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⇒ nslookup(1M) — Reliant UNIX 5.44c4

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nslookup(1M)                                                   nslookup(1M)

NAME
     nslookup - Abfragen der Internet-Nameserver

SYNTAX
     nslookup [optionen] [rechner | - [server]]

BESCHREIBUNG
     Mit nslookup kann die verteilte Namensdatenbank der Internet-Domäne
     befragt werden. nslookup kann interaktiv und nicht-interaktiv ablau-
     fen. Im interaktiven Modus können die Nameserver nach Informationen
     über verschiedene Rechner und Domänen gefragt werden, oder es kann
     eine Liste von Rechnern in einer Domäne ausgegeben werden. Der nicht-
     interaktive Modus wird benutzt, um den Rechnernamen und Informationen
     über den Rechner oder über die Domäne auszugeben.

ARGUMENTE
     Der interaktive Modus wird in folgenden Fällen aufgerufen:

     a)  Es wird beim Aufruf von nslookup kein Argument angegeben
         (Standard-Nameserver wird benutzt).

     b)  Das erste Argument ist ein Minuszeichen (-), und das zweite Argu-
         ment ist der Rechnername oder die Internet-Adresse eines Nameser-
         vers.

     nslookup wird nicht-interaktiv aufgerufen, indem der Name oder die
     Internet-Adresse des Rechners, über den Informationen eingeholt werden
     soll, als erstes Argument gegeben ist. Das optionale zweite Argument
     spezifiziert den Rechnernamen oder die Adresse eines Nameservers.

     Die Optionen, die unter dem Kommando set aufgelistet werden, können in
     der Datei .nslookuprc im Home-Verzeichnis des Benutzers spezifiziert
     werden. Es muß eine Option pro Zeile aufgelistet sein. Kommentarzeilen
     beginnen mit einem Semikolon (;).

     Optionen können auch auf der Kommando-Zeile spezifiziert werden, wenn
     sie vor den Argumenten stehen und Minuszeichen vorangesetzt werden.
     Beispiel: Will man die Standard-Anfrage für Rechner-Informationen
     umändern und das ursprüngliche Zeitlimit auf 10 Sek. setzen, gibt man
     ein:

          nslookup -query=hinfo -timeout=10

INTERAKTIVE KOMMANDOS
     Interaktive Kommandos erfolgen nach dem Prompt >. Eine interaktive
     Abfrage kann jederzeit mit CTRL-C unterbrochen werden. nslookup wird
     mit CTRL-D (EOF) oder exit verlassen. Die Kommandozeile darf nicht
     länger als 256 Zeichen sein. Um ein eingebautes Kommando als Rechner-
     name zu behandeln, stellen Sie einen Gegenschrägstrich (\) voran.
     Beachten Sie: eine nicht als Kommando erkennbare Eingabe wird als
     Rechnername identifiziert.




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nslookup(1M)                                                   nslookup(1M)

     rechner [server]
          Gibt Informationen über den Rechner rechner aus. Dabei wird der
          angegebene Server benutzt, sonst der Standard-Server. Ist für
          rechner eine Internet-Adresse angegeben und ist die Anfrage vom
          Typ A oder PTR (siehe unten), wird der Rechnername zurückgegeben.
          Wird für rechner ein relativer Rechnername angegeben, wird der
          Name der standardmäßigen Domäne an den Rechnernamen angehängt.
          (Dieses Verhalten ist abhängig von den Optionen domain, srchlist,
          defname und search im Zusammenhang mit set (s. u.). Sollen Infor-
          mationen zu einem Rechner ausgegeben werden, der sich nicht in
          der aktuellen Domäne befindet, muß der vollständige Domänenname
          einschließlich des abschließenden Punkts "." (für die Root-
          Domäne) angegeben werden.

     server domäne
     lserver domäne
          Ändert den Standard-Server in domäne um. lserver benutzt den
          ursprünglichen Server, um Informationen über domäne einzuholen,
          wogegen server den aktuellen Standard-Server benutzt. Kann keine
          autorisierte Antwort gefunden werden, werden die Namen der Ser-
          ver, die die Antwort haben könnten, zurückgegeben.

     root Ändert den Standard-Server in den Server für die Wurzel des
          Domänen-Namensraumes. Zur Zeit wird der Rechner ns.nic.ddn.mil
          benutzt. Der Name des Root-Servers kann mit dem Kommando set root
          geändert werden.

     finger [name] [> dateiname]
     finger [name] [>> dateiname]
          Verbindet mit dem Finger-Dämon des aktuellen Rechners. Der aktu-
          elle Rechner ist definiert, wenn die Suche nach einem Rechner
          erfolgreich war und eine Adreßinformation (Typ A) zurückgeliefert
          worden ist (siehe set querytype=A). name ist optional, > und >>
          können benutzt werden, um die Ausgabe wie in der Shell üblich
          umzuleiten.

     ls [option] domäne [> dateiname]
     ls [option] domäne [>> dateiname]
          Listet die Informationen auf, die über domäne verfügbar sind.
          Optional wird die Ausgabe in die Datei dateiname geschrieben. Die
          Ausgabe beinhaltet standardmäßig Rechnernamen und ihre Internet-
          Adressen. Folgende Optionen sind möglich:

          -t querytyp
               Listet alle Einträge des aufgeführten Typs (s. u.
               query[type]) auf.

          -a   Listet die Aliasnamen der Rechner in der Domäne auf. Dies
               ist ein Synonym für -t CNAME.

          -d   Listet alle Datensätze der Domäne auf. Dies ist ein Synonym
               für -t ANY.


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nslookup(1M)                                                   nslookup(1M)

          -h   Listet CPU- und Betriebssysteminformationen für die Domäne
               auf. Dies ist ein Synonym für -t HINFO.

          -s   Listet bekannte Services (Well-Known-Services) der Rechner
               in der Domäne auf. Dies ist ein Synonym für -t WKS.

          Wenn die Ausgabe in eine Datei umgelenkt wird, werden Hash-
          Zeichen für jeden fünfzigsten Datensatz, der vom Server empfangen
          worden ist, ausgegeben.

     view dateiname
          Sortiert und listet die Ausgabe von vorherigen ls-Kommando(s) mit
          more(1).

     help
     ?    Gibt kurze Zusammenfassungen der Kommandos aus.

     exit Beendet das Programm.

     set schlüsselwort[=wert]
          Dieses Kommando wird benutzt, um Status-Informationen zu ändern,
          die nachfolgende Anfragen beeinflußt. Gültige Werte für schlüs-
          selwort sind:

          all  Gibt die aktuellen Werte von häufig benutzten Optionen zu
               set aus. Informationen über den aktuellen Standard-Server
               und Rechner werden auch ausgegeben.

          class=value
               Ändert die Anfrageklasse in eine der folgenden um:

               IN       die Internet-Klasse

               CHAOS    die Chaos-Klasse

               HESIOD   die MIT-Athena-Hesiod-Klasse

               ANY      Joker (jede der oben genannten)

               Die Klassen geben die Protokoll-Gruppe der Informationen an.
               Standard = IN; Abkürzung = cl.

          [no]debug
               Testhilfemodus: Im Testhilfemodus werden zusätzliche Infor-
               mationen über das zu dem Server gesendete Paket und die dar-
               aus resultierende Antwort ausgegeben. Voreinstellung =
               nodebug; Abkürzung = [no]deb.

          [no]d2
               Schaltet den ausführlichen Testhilfemodus an. Die Option d2
               impliziert die Funktionen der Option debug, gibt aber zusätz-
               lich alle Felder jedes Pakets aus. Voreinstellung = nod2.


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nslookup(1M)                                                   nslookup(1M)

          domain=name
               Ändert den Standard-Domänennamen in name. Die Standard-
               Domäne wird bei einer Such-Anfrage an einen relativen Namen
               angehängt, abhängig von den Optionen defname und search. Die
               Domänen-Suchliste search beinhaltet die übergeordneten Domä-
               nen der Standard-Domäne, sofern diese mindestens zwei Kompo-
               nenten in ihrem Namen hat. Ist z. B. die Standard-Domäne
               CC.Berkeley.EDU, dann ist die Suchliste CC.Berkeley.EDU und
               Berkeley.EDU. Benutzen Sie das Kommando set srchlist, um
               eine andere Liste festzulegen. Durch das Kommando set all
               wird diese Liste angezeigt. Voreinstellung = ausgehend von
               dem Wert aus LOCALDOMAIN, aus /etc/resolv.conf oder aus dem
               Rechnernamen abgeleitet (Priorität in dieser Reihenfolge);
               Abkürzung = do.

          srchlist=name1/name2/...
               Ändert den Standard-Domänennamen in name1 und die Domänen-
               Suchliste in name1, name2, usw. Dabei können maximal sechs
               Namen, getrennt durch Schrägstriche (/), angegeben werden.

               Beispiel:

               set srchlist=lcs.galileo.de/ai.galileo.de/galileo.de

               Definiert die Domäne als lcs.galileo.de, und die Suchliste
               enthält die drei Namen lcs.galileo.de, ai.galileo.de,
               galileo.de. Durch dieses Kommando wird der Standard-
               Domänenname und die Suchliste des Kommandos set domain über-
               schrieben. Mit dem Kommando set all können Sie sich die
               Liste anzeigen lassen. Voreinstellung = ausgehend von dem
               Wert aus LOCALDOMAIN, aus /etc/resolv.conf oder aus dem
               Rechnernamen abgeleitet (Priorität in dieser Reihenfolge);
               Abkürzung = srchl.

          [no]defname
               Nur wenn defname gesetzt ist, wird bei einer Such-Anfrage
               mit relativem Namen (d. h. ein Name, der keinen Punkt "."
               enthält) der Standard-Domänenname an eine Einzelkomponente
               angehängt. Voreinstellung = defname; Abkürzung = [no]def.

          [no]search
               Wenn der Name bei einer Such-Anfrage mindestens einen Punkt
               "." enthält, aber nicht mit einem Punkt endet, werden die
               Domänennamen aus der Suchliste dem Namen angehängt, bis die
               Antwort erhalten wird. Voreinstellung = search; Abkürzung =
               [no]sea.

          port=wert
               Ändert die Voreinstellung des TCP/UDP-Nameserver-Ports in
               wert. Standard = 53; Abkürzung = po.




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nslookup(1M)                                                   nslookup(1M)

          query[type]=wert
          type=wert
               Ändert den Typ der Informationsanfrage in einen der folgen-
               den um:

               A        die Internet-Adresse des Rechners

               ANY      alle Informationen

               CNAME    der kanonische Name für einen Aliasnamen

               HINFO    den CPU-Typ und das Betriebssystem des Rechners

               MINFO    die Mailbox oder Mail-Liste

               MX       vorgelagerte Mail-Server (weiterleitend)

               NS       der Nameserver für die benannte Zone

               PTR      der Rechnername zu einer Internet-Adresse

               SOA      start-of-authority: Informationen über Domäne und
                        Nameserver-Parameter

               TXT      Text-Informationen (beliebig)

               UINFO    Benutzer-Informationen

               WKS      Informationen darüber, welche bekannten Dienste
                        (Well-Known-Services) von einem Rechner angeboten
                        werden (IP-Protokollnummer und Port)

               Diese und weitere Abfragetypen (AXFR, MB, MD, MF, NULL) wer-
               den im RFC-1035 beschrieben. Voreinstellung = A; Abkürzungen
               = q, ty.

          [no]recurse
               Teilt dem Nameserver mit, daß er bei anderen Servern anfra-
               gen soll, falls er selbst keine Informationen hat. Vorein-
               stellung = recurse; Abkürzung = [no]rec.

          retry=anzahl
               Definiert die Anzahl der Wiederholungsversuche. Wird eine
               Antwort auf eine Anfrage nicht innerhalb einer bestimmten
               Zeitspanne erhalten (änderbar mit set timeout), wird die
               Anfrage anzahl mal wiederholt und dabei jedesmal die Zeit-
               spanne verdoppelt. Voreinstellung = 4; Abkürzung = ret.

          root=rechner
               Ändert den Namen des Root-Servers in rechner um. Dies
               betrifft das Kommando root. Voreinstellung =
               ns.nic.ddn.mil.; Abkürzung = ro.


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nslookup(1M)                                                   nslookup(1M)

          timeout=anzahl
               Setzt das Zeitlimit für den ersten Anfrageversuch in anzahl
               Sekunden (siehe retry). Jede Wiederholung verdoppelt das
               Zeitlimit. Voreinstellung = 6 Sekunden; Abkürzung = ti.

          [no]vc
               Benutzt immer eine virtuelle Verbindung (verwendet TCP
               anstatt UDP), wenn Anfragen an den Server geschickt werden.
               Voreinstellung = novc; Abkürzung = [no]v.

          [no]ignoretc
               Ignoriert Fehler aufgrund von abgeschnittenen Paketen. Vor-
               einstellung = noignoretc; Abkürzung = [no]ig.

DIAGNOSE
     War die Suchanfrage nicht erfolgreich, wird eine Fehlermeldung ausge-
     geben. Mögliche Fehler sind:

     Timed out
          Der Server hat nach einer bestimmten Zeit (änderbar mit set
          timeout=value) und nach einer bestimmten Anzahl von Wiederho-
          lungsversuchen (änderbar mit set retry=wert) nicht auf die
          Anfrage geantwortet.

     No response from server
          Es läuft kein Nameserver auf dem Server-Rechner.

     No records
          Der Server hat keine Datensätze des aktuellen Anfragetyps für den
          Rechner, obwohl der Rechnername existiert. Der Anfragetyp wird
          mit dem Kommando set query festgelegt.

     Non-existent domain
          Der Rechner- oder Domänenname existiert nicht.

     Connection refused
     Network is unreachable
          Die Verbindung zum Name- oder Finger-Server konnte gerade nicht
          hergestellt werden. Dieser Fehler taucht gewöhnlich bei ls- und
          finger-Anfragen auf.

     Server failure
          Der Nameserver fand eine interne Inkonsistenz in seiner Datenba-
          sis und konnte keine gültige Antwort zurücksenden.

     Refused
          Der Nameserver verweigert das Bearbeiten der Anfrage.

     Format error
          Der Nameserver fand das Anfrage-Paket nicht im richtigen Format
          vor. Dies dürfte auf einen Fehler in nslookup hinweisen.



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nslookup(1M)                                                   nslookup(1M)

UMGEBUNGSVARIABLEN
     HOSTALIASES
          Datei mit Rechner-Aliasnamen

     LOCALDOMAIN
          Überschreibt die Standard-Domäne

DATEIEN
     /etc/resolv.conf
          Standard-Domänennamen und Adressen der Nameserver

     $HOME/.nslookuprc
          Start-Optionen des Benutzers

     /usr/lib/named/nslookup.help
          Zusammenfassung der Kommandos

     /usr/lib/named/bog.ascii
     /usr/lib/named/bog.ps
          BIND Name Server Operations Guide for BIND ("BOG"); ASCII- und
          PostScript-Format

SIEHE AUCH
     named(1M), resolver(3N), resolv.conf(4).

     RFC-1034  Domain Names - Concepts and Facilities

     RFC-1035  Domain Names - Implementation and Specification


























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