nslookup(1M) nslookup(1M)
NAME
nslookup - Abfragen der Internet-Nameserver
SYNTAX
nslookup [optionen] [rechner | - [server]]
BESCHREIBUNG
Mit nslookup kann die verteilte Namensdatenbank der Internet-Domäne
befragt werden. nslookup kann interaktiv und nicht-interaktiv ablau-
fen. Im interaktiven Modus können die Nameserver nach Informationen
über verschiedene Rechner und Domänen gefragt werden, oder es kann
eine Liste von Rechnern in einer Domäne ausgegeben werden. Der nicht-
interaktive Modus wird benutzt, um den Rechnernamen und Informationen
über den Rechner oder über die Domäne auszugeben.
ARGUMENTE
Der interaktive Modus wird in folgenden Fällen aufgerufen:
a) Es wird beim Aufruf von nslookup kein Argument angegeben
(Standard-Nameserver wird benutzt).
b) Das erste Argument ist ein Minuszeichen (-), und das zweite Argu-
ment ist der Rechnername oder die Internet-Adresse eines Nameser-
vers.
nslookup wird nicht-interaktiv aufgerufen, indem der Name oder die
Internet-Adresse des Rechners, über den Informationen eingeholt werden
soll, als erstes Argument gegeben ist. Das optionale zweite Argument
spezifiziert den Rechnernamen oder die Adresse eines Nameservers.
Die Optionen, die unter dem Kommando set aufgelistet werden, können in
der Datei .nslookuprc im Home-Verzeichnis des Benutzers spezifiziert
werden. Es muß eine Option pro Zeile aufgelistet sein. Kommentarzeilen
beginnen mit einem Semikolon (;).
Optionen können auch auf der Kommando-Zeile spezifiziert werden, wenn
sie vor den Argumenten stehen und Minuszeichen vorangesetzt werden.
Beispiel: Will man die Standard-Anfrage für Rechner-Informationen
umändern und das ursprüngliche Zeitlimit auf 10 Sek. setzen, gibt man
ein:
nslookup -query=hinfo -timeout=10
INTERAKTIVE KOMMANDOS
Interaktive Kommandos erfolgen nach dem Prompt >. Eine interaktive
Abfrage kann jederzeit mit CTRL-C unterbrochen werden. nslookup wird
mit CTRL-D (EOF) oder exit verlassen. Die Kommandozeile darf nicht
länger als 256 Zeichen sein. Um ein eingebautes Kommando als Rechner-
name zu behandeln, stellen Sie einen Gegenschrägstrich (\) voran.
Beachten Sie: eine nicht als Kommando erkennbare Eingabe wird als
Rechnername identifiziert.
Seite 1 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
nslookup(1M) nslookup(1M)
rechner [server]
Gibt Informationen über den Rechner rechner aus. Dabei wird der
angegebene Server benutzt, sonst der Standard-Server. Ist für
rechner eine Internet-Adresse angegeben und ist die Anfrage vom
Typ A oder PTR (siehe unten), wird der Rechnername zurückgegeben.
Wird für rechner ein relativer Rechnername angegeben, wird der
Name der standardmäßigen Domäne an den Rechnernamen angehängt.
(Dieses Verhalten ist abhängig von den Optionen domain, srchlist,
defname und search im Zusammenhang mit set (s. u.). Sollen Infor-
mationen zu einem Rechner ausgegeben werden, der sich nicht in
der aktuellen Domäne befindet, muß der vollständige Domänenname
einschließlich des abschließenden Punkts "." (für die Root-
Domäne) angegeben werden.
server domäne
lserver domäne
Ändert den Standard-Server in domäne um. lserver benutzt den
ursprünglichen Server, um Informationen über domäne einzuholen,
wogegen server den aktuellen Standard-Server benutzt. Kann keine
autorisierte Antwort gefunden werden, werden die Namen der Ser-
ver, die die Antwort haben könnten, zurückgegeben.
root Ändert den Standard-Server in den Server für die Wurzel des
Domänen-Namensraumes. Zur Zeit wird der Rechner ns.nic.ddn.mil
benutzt. Der Name des Root-Servers kann mit dem Kommando set root
geändert werden.
finger [name] [> dateiname]
finger [name] [>> dateiname]
Verbindet mit dem Finger-Dämon des aktuellen Rechners. Der aktu-
elle Rechner ist definiert, wenn die Suche nach einem Rechner
erfolgreich war und eine Adreßinformation (Typ A) zurückgeliefert
worden ist (siehe set querytype=A). name ist optional, > und >>
können benutzt werden, um die Ausgabe wie in der Shell üblich
umzuleiten.
ls [option] domäne [> dateiname]
ls [option] domäne [>> dateiname]
Listet die Informationen auf, die über domäne verfügbar sind.
Optional wird die Ausgabe in die Datei dateiname geschrieben. Die
Ausgabe beinhaltet standardmäßig Rechnernamen und ihre Internet-
Adressen. Folgende Optionen sind möglich:
-t querytyp
Listet alle Einträge des aufgeführten Typs (s. u.
query[type]) auf.
-a Listet die Aliasnamen der Rechner in der Domäne auf. Dies
ist ein Synonym für -t CNAME.
-d Listet alle Datensätze der Domäne auf. Dies ist ein Synonym
für -t ANY.
Seite 2 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
nslookup(1M) nslookup(1M)
-h Listet CPU- und Betriebssysteminformationen für die Domäne
auf. Dies ist ein Synonym für -t HINFO.
-s Listet bekannte Services (Well-Known-Services) der Rechner
in der Domäne auf. Dies ist ein Synonym für -t WKS.
Wenn die Ausgabe in eine Datei umgelenkt wird, werden Hash-
Zeichen für jeden fünfzigsten Datensatz, der vom Server empfangen
worden ist, ausgegeben.
view dateiname
Sortiert und listet die Ausgabe von vorherigen ls-Kommando(s) mit
more(1).
help
? Gibt kurze Zusammenfassungen der Kommandos aus.
exit Beendet das Programm.
set schlüsselwort[=wert]
Dieses Kommando wird benutzt, um Status-Informationen zu ändern,
die nachfolgende Anfragen beeinflußt. Gültige Werte für schlüs-
selwort sind:
all Gibt die aktuellen Werte von häufig benutzten Optionen zu
set aus. Informationen über den aktuellen Standard-Server
und Rechner werden auch ausgegeben.
class=value
Ändert die Anfrageklasse in eine der folgenden um:
IN die Internet-Klasse
CHAOS die Chaos-Klasse
HESIOD die MIT-Athena-Hesiod-Klasse
ANY Joker (jede der oben genannten)
Die Klassen geben die Protokoll-Gruppe der Informationen an.
Standard = IN; Abkürzung = cl.
[no]debug
Testhilfemodus: Im Testhilfemodus werden zusätzliche Infor-
mationen über das zu dem Server gesendete Paket und die dar-
aus resultierende Antwort ausgegeben. Voreinstellung =
nodebug; Abkürzung = [no]deb.
[no]d2
Schaltet den ausführlichen Testhilfemodus an. Die Option d2
impliziert die Funktionen der Option debug, gibt aber zusätz-
lich alle Felder jedes Pakets aus. Voreinstellung = nod2.
Seite 3 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
nslookup(1M) nslookup(1M)
domain=name
Ändert den Standard-Domänennamen in name. Die Standard-
Domäne wird bei einer Such-Anfrage an einen relativen Namen
angehängt, abhängig von den Optionen defname und search. Die
Domänen-Suchliste search beinhaltet die übergeordneten Domä-
nen der Standard-Domäne, sofern diese mindestens zwei Kompo-
nenten in ihrem Namen hat. Ist z. B. die Standard-Domäne
CC.Berkeley.EDU, dann ist die Suchliste CC.Berkeley.EDU und
Berkeley.EDU. Benutzen Sie das Kommando set srchlist, um
eine andere Liste festzulegen. Durch das Kommando set all
wird diese Liste angezeigt. Voreinstellung = ausgehend von
dem Wert aus LOCALDOMAIN, aus /etc/resolv.conf oder aus dem
Rechnernamen abgeleitet (Priorität in dieser Reihenfolge);
Abkürzung = do.
srchlist=name1/name2/...
Ändert den Standard-Domänennamen in name1 und die Domänen-
Suchliste in name1, name2, usw. Dabei können maximal sechs
Namen, getrennt durch Schrägstriche (/), angegeben werden.
Beispiel:
set srchlist=lcs.galileo.de/ai.galileo.de/galileo.de
Definiert die Domäne als lcs.galileo.de, und die Suchliste
enthält die drei Namen lcs.galileo.de, ai.galileo.de,
galileo.de. Durch dieses Kommando wird der Standard-
Domänenname und die Suchliste des Kommandos set domain über-
schrieben. Mit dem Kommando set all können Sie sich die
Liste anzeigen lassen. Voreinstellung = ausgehend von dem
Wert aus LOCALDOMAIN, aus /etc/resolv.conf oder aus dem
Rechnernamen abgeleitet (Priorität in dieser Reihenfolge);
Abkürzung = srchl.
[no]defname
Nur wenn defname gesetzt ist, wird bei einer Such-Anfrage
mit relativem Namen (d. h. ein Name, der keinen Punkt "."
enthält) der Standard-Domänenname an eine Einzelkomponente
angehängt. Voreinstellung = defname; Abkürzung = [no]def.
[no]search
Wenn der Name bei einer Such-Anfrage mindestens einen Punkt
"." enthält, aber nicht mit einem Punkt endet, werden die
Domänennamen aus der Suchliste dem Namen angehängt, bis die
Antwort erhalten wird. Voreinstellung = search; Abkürzung =
[no]sea.
port=wert
Ändert die Voreinstellung des TCP/UDP-Nameserver-Ports in
wert. Standard = 53; Abkürzung = po.
Seite 4 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
nslookup(1M) nslookup(1M)
query[type]=wert
type=wert
Ändert den Typ der Informationsanfrage in einen der folgen-
den um:
A die Internet-Adresse des Rechners
ANY alle Informationen
CNAME der kanonische Name für einen Aliasnamen
HINFO den CPU-Typ und das Betriebssystem des Rechners
MINFO die Mailbox oder Mail-Liste
MX vorgelagerte Mail-Server (weiterleitend)
NS der Nameserver für die benannte Zone
PTR der Rechnername zu einer Internet-Adresse
SOA start-of-authority: Informationen über Domäne und
Nameserver-Parameter
TXT Text-Informationen (beliebig)
UINFO Benutzer-Informationen
WKS Informationen darüber, welche bekannten Dienste
(Well-Known-Services) von einem Rechner angeboten
werden (IP-Protokollnummer und Port)
Diese und weitere Abfragetypen (AXFR, MB, MD, MF, NULL) wer-
den im RFC-1035 beschrieben. Voreinstellung = A; Abkürzungen
= q, ty.
[no]recurse
Teilt dem Nameserver mit, daß er bei anderen Servern anfra-
gen soll, falls er selbst keine Informationen hat. Vorein-
stellung = recurse; Abkürzung = [no]rec.
retry=anzahl
Definiert die Anzahl der Wiederholungsversuche. Wird eine
Antwort auf eine Anfrage nicht innerhalb einer bestimmten
Zeitspanne erhalten (änderbar mit set timeout), wird die
Anfrage anzahl mal wiederholt und dabei jedesmal die Zeit-
spanne verdoppelt. Voreinstellung = 4; Abkürzung = ret.
root=rechner
Ändert den Namen des Root-Servers in rechner um. Dies
betrifft das Kommando root. Voreinstellung =
ns.nic.ddn.mil.; Abkürzung = ro.
Seite 5 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
nslookup(1M) nslookup(1M)
timeout=anzahl
Setzt das Zeitlimit für den ersten Anfrageversuch in anzahl
Sekunden (siehe retry). Jede Wiederholung verdoppelt das
Zeitlimit. Voreinstellung = 6 Sekunden; Abkürzung = ti.
[no]vc
Benutzt immer eine virtuelle Verbindung (verwendet TCP
anstatt UDP), wenn Anfragen an den Server geschickt werden.
Voreinstellung = novc; Abkürzung = [no]v.
[no]ignoretc
Ignoriert Fehler aufgrund von abgeschnittenen Paketen. Vor-
einstellung = noignoretc; Abkürzung = [no]ig.
DIAGNOSE
War die Suchanfrage nicht erfolgreich, wird eine Fehlermeldung ausge-
geben. Mögliche Fehler sind:
Timed out
Der Server hat nach einer bestimmten Zeit (änderbar mit set
timeout=value) und nach einer bestimmten Anzahl von Wiederho-
lungsversuchen (änderbar mit set retry=wert) nicht auf die
Anfrage geantwortet.
No response from server
Es läuft kein Nameserver auf dem Server-Rechner.
No records
Der Server hat keine Datensätze des aktuellen Anfragetyps für den
Rechner, obwohl der Rechnername existiert. Der Anfragetyp wird
mit dem Kommando set query festgelegt.
Non-existent domain
Der Rechner- oder Domänenname existiert nicht.
Connection refused
Network is unreachable
Die Verbindung zum Name- oder Finger-Server konnte gerade nicht
hergestellt werden. Dieser Fehler taucht gewöhnlich bei ls- und
finger-Anfragen auf.
Server failure
Der Nameserver fand eine interne Inkonsistenz in seiner Datenba-
sis und konnte keine gültige Antwort zurücksenden.
Refused
Der Nameserver verweigert das Bearbeiten der Anfrage.
Format error
Der Nameserver fand das Anfrage-Paket nicht im richtigen Format
vor. Dies dürfte auf einen Fehler in nslookup hinweisen.
Seite 6 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
nslookup(1M) nslookup(1M)
UMGEBUNGSVARIABLEN
HOSTALIASES
Datei mit Rechner-Aliasnamen
LOCALDOMAIN
Überschreibt die Standard-Domäne
DATEIEN
/etc/resolv.conf
Standard-Domänennamen und Adressen der Nameserver
$HOME/.nslookuprc
Start-Optionen des Benutzers
/usr/lib/named/nslookup.help
Zusammenfassung der Kommandos
/usr/lib/named/bog.ascii
/usr/lib/named/bog.ps
BIND Name Server Operations Guide for BIND ("BOG"); ASCII- und
PostScript-Format
SIEHE AUCH
named(1M), resolver(3N), resolv.conf(4).
RFC-1034 Domain Names - Concepts and Facilities
RFC-1035 Domain Names - Implementation and Specification
Seite 7 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98