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sccs(1)                                                             sccs(1)

NAME
     sccs - Oberstes Kommando für das Source Code Control System (SCCS)

SYNTAX
     sccs [-r] [-d rootpath] [-p finalpath] command [SCCS-option ...]
          [filename ...]

BESCHREIBUNG
     Das Kommando sccs ist ein "frontend" der Dienstprogramme für das
     Source Code Control System (SCCS).

     sccs stellt normalerweise jedem Dateinamen filename bzw. der letzten
     Komponente jedes filename die Zeichenkette "SCCS/s." voran, da Sie in
     der Regel Ihre SCCS-Datenbankdateien in einem Verzeichnis namens SCCS
     speichern und jede Datenbankdatei mit einem Präfix "s." beginnt.

     Die Umgebungsvariable PROJECTDIR gibt an, in welchem Verzeichnis
     SCCS-Dateien gesucht werden sollen, falls sie nicht im aktuellen Ver-
     zeichnis liegen. SCCS-Dateien werden jeweils in einem Unterverzeichnis
     SCCS gesucht. Bei Angabe von relativen Pfadnamen wird zunächst das
     HOME-Verzeichnis nach Unterverzeichnissen src bzw. source durchsucht.
     Existieren diese Verzeichnisse nicht, wird der Pfad relativ zum aktu-
     ellen Verzeichnis gesetzt.

     sccs-Programmoptionen müssen vor dem Argument command stehen. Optio-
     nen, die an das eigentliche SCCS-Kommando (Dienstprogramm) übertragen
     werden sollen, müssen nach dem Argument command stehen. Es handelt
     sich hierbei um spezielle Optionen für das verwendete Argument com-
     mand.

     sccs kann als "set-Benutzer-ID"-Programm installiert werden, um
     zusätzlichen Schutz zu bieten. Der Zugriff auf die SCCS-Dateien ist
     damit für einen beliebigen Benutzer nicht mehr direkt möglich, sondern
     nur unter Verwendung des passenden sccs-Aufrufs. Um zu verhindern, daß
     damit auch "Administrator"-Kommandos [wie admin(1)] von beliebigen
     Benutzern aufgerufen werden können, werden diese Kommandos immer unter
     der realen Benutzer-ID ausgeführt.


















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sccs(1)                                                             sccs(1)

OPTIONEN
     -r   sccs ruft command mit der realen Benutzer-ID auf und nicht mit
          der effektiven Benutzer-ID, unter der sccs selbst läuft.

     -d rootpath
          Definiert den vorderen Teil des Pfadnamens für die SCCS-
          Datenbankdateien. Standard ist das aktuelle Verzeichnis. rootpath
          wird dem gesamten Pfadnamen vorangestellt (siehe BEISPIELE).

          Der hier angegebene Pfadname hat Vorrang vor den Verzeichnissen,
          die durch die Umgebungsvariable PROJECTDIR definiert sind.

     -p finalpath
          Definiert den Namen des Verzeichnisses, das die SCCS-Dateien ent-
          hält. Standard ist SCCS. finalpath wird vor der letzten Kompo-
          nente eines bei command angegebenen Pfadnamens eingefügt (siehe
          BEISPIELE).

ZUSAETZLICHE SCCS-KOMMANDOS

     Zusätzlich zu den normalen SCCS-Kommandos stehen folgende Pseudo-
     Kommandos zur Verfügung:

     check       Dateien feststellen, die derzeit editiert werden. Ähnliche
                 Funktion wie info, gibt aber keine Liste zurück, sondern
                 einen Endecode: Wenn keine Datei editiert wird, erfolgt
                 auch keine Ausgabe, und wenn eine Datei editiert wurde,
                 wird ein von Null abweichender Endestatus zurückgegeben.
                 check kann daher in einem Installationseintrag in einem
                 enthalten sein, um so sicherzustellen, daß eine SCCS-Datei
                 alle benötigten Komponenten enthält, bevor eine Version
                 installiert wird.

     clean       Alle Dateien aus dem aktuellen Verzeichnis löschen, die
                 aus SCCS-Dateien neu erstellt werden können. clean stellt
                 alle Dateien fest, die derzeit editiert werden, und löscht
                 diese nicht. Bei der Verwendung von "clean -b" wird nicht
                 geprüft, ob momentan Verzweigungen editiert werden. Hin-
                 weis: Wenn Sie die Verzweigungen in demselben Verzeichnis
                 speichern, ist es gefährlich, -b zu verwenden.

     create      Neue SCCS-Dateien erstellen. Alle Optionen des Kommandos
                 admin können angegeben werden. Nach erfolgreicher Erstel-
                 lung der SCCS-Datei wird die Originaldatei durch Einfügen
                 eines Komma vor dem Basisnamen umbenannt.

     delget      Ein delta für die angegebenen Dateien durchführen und
                 anschließend mit get neue Versionen abrufen. Die Schlüs-
                 selwörter sind erweitert, so daß die neuen Versionen nicht
                 editiert werden können.

     deledit     Die gleiche Funktion wie delget, erstellt jedoch neue


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sccs(1)                                                             sccs(1)

                 Versionen, die editiert werden können (get -e). deledit
                 ist zum Erstellen eines Prüfpunkts für Ihre aktuelle Edi-
                 tierphase nützlich.

     diffs       Ihre aktuelle Version des editierten Programms und die
                 Versionen im SCCS-Format (im diff-ähnlichen Format) ver-
                 gleichen. diffs akzeptiert dieselben Argumente wie diff,
                 außer daß die Option -c als -C angegeben werden muß, da
                 die Option -c als Option für get angesehen wird, das wie-
                 derum die Version kennzeichnet, die mit der aktuellen Ver-
                 sion verglichen werden soll.

     edit        Eine Datei zur Editierung abrufen (gleichbedeutend mit
                 get -e).

     fix         Die angegebene Delta-Version entfernen, jedoch eine Kopie
                 der Delta-Version mit den Änderungen in ihr beibehalten.
                 fix muß eine Option -r SID folgen. fix ist zum Beheben
                 kleiner Compiler-Fehler usw. nützlich. Da fix keine Prüf-
                 protokolle (Audit Trails) übergibt, sollte es mit Vorsicht
                 verwendet werden.

     info        Eine Liste aller derzeit editierten Dateien anzeigen. Wenn
                 die Option -b angegeben wird, werden Verzweigungen (d. h.
                 SIDs mit zwei oder weniger Komponenten) ignoriert. Wenn
                 die Option -u user angegeben wird, werden nur Dateien auf-
                 gelistet, die von dem angegebenen Benutzer editiert wer-
                 den. -U entspricht -u aktuellerBenutzer.

     print       Ausführliche Informationen über die angegebenen Dateien
                 ausgeben, wie bei sccs prs.

     tell        Eine Liste der editierten Dateien auf die Standard-Ausgabe
                 schreiben. Dateinamen werden durch Zeilenvorschubzeichen
                 getrennt. Für die Optionen -b und -u bzw. -U gilt dasselbe
                 wie bei info und check.

     unedit      Das letzte edit oder get -e wieder rückgängig machen und
                 eine Datei wieder in ihrem vorherigen Zustand herstellen.
                 Wenn Sie die Editierung einer soeben editierten Datei mit
                 unedit zurücknehmen, gehen alle Änderungen verloren, die
                 seit dem Beginn dieser Editiersitzung vorgenommen wurden.












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sccs(1)                                                             sccs(1)

BEISPIELE
     Das Kommando

          sccs  -d /usr/include  get sys/inode.h

     wird umgesetzt in:

          get  /usr/include/sys/SCCS/s.inode.h

     Hierdurch soll es ermöglicht werden, Aliasse zu erstellen, wie z. B.:

          alias  syssccs = "sccs  -d /usr/src"

     Diese werden verwendet als:

           syssccs  get  cmd/who.c

     Das Kommando

           sccs  -p private  get  usr/include/stdio.h

     wird umgesetzt in:

          get  usr/include/private/s.stdio.h

     Eine Datei namens myprogram.c wird folgendermaßen zum ersten Mal in
     das SCCS-Format umgesetzt, vorausgesetzt, daß noch kein SCCS-
     Verzeichnis existiert:

          $ mkdir SCCS
          $ sccs create myprogram.c
          $ myprogram.c:
          1.1
          14 lines

     Nachdem Sie sichergestellt haben, daß alles ordnungsgemäß ist, entfer-
     nen Sie die Version der Datei, an deren Beginn ein Komma steht:

          $ rm ,myprogram.c

     Folgendermaßen erhalten Sie eine Kopie von myprogram.c zum Editieren,
     editieren die Datei und stellen sie zurück in die SCCS-Datenbank:

          $ sccs edit myprogram.c
          1.1
          new delta 1.2
          14 lines
          $ vi myprogram.c






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sccs(1)                                                             sccs(1)

     Ihre Editiersitzung beginnt.

          $ sccs delget myprogram.c
          comments? Added abusive responses for compatibility
          1.2
          7 inserted
          7 deleted
          7 unchanged
          1.2
          14 lines

     Folgendermaßen rufen Sie eine Datei aus einem anderen Verzeichnis ab:

          sccs -p /usr/src/sccs/  get cc.c

     Alternativ können Sie auch folgendes eingeben:

          sccs get /usr/src/sccs/cc.c

     Folgendermaßen erstellen Sie eine Delta-Version von vielen Dateien im
     aktuellen Verzeichnis:

          sccs delta *.c

     Folgendermaßen rufen Sie eine Liste der editierten Dateien ab, die
     sich nicht in Verzweigungen befinden:

          sccs info -b

     Folgendermaßen erstellen Sie die Delta-Version aller editierten
     Dateien:

          sccs delta `sccs tell -u`

     In einem Makefile rufen Sie folgendermaßen Quelldateien aus einer
     SCCS-Datei ab, wenn diese noch nicht existiert:

          SRCS = <listofsourcefiles>
          $(SRCS):
               sccs get $(REL) $@














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sccs(1)                                                             sccs(1)

INTERNATIONALE UMGEBUNG
     Die Sprache der Meldungstexte wird durch die Umgebungsvariablen
     LCALL, LCMESSAGES oder LANG bestimmt.

     In der Standardeinstellung verhält sich das System so, als wäre es
     nicht internationalisiert, d. h. die Meldungstexte erscheinen in eng-
     lischer Sprache. Wenn Sie die Sprache der Meldungstexte ändern wollen,
     müssen Sie eine dieser Variablen entsprechend setzen.

     Ausführliche Informationen zu den Abhängigkeiten der Umgebungsvaria-
     blen und zur Internationalisierung im allgemeinen finden Sie im Hand-
     buch "Leitfaden für Programmierer: Internationalisierung - Lokalisie-
     rung". Zur Einstellung der Benutzerumgebung siehe auch environ(5).

DATEIEN
     /usr/sccs/*

SIEHE AUCH
     admin(1), cdc(1), comb(1), delta(1), get(1), help(1), make(1), prs(1),
     rmdel(1), sact(1), sccsdiff(1), unget(1), val(1), what(1),
     sccsfile(4).

































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