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⇒ gated(1M) — Reliant UNIX 5.44c4

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gated(1M)                                                         gated(1M)

NAME
     gated - Routing-Dämon im Gateway

SYNTAX
     gated [-c] [-C] [-n] [-N] [-t traceoptions] [-f configfile]
           [tracefile]

BESCHREIBUNG
     gated ist ein Routing-Dämon für die Bearbeitung mehrerer Routing-
     Protokolle, der routed(1M) ersetzt. gated bearbeitet derzeit die
     Routing-Protokolle RIP, BGP, EGP, HELLO, SLSP, ICMP, OSPF und RDISC.
     Der Prozeß gated kann so konfiguriert werden, daß entweder alle
     Routing-Protokolle oder eine beliebige Kombination dieser Protokolle
     ausgeführt werden kann.

OPTIONEN
     -c   Gibt an, daß die Konfigurationsdatei auf Syntaxfehler analysiert
          wird. Treten keine Fehler auf, schreibt gated einen Speicherabzug
          in die Datei /usr/tmp/gateddump und wird anschließend beendet.
          Für die Verwendung von gated mit der Option -c sind keine
          Superuser-Rechte erforderlich. Wird gated nicht vom Superuser
          ausgeführt, kann möglicherweise jedoch die Routing-Tabelle des
          Kernels und die Schnittstellenkonfiguration nicht gelesen werden.
          Die Option -c beinhaltet -tgeneral. Alle traceoption-Angaben in
          der Konfigurationsdatei werden ignoriert.

     -C   Gibt an, daß die Konfigurationsdatei nur auf Syntaxfehler analy-
          siert wird. Wenn Fehler auftreten, wird gated mit dem Status 1,
          andernfalls mit dem Status 0 beendet. Für die Verwendung von
          gated mit der Option -C sind keine Superuser-Rechte erforderlich.
          Wird gated nicht vom Superuser ausgeführt, kann möglicherweise
          jedoch die Routing-Tabelle des Kernels und die Schnittstellenkon-
          figuration nicht gelesen werden.

     -n   Gibt an, daß gated die Routing-Tabelle des Kernels nicht ändert.
          Mit dieser Option werden Konfigurationen von gated mit den tat-
          sächlichen Routing-Daten getestet.

     -N   Gibt an, daß gated nicht als Dämon ausgeführt wird. Wenn die Pro-
          tokollierung auf stderr nicht angegeben ist, wird gated normaler-
          weise als ein Dämon gestartet, sofern die Vaterprozeß-ID ungleich
          1 ist. Hierdurch kann gated mit einer Prozeß-ID ungleich 1 mit
          Hilfe einer ähnlichen Methode wie /etc/inittab aufgerufen werden.












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gated(1M)                                                         gated(1M)

     -t traceoptions
          Gibt eine durch Kommas getrennte Liste der Protokolloptionen an,
          die beim Start aktiviert werden sollen. Wenn keine Flags angege-
          ben werden, wird general angenommen. Zwischen der Option und
          ihren Argumenten darf kein Leerzeichen stehen. Diese Option muß
          für die Protokollierung von Ereignissen angegeben werden, die vor
          der Analyse der Konfigurationsdatei stattfinden, wie beispiels-
          weise die Feststellung der Schnittstellenkonfiguration und das
          Lesen der Routen aus dem Kernel.

     -f configfile
          Gibt an, daß eine andere Konfigurationsdatei verwendet wird.
          Standardmäßig verwendet gated die Datei /etc/gated.conf.

     Wenn eine Protokolldatei in der Kommandozeile angegeben wird oder
     keine Protokoll-Flags in der Kommandozeile angegeben werden, hängt
     gated das Terminal ab und wird im Hintergrund ausgeführt. Wenn
     Protokoll-Flags ohne Angabe einer Protokolldatei angegeben werden,
     nimmt gated an, daß die Protokollierung auf stderr gesendet werden
     soll und wird im Vordergrund ausgeführt.

SIGNALVERARBEITUNG
     Mit den folgenden Signalen kann gated gesteuert werden:

     SIGHUP    Erneutes Lesen der Konfiguration. Bei dem Signal SIGHUP
               liest gated die Konfigurationsdatei erneut. gated bereinigt
               zunächst alle zugeordneten Strukturen. Alle BGP- und EGP-
               Nachbarn werden zum Löschen markiert, und die Konfigurati-
               onsdatei wird erneut analysiert.

               Ist die erneute Analyse erfolgreich, werden alle BGP- und
               EGP-Nachbarn (Peers) beendet, die nicht mehr in der Konfigu-
               ration enthalten sind, und neue Nachbarn werden gestartet.
               gated versucht aufgrund von Änderungen an vorhandenen Nach-
               barn festzustellen, ob eine Beendigung und ein erneutes
               Starten erforderlich ist. Wenn OSPF keine Neukonfiguration
               durchführen kann, wird es beendet und während einer Neukon-
               figuration erneut gestartet. Dies kann das Routing-System
               beeinträchtigen.

               Zudem sollten alle Protokolle ohne erneutes Starten von
               gated aktiviert/deaktiviert werden können.

     SIGINT    Momentaufnahme des aktuellen Status. Der aktuelle Status
               aller Tasks, Zeitgeber, Protokolle und Tabellen von gated
               wird in die Datei /usr/tmp/gateddump geschrieben.

               Hierzu wird zu einem Unterprozeß verzweigt, um einen Spei-
               cherabzug der Tabelleninformationen zu erstellen, so daß die
               Routing-Funktionen von gated nicht beeinträchtigt werden.

     SIGTERM   Ordnungsgemäße Beendigung. Beim Empfang des Signals SIGTERM


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gated(1M)                                                         gated(1M)

               versucht gated, alle Tasks, Protokolle und Nachbarn ord-
               nungsgemäß zu beenden. Alle Tasks und Protokolle sollen
               abgeschlossen werden. Die meisten werden sofort beendet.
               Eine Ausnahme ist der EGP-Nachbar, der auf eine Bestätigung
               wartet. Dauert dieser Abschlußprozeß zu lange, muß SIGTERM
               ein- oder zweimal erneut gesendet werden.

               Beim Empfang des Signals SIGTERM werden alle Protokoll-
               Routen aus der Routing-Tabelle des Kernels gelöscht.
               Schnittstellen-Routen, Routen mit gesetztem RTFSTATIC
               [siehe routing(4)] sowie statische Routen, die retain ange-
               ben, werden jedoch nicht gelöscht. Mit SIGKILL kann gated so
               beendet werden, daß die externen Routen intakt bleiben.

     SIGUSR1   Aktivieren/Deaktivieren der Protokollierung. Beim Empfang
               des Signals SIGUSR1 schließt gated die Protokolldatei. Bei
               einem nachfolgenden Signal SIGUSR1 wird die Protokolldatei
               wieder geöffnet. Hierdurch kann nach dem ersten SIGUSR1 der
               Inhalt der Protokolldatei ordnungsgemäß gesichert werden.

               SIGUSR1 kann nur verwendet werden, wenn eine Protokolldatei
               angegeben wurde und die Protokollierung nicht auf stderr
               erfolgt.

     SIGUSR2   Prüfung auf Schnittstellenänderungen. Beim Empfang des Sig-
               nals SIGUSR2 durchsucht gated die Schnittstellenliste des
               Kernels erneut auf Änderungen.

DATEIEN
     Viele der unten aufgelisteten Standarddateinamen enthalten die Zei-
     chenkette gated, die durch den Namen ersetzt wird, der beim Aufruf von
     gated angegeben wird. Normalerweise ist dies gated. Wird gated jedoch
     als gated-test aufgerufen, sucht gated standardmäßig nach /etc/gated-
     test.conf. Diese Pfade können bei der Kompilierung geändert werden.

     /usr/tmp/gateddump
          Datei, in die gated Statusinformationen schreibt. Standardmäßig
          wird die Datei /usr/tmp/gateddump verwendet. Die Datei
          /var/tmp/gateddump wird ebenfalls häufig verwendet.

     /etc/gated.conf
          Datei, in der gated seine Konfiguration sucht. Standardmäßig wird
          die Datei /etc/gated.conf verwendet.

     /etc/gated.pid
          Datei, in die gated seine Prozeß-ID (PID) schreibt. Standardmäßig
          wird die Datei /etc/gated.pid verwendet. Die Datei
          /var/run/gated.pid wird ebenfalls häufig verwendet.

SIEHE AUCH
     arp(1M), ifconfig(1M), netstat(1M), routed(1M), route(1M), fork(2),
     gdc(8), ospfmonitor(8), ripquery(8).


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