dksetup(8) dksetup(8)
NAME
dksetup - Konfiguration einer physischen Platte initialisieren bzw.
aktualisieren
SYNTAX
dksetup -U devname [disktype]
dksetup -I devname [disktype]
dksetup -F devname [disktype]
dksetup -N devname
dksetup -R devname
dksetup -X devname
dksetup -L devname "zeichenkette"
BESCHREIBUNG
dksetup initialisiert eine neue Platte bzw. aktualisiert eine vorhan-
dene Platte, so daß sie durch die aktuelle Version der Systemsoftware
genutzt werden kann. dksetup ist eine vereinfachte High-Level-
Schnittstelle zu den Low-Level-Plattenverwaltungskommandos. Mit dkse-
tup können folgende Verwaltungsfunktionen ausgeführt werden:
1. Erstellen von Geräteeinträgen in /dev.
2. Formatieren von Plattenmedien.
3. Initialisieren der Datenstrukturen für die Plattenkonfiguration
(dkindex, dkpart, dktune, setinfo).
4. Schreiben der "Format Information Table" (FIT), falls noch nicht
vorhanden (format).
5. Weiterhin wird eine Normierung der platten-internen Parameter, wie
für Schreib-/Lese-Cache und Fehlerbehandlung vorgenommen, falls
diese nicht schon zu einem früheren Zeitpunkt erfolgt ist
(setinfo).
devname ist der generische Name eines Plattengeräts, wie er von auto-
conf(8) angezeigt wird. So ist ios0/sdisk000 beispielsweise die erste
IOS SCSI-Platte im System. Gerätenamen vom Typ /dev/ios0/rsdisk012s0
können ebenso angegeben werden.
disktype gibt die herstellerspezifische Modellnummer der Platte an.
Die erkannten Typspezifikationen entsprechen den Namen der Dateien im
Verzeichnis /etc/default/diskinfo/setinfo.
Seite 1 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
dksetup(8) dksetup(8)
Wird kein Plattentyp disktype angegeben, wird angenommen, daß es sich
um eine Platte handelt, die vom System nicht erkannt wird, und sich
daher keine entsprechende Datei im Verzeichnis
/etc/default/diskinfo/setinfo befindet. In diesem Fall wird die Platte
mit den Standardparametern initialisiert.
Die einzelnen Verwaltungsfunktionen wie z. B. das Ändern der Partitio-
nen, das Verschieben von fehlerhaften Blöcken, das Platten-Tuning oder
das Aufbauen von Dateisystemen kann mit Hilfe der Low-Level-Kommandos
dkpart, format, dktune und mkfs erledigt werden.
OPTIONEN
-U Initialisiert die Platte für die aktuelle Version der System-
Software. Die Daten auf der Platte bleiben dabei erhalten. Diese
Option kann selbst dann benutzt werden, wenn gerade auf die
Platte zugegriffen wird. Diese Initialisierung wird nur dann vor-
genommen, wenn festgestellt wird, daß diese noch nicht oder nur
unvollständig durchgeführt worden ist. Die Bedeutung dieser
Option ist eingeschränkt worden, um zu verhindern, daß sich
bestimmte Eigenschaften, wie Zustand des Schreib-/Lese-Caches
oder die aktuelle Betriebsart im laufenden Betrieb ändern können.
-I Initialisierung wie bei der Option -U wird in jedem Fall durchge-
führt, ist aber nur für die erste Inititialisierung einer Platte
erforderlich.
-F Formatiert/initialisiert eine neue Platte. Beim Initialisieren
können die Medien formatiert und die Standard-Konfigurations-
parameter auf die Platte geschrieben werden. Die Daten auf der
Platte werden dabei auf jeden Fall zerstört. Deshalb muß sorgfäl-
tigst darauf geachtet werden, daß sämtliche Daten, die noch
gebraucht werden, zuvor gesichert worden sind.
-N Erstellt die Geräteeinträge für eine neue Platte in /dev. Diese
Option sollte für Wechselplatten verwendet werden (z. B. ROD- und
WORM-Laufwerke). Bei Wechselplatten werden die Datenstrukturen
für die Standardplattenkonfiguration bei der ersten Ausführung
von open berechnet. Diese Option kann sogar verwendet werden,
wenn sich kein Speichermedium im Laufwerk befindet.
-R Aktualisiert das Plattengerät mit der angegebenen LUN. Alle
Aktionen der Option -U werden ausgeführt.
Hinweis:
Diese Option funktioniert nur mit dem wahlfreien Treiber sraid.
In Verbindung mit dem Standardtreiber sdisk schlägt diese Option
fehl.
Seite 2 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
dksetup(8) dksetup(8)
-X Ist nur für eine "multi-hosted" Umgebung gedacht. Wenn host1 die
Festplattenkonfigurierung ändert (z. B. die Partitioneinteilung),
dann kann host1 mit dem Kommando "rsh dksetup -X devname" host2
dazu veranlassen, beim nächsten Zugriff auf diese Platte sich
deren aktuelle Konfiguration einzulesen.
-L Mit dieser Option ist es möglich, den Namen der Partitionstabelle
zu ändern. Dieser Name wird beim Aufruf von dkpart(8) und auto-
conf(8) angezeigt. Es ist damit zum Beispiel möglich, die
autoconf-Anzeige der Root-Platte von
ios0/sdisk001 MP85 -- MP85
nach
ios0/sdisk001 MP85 -- Root Platte Y543B00
zu ändern.
Bei einigen E/A-Subsystemen muß möglicherweise das Kommando dksetup -F
für eine Platte ausgeführt werden, damit diese ordnungsgemäß für das
System initialisiert wird. Dies trifft vor allem dann zu, wenn eine
Platte von einem OSx-System (TOS) in ein Reliant UNIX System verlagert
wird. Insbesondere bei SCSI-Platten muß dksetup -F ausgeführt werden,
damit die Format Information Table auf der Platte erneut installiert
wird. Die Option zum Installieren der IOS Format Information Table
[siehe format(8) für RM600] zerstört die Daten auf der Platte nicht.
Weitere Informationen finden Sie unter sdisk(7).
DATEIEN
/etc/default/diskinfo/setinfo
/etc/default/diskinfo/dktune
SIEHE AUCH
mkfs(1M), psdf(4), autoconf(8), dkindex(8), dkpart(8), dktune(8),
format(8) [nur RM600], setinfo(8).
Seite 3 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98