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⇒ routed(1M) — Reliant UNIX 5.44c4

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routed(1M)                                                       routed(1M)

NAME
     routed, in.routed - Netz-Routing-Dämon

SYNTAX
     in.routed [-sqltv] [protokolldatei]

     in.routed [-D protokollverzeichnis]

BESCHREIBUNG
     routed wird bei Systemstart zum Verwalten der Netz-Routing-Tabellen
     aufgerufen. Der Routing-Dämon verwendet eine Variante des Xerox NS
     Routing Information Protocol, um die Einträge in der Routing-Tabelle
     des Kerns auf dem neuesten Stand zu halten.

     Im Normalbetrieb hört routed den udp(7)-Socket 520 (dezimal) auf
     Routing-Datenpakete hin ab. Handelt es sich bei dem Rechner um einen
     Router, liefert er in regelmäßigen Abständen Kopien seiner Routing-
     Tabellen an alle direkt angeschlossenen Rechnern und Netze.

     Wenn der Dämon routed gestartet wird, stellt er mit dem ioctl(2)-
     Aufruf SIOCGIFCONF fest, welche Schnittstellen am System konfiguriert
     und als "aktiv" gekennzeichnet sind (die Loopback-Schnittstelle wird
     ignoriert). Sind mehrere Schnittstellen vorhanden, wird angenommen,
     daß der Rechner Pakete zwischen verschiedenen Netzen weiterleitet. In
     diesem Fall sendet routed dann ein Request-Paket an jede Schnittstelle
     (als ein Broadcast-Paket, wenn die Schnittstelle dies unterstützt),
     und überprüft das Netz zyklisch auf Request- und Response-Paketen von
     anderen Rechnern.

     Beim Empfang eines Request-Pakets erzeugt routed anhand der Daten in
     seinen internen Routing-Tabellen ein Response-Paket. Es enthält eine
     Liste bekannter Routen, die jeweils mit einem metrischen Wert für die
     "Anzahl der Zwischenstationen" markiert sind, der anzeigt, über wie-
     viele Zwischenstationen eine Nachricht von Sender bis Empfänger über-
     tragen werden muß (ein Wert von 16 oder höher wird als "unendlich"
     angesehen). Der jeder Route zugeordnete, zurückgegebene metrische Wert
     bezieht sich auf den Absender.

     Request-Pakete, die routed empfängt, werden zum Aktualisieren der
     Routing-Tabellen verwendet, wenn eine der folgenden Bedingungen
     erfüllt ist:

     1) Für das Zielnetz bzw. den Ziel-Rechner besteht kein Routing-Tabel-
        leneintrag, und aus dem metrischen Wert geht hervor, daß das Ziel
        "erreichbar" ist, d. h. die Anzahl der Zwischenstationen ist nicht
        unendlich.

     2) Der Rechner, der das Paket gesendet hat, ist mit dem Gateway-Ein-
        trag in dem vorhandenen Routing-Tabelleneintrag identisch. D. h.
        aktualisierte Daten stammen von demselben Router, über den die
        Pakete für den Empfänger gesendet werden.




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routed(1M)                                                       routed(1M)

     3) Der vorhandene Eintrag in der Routing-Tabelle wurde eine Zeitlang
        (definitionsgemäß 90 Sekunden) nicht aktualisiert, und die Route
        ist mindestens so günstig wie die aktuelle.

     4) Die neue Route gibt einen kürzeren Weg zum Ziel an als die, die zur
        Zeit in den Routing-Tabellen gespeichert ist; um dies zu erkennen,
        wird der metrische Wert der neuen Route mit dem der gespeicherten
        verglichen.

     Bei einer Aktualisierung zeichnet routed die Änderung in seinen inter-
     nen Tabellen auf und erstellt ein Request-Paket an alle direkt ange-
     schlossenen Rechner und Netze. routed wartet kurz (höchstens 30 Sekun-
     den), bevor er die Routing-Tabellen des Kerns ändert, damit eventuell
     bestehende Instabilitäten bereinigt werden können.

     routed verarbeitet nicht nur die ankommenden Pakete, sondern prüft
     auch regelmäßig die Einträge in der Routing-Tabelle. Wurde ein Eintrag
     3 Minuten lang nicht aktualisiert, wird sein metrischer Wert auf
     unendlich gesetzt und zum Löschen freigegeben. Das Löschen selbst
     erfolgt erst nach einer zusätzlichen Wartezeit von 60 Sekunden, um
     sicherzugehen, daß die Ungültigkeitsmeldung im gesamten Netzverbund
     bekannt ist.

     routed-Dämonen an einem Router übermitteln ihre Routing-Tabellen alle
     30 Sekunden an alle direkt angeschlossenen Rechner und Netze.

OPTIONEN
     -s   Wird die Option -s angegeben, liefert routed Routing-Informatio-
          nen, unabhängig davon, ob der Rechner ein Router ist oder nicht.

     -q   Die Option -q ist das Gegenteil von der Option -s.

     -l   Ist die Option -l ("logswitch") angegeben, so kann das Protokol-
          lieren von routed-Aktivitäten an- und abgeschaltet sowie der Name
          der Protokolldatei geändert werden. Dies geschieht dynamisch mit
          RIP TRACEON- und TRACEOFF-Paketen, die zum Dämon geschicket wer-
          den.

          Falls routed nicht mit -l aufgerufen wurde, werden TRACEON- und
          TRACEOFF-Pakete ignoriert.

     -t   Ist die Option -t angegeben, werden alle gesendeten oder empfan-
          genen Pakete auf Standardausgabe ausgegeben (oder in die
          protokolldatei, sofern angegeben). Außerdem bleibt routed mit dem
          steuernden Terminal verbunden, so daß über Tastatur eingegebene
          Interrupts den Prozeß beenden können.

     -v   Wird routed mit -v aufgerufen, so werden interne routed-Aktivitä-
          ten (im allgemeinen Änderungen an der Routing-Tabelle) mit einem
          Zeitstempel versehen in der Protokolldatei protokolliert.




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routed(1M)                                                       routed(1M)

     -D protokollverzeichnis
          Mit der Option -D wird ein Verzeichnis angegeben, in dem die Pro-
          tokolldatei liegt. protokollverzeichnis muß als absoluter Pfad-
          name angegeben sein. Die Voreinstellung für protokollverzeichnis
          ist /var/adm/log/in.routed.

     protokolldatei
          Falls protokolldatei angegeben ist, wird es als der Name einer
          Datei in protokollverzeichnis interpretiert. Hierein sollen
          Informationen über den Ablauf von routed protokolliert werden.

          Jede neue Information wird an die Datei angehängt. Falls die
          Datei beim Aufruf von routed angegeben wird, wird sie angelegt.
          Falls -v und -t nicht angegeben wurden, so werden nur außerge-
          wöhnliche Ereignisse protokolliert.

          Falls die Option -l angegeben wurde, so darf der Name der Proto-
          kolldatei mit RIP TRACEON- und TRACEOFF-Paketen geändert werden
          sowie das Protokollieren an- und abgeschaltet werden.

          Falls der Name einer Protokolldatei in einem RIP TRACEON-Paket
          steht, so muß diese Datei bereits in prokollverzeichnis existie-
          ren. routed legt in diesem Fall die Datei nicht neu an. Änderun-
          gen im Protokollierungsverhalten von routed werden über
          syslog(3C) protokolliert.

     Neben den oben genannten Möglichkeiten unterstützt routed das Konzept
     "ferner" passiver und aktiver Gateways. Wenn routed aktiviert wird,
     liest er die Datei gateways und sucht darin die Gateways, die nicht
     mit dem ioctl-Aufruf SIOGIFCONF zu finden sind. Solche Gateways sind
     als passiv markiert, wenn sie keine Routing-Informationen austauschen
     sollen, aktiv, wenn sie Routing-Informationen weitergeben (d. h. auf
     dem Gateway-Rechner muß ein routed-Prozeß laufen). Passive Gateways
     werden in den Routing-Tabellen immer geführt, und Angaben zu ihrer
     Existenz sind in allen übertragenen Routing-Daten enthalten. Ein akti-
     ver Gateways wird wie eine Netzschnittstelle behandelt. Es werden
     Routing-Informationen an ihn verteilt, und wenn für ihn eine bestimmte
     Zeit lang keine Routing-Informationen empfangen wird, wird die zugehö-
     rige Route gelöscht.

     Die Datei gateways besteht aus mehreren Zeilen mit dem folgenden For-
     mat:

          <net|host> ziel gateway name metric wert <passive|active>

     Das Schlüsselwort net oder host gibt an, ob die Route zu einem Netz
     oder einem bestimmten Rechner führt.

     ziel ist der Name des Zielnetzes oder -Rechners. Dies kann ein symbo-
     lischer, in networks(4) oder hosts(4) stehender Name sein oder eine in
     Internet-Punkt-Schreibweise dargestellte Internet-Adresse [siehe
     inet(7)].


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routed(1M)                                                       routed(1M)

     name ist der Name oder die Adresse des Gateways, an den Nachrichten
     übermittelt werden sollen.

     wert ist ein metrischer Wert, der die Anzahl der Zwischenstationen bis
     zum Ziel-Rechner oder -Netz angibt.

     Das Schlüsselwort passive bzw. active gibt an, ob der Gateway ein pas-
     siver oder ein aktiver Gateway ist (siehe oben).

HINWEISE
     Die Routing-Tabellen des Systemkerns können kurzfristig von denen von
     routed abweichen, wenn laufende Prozesse vorhandene Routen, die durch
     routed geändert oder gelöscht wurden, gerade nutzen. Die einzige Mög-
     lichkeit, dies zu verhindern, wäre, den Route-Prozeß in den Systemkern
     zu binden.

DATEIEN
     /etc/gateways       für entfernte Gateways

     /etc/networks

     /etc/hosts

SIEHE AUCH
     ioctl(2), hosts(4), networks(4), inet(7), udp(7).





























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