Museum

Home

Lab Overview

Retrotechnology Articles

Online Manuals

⇒ named(1M) — Reliant UNIX 5.44c4

Media Vault

Software Library

Restoration Projects

Artifacts Sought

Related Articles

kill(1)

inetd(1M)

resolver(3N)

resolv.conf(4)

named(1M)                                                         named(1M)

NAME
     named - Internet-Nameserver

SYNTAX
     named [-d level] [-p port] [[-b] bootfile] [-q] [-r]

BESCHREIBUNG
     named ist der Nameserver der Internet-Domäne. Er wird von den Hosts im
     Internet verwendet, um Zugriff auf die über das Internet zur Verfügung
     gestellte verteilte Namensdatenbank zu ermöglichen. Einen BIND Opera-
     tions Guide ("BOG") finden Sie in /usr/lib/named. Weitere Informatio-
     nen finden Sie in RFC-1034 und RFC-1035.

     named bietet negatives Caching. Negatives Caching heißt, daß der Domä-
     nennameserver intern alle negativen Antworten speichert, die von ande-
     ren Domänennameservern als Ergebnis einer Anfrage empfangen werden.
     Auf diese Weise kann sich der Domänennameserver für eine gewisse Zeit
     seine eigenen Anfragen beantworten, ohne auf andere Domänennameserver
     zugreifen zu müssen.

OPTIONEN
     Keine Option angegeben:
          named liest aus der Datei /etc/named.boot eventuelle Initialisie-
          rungsdaten und ist für Anfragen über einen privilegierten Port
          port empfangsbereit.

     -d level
          level zeigt die Menge der Meldungen für die Ausgabe an. Jede
          Stufe enthält alle Meldungen der untergeordneten Stufe; so ent-
          hält Stufe 2 beispielsweise alle Meldungen der Stufe 1.

          level:

           1   Initialisierungsinformationen, Syntaxfehler, DNS-Paketfehler

           2   IP-Adressen ferner Server für Suche, Laufzeitwerte, doppelte
               und fehlerhafte Antworten, System-/Benutzerabfragen, Zonen-
               übertragungen, negatives Caching

           3   Detaillierte Informationen: Aktualisierungen von Datenbank-
               dateien, doppelte Anfragen, Systemabfragen, Namen von fernen
               Servern, die während der Suche verwendet wurden, Anzahl der
               Adressen für jeden Server, SOA-Antwort

           4   Empfangene Anfrage- und Antwortpakete

           5   Interne Fehlermeldungen

           6   Zusätzliche Fehlermeldungen

           7   Keine weiteren Informationen




Seite 1                      Reliant UNIX 5.44               Gedruckt 11/98

named(1M)                                                         named(1M)

           8   Keine weiteren Informationen

           9   Keine weiteren Informationen

          10   Von NFS gesendete Anfrage- und Antwortpakete

          11   Zusätzliche Fehlermeldungen

     -p port
          Verwendung nichtstandardmäßiger Portnummern. Als Voreinstellung
          wird die Standardanschlußnummer verwendet, die von
          getservbyname(3N) für Service "domain" zurückgegeben wird. Das
          Argument kann zwei durch einen Schrägstrich ("/") getrennte Port-
          nummern angeben, wobei der erste Port für die Verbindung mit fer-
          nen Servern verwendet wird, und der zweite der durch das lokale
          Exemplar von named gebundene Serviceanschluß ist. Diese Option
          wird hauptsächlich zu Testhilfe benutzt.

     -b bootfile
          Die Datei bootfile wird anstelle von /etc/named.boot für die
          Initialisierung verwendet.

     -q   Alle eintreffenden Anfragen aufzeichnen. HINWEIS: Statt dieser
          Option ist die Zeile options query-log der Boot-Datei vorzuzie-
          hen.

     -r   Deaktiviert die Rekursion im Server. Antworten können nur von
          lokalen (primären oder sekundären) Zonen kommen. Diese Option
          kann auf Root-Servern verwendet werden. HINWEIS: Statt dieser
          Option ist die Zeile options no-recursion der Boot-Datei vorzu-
          ziehen.

     Jedes weitere Argument wird als Name der Boot-Datei intepretiert. Wer-
     den mehrere Boot-Dateien angegeben, wird nur die letzte verwendet.

     Die Boot-Datei enthält Informationen darüber, woher der Nameserver
     seine Ausgangsdaten erhält. Eine Zeile in der Boot-Datei kann nicht
     auf weiteren Zeilen fortgesetzt werden. Es folgt ein kurzes Beispiel:

     ;
     ;    boot file for name server
     ;
     directory /usr/local/adm/named

     ; type     domain                source host/file          backup file
     cache      .                                               root.cache
     primary    Berkeley.EDU          berkeley.edu.zone
     primary    32.128.IN-ADDR.ARPA   ucbhosts.rev
     secondary  CC.Berkeley.EDU       128.32.137.8 128.32.137.3 cc.zone.bak
     secondary  6.32.128.IN-ADDR.ARPA 128.32.137.8 128.32.137.3 cc.rev.bak
     primary    0.0.127.IN-ADDR.ARPA                            localhost.rev
     forwarders 10.0.0.78 10.2.0.78


Seite 2                      Reliant UNIX 5.44               Gedruckt 11/98

named(1M)                                                         named(1M)

     limit      transfers-in 10
     limit      datasize 64M
     limit      transfers-per-ns 2
     options    forward-only query-log fake-iquery

     Durch die Zeile "directory" wechselt der Server vom Arbeitsverzeichnis
     in das angegebene Verzeichnis. Dies kann für die korrekte Verarbeitung
     von $INCLUDE-Dateien in Dateien der primären Zone von Bedeutung sein.

     Die Zeile "cache" gibt an, daß Daten in "root.cache" in den Sicher-
     ungs-Cache abgelegt werden sollen. Hier können hauptsächlich Daten wie
     beispielsweise die Adressen von Root-Domänenservern angegeben werden.
     Dieser Cache wird während des normalen Betriebs nicht verwendet, son-
     dern dient lediglich als "Hinweis" für die Suche nach den aktuellen
     Root-Servern. Die Datei "root.cache" hat das gleiche Format wie
     "berkeley.edu.zone". Es können auch mehrere "Cache"-Dateien angegeben
     sein. Die Datei "root.cache" sollte von Zeit zu Zeit vom
     FTP.RS.INTERNIC.NET abgerufen werden, da sie eine Liste der Root-
     Server enthält, und sich diese Liste gelegentlich ändert.

     Die erste Zeile "primary" im Beispiel gibt an, daß die Datei
     "berkeley.edu.zone" autorisierte Daten für die Zone "Berkeley.EDU"
     enthält. Die Datei "berkeley.edu.zone" enthält Daten im Masterdatei-
     format, wie in RFC 883 beschrieben. Alle Domänennamen beziehen sich
     auf die Ausgangsdomäne, in diesem Fall auf "Berkeley.EDU" (weiter
     unten finden Sie eine ausführlichere Beschreibung). Die zweite Zeile
     "primary" gibt an, daß die Datei "ucbhosts.rev" autorisierte Daten für
     die Domäne "32.128.IN-ADDR.ARPA" enthält, die zum Umsetzen von Adres-
     sen im Netzwerk 128.32 in Hostnamen verwendet werden. Jede Masterdatei
     sollte mit einem SOA-Datensatz für die Zone beginnen (siehe unten).

     Die erste Zeile "secondary" im Beispiel gibt an, daß alle autorisier-
     ten Daten unter "CC.Berkeley.EDU" von dem Nameserver mit Adresse
     128.32.137.8 zu holen sind. Wenn die Übertragung fehlschlägt, wird es
     bei Adresse 128.32.137.3 versucht und dann bei allen weiteren in die-
     ser Zeile angegebenen Adressen (bis maximal 10). Mit dieser Kopie ist
     der Rechner auch für die angegebene Domäne autorisiert. Die erste
     Adresse ohne Punktschreibweise in dieser Zeile wird als Dateiname ver-
     wendet, unter dem die übertragene Zone gesichert wird. Der Nameserver
     lädt die Zone aus dieser Sicherungsdatei (wenn diese beim Booten vor-
     liegt) und stellt somit eine vollständige Kopie der Zone zur Verfü-
     gung, auch wenn die Master-Server nicht erreichbar sind. Sobald eine
     neue Kopie der Domäne durch die automatische Zonenübertragung von
     einem der Master-Server empfangen wird, wird diese Datei aktualisiert.
     Wenn kein Dateiname angegeben ist, wird eine temporäre Datei verwendet
     und nach jeder erfolgreichen Zonenübertragung wieder gelöscht. Dies
     wird allerdings nicht empfohlen, da hierdurch nutzlos Bandbreite ver-
     schwendet wird. Die zweite Zeile "secondary" im Beispiel gibt an, daß
     die Dateien zur Abbildung von Adressen auf Hostnamen für das Subnetz
     128.32.136 von derselben Liste von Master-Servern wie bei der vorher-
     igen Zone geholt werden sollen.



Seite 3                      Reliant UNIX 5.44               Gedruckt 11/98

named(1M)                                                         named(1M)

     Die Zeile "forwarders" gibt die Adressen aller Server am Standort an,
     die rekursive Anfragen von anderen Servern annehmen. Wenn die Boot-
     Datei einen oder mehrere Forwarder (Weiterleitungsrechner) angibt,
     sendet der Server zuerst alle Anfragen nach Daten, die nicht im Cache
     enthalten sind, an die Forwarder. Die Forwarder werden nacheinander
     befragt, bis eine Antwort zurückgegeben wird, oder die Liste abgear-
     beitet ist. Wenn keine Antwort von einem Forwarder erhältlich ist,
     setzt der Server die Verarbeitung so fort, als wäre keine Zeile "For-
     warder" angegeben, sofern nicht der Modus "forward-only" aktiviert
     ist. Die Weiterleitungsfunktion (Forwarding) bietet sich zur Erstel-
     lung eines umfangreichen Cache-Puffers für den gesamten Standort auf
     einem Master-Server und zur Reduzierung des Datenverkehrs über Verbin-
     dungen zu Servern außerhalb des Standorts an. Über diese Funktion kön-
     nen außerdem Server betrieben werden, die zwar keinen direkten Zugriff
     auf das Internet haben, aber dennoch nach externen Namen suchen wol-
     len.

     Die Zeile "slave" (nicht empfohlen) ist nur wegen der Rückwärtskompa-
     tibilität zugelassen. Sie entspricht der Zeile "options forward-only".

     Die Zeile "sortlist" (nicht gezeigt) kann zur Angabe von Netzwerken
     verwendet werden, die anderen Netzwerken vorzuziehen sind. Bei Antwor-
     ten auf Anfragen nach Hostadressen im selben Netzwerk, in dem sich
     auch der Server befindet, sind lokale Netzwerkadressen zuerst aufgeli-
     stet, dann folgen Adressen aus der Sortierliste und zum Schluß andere
     Adressen.

     Die Zeile "xfrnets" (nicht gezeigt) kann zum Einrichten einer einfa-
     chen Zugriffssteuerung verwendet werden. Wird diese Zeile angegeben,
     beantwortet der Nameserver nur Zonenübertragungsanforderungen von den
     Hosts, die sich in den Netzwerken befinden, die in den Zeilen
     "xfrnets" aufgelistet werden. Diese Zeile kann aus Kompatibilitäts-
     gründen mit älteren Servern auch als "tcplist" angegeben werden.

     Die Zeile "include" (nicht gezeigt) kann für die Verarbeitung des
     Inhalts einiger anderer Dateien verwendet werden, so als wären diese
     anstelle der Zeile "include" angegeben. Dies bietet sich bei einer
     Vielzahl von Zonen oder bei logischen Gruppen von Zonen an, die von
     verschiedenen Personen verwaltet werden. Für die Zeile "include" ist
     ein Argument erforderlich, und zwar der Name der Datei, deren Inhalt
     aufgenommen werden soll. Der Dateiname muß nicht in Anführungszeichen
     stehen.

     Die Zeile "bogusns" (nicht gezeigt) teilt BIND (Berkeley Internet Name
     Domain) mit, daß keine Anfragen an die angegebenen Nameserveradressen
     (die in Punktschreibweise und nicht als Domänennamen angegeben werden)
     gesendet werden sollen. Dies ist nützlich, wenn bekannt ist, daß
     einige häufig verwendete Server beschädigte Daten in einer Zone oder
     einem Cache haben und eine Fremdeinwirkung während der Behebung des
     Problems verhindert werden soll.




Seite 4                      Reliant UNIX 5.44               Gedruckt 11/98

named(1M)                                                         named(1M)

     Die Zeile "limit" kann zum Ändern interner Grenzwerte von BIND verwen-
     det werden, von denen einige (zum Beispiel datasize) vom System und
     andere (wie transfers-in) von BIND selbst implementiert werden. Der
     Zahl nach dem Grenzwert kann eine Maßeinheit durch Anhängen von "k",
     "m" oder "g" für Kilobyte, Megabyte bzw. Gigabyte zugeordnet werden.
     Das Argument von datasize setzt die vom Kern vorgegebene Prozeßdaten-
     größe. Das Argument von transfers-in ist die Anzahl der named-xfer(1M)-
     Unterprozesse, die BIND gleichzeitig haben darf. Das Argument von
     transfers-per-ns ist die maximale Anzahl von Zonenübertragungen (Vor-
     einstellung ist 2), die gleichzeitig durch einen beliebigen fernen
     Nameserver eingeleitet werden kann.

     Die Zeile "options" führt ein boolsches Kennzeichen ein, das das Ver-
     halten von BIND ändert. In einer Zeile können auch mehrere Optionen
     angegeben werden. Derzeit sind die folgenden Optionen definiert:
     no-recursion - hierdurch antwortet BIND mit einem Verweis anstatt mit
     tatsächlichen Daten, wenn eine Anfrage nach einem Namen eingeht, für
     den der Nameserver nicht autorisiert ist (diese Option darf nicht auf
     einem Server gesetzt werden, der in einer Konfigurationsdatei
     resolv.conf(4) eines Hosts aufgelistet ist); no-fetch-glue - hierdurch
     wird verhindert, daß BIND beim Aufbau des Abschnitts "additional data"
     für eine Antwort unbekannte "Glue"-Daten holt. Dies sind Adreßdaten-
     sätze für Nameserver von Subzonen. Diese Option kann zusammen mit
     no-recursion verwendet werden, um zu verhindern, daß der BIND-Cache
     unaufhörlich anwächst oder beschädigt wird; query-log - hierdurch wer-
     den alle Anfragen über syslogd(1M) aufgezeichnet (da es sich hierbei
     um eine große Datenmenge handelt, sollte diese Option mit Bedacht
     gesetzt werden); forward-only - der Server fragt nur seine Forwarders
     ab (diese Option wird normalerweise bei Systemen verwendet, auf denen
     ein Server betrieben werden soll, dem aus physischen oder administra-
     tiven Gründen jedoch kein Zugriff auf das Internet erteilt werden
     kann); fake-iquery - hiermit wird BIND mitgeteilt, auf "inverse Anfra-
     gen" eine unbrauchbare oder "bogus"-Antwort anstatt eines Fehlers
     zurückzusenden (dies bietet sich an, wenn eine Vielzahl von Mikrocom-
     putern und/oder Rechnern mit Sun-Betriebssystem vorhanden sind).

     Die Zeile "max-fetch" (nicht gezeigt) ist wegen der Rückwärtskompati-
     bilität zugelassen. Sie hat dieselbe Bedeutung wie "limit transfers-
     in".

     Die Masterdatei besteht aus Steuerinformationen und einer Liste von
     Datensätzen für Objekte in der Zone und hat folgendes Format:

          $INCLUDE filename optdomain
          $ORIGIN domain
          domain optttl optclass type resourcerecorddata

     Hierbei ist domain ein "." für Root, ein "@" für die aktuelle Aus-
     gangsdomäne oder ein Standarddomänenname. Ist domain ein Standarddomä-
     nenname, der nicht mit einem "." endet, wird der Name der aktuellen
     Ausgangsdomäne an die Domäne angehängt. Domänen, die mit "." enden,
     bleiben unverändert. Das Feld optdomain wird zum Definieren einer


Seite 5                      Reliant UNIX 5.44               Gedruckt 11/98

named(1M)                                                         named(1M)

     Ausgangsdomäne für die Daten in einer zugehörigen Datei verwendet. Es
     entspricht der Angabe einer Anweisung $ORIGIN vor der ersten Zeile der
     zugehörigen Datei. Die Angabe dieses Felds ist optional. Weder das
     Feld optdomain noch Anweisungen $ORIGIN in der einbezogenen Datei
     ändern die aktuelle Ausgangsdomäne für die äußere Datei. Das Feld
     optttl ist eine optionale Zahl für das TTL-Feld (TTL - Time-To-Live,
     Lebensdauer). Es nimmt standardmäßig den Wert Null an, wodurch die
     Datensätze mit dem Mindestwert "minimum ttl" aus SOA verschickt wer-
     den. Das Feld optclass ist der Adreßtyp des Objekts; zur Zeit wird
     nur ein Typ, und zwar IN, für Objekte unterstützt, die mit dem DARPA-
     Internet verbunden sind. Das Feld type enthält eines der folgenden
     Kürzel; das Format der im Feld resourcerecorddata erwarteten Daten
     ist in der folgenden Liste in Klammern angegeben:

     A       Eine Hostadresse (in Punktschreibweise)

     NS      Ein autorisierter Nameserver (Domäne)

     MX      Vorgelagerte Mailserver (weiterleitend) (Domäne), der ein
             Prioritätswert (0..32767) vorangestellt ist, wobei niedrigere
             numerische Werte höhere logische Prioritäten darstellen.

     CNAME   Der kanonische Name für einen Alias-Namen (Domäne)

     SOA     Markiert den Anfang einer autorisierten Zone (Domäne des Aus-
             gangshosts, Domänenadresse des Verwalters, eine Seriennummer
             (serial) und die folgenden Parameter in Sekunden: refresh
             (Aktualisierung), retry (Wiederholung), expire (Zeitablauf)
             und minimum TTL (Mindestlebensdauer) [siehe RFC 883]).

     NULL    Ein Nulldatensatz (ohne Format oder Daten)

     RP      Eine verantwortliche Person für Domänennamen (Mailbox, TXT-
             Verweis)

     PTR     Ein Zeiger auf einen Domänennamen (Domäne)

     HINFO   Hostinformationen (CPU-Typ, Betriebssystem)

     TXT     Textdaten im freien Format; Definition von Sicherheitszonen
             (siehe unten)

     Datensätze enden normalerweise am Ende einer Zeile, können jedoch auch
     über mehrere Zeilen fortgesetzt werden, wenn sie in Klammern stehen.
     Kommentare werden mit einem Semikolon eingeleitet und gehen bis zum
     Zeilenende.

     Es können auch andere als die hier beschriebenen Arten von Datensätzen
     vorkommen. Eine vollständige Liste finden Sie im BIND Operations Guide
     ("BOG", in /usr/lib/named). Einige Datensatzarten sind in neueren RFCs
     möglicherweise standardisiert, in dieser Version von BIND jedoch noch
     nicht implementiert.


Seite 6                      Reliant UNIX 5.44               Gedruckt 11/98

named(1M)                                                         named(1M)

     Jede Masterzonendatei sollte mit einem SOA-Datensatz für die Zone
     beginnen. Hier ein Beispiel eines SOA-Datensatzes:

     @    IN   SOA  ucbvax.Berkeley.EDU. rwh.ucbvax.Berkeley.EDU. (
                         1989020501     ; serial
                         10800     ; refresh
                         3600 ; retry
                         3600000   ; expire
                         86400 )   ; minimum

     Der SOA-Datensatz gibt eine Seriennummer an, die sich bei jeder Ände-
     rung der Masterdatei ändern sollte. Die Folgenummer kann zwar durch
     Punkte getrennt werden; dies ist jedoch nicht zu empfehlen, da die
     Umsetzung in Integer über eine Verknüpfung und nicht über Multiplika-
     tion oder Addition erfolgt. Die Größe dieses 32-Bit-Felds ohne Vorzei-
     chen reicht aus, um das Jahr, den Monat, den Tag des Monats und die
     Versionsnummer 0..99 auszuschreiben. Diese Strategie muß im Jahr 4294
     (Gregorianisch) zwar neu überdacht werden, darüber machen wir uns aber
     zur Zeit noch keine Gedanken. Sekundäre Server prüfen die Folgenummer
     in bestimmten Zeitintervallen, die durch die Aktualisierungszeit
     (refresh) (in Sekunden) festgelegt sind. Wenn sich die Seriennummer
     ändert, wird eine Zonenübertragung vorgenommen, um die neuen Daten zu
     laden. Wenn zum Zeitpunkt einer erforderlichen Aktualisierung keine
     Verbindung zu einem Master-Server hergestellt werden kann, gibt die
     Wiederholungszeit (retry) das Intervall an, nach dem eine erneute
     Aktualisierung versucht werden soll. Kann während des durch die
     Ablaufzeit (expire) angegebenen Intervalls keine Verbindung zu einem
     Master-Server hergestellt werden, löschen sekundäre Server ihre Daten
     dieser Zone. Der Mindestwert (minimum) ist die Lebensdauer (TTL -
     Time-to-Live), die von Datensätzen in der Datei ohne expliziten TTL-
     Wert verwendet wird.

     Sicherheitszonen sind auf der Basis von Zonen realisiert. Das Konzept
     ist dergestalt, daß in einer Liste diejenigen Rechner oder Netzwerke
     aufgeführt werden, die gewisse Informationen über die Zone abfragen
     dürfen.

     Um die Zonensicherheit nutzen zu können, muß zumindest ein TXT-Daten-
     satz "secure_zone" vorhanden sein. Sofern kein Datensatz "secure_zone"
     für eine bestimmte Zone vorliegt, unterliegen die Daten in dieser Zone
     keinerlei Einschränkungen. Das Format des TXT-Datensatzes
     "secure_zone" lautet wie folgt:

          securezone     addr-class     TXT     string

     Die Adressenklasse addr-class kann entweder HS oder IN sein. Die Syn-
     tax für die Zeichenkette string ist entweder "network address:netmask"
     oder "host IP address:H".

     "network address:netmask" ermöglicht Anfragen von allen Rechnern eines
     Netzwerkes aus. Wenn die Netzmaske nicht angegeben wird, verwendet
     named die Standardnetzmaske für die angegebene Netzwerkadresse.


Seite 7                      Reliant UNIX 5.44               Gedruckt 11/98

named(1M)                                                         named(1M)

     "host IP address:H" ermöglicht Anfragen von einem Host aus. Das "H"
     nach dem ":" ist erforderlich, um die Hostadresse von einer Netzwerk-
     adresse unterscheiden zu können. In einer Zonendatei sind mehrere
     TXT-Datensätze "secure_zone" zulässig.

     Sie können beispielsweise eine Zone nur für die Beantwortung von
     Hesiod-Anforderungen vom maskierten Class B Netzwerk 130.215.0.0 und
     vom Host 128.23.10.56 aus einrichten, indem Sie folgende beiden TXT-
     Datensätze hinzufügen:

     securezone     HS     TXT     "130.215.0.0:255.255.0.0"
     securezone     HS     TXT     "128.23.10.56:H"

     Diese Funktion kann verwendet werden, um den Zugriff auf eine Hesiod-
     Paßwortdatei zu beschränken oder um interne und externe Internet-
     Adressenauflösung auf einem Firewall-System zu trennen, ohne daß ein
     separater named für interne und externe Adressenauflösung laufen muß.

     Beachten Sie hierbei, daß Sie die Loopback-Schnittstelle (127.0.0.1)
     in Ihrem Datensatz "secure_zone" aufnehmen müssen, da Ihre lokalen
     Clients ansonsten keine Namen auflösen können.

   Signalbehandlung

     Die folgenden Signale haben die angegebenen Auswirkungen, wenn sie mit
     dem Kommando kill(1) an den Serverprozeß gesendet werden.

     SIGHUP     Der Server liest /etc/named.boot und lädt die Datenbank
                erneut. Durch das Signal SIGHUP prüft der Server auch die
                Seriennummer aller sekundären Zonen. Normalerweise werden
                die Seriennummern nur in den durch SOA angegebenen Inter-
                vallen überprüft.

     SIGINT     Erstellt einen Speicherabzug der aktuellen Datenbank und
                des Cache in /var/tmp/nameddump.db.

     SIGUSR1    Schaltet den Testhilfemodus ein; durch jedes weitere Signal
                SIGUSR1 wird die Stufe und damit der Umfang der Meldungen
                erhöht (bis zu Stufe 11).

     SIGUSR2    Deaktiviert den Testhilfemodus (Stufe 0).

     SIGIOT     Erstellt einen Speicherabzug der Statistikdaten in
                /var/tmp/named.stats. Statistikdaten werden an die Datei
                angehängt.

     SIGWINCH   Aktiviert bzw. deaktiviert das Protokollieren aller einge-
                henden Anfragen über syslogd(1M).






Seite 8                      Reliant UNIX 5.44               Gedruckt 11/98

named(1M)                                                         named(1M)

DATEIEN
     /etc/named.boot
          Boot-Datei für die Nameserverkonfiguration

     /etc/named.pid
          Prozeß-ID

     /var/tmp/named.run
          Ausgabe der Fehlersuche

     /var/tmp/nameddump.db
          Speicherabzug der Datenbank der Nameserver

     /var/tmp/named.stats
          Nameserver-Statistikdaten

     /usr/lib/named/bog.ascii
     /usr/lib/named/bog.ps
          BIND Name Server Operations Guide for BIND ("BOG"); ASCII- und
          PostScript-Format

SIEHE AUCH
     kill(1), inetd(1M), resolver(3N), resolv.conf(4).































Seite 9                      Reliant UNIX 5.44               Gedruckt 11/98

Typewritten Software • bear@typewritten.org • Edmonds, WA 98026