ifconfig(1M) ifconfig(1M)
NAME
ifconfig - Parameter von Netzschnittstellen konfigurieren
SYNTAX
ifconfig interface [addressfamily] [address [destaddress]]
[parameters] [netmask mask] [broadcast address] [metric n]
[mtu n]
ifconfig interface [protocolfamily]
ifconfig virtual-interface [protocolfamily] alias interface address
[parameters]
ifconfig virtual-interface delete
BESCHREIBUNG
ifconfig dient dazu, einer Netzschnittstelle eine Adresse zuzuweisen
und/oder Parameter der Netzschnittstelle zu konfigurieren. ifconfig
muß beim Start des Systems ausgeführt werden, um die Netzadressen
aller auf dem Rechner vorhandenen Schnittstellen zu definieren. Später
können mit dem Kommando Schnittstellenadressen und andere Betriebspa-
rameter geändert werden. Ohne Optionen zeigt ifconfig die aktuelle
Konfiguration einer Netzschnittstelle an. Als Protokollfamilie können
Sie beispielsweise nur inet angeben. Nur ein privilegierter Benutzer
darf die Konfiguration einer Netzschnittstelle ändern.
Da eine Netzschnittstelle Pakete unterschiedlicher Protokolle empfan-
gen kann, die unter Umständen jeweils eigene Namenskonventionen erfor-
dern, werden die Parameter und Adressen nach den Regeln einer Adreßfa-
milie interpretiert, die mit dem Parameter addressfamily angegeben
wird. Zur Zeit werden die Adreßfamilien mac, ether und inet unter-
stützt. Die Adreßfamilien mac und ether gehören zur selben Adreßfami-
lie. Ist keine Adreßfamilie angegeben, wird inet angenommen.
Bei der DARPA Internet-Familie (inet) ist die Adresse entweder ein
Rechnername in der Datei /etc/inet/hosts [siehe hosts(4)] oder eine
DARPA Internet-Adresse in der üblichen Punktschreibweise von Internet.
Normalerweise besteht eine in Punktschreibweise angegebene Internet-
Adresse aus der Netznummer des Netzes, an das der Rechner angeschlos-
sen ist und einer eindeutigen Rechnernummer. Eine typische Internet-
Adresse ist 192.9.200.44, wobei 192.9.200 die Netznummer und 44 die
Rechnernummer ist.
Ist zusätzlich zum Parameter address der Parameter destaddress vor-
handen, wird damit die Adresse der Gegenseite einer Punkt-zu-Punkt-
Verbindung angegeben.
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ifconfig(1M) ifconfig(1M)
OPTIONEN
Mit ifconfig können die folgenden Optionen und Parameter parameters
definiert werden:
up Eine Schnittstelle als aktiv ("up") kennzeichnen. Damit
kann eine Schnittstelle nach einer Deaktivierung mit
"ifconfig down" wieder aktiviert werden. Dies geschieht
automatisch bei der Eingabe der ersten Adresse einer
Schnittstelle.
down Schnittstelle als inaktiv ("down") kennzeichnen. Ist
eine Schnittstelle als inaktiv gekennzeichnet, versucht
das System nicht, Pakete über diese Schnittstelle zu
übertragen. Wenn möglich wird die Schnittstelle zurück-
gesetzt, um auch den Empfang zu deaktivieren. Durch
diese Maßnahme werden Routen, die diese Schnittstelle
benutzen, nicht automatisch deaktiviert.
trailers (Nur inet) Verwendung der IP-Trailer-Encapsulation auf
der Verbindungs-Schicht (Link Layer) beim Senden akti-
vieren. Unterstützt eine Netzschnittstelle das IP-
Trailer-Paketformat, kapselt das System abgehende Nach-
richten möglichst so, daß die Anzahl der vom Empfänger
auszuführenden Kopiervorgänge von Speicher zu Speicher
auf ein Minimum beschränkt wird. Diese Funktion ist
rechnerabhängig und wird daher nicht empfohlen. Bei Net-
zen, die das Address Resolution Protocol (Adreßumset-
zungsprotokoll) unterstützen [siehe arp(7)] zeigt diese
Option an, daß das System andere Systeme auffordern
soll, beim Senden an diesen Rechner das IP-Trailer-
Paketformat anzuwenden. IP-Trailer-Encapsulation wird
auch eingesetzt, wenn an andere Rechner, die dies ange-
fordert haben, gesendet wird. Der Parameter wird von
Reliant UNIX Systemen nicht unterstützt.
-trailers Die IP-Trailer-Encapsulation auf der Verbindungs-Schicht
deaktivieren.
arp Das Address Resolution Protocol (Adreßumsetzungsproto-
koll) beim Abbilden von Adressen auf Netz-Schicht auf
Adressen auf Verbindungs-Schicht (Link Level) aktivieren
(Standardwert).
-arp Das Address Resolution Protocol (Adreßumsetzungsproto-
koll) deaktivieren.
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ifconfig(1M) ifconfig(1M)
metric n Die Routing-Metrik der Schnittstelle auf n einstellen;
Standardwert 0. Die Routing-Metrik wird vom Routing-
Protokoll verwendet [siehe routed(1M)]. Je höher die
Metrik ist, desto ungünstiger ist eine Route. Die metri-
schen Werte werden als zusätzliche Teilstrecken zum
Zielnetz oder Zielrechner interpretiert.
mtu n Die logische maximale Paketgröße für die Übertragung
(MTU = Maximum Transmission Unit) bei einer Schnitt-
stelle auf n setzen. Die MTU ist die größte Datenmenge,
die in einem Paket gesendet werden kann. Im allgemeinen
wird dies nicht verändert, da der Treiber für die
Schnittstelle die physische MTU bereits kennt. Der
Hauptzweck dieser Option ist es, die MTU für spezielle
Situationen (z. B. Brücken zwischen Netzen mit unter-
schiedlichen physischen MTU-Werten) künstlich zu verrin-
gern. Setzt man den Wert höher als den physische MTU-
Wert oder unsinnig klein, so wird wahrscheinlich die
Netz-Software zusammenbrechen. Der physische MTU-Wert
für Ethernet-Schnittstellen ist 1500, für FDDI-Schnitt-
stellen 4096 und für Loopback-Schnittstellen 2048.
multicast Setzt das IFFMULTICAST-Flag und markiert die Schnitt-
stelle als multicast-fähig.
-multicast Löscht das IFFMULTICAST-Flag.
netmask mask (Nur inet) Angabe, wie viele Adreß-Bits der Internet-
Adresse zum Unterteilen von Netzen in Subnetze reser-
viert werden sollen. Die Maske umfaßt die Netznummer der
lokalen Internet-Adresse und den Subnetzteil, der dem
Rechnerteil der Adresse entnommen wird. Die Maske kann
als einzelne Hexadezimalzahl mit vorangestelltem 0x, als
Internet-Adresse in Punktschreibweise oder als in der
Datei /etc/inet/networks [siehe networks(4)] enthaltener
Pseudo-Netzname angegeben werden. Die Maske enthält Ein-
sen für die zu Netz und Subnetz gehörenden Positionen
der 32-Bit-Adresse, und Nullen für die zum Rechner gehö-
renden Positionen. Die Maske muß mindestens den normalen
Netzteil enthalten, und das Subnetzfeld muß an den Netz-
teil anschließen.
broadcast address
(Nur inet) Angabe der Adresse, mit der Broadcast-Meldun-
gen auf dem Netz verschickt werden. Die standardmäßige
Broadcast-Adresse enthält im Rechnerteil nur Einsen.
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ifconfig(1M) ifconfig(1M)
VIRTUELLE SCHNITTSTELLEN
Für die inet-Familie können virtuelle Schnittstellen als Alias für
eine existierende Schnittstelle erstellt werden. Dies wird mit dem
Kommando
ifconfig virtual-interface [inet] alias interface address [parameters]
gemacht.
Der virtuellen Schnittstelle wird der Name virtual-interface und ihre
eigene Adresse address zugewiesen. Es können zusätzliche Parameter wie
netmask und broadcast angegeben werden. Sobald solch eine virtuelle
Schnittstelle erstellt worden ist, ist sie voll funktionsfähig und
kann mit ifconfig rekonfiguriert werden. Der Rechner antwortet auf
ARP-Anfragen nach der Adresse der virtuellen Schnittstelle, sofern sie
als aktiv (UP) gekennzeichnet ist und nicht mit dem Parameter -arp
konfiguriert wurde.
Um eine virtuelle Schnittstelle zu löschen, kann das Kommando
ifconfig virtual-interface delete
verwendet werden.
Einschränkungen:
Die Originalschnittstelle, von der ein Alias erstellt wurde, muß kon-
figuriert und als aktiv (UP) gekennzeichnet sein. Es darf sich nicht
um eine virtuelle Schnittstelle handeln.
Aliasschnittstellen sind keine vollständigen IP-Schnittstellen. Für
Aliasschnittstellen stehen keine eigenen Schnittstellen-Statistiken
zur Verfügung, vielmehr werden die Statistiken in den Zählern der Ori-
ginalschnittstelle geführt.
Das Kommando netstat -i zeigt die Aliasschnittstellen unter dem
Namen der Originalschnittstelle und deren Statistiken an. Die
Spalten "Network" und "Address" zeigen die bei der Konfiguration
der Aliasschnittstelle verwendeten Werte an.
Das Kommando netstat -p listet alle Aliasschnittstellen unter
ihrem wirklichen Namen auf.
Aliase sind daran zu erkennen, daß sie das Flag ALI gesetzt
haben.
Wenn eine (reale) Schnittstelle gelöscht wird, werden alle Aliase die-
ser realen Schnittstelle ebenfalls gelöscht.
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ifconfig(1M) ifconfig(1M)
BEISPIELE
Wenn der Rechner derzeit nicht an ein Ethernet angeschlossen ist, muß
die Schnittstelle lce0 (z. B. bei einer RM600) folgendermaßen als
inaktiv gekennzeichnet werden:
ifconfig lce0 down
Die Adreßinformationen für eine einzelne Schnittstelle werden wie
folgt ausgegeben:
ifconfig lce0
Ausgabe:
lce0: flags=23<UP,BROADCAST,NOTRAILERS>
inet 129.103.171.4 netmask ffffff00 broadcast 129.103.171.255
Um eine virtuelle Schnittstelle lce0:1 als ein Alias für die Schnitt-
stelle lce0 mit der neuen IP-Adresse 129.104.131.7 zu erstellen, ver-
wenden Sie
ifconfig lce0:1 alias lce0 129.104.131.7 netmask 0xffffff00
Die Parameter der virtuelle Schnittstelle können mit dem Kommando
ifconfig lce0:1 angeschaut werden. Die Ausgabe wäre
lce0:1: flags=23<UP,BROADCAST,NOTRAILERS>
inet 129.104.131.7 netmask ffffff00 broadcast 129.104.131.255
Um die virtuelle Schnittstelle zu löschen, verwenden Sie
ifconfig lce0:1 delete
DIAGNOSE
Es werden Meldungen ausgegeben, wenn die angegebene Schnittstelle
nicht existiert, die gewünschte Adresse unbekannt ist oder ein Benut-
zer ohne die entsprechende Zugriffsberechtigung versucht hat, die
Schnittstellenkonfiguration zu ändern.
DATEIEN
/dev/ip
SIEHE AUCH
netstat(1M), routed(1M), hosts(4), networks(4), arp(7).
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