delta(1) delta(1)
NAME
delta - Änderung an einer SCCS-Datei vornehmen
SYNTAX
delta [-r SID] [-s] [-n] [-g Liste] [-m KMR-Liste] [-y[Kommentar]]
[-p] [--] Datei...
BESCHREIBUNG
delta dient dazu, an einer durch get -e erzeugten Datei (g-Datei oder
generierte Datei) vorgenommene Änderungen in die entsprechende SCCS-
Datei zu übernehmen, also eine neue Version zu erstellen.
Wenn ein Dateiverzeichnis angegeben wird, verarbeitet delta alle
Dateien des Verzeichnisses, mit Ausnahme von Dateien, die keine SCCS-
Dateien sind (Dateiname ohne Pfadangabe beginnt nicht mit s.) und
unlesbaren Dateien. Diese werden kommentarlos ignoriert. Bei Angabe
von - wird von Standardeingabe gelesen (siehe Abschnitt HINWEISE);
jede Zeile der Standardeingabe wird als Name einer zu verarbeitenden
SCCS-Datei betrachtet.
Abhängig von der Angabe bestimmter Optionen und Flags, die in der
SCCS-Datei vorhanden sein können, kann delta Prompts auf der Standard-
ausgabe ausgeben (siehe Optionen -m und -y).
OPTIONEN
-r SID
SID gibt eindeutig an, welches Delta für die SCCS-Datei erzeugt
werden soll. Die Verwendung dieser Option ist nur dann nötig,
wenn zwei oder mehrere offenstehende get-Aufrufe zum Editieren
(get -e) in derselben SCCS-Datei von derselben Person (Login-
Name) vorgenommen wurden. Die mit der Option -r angegebene SID-
Nummer kann entweder die in der get-Kommandozeile angegebene
SID-Nummer oder die vom Kommando get gemeldete, auszuführende
SID-Nummer sein [siehe get(1)]. Eine Fehlermeldung erscheint,
wenn die angegebene SID- Nummer nicht eindeutig ist oder nicht
angegeben wurde.
-s Unterdrückt die Ausgabe der für Delta erstellten SID-Nummer auf
der Standardausgabe. Die Anzahl der in der SCCS-Datei eingefüg-
ten, gelöschten und unveränderten Zeilen wird ebenfalls nicht
ausgegeben.
-n Die editierte g-Datei soll erhalten bleiben. Sie wird normaler-
weise nach Beendigung von Delta gelöscht.
-g Liste
Liste von Deltas, die ignoriert werden sollen, wenn auf der von
diesem Delta erstellten Änderungsebene (SID) auf die Datei zuge-
griffen werden soll [zur Definition von Liste siehe get(1)].
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delta(1) delta(1)
-m MR-Liste
Wenn das Flag v in der SCCS-Datei gesetzt ist [siehe admin(1)],
muß eine Änderungsanforderungs-Nummer (MR) als Grund für die
Erstellung eines neuen Deltas angegeben werden. Wenn -m nicht
verwendet wird und die Standardausgabe ein Bildschirm ist, wird
der Prompt MRs? vor dem Lesen der Standardeingabe auf der Stan-
dardausgabe ausgegeben. Ist die Standardeingabe kein Bildschirm,
wird kein Prompt ausgegeben. Der Prompt MRs? steht immer vor dem
Prompt comments? (siehe -y). In einer Auflistung werden MRs durch
Leerzeichen und/oder Tabulatoren voneinander getrennt. Die MR-
Liste wird mit einem nicht entwerteten Neue-Zeile-Zeichen been-
det.
Es ist zu beachten, daß das Argument von Flag v als Name eines
Programms oder einer Shell-Prozedur angesehen wird, das die Rich-
tigkeit der MR-Nummern validiert. Wenn das MR-Validierungspro-
gramm einen Endestatus liefert, der ungleich Null ist, wird delta
beendet. Es wird angenommen, daß nicht alle MRs gültig waren.
-y[Kommentar]
Kommentar ist ein beliebiger Text, der den Grund für die Erstel-
lung des Deltas beschreibt. Eine Nullzeichenreihe ist ein gülti-
ger Kommentar. Wenn -y nicht angegeben ist und die Standardein-
gabe ein Bildschirm ist, wird der Prompt comments? vor dem Lesen
der Standardeingabe auf der Standardausgabe ausgegeben; ist die
Standardausgabe kein Bildschirm, wird kein Prompt ausgegeben. Der
Kommentartext wird mit einem nicht entwerteten Neue-Zeile-Zeichen
beendet.
-p Die Unterschiede vor und nach Erstellung des Deltas werden im
Format diff(1) auf der Standardausgabe ausgegeben.
-- Ende der Optionenliste. Die Angabe ist nötig, wenn der erste
Dateiname mit - beginnt.
HINWEISE
Ein get von vielen SCCS-Dateien mit nachfolgendem delta bei diesen
Dateien ist zu vermeiden, wenn der get-Aufruf eine große Menge Daten
erzeugt. Statt dessen sind mehrere Aufruffolgen von get/delta zu ver-
wenden.
Wenn die Standardeingabe mit - in der delta-Kommandozeile angegeben
ist, müssen die Optionen -y und gegebenenfalls -m ebenfalls vorhanden
sein. Das Auslassen dieser Optionen verursacht einen Fehler.
Kommentare sind auf Textfolgen von höchstens 1024 Zeichen begrenzt.
Gibt es in einer Zeile mehr als 1000 Zeichen, treten undefinierte
Ergebnisse auf.
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delta(1) delta(1)
INTERNATIONALE UMGEBUNG
Die Sprache der Meldungstexte wird durch die Umgebungsvariablen
LCALL, LCMESSAGES oder LANG bestimmt.
In der Standardeinstellung verhält sich das System so, als wäre es
nicht internationalisiert, d. h. die Meldungstexte erscheinen in eng-
lischer Sprache. Wenn Sie die Sprache der Meldungstexte ändern wollen,
müssen Sie eine dieser Variablen entsprechend setzen.Ausführliche
Informationen zu den Abhängigkeiten der Umgebungsvariablen und zur
Internationalisierung im allgemeinen finden Sie im Handbuch "Leitfaden
für Programmierer: Internationalisierung - Lokalisierung". Zur Ein-
stellung der Benutzerumgebung siehe auch environ(5).
DATEIEN
g-Datei war vor Ausführung von delta vorhanden; wird nach Ausfüh-
rung von delta entfernt
p-Datei war vor Ausführung von delta vorhanden; kann nach Ausfüh-
rung von delta vorhanden sein
q-Datei wird während der Ausführung von delta erstellt; wird nach
Ausführung von delta gelöscht
x-Datei wird während der Ausführung von delta erstellt; wird nach
Ausführung von delta in eine SCCS-Datei umbenannt
z-Datei wird während der Ausführung von delta erstellt; wird wäh-
rend der Ausführung von delta gelöscht
d-datei wird während der Ausführung von delta erstellt; wird nach
der Ausführung von delta gelöscht
bdiff Programm zur Ermittlung der Differenzen zwischen der
"erhaltenen" Datei und der g-Datei
SIEHE AUCH
admin(1), bdiff(1), cdc(1), diff(1), get(1), help(1), prs(1),
rmdel(1), sccsfile(4).
Kapitel "SCCS" in "Leitfaden und Werkzeuge für die Programmierung mit
C".
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