resolv.conf(4) resolv.conf(4)
NAME
resolv.conf - Konfigurationsdatei für Resolver-Routinen
BESCHREIBUNG
Die Resolver-Routinen lesen die Informationen aus dieser Datei, wenn
sie das erste Mal in einem Prozeß aufgerufen werden. Die Datei enthält
eine Liste von Schlüsselwort-Wert-Paaren in lesbarer Form. Diese stel-
len verschiedene Arten von Resolver-Informationen bereit.
Die verschiedenen Konfigurationsmöglichkeiten sind:
nameserver address
Die Internet-Adresse (in Punktschreibweise) eines Nameservers,
bei dem Resolver anfragen soll. Es sollte mindestens ein Nameser-
ver aufgelistet sein. Bis zu MAXNS (gegenwärtig 3) Nameserver
können angegeben werden. In diesem Fall werden sie von den
Resolver-Routinen in der aufgelisteten Reihenfolge verwendet.
Wenn keine nameserver-Einträge vorliegen wird standardmäßig der
Nameserver auf dem lokalen System verwendet. (Der verwendete
Algorithmus prüft zuerst einen Nameserver. Wenn die Anfrage das
Zeitlimit überschreitet, prüft er den nächsten, bis kein
Nameserver-Eintrag mehr vorhanden ist. Dann werden die Versuche
bei allen Nameservern wiederholt, bis eine maximale Anzahl von
Versuchen erreicht ist.)
domain name
Name der lokalen Domäne. In den meisten Anfragen nach Namen
innerhalb der vorliegenden Domäne können Kurznamen in bezug auf
die lokale Domäne verwendet werden. Wenn kein domain-Eintrag vor-
liegt, wird die Domäne über den Namen des lokalen Hosts ermit-
telt, der von gethostname(3N) zurückgegeben wird; als Domänenname
wird alles hinter dem ersten "." interpretiert. Schließlich wird
die Root-Domäne verwendet, wenn im Hostnamen keine Domäne angege-
ben ist.
search name
Suchliste für die Suche nach Hostnamen. Die Suchliste wird norma-
lerweise über den Namen der lokalen Domäne ermittelt; sie enthält
standardmäßig nur den Namen der lokalen Domäne. Dies kann durch
Auflisten des gewünschten Domänensuchpfads nach dem Schlüsselwort
search geändert werden, wobei die Namen durch Leerzeichen oder
Tabulatorzeichen getrennt werden. Die meisten Resolver-Anfragen
arbeiten alle Komponenten des Suchpfads nacheinander ab, bis eine
positive Antwort zurückkommt.
Dieser Prozeß kann allerdings zeitaufwendig sein und ein hohes
Aufkommen an Datenverkehr im Netzwerk verursachen, wenn es sich
bei den Servern für die aufgelisteten Domänen nicht um lokale
Server handelt, Zudem kann das Zeitlimit für die entsprechenden
Anfragen überschritten werden, wenn kein Server für eine der
Domänen verfügbar ist.
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resolv.conf(4) resolv.conf(4)
Die Suchliste ist derzeit auf sechs Domänen mit insgesamt 256
Zeichen begrenzt.
sortlist address
Mit sortlist können die von gethostbyname(3N) zurückgegebenen
Adressen sortiert werden. Eine Sortierliste wird durch Paare aus
IP-Adresse und Netzmaske angegeben. Die Angabe der Netzmaske ist
optional. Standardmäßig wird die natürliche Netzmaske des Netzes
eingesetzt. Die Paare "IP-Adresse/optionales Netzwerk" werden
durch Schrägstriche getrennt. Bis zu 10 Paare können angegeben
werden. Zum Beispiel:
sortlist 130.155.160.0/255.255.240.0 130.155.0.0
options
Mit options können bestimmte interne Resolver-Variablen geändert
werden. Die Syntax ist:
options option ...
Hierbei kann für option eine der folgenden Angaben stehen:
debug Setzt RESDEBUG in res.options
ndots:n Setzt einen Schwellenwert für die Anzahl der Punkte,
die in einem für resquery angegebenen Namen enthalten
sein müssen [siehe resolver(3N)], bevor gleich zu
Beginn mit genau diesem Namen eine Anfrage durchgeführt
wird. Voreinstellung für n ist "1"; dies bedeutet, daß
ein Name, der Punkte enthält, zuerst als absoluter Name
gesucht wird, bevor eventuelle Elemente aus der Suchli-
ste angehängt werden.
Die Schlüsselwörter domain und search schließen sich gegenseitig aus.
Wenn eines dieser Schlüsselwörter mehr als einmal vorkommt, gilt das
letzte Auftreten.
Das Schlüsselwort search einer Konfigurationsdatei resolv.conf eines
Systems kann auf Prozeßebene überschrieben werden, indem die Umge-
bungsvariable LOCALDOMAIN auf eine durch Leerzeichen getrennte Liste
von Suchdomänen gesetzt wird.
Das Schlüsselwort options einer Konfigurationsdatei resolv.conf eines
Systems kann auf Prozeßebene erweitert werden, indem die Umgebungsva-
riable RESOPTIONS auf eine durch Leerzeichen getrennte Liste von
Resolver-Optionen (wie weiter oben unter options beschrieben) gesetzt
wird.
Jedes Paar "Schlüsselwort-Wert" muß in einer eigenen Zeile stehen und
der Schlüsselbegriff (beispielsweise nameserver) muß am Zeilenanfang
stehen. Der Wert ist vom Schlüsselwort durch einen Zwischenraum
getrennt.
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resolv.conf(4) resolv.conf(4)
DATEIEN
/etc/resolv.conf
SIEHE AUCH
hostname(1), named(1M), gethostent(3N), gethostname(3N), resolver(3N).
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