dead ist ein manueller Eingriff erfor-
derlich. Dies kann mit dem Kommando apr(1M) und durch Auswechseln des
fehlerhaften physischen Laufwerks erfolgen.
Auf die ermittelte Anzahl der reservierten Zylinder wird außerdem ein
reservierter Zylinder innerhalb des Datenbereichs addiert. Dieser
Bereich, der die Indexstruktur der Platte enthält [siehe psdf(4)],
wird während der Konfiguration gelesen. Um eine RAID-Platte einsatzfä-
hig zu machen, muß sie mit dem Kommando dksetup initialisiert werden.
Schließlich wird zur ermittelten Anzahl der reservierten Zylinder ein
weiterer reservierter Zylinder für einen CE-Zylinder im Datenbereich
addiert. Da der auf der Platte enthaltene CE-Zylinder erst nach eini-
gen Plattenumdrehungen bzw. durch den gewöhnlichen Benutzer überhaupt
nicht genutzt werden kann, wird ein CE-Zylinder im Datenbereich für
die von format ausgegebene Formatinformationstabelle reserviert. In
dieser Tabelle sind Informationen über den Zeitpunkt der letzten Plat-
tenformatierung, die Seriennummer des Laufwerks sowie grundlegende
Geometrieinformationen enthalten. Die Fehlerliste wird vom SCSI-RAID-
Controller geführt und nicht physisch auf der RAID-Platte gespeichert.
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HINWEISE ZU SCSI-RAID-PLATTEN
Die physische Sektorgröße muß nicht unbedingt 512 Byte betragen. Sie
hängt von der RAID-Ebene und der Anzahl der physischen Platten ab. Der
SCSI-RAID-Treiber wandelt die Anzahl der Blöcke in die Anzahl der Sek-
toren um, die für die Datenübertragung in 512-Byte-Blöcken notwendig
ist. Bei einem Fehler wird sowohl die physische Blockgröße als auch
die systemspezifische Blockgröße ausgegeben. Die Formatierungsfunktion
erwartet die Angabe der physischen Blockgröße, wenn ein Benutzer einen
fehlerhaften Block ausschalten möchte.
Die logischen Einheitennummern des RAID-Systems können mit dem Kom-
mando acf(1M) konfiguriert und geprüft werden. Konfigurationsänderun-
gen können mit dem Kommando autoconf überprüft werden.
SIEHE AUCH
acf(1M), apr(1M), psdf(4), autoconf(8), dkindex(8), dkpart(8),
dkpsdfinit(8), dksetup(8), format(8), setinfo(8).
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