sccsfile(4) sccsfile(4)
NAME
sccsfile - Format der SCCS-Datei
BESCHREIBUNG
Eine SCCS-Datei (Source Code Control System - Quellcode-Verwaltung)
ist eine ASCII-Datei. Sie besteht aus sechs logischen Teilen: der
Prüfsumme, der Delta-Tabelle (Informationen über jedes Delta), den
Benutzernamen (Login-Namen und/oder numerische Gruppennummern von
Benutzern, die Deltas hinzufügen können), den Anzeigern (Definitionen
der internen Schlüsselwörter), den Kommentaren (beliebige beschrei-
bende Angaben über die Datei) und dem Hauptteil (die tatsächlichen
Textzeilen, die mit Steuerzeilen vermischt sind).
Überall in einer SCCS-Datei gibt es Zeilen, die mit dem Zeichen ASCII
SOH (oktal 001) beginnen. Dieses Zeichen wird im nachfolgenden Text
als Steuerzeichen bezeichnet und grafisch durch @ dargestellt. Bei
jeder unten beschriebenen Zeile, bei der das Steuerzeichen nicht ange-
geben ist, wird verhindert, daß sie mit dem Steuerzeichen beginnen
kann.
Einträge der Form DDDDD stellen eine Fünf-Ziffern-Zeichenkette (eine
Zahl zwischen 00000 und 99999) dar.
Jeder logische Teil einer SCCS-Datei wird nachstehend im einzelnen
beschrieben.
Prüfsumme
Die Prüfsumme ist die erste Zeile einer SCCS-Datei. Die Zeile hat fol-
gende Form:
@hDDDDD
Der Wert der Prüfsumme ist die Summe aller Zeichen mit Ausnahme der
Zeichen in der ersten Zeile. Das @h liefert die magische Zahl (oktal)
064001, abhängig von der Bytefolge.
Delta-Tabelle
Die Delta-Tabelle enthält eine variable Anzahl von Einträgen in einer
der folgenden Formen:
@s DDDDD/DDDDD/DDDDD
@d <Typ> <SCCS ID> Ja/Mo/Ta St:Mi:Se <Benutzer> DDDDD DDDDD
@i DDDDD ...
@x DDDDD ...
@g DDDDD ...
@m <MR Nummer>
. . .
@c <Kommentare> . . .
. . .
@e
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Die erste Zeile (@s) enthält die Anzahl der jeweils eingefügten oder
gelöschten bzw. unveränderten Zeilen. Die zweite Zeile (@d) enthält
den Typ des Deltas (normal: D oder entfernt: R), die SID-Nummer des
Deltas, Datum und Uhrzeit der Erstellung des Deltas, den Login-Namen,
der der realen Benutzernummer zum Zeitpunkt der Erstellung des Deltas
entspricht, und die SID-Nummern des Deltas bzw. der vorherigen Deltas.
Die Zeilen @i, @x und @g enthalten die SID-Nummern der eingeschlosse-
nen, ausgeschlossenen bzw. ignorierten Deltas. Diese Zeilen sind
optional.
Die Zeilen @m (optional) enthalten jeweils eine MR-Nummer, die zum
Delta gehört; die Zeilen @c enthalten Kommentare im Zusammenhang mit
dem Delta. Die Zeile @e beendet den Delta-Tabelleneintrag.
Benutzernamen
Die diese Login-Namen und/oder numerischen Gruppennummern enthaltenen
Zeilen sind von den Zeilen @u und @U umgeben. Eine leere Liste gestat-
tet jedem die Erstellung eines Deltas. Jede mit einem ! beginnende
Zeile verbietet der nachfolgenden Gruppe bzw. dem nachfolgenden Benut-
zer die Erstellung von Deltas.
Kennzeichen
Intern benutzte Schlüsselwörter. Weitere Informationen über ihre Ver-
wendung sind in admin(1) zu finden. Jede Kennzeichenzeile hat folgende
Form:
@f <Kennzeichen> <optionaler Text>
Folgende Kennzeichen sind definiert:
@f t <Programmtyp>
@f v <Programmname>
@f i <Schlüsselwort>
@f b
@f m <Modulbezeichnung>
@f f <Untergrenze>
@f c <Obergrenze>
@f d <Standard-SID>
@f n
@f j
@f l <gesperrte Versionen>
@f q <vom Benutzer definiert>
@f z <für Verwendung in Schnittstellen reserviert>
Das Kennzeichen t definiert den Ersatztext für das Schlüsselkennwort
%Y%. Das Kennzeichen v steuert die Anforderung von MR-Nummern zusätz-
lich zu Kommentaren; wenn das optionale Argument vorhanden ist, defi-
niert es ein Programm zur Prüfung der MR-Nummer. Das Kennzeichen i
steuert, ob Warnung oder Fehler bei der Meldung "No id keywords"
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erfolgt. Wenn das Kennzeichen i nicht vorhanden ist, stellt diese Mel-
dung lediglich eine Warnung dar; wenn das Kennzeichen i vorhanden ist,
kennzeichnet diese Meldung einen schwerwiegenden Fehler (die Datei
kann nicht mit get "geholt" werden, oder das Delta wird nicht ausge-
führt). Wenn das Kennzeichen b vorhanden ist, kann die Option -b im
Kommando get zur Auslösung einer Verzweigung im Deltabaum verwendet
werden. Das Kennzeichen m definiert die erste Wahl für den Austausch-
text des Schlüsselkennworts %M%. Das Kennzeichen f definiert die nie-
drigste Version, d. h. die Version, unterhalb der keine Deltas hinzu-
gefügt werden dürfen. Das Kennzeichen c definiert die höchste Version,
d. h. die Version, über der keine Deltas hinzugefügt werden dürfen.
Das Kennzeichen d definiert die Standard-SID, die zu verwenden ist,
wenn bei einem Kommando get keine angegeben wurde. Das Kennzeichen n
bewirkt, daß delta ein Null-Delta (ein Delta, das keine Änderungen
anwendet) in die Versionen einsetzt, die übersprungen werden, wenn ein
Delta in einer neuen Version ausgeführt wird (z. B. wenn Delta 5.1
nach Delta 2.7 ausgeführt wird, werden Versionen 3 und 4 übersprun-
gen). Das Fehlen des Anzeigers n bewirkt, daß übersprungene Versionen
völlig leer sind. Das Kennzeichen j bewirkt, daß get gleichzeitige
Bearbeitungen derselben Ausgangs-SID zuläßt. Das Kennzeichen l defi-
niert eine Liste von Versionen, die gegen ein Editieren gesperrt sind.
Das Kennzeichen q definiert den Ersatz für das Schlüsselkennwort %Q%.
Das Kennzeichen z wird bei besonderen Schnittstellenprogrammen verwen-
det.
Kommentare
Beliebiger Text wird von den Zeilen @t und @T eingerahmt. Der Kommen-
tarteil enthält normalerweise eine Beschreibung des Zweckes der Datei.
Hauptteil
Der Hauptteil besteht aus Textzeilen und Steuerzeilen. Im Gegensatz zu
den Steuerzeilen fangen die Textzeilen nicht mit einem Steuerzeichen
an. Es gibt drei Arten von Steuerzeilen: einfügen, löschen und been-
den, die dementsprechend durch:
@I DDDDD
@D DDDDD
@E DDDDD
dargestellt werden.
Die Ziffernfolge ist die SID-Nummer, die dem Delta für die Steuerzeile
entspricht.
SIEHE AUCH
admin(1), delta(1), get(1), prs(1).
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