Museum

Home

Lab Overview

Retrotechnology Articles

Online Manuals

⇒ dig(1M) — Reliant UNIX 5.44c4

Media Vault

Software Library

Restoration Projects

Artifacts Sought

Related Articles

named(1M)

nslookup(1M)

resolver(3N)

resolv.conf(4)

dig(1M)                                                             dig(1M)

NAME
     dig - Anfragepakete für Domänennamen an Nameserver senden

SYNTAX
     dig [@server] domain [query-type] [query-class] [+query-option]
         [-dig-option] [%comment]

BESCHREIBUNG
     dig (Domain Information Groper) ist ein flexibles Kommando, mit dem
     Informationen vom DNS-Server (Domain Name System) eingeholt werden
     können. dig verfügt über zwei Modi: einfacher interaktiver Modus, der
     eine einzelne Anfrage durchführt, und Stapelmodus, der für jede Zeile
     einer Liste eine Anfrage durchführt. Von der Kommandozeile aus kann
     auf alle Anfrageoptionen zugegriffen werden.

     Normalerweise wird dig im einfachen Modus in folgender Form verwendet:

          dig  @server  domain   query-type  query-class

     Hierbei gilt folgendes:

     server
          Der Domänenname oder eine Internet-Adresse in Punktschreibweise.
          Wenn dieses optionale Feld ausgelassen wird, versucht dig, den
          Standardnameserver für Ihr System zu verwenden.

          Hinweis: Wenn ein Domänenname angegeben wird, wird dieser mit
          Hilfe des DNS-Resolver (d. h. BIND, Berkeley Internet Name
          Domain) aufgelöst. Wenn Ihr System DNS nicht unterstützt, müssen
          Sie unter Umständen eine Adresse in Punktschreibweise angeben.
          Wenn Sie jedoch irgendwo auf einen Server zugreifen können, ist
          lediglich erforderlich, daß /etc/resolv.conf vorhanden ist und
          daß der Standardnameserver angegeben ist, so daß server selbst
          aufgelöst werden kann. Unter resolv.conf(4) finden Sie weitere
          Informationen zu /etc/resolv.conf. (WARNUNG: Eine Änderung von
          /etc/resolv.conf hat Auswirkungen auf die Standard-Resolver-
          Bibliothek und möglicherweise auch auf verschiedene Programme,
          die diese Bibliothek verwenden.) Der Benutzer kann optional die
          Umgebungsvariable LOCALRES auf den Namen einer Datei setzen, die
          anstelle von /etc/resolv.conf verwendet werden soll (LOCALRES ist
          spezifisch für den dig-Resolver. Der Standard-Resolver benutzt
          nicht diese Variable.) Wenn die Variable LOCALRES nicht gesetzt
          oder die Datei nicht lesbar ist, wird /etc/resolv.conf verwendet.

     domain
          Der Name der Domäne, für die Sie Informationen anfordern. Unter
          SONSTIGE OPTIONEN [-x] sind geeignete Methoden zur Angabe einer
          inversen Adressenabfrage aufgeführt.







Seite 1                      Reliant UNIX 5.44               Gedruckt 11/98

dig(1M)                                                             dig(1M)

     query-type
          Der Typ der Informationen (DNS-Anfragetyp), die Sie anfordern.
          Falls hier nichts angegeben ist, gilt die Voreinstellung a (TA =
          Adresse). Folgende Typen werden erkannt:

          a     TA         Netzwerkadresse

          any   TANY       Alle/beliebige Informationen über die angege-
                            bene Domäne

          mx    TMX        Vorgelagerte Mailserver

          ns    TNS        Nameserver

          soa   TSOA       Autorisierungsdatensatz

          hinfo THINFO     Hostinformationen

          axfr  TAXFR      Zonenübertragung (muß bei einem autorisierten
                            Server angefragt werden)

          txt   TTXT       Beliebige Anzahl von Zeichenketten

          (Eine vollständige Liste finden Sie in RFC 1035.)

     query-class
          Die in der Anfrage angeforderte Netzwerkklasse. Wenn nichts ange-
          geben ist, ist die Voreinstellung in (CIN = Internet). Die fol-
          genden Klassen werden erkannt:

          in   CIN       Internet-Domäne

          any  CANY      Information aus allen/beliebigen Domänenklassen

          (Eine vollständige Liste finden Sie in RFC 1035.)

          Hinweis: Mit any kann eine Klasse und/oder ein Typ einer Anfrage
          gemeint sein. dig interpretiert das erste Auftreten von any als
          Anfragetyp TANY. Wenn Sie die Anfrageklasse CANY angeben möch-
          ten, müssen Sie entweder any schreiben angeben oder die Anfrage-
          klasse mit der unten beschriebenen Option -c angeben.

SONSTIGE OPTIONEN
     %ignored-comment
          Mit % wird ein Argument angegeben, das nicht ausgewertet wird.
          Dies kann nützlich sein, wenn dig im Stapelmodus ausgeführt wird.
          In einer Liste von Anfragen kann die mehrfache Auflösung
          @server-domain-name eingespart werden, und der Domänenname bleibt
          trotzdem zu Referenzzwecken in der Kommandozeile. Beispiel:

                  dig  @128.9.0.32  %venera.isi.edu  mx  isi.edu



Seite 2                      Reliant UNIX 5.44               Gedruckt 11/98

dig(1M)                                                             dig(1M)

     -dig-option
          Mit - wird eine Option angegeben, die die Ausführung von dig
          beeinflußt. Die folgenden Optionen stehen derzeit zur Verfügung
          (die jedoch nicht immer sinnvoll sein müssen):

          -x dot-notation-address
                       Einfache Form, um die inverse Adreßauflösung anzuge-
                       ben. Anstelle von dig 32.0.9.128.in-addr.arpa kann
                       einfach dig -x 128.9.0.32 verwendet werden.

          -f file      Datei für den Stapelmodus von dig. Die Datei enthält
                       eine Liste mit Anfragespezifikationen (dig-Kommando-
                       zeilen), die nacheinander ausgeführt werden sollen.
                       Zeilen, die mit ;, # oder \n beginnen, werden igno-
                       riert. Es können noch weitere Optionen angegeben
                       werden, die dann für jede Anfrage aus der Datei gül-
                       tig sind.

          -T time      Zeit in Sekunden zwischen dem Start von aufeinander-
                       folgenden Anfragen im Stapelmodus. Diese Option kann
                       verwendet werden, um zwei oder mehr Kommandos dig im
                       Stapelmodus nahezu synchron auszuführen. Die Vorein-
                       stellung ist Null.

          -p port      Portnummer. Hiermit kann eine Anfrage an einen Name-
                       server mit nichtstandardmäßiger Portnummer gesendet
                       werden. Standardwert und Voreinstellung sind 53.

          -P[ping-string]
                       Nach der Rückkehr der Anfrage ein Kommando ping(1M)
                       zum Vergleich der Antwortzeit ausführen. Hierdurch
                       wird ein relativ uneleganter Aufruf an die Shell
                       durchgeführt. Die letzten drei Zeilen des folgenden
                       Kommando werden ausgegeben:

                               ping -s servername 56 3

                       Wenn die optionale Zeichenkette ping-string vorhan-
                       den ist, ersetzt sie ping -s im Shell-Kommando.

          -t query-type
                       Den Anfragetyp angeben. Diese Option kann entweder
                       ein ganzzahliger Wert sein, der im Feld für den Typ
                       stehen soll, oder eine der oben erwähnten Abkürzun-
                       gen (z. B. mx = TMX).

          -c query-class
                       Die Anfrageklasse angeben. Diese Option kann entwe-
                       der ein ganzzahliger Wert sein, der im Feld für die
                       Klasse stehen soll, oder eine der oben erwähnten
                       Abkürzungen (z. B. in = CIN).



Seite 3                      Reliant UNIX 5.44               Gedruckt 11/98

dig(1M)                                                             dig(1M)

          -envsav      Dieses Flag gibt an, daß die Umgebung von dig (Vor-
                       einstellungen, Ausgabeoptionen usw.) nach der Ana-
                       lyse aller Argumente in einer Datei gespeichert und
                       zur Standardumgebung werden soll. Dieses Flag ist
                       nützlich, wenn die Voreinstellungen für Sie nicht so
                       geeignet sind, und Sie nicht jedes Mal, wenn Sie dig
                       verwenden, eine Vielzahl von Optionen angeben möch-
                       ten. Die Umgebung besteht aus Flags für die Resol-
                       ver-Statusvariablen, Werten für Zeitüberschreitung
                       und Wiederholungen sowie aus den Flags, die die Aus-
                       gabe von dig näher bestimmen (siehe unten). Wenn die
                       Shell-Umgebungsvariable LOCALDEF auf den Namen einer
                       Datei gesetzt ist, wird die Standardumgebung von dig
                       in dieser Datei gespeichert. Andernfalls wird die
                       Datei DiG.env im aktuellen Arbeitsverzeichnis
                       erstellt.

                       Hinweis: LOCALDEF ist spezifisch für den dig-Resol-
                       ver und hat keine Auswirkung auf den Ablauf der
                       Standard-Resolver-Bibliothek.

                       Jedes Mal, wenn dig ausgeführt wird, sucht es nach
                       der Datei ./DiG.env oder nach der durch die Shell-
                       Umgebungsvariable LOCALDEF angegebenen Datei. Wenn
                       eine solche Datei vorhanden und lesbar ist, wird die
                       Umgebung über diese Datei wiederhergestellt, bevor
                       Argumente ausgewertet werden.

          -envset      Dieses Flag beeinflußt lediglich die Ausführung von
                       Anfragen im Stapelmodus. Wenn -envset in einer Zeile
                       in einer dig-Stapeldatei angegeben ist, wird die
                       Umgebung von dig nach der Auswertung der Argumente
                       für die Dauer der Stapeldatei bzw. bis zur nächsten
                       Zeile, in der -envset erneut angegeben ist, zur
                       Standardumgebung.

          -[no]stick   Dieses Flag beeinflußt lediglich die Ausführungen
                       von Stapelaufträgen. Es gibt an, daß die Umgebung
                       von dig (wie ursprünglich gelesen bzw. durch die
                       Option -envset gesetzt) vor jeder Anfrage(zeile) in
                       einer dig-Stapeldatei wiederhergestellt werden soll.
                       Die Voreinstellung -nostick bedeutet, daß die Umge-
                       bung von dig nicht permanent gültig ist und daher
                       die in einer Zeile einer dig-Stapeldatei angegebenen
                       Optionen für die nachfolgenden Zeilen gültig bleiben
                       (d. h., die über -envset gesetzte Voreinstellung
                       wird nicht wiederhergestellt).







Seite 4                      Reliant UNIX 5.44               Gedruckt 11/98

dig(1M)                                                             dig(1M)

     +query-option
          Mit + wird eine Option angegeben, die im Anfragepaket geändert
          werden soll, oder mit der Angaben für die Ausgabe von dig geän-
          dert werden. Bei vielen dieser Optionen handelt es sich um die-
          selben Parameter, die auch vom Kommando nslookup(1M) akzeptiert
          werden. Wenn für eine Option ein Parameter angegeben werden muß,
          ist folgendes Format erforderlich:

                  +keyword[=value]

          Die meisten Schlüsselwörter können abgekürzt werden; ein Wert
          darf nicht durch ein Leerzeichen von seinem Schlüsselwort
          getrennt werden. Die folgenden Schlüsselwörter sind momentan ver-
          fügbar:
          __________________________________________________________________

          Schlüsselwort   Abkürzg.   Bedeutung [Voreinstellung]
          __________________________________________________________________

          [no]debug       (deb)      Testhilfemodus aktivieren/deaktivieren
                                     [deb]
          [no]d2                     ausführlichen Testhilfemodus
                                     aktivieren/deaktivieren [nod2]
          [no]recurse     (rec)      rekursive Anfrage verwenden/nicht ver-
                                     wenden [rec]
          retry=#         (ret)      Anzahl der Wiederholungen auf # setzen
                                     [4]
          time=#          (ti)       Zeitüberschreitung auf # Sekunden set-
                                     zen [4]
          [no]ko                     keep open: TCP-Verbindung bestehen las-
                                     sen (impliziert vc) [noko]
          [no]vc                     virtuelle Verbindung (TCP)
                                     verwenden/nicht verwenden [novc]
          [no]defname     (def)      Standarddomänennamen verwenden/nicht
                                     verwenden [def]
          [no]search      (sea)      Liste für Domänensuche (search list]
                                     verwenden/nicht verwenden [sea]
          domain=NAME     (do)       Standarddomänennamen auf NAME setzen
          [no]ignore      (i)        Abschneidungsfehler ignorieren/nicht
                                     ignorieren [noi]
          [no]primary     (pr)       nur primären Server verwenden/nicht
                                     verwenden [nopr]
          [no]aaonly      (aa)       Flag für nur autorisierte Antworten
                                     [noaa]
          [no]sort        (sor)      Datensätze sortieren [nosor]
          [no]cmd                    ausgewertete Argumente ausgeben [cmd]
          [no]stats       (st)       Anfragestatistik ausgeben (RTT, usw.)
                                     [st]
          [no]Header      (H)        Basis-Header ausgeben [H]





Seite 5                      Reliant UNIX 5.44               Gedruckt 11/98

dig(1M)                                                             dig(1M)

          [no]header      (he)       Header-Flags ausgeben [he]
          [no]ttlid       (tt)       TTLs ausgeben [tt]
          [no]cl                     Klasseninformationen ausgeben [nocl]
          [no]qr                     verschickte Anfrage ausgeben [noqr]
          [no]reply       (rep)      Antwort ausgeben [rep]
          [no]ques        (qu)       Fragenbereich ausgeben [qu]
          [no]answer      (an)       Antwortbereich ausgeben [an]
          [no]author      (au)       Autorisierungsbereich ausgeben [au]
          [no]addit       (ad)       Bereich zusätzlicher Informationen aus-
                                     geben [ad]
          [ad] pfdef                 Ausgabe-Flags gemäß der Voreinstellung
                                     setzen
          pfmin                      Ausgabe-Flags gemäß minimaler Vorein-
                                     stellung setzen
          pfset=#                    Ausgabe-Flags auf # setzen (# kann
                                     Hex-/Oktal-/Dezimalwert sein)
          pfand=#                    Ausgabe-Flags bitweise über UND mit #
                                     verbinden
          pfor=#                     Ausgabe-Flags bitweise über ODER mit #
                                     verbinden

          Die Optionen für die Wiederholung (retry) und Zeit (time) beein-
          flussen die Art der erneuten Übertragung, die von der Resolver-
          Bibliothek beim Senden von Anfragedatagrammen verwendet wird.
          Hierbei wird der folgende Algorithmus benutzt:

          for i = 0 to retry - 1
              for j = 1 to numservers
                  sendquery
                  wait((time * (2**i)) / numservers)
              end
          end

          (Hinweis: dig verwendet immer den Wert 1 für numservers.)

          pfset, pfand und pfor wurden aufgenommen, um verschiedene Druck-
          optionen schneller bearbeiten zu können. Unten werden die derzeit
          definierten Bedeutungen für die verschiedenen Ausgabe-Flag-Bits
          aufgeführt. Diese können kombiniert (über UND verbunden) werden,
          um so verschiedene Ausgabeformate zu ermöglichen.

          PRFSTATS   0x0001   RTT, Anfrage- und Serverhost, Datum, Mel-
                               dungsgröße
          PRFCLASS   0x0004   Informationen über die Klasse der Datensätze
          PRFCMD     0x0008   Wiedergabe der dig-Kommandozeile
          PRFQUES    0x0010   Fragenbereich
          PRFANS     0x0020   Antwortbereich
          PRFAUTH    0x0040   Autorisierungsbereich
          PRFADD     0x0080   Bereich für zusätzliche Datensätze





Seite 6                      Reliant UNIX 5.44               Gedruckt 11/98

dig(1M)                                                             dig(1M)

          PRFHEAD1   0x0100   RR-Bereichs-Header und -zähler
          PRFHEAD2   0x0200   Paket-Header-Flags
          PRFTTLID   0x0400   ttl des Datensatzes
          PRFHEADX   0x0800   Basis-Header
          PRFQUERY   0x1000   verschicktes Anfragepaket
          PRFREPLY   0x2000   Antwortpaket
          PRFSORT    0x8000   verschiedene Antwortbereiche sortieren
          PRFDEF     0x2ff9   Voreinstellungen von dig
          PRFZONE    0x24f9   Voreinstellung für Zonenübertragung
          PRFMIN     0xa930   minimale Einstellungen von dig für (zukünf-
                               tige) automatisierte Servertests

          Wenn Sie nicht nur Statistikdaten sehen wollen, sollten Sie aus-
          wählen, daß verschickte Pakete (0x1000), Antwortpakete (0x2000)
          oder beides sowie die Bereiche untersucht werden, die für Sie
          speziell von Interesse sind.

UMGEBUNGSVARIABLEN
     LOCALRES
          Datei, die anstelle von /etc/resolv.conf verwendet werden soll

     LOCALDEF
          Datei mit den Voreinstellungen

HINWEISE
     Wenn im Resolver ein Fehler auftritt, wird dig nicht konsistent (mit
     dem entsprechenden Status) beendet. Die meisten geläufigen Beendigun-
     gen werden jedoch bearbeitet). Dies hat besonders bei der Ausführung
     im Stapelmodus Konsequenzen. Wenn sich das Kommando unnormal beendet
     und nicht abgefangen wird, wird der gesamte Stapellauf abgebrochen.
     Wird es aber in solch einem Fall abgefangen, fährt dig einfach mit der
     nächsten Anfrage fort.

DATEIEN
     /etc/resolv.conf
          ursprünglicher Domänenname und ursprüngliche Nameserveradressen

     /usr/lib/named/bog.ascii
     /usr/lib/named/bog.ps
          BIND Name Server Operations Guide for BIND ("BOG"); ASCII- und
          PostScript-Format

SIEHE AUCH
     named(1M), nslookup(1M), resolver(3N), resolv.conf(4).










Seite 7                      Reliant UNIX 5.44               Gedruckt 11/98

Typewritten Software • bear@typewritten.org • Edmonds, WA 98026