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⇒ ifconfig(1M) — Reliant UNIX 5.44c4

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ifconfig(1M)                                                   ifconfig(1M)

NAME
     ifconfig - Parameter von Netzschnittstellen konfigurieren

SYNTAX
     ifconfig interface [addressfamily] [address [destaddress]]
              [parameters] [netmask mask] [broadcast address] [metric n]
              [mtu n]

     ifconfig interface [protocolfamily]

     ifconfig virtual-interface [protocolfamily] alias interface address
              [parameters]

     ifconfig virtual-interface delete

BESCHREIBUNG
     ifconfig dient dazu, einer Netzschnittstelle eine Adresse zuzuweisen
     und/oder Parameter der Netzschnittstelle zu konfigurieren. ifconfig
     muß beim Start des Systems ausgeführt werden, um die Netzadressen
     aller auf dem Rechner vorhandenen Schnittstellen zu definieren. Später
     können mit dem Kommando Schnittstellenadressen und andere Betriebspa-
     rameter geändert werden. Ohne Optionen zeigt ifconfig die aktuelle
     Konfiguration einer Netzschnittstelle an. Als Protokollfamilie können
     Sie beispielsweise nur inet angeben. Nur ein privilegierter Benutzer
     darf die Konfiguration einer Netzschnittstelle ändern.

     Da eine Netzschnittstelle Pakete unterschiedlicher Protokolle empfan-
     gen kann, die unter Umständen jeweils eigene Namenskonventionen erfor-
     dern, werden die Parameter und Adressen nach den Regeln einer Adreßfa-
     milie interpretiert, die mit dem Parameter addressfamily angegeben
     wird. Zur Zeit werden die Adreßfamilien mac, ether und inet unter-
     stützt. Die Adreßfamilien mac und ether gehören zur selben Adreßfami-
     lie. Ist keine Adreßfamilie angegeben, wird inet angenommen.

     Bei der DARPA Internet-Familie (inet) ist die Adresse entweder ein
     Rechnername in der Datei /etc/inet/hosts [siehe hosts(4)] oder eine
     DARPA Internet-Adresse in der üblichen Punktschreibweise von Internet.
     Normalerweise besteht eine in Punktschreibweise angegebene Internet-
     Adresse aus der Netznummer des Netzes, an das der Rechner angeschlos-
     sen ist und einer eindeutigen Rechnernummer. Eine typische Internet-
     Adresse ist 192.9.200.44, wobei 192.9.200 die Netznummer und 44 die
     Rechnernummer ist.

     Ist zusätzlich zum Parameter address der Parameter destaddress vor-
     handen, wird damit die Adresse der Gegenseite einer Punkt-zu-Punkt-
     Verbindung angegeben.









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ifconfig(1M)                                                   ifconfig(1M)

OPTIONEN
     Mit ifconfig können die folgenden Optionen und Parameter parameters
     definiert werden:

     up            Eine Schnittstelle als aktiv ("up") kennzeichnen. Damit
                   kann eine Schnittstelle nach einer Deaktivierung mit
                   "ifconfig down" wieder aktiviert werden. Dies geschieht
                   automatisch bei der Eingabe der ersten Adresse einer
                   Schnittstelle.

     down          Schnittstelle als inaktiv ("down") kennzeichnen. Ist
                   eine Schnittstelle als inaktiv gekennzeichnet, versucht
                   das System nicht, Pakete über diese Schnittstelle zu
                   übertragen. Wenn möglich wird die Schnittstelle zurück-
                   gesetzt, um auch den Empfang zu deaktivieren. Durch
                   diese Maßnahme werden Routen, die diese Schnittstelle
                   benutzen, nicht automatisch deaktiviert.

     trailers      (Nur inet) Verwendung der IP-Trailer-Encapsulation auf
                   der Verbindungs-Schicht (Link Layer) beim Senden akti-
                   vieren. Unterstützt eine Netzschnittstelle das IP-
                   Trailer-Paketformat, kapselt das System abgehende Nach-
                   richten möglichst so, daß die Anzahl der vom Empfänger
                   auszuführenden Kopiervorgänge von Speicher zu Speicher
                   auf ein Minimum beschränkt wird. Diese Funktion ist
                   rechnerabhängig und wird daher nicht empfohlen. Bei Net-
                   zen, die das Address Resolution Protocol (Adreßumset-
                   zungsprotokoll) unterstützen [siehe arp(7)] zeigt diese
                   Option an, daß das System andere Systeme auffordern
                   soll, beim Senden an diesen Rechner das IP-Trailer-
                   Paketformat anzuwenden. IP-Trailer-Encapsulation wird
                   auch eingesetzt, wenn an andere Rechner, die dies ange-
                   fordert haben, gesendet wird. Der Parameter wird von
                   Reliant UNIX Systemen nicht unterstützt.

     -trailers     Die IP-Trailer-Encapsulation auf der Verbindungs-Schicht
                   deaktivieren.

     arp           Das Address Resolution Protocol (Adreßumsetzungsproto-
                   koll) beim Abbilden von Adressen auf Netz-Schicht auf
                   Adressen auf Verbindungs-Schicht (Link Level) aktivieren
                   (Standardwert).

     -arp          Das Address Resolution Protocol (Adreßumsetzungsproto-
                   koll) deaktivieren.









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ifconfig(1M)                                                   ifconfig(1M)

     metric n      Die Routing-Metrik der Schnittstelle auf n einstellen;
                   Standardwert 0. Die Routing-Metrik wird vom Routing-
                   Protokoll verwendet [siehe routed(1M)]. Je höher die
                   Metrik ist, desto ungünstiger ist eine Route. Die metri-
                   schen Werte werden als zusätzliche Teilstrecken zum
                   Zielnetz oder Zielrechner interpretiert.

     mtu n         Die logische maximale Paketgröße für die Übertragung
                   (MTU = Maximum Transmission Unit) bei einer Schnitt-
                   stelle auf n setzen. Die MTU ist die größte Datenmenge,
                   die in einem Paket gesendet werden kann. Im allgemeinen
                   wird dies nicht verändert, da der Treiber für die
                   Schnittstelle die physische MTU bereits kennt. Der
                   Hauptzweck dieser Option ist es, die MTU für spezielle
                   Situationen (z. B. Brücken zwischen Netzen mit unter-
                   schiedlichen physischen MTU-Werten) künstlich zu verrin-
                   gern. Setzt man den Wert höher als den physische MTU-
                   Wert oder unsinnig klein, so wird wahrscheinlich die
                   Netz-Software zusammenbrechen. Der physische MTU-Wert
                   für Ethernet-Schnittstellen ist 1500, für FDDI-Schnitt-
                   stellen 4096 und für Loopback-Schnittstellen 2048.

     multicast     Setzt das IFFMULTICAST-Flag und markiert die Schnitt-
                   stelle als multicast-fähig.

     -multicast    Löscht das IFFMULTICAST-Flag.

     netmask mask  (Nur inet) Angabe, wie viele Adreß-Bits der Internet-
                   Adresse zum Unterteilen von Netzen in Subnetze reser-
                   viert werden sollen. Die Maske umfaßt die Netznummer der
                   lokalen Internet-Adresse und den Subnetzteil, der dem
                   Rechnerteil der Adresse entnommen wird. Die Maske kann
                   als einzelne Hexadezimalzahl mit vorangestelltem 0x, als
                   Internet-Adresse in Punktschreibweise oder als in der
                   Datei /etc/inet/networks [siehe networks(4)] enthaltener
                   Pseudo-Netzname angegeben werden. Die Maske enthält Ein-
                   sen für die zu Netz und Subnetz gehörenden Positionen
                   der 32-Bit-Adresse, und Nullen für die zum Rechner gehö-
                   renden Positionen. Die Maske muß mindestens den normalen
                   Netzteil enthalten, und das Subnetzfeld muß an den Netz-
                   teil anschließen.

     broadcast address
                   (Nur inet) Angabe der Adresse, mit der Broadcast-Meldun-
                   gen auf dem Netz verschickt werden. Die standardmäßige
                   Broadcast-Adresse enthält im Rechnerteil nur Einsen.








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ifconfig(1M)                                                   ifconfig(1M)

VIRTUELLE SCHNITTSTELLEN
     Für die inet-Familie können virtuelle Schnittstellen als Alias für
     eine existierende Schnittstelle erstellt werden. Dies wird mit dem
     Kommando

     ifconfig virtual-interface [inet] alias interface address [parameters]

     gemacht.

     Der virtuellen Schnittstelle wird der Name virtual-interface und ihre
     eigene Adresse address zugewiesen. Es können zusätzliche Parameter wie
     netmask und broadcast angegeben werden. Sobald solch eine virtuelle
     Schnittstelle erstellt worden ist, ist sie voll funktionsfähig und
     kann mit ifconfig rekonfiguriert werden. Der Rechner antwortet auf
     ARP-Anfragen nach der Adresse der virtuellen Schnittstelle, sofern sie
     als aktiv (UP) gekennzeichnet ist und nicht mit dem Parameter -arp
     konfiguriert wurde.

     Um eine virtuelle Schnittstelle zu löschen, kann das Kommando

          ifconfig virtual-interface delete

     verwendet werden.

     Einschränkungen:

     Die Originalschnittstelle, von der ein Alias erstellt wurde, muß kon-
     figuriert und als aktiv (UP) gekennzeichnet sein. Es darf sich nicht
     um eine virtuelle Schnittstelle handeln.

     Aliasschnittstellen sind keine vollständigen IP-Schnittstellen. Für
     Aliasschnittstellen stehen keine eigenen Schnittstellen-Statistiken
     zur Verfügung, vielmehr werden die Statistiken in den Zählern der Ori-
     ginalschnittstelle geführt.

          Das Kommando netstat -i zeigt die Aliasschnittstellen unter dem
          Namen der Originalschnittstelle und deren Statistiken an. Die
          Spalten "Network" und "Address" zeigen die bei der Konfiguration
          der Aliasschnittstelle verwendeten Werte an.

          Das Kommando netstat -p listet alle Aliasschnittstellen unter
          ihrem wirklichen Namen auf.

          Aliase sind daran zu erkennen, daß sie das Flag ALI gesetzt
          haben.

     Wenn eine (reale) Schnittstelle gelöscht wird, werden alle Aliase die-
     ser realen Schnittstelle ebenfalls gelöscht.






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ifconfig(1M)                                                   ifconfig(1M)

BEISPIELE
     Wenn der Rechner derzeit nicht an ein Ethernet angeschlossen ist, muß
     die Schnittstelle lce0 (z. B. bei einer RM600) folgendermaßen als
     inaktiv gekennzeichnet werden:

          ifconfig lce0 down

     Die Adreßinformationen für eine einzelne Schnittstelle werden wie
     folgt ausgegeben:

          ifconfig lce0

     Ausgabe:

          lce0: flags=23<UP,BROADCAST,NOTRAILERS>
                inet 129.103.171.4 netmask ffffff00 broadcast 129.103.171.255

     Um eine virtuelle Schnittstelle lce0:1 als ein Alias für die Schnitt-
     stelle lce0 mit der neuen IP-Adresse 129.104.131.7 zu erstellen, ver-
     wenden Sie

          ifconfig lce0:1 alias lce0 129.104.131.7 netmask 0xffffff00

     Die Parameter der virtuelle Schnittstelle können mit dem Kommando
     ifconfig lce0:1 angeschaut werden. Die Ausgabe wäre

          lce0:1: flags=23<UP,BROADCAST,NOTRAILERS>
                inet 129.104.131.7 netmask ffffff00 broadcast 129.104.131.255

     Um die virtuelle Schnittstelle zu löschen, verwenden Sie

          ifconfig lce0:1 delete

DIAGNOSE
     Es werden Meldungen ausgegeben, wenn die angegebene Schnittstelle
     nicht existiert, die gewünschte Adresse unbekannt ist oder ein Benut-
     zer ohne die entsprechende Zugriffsberechtigung versucht hat, die
     Schnittstellenkonfiguration zu ändern.

DATEIEN
     /dev/ip

SIEHE AUCH
     netstat(1M), routed(1M), hosts(4), networks(4), arp(7).










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