upd_channel_id(8) (Nur RM400) upd_channel_id(8)
NAME
updchannelid - Anzeige/Modifikation der im NVRAM gespeicherten
Channel-IDs
SYNTAX
updchannelid {-l | -o | [-f] -c | [-f] -w file}
BESCHREIBUNG
Die Channel-ID dient zur eindeutigen Identifikation von Geräten. Sie
ist eindeutig innerhalb ihrer gerätespezifischen Klasse. Sie stellt
das Bindeglied zwischen SW-technischer Sicht (z. B. Gerätenamen) und
Steckplatz dar.
Beim ersten Start eines Systems bekommen die Geräte-Treiber eine ein-
deutige Channel-ID innerhalb der Klasse. Diese Konfiguration wird im
NVRAM (non volatile random access memory = nichtflüchtiger Speicher)
gespeichert.
Bei jedem Systemstart wird die gespeicherte Channel-ID von den
Geräte-Treibern gelesen. Der Eintrag im NVRAM wird durch die Angabe
der Steckplatzinformation (z. B. PCI#1/1) und Klassenangabe (z. B.
ETHER) gelesen.
Die gespeicherte Konfiguration bleibt auch vorhanden, wenn ein Gerät
nicht mehr vorhanden ist (z. B. wegen Reparatur). Wird nun ein Gerät
gleichen Typs (auch die Steckplatzinformation muß gleich sein) auf
diesen Steckplatz gesteckt, so wird die gespeicherte Konfiguration
übernommen.
Die gespeicherte Konfiguration geht verloren, wenn ein Gerät von einer
anderen Klasse mit gleicher Steckplatzinformation gesteckt wird.
Mit updchannelid kann die gespeicherte Konfiguration gelesen und
modifiziert werden.
Onboard-Einträge können mit dem Kommando updchannelid weder ange-
zeigt noch verändert werden.
OPTIONEN
-l Gibt eine Tabelle aller Channel-IDs auf dem Bildschirm aus
(stdout).
-o Dient der Umrechnung der (alten) Log-IDs in (neue) Channel-IDs
für die Klasse SCSI. Wird in der Regel einmalig für die Update-
Installation benötigt. Gibt eine Tabelle aller Channel-IDs auf
dem Bildschirm aus (stdout). Die Channel-ID wird nach dem alten
(updeisa) Algorithmus berechnet.
-c Löscht alle Channel-ID-Einträge aus dem NVRAM.
-w Liest aus der angegeben Datei die Tabelle der Channel-ID-Ein-
träge, prüft die Angaben und speichert diese im NVRAM.
Seite 1 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
upd_channel_id(8) (Nur RM400) upd_channel_id(8)
-f Führt das Löschen/Schreiben auf das NVRAM auch für den Bus aus,
an dem die Root-Platte hängt.
file Enthält die im NVRAM abzuspeichernden Channel-ID-Einträge.
Ein Channel-ID-Eintrag hat folgenden Aufbau:
slot[.subchannel], channelid, [classcode], [driver], [option], [comment]
Dabei bedeuten:
slot EISA#1 | EISA#2 | ... | PCI#1 | ... | PCI#14/14/14
Schnittstellentyp und Steckplatznummer der Controller-
Steckkarte.
subchannel 0 ... 9, bei EISA 0 ... 7
channelid 0 ... 99, bei EISA-Log-ID 0 ... 31
classcode Gerätespezifische Klasse.
MISC | SCSI | FLOPPY | MASSSTORE | ETHER | TOKEN | FDDI |
ATM | NETWORK | DISPLAY | MULTIMEDIA | COMMDEV
Einträge, welche die alte EISA-Log-ID benuzten, gehören zu
keiner Klasse.
Die Festlegung der gerätespezifische Klassen ist der PCI-
Spezifikation angelehnt.
driver Name des Treibers, z. B. adp
option Optionaler Parameter, wird z. B. für SCSI-Host-ID benutzt
comment Kurzbeschreibung des Controllers
Ein Channel-ID-Eintrag basiert auf der Steckplatzinformation (slot und
subchannel), welche eindeutig innerhalb der Liste sein muß. Die ange-
gebene Channel-ID (channelid) muß wiederum eindeutig innerhalb der
angegebenen Klasse (classcode) sein. Die Angaben für den Treibernamen
(driver) und den Kommentar (comment) werden nur angezeigt, können
somit nicht gesetzt werden. Das optionale Feld (option) ist änderbar
und wird treiberspezifisch ausgewertet.
Bei EISA-Log-ID-Einträgen wird das Feld option weder angezeigt, noch
kann es gesetzt werden.
Seite 2 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
upd_channel_id(8) (Nur RM400) upd_channel_id(8)
Das Feld option hat für die Klasse SCSI folgende Bedeutung:
- Die unteren (rechten) vier Bits enthalten die Hostadapter-ID. Diese
wird mit einem Standardwert von dem entsprechenden Treiber vorbe-
setzt (z. B. 0x07). Bei Werten größer sieben handelt es sich um
einen Wide-Controller.
- Einige Hostadapter unterstützen ULTRA SCSI. Um diese Eigenschaft zu
nutzen, wird das sechste Bit gesetzt (z. B. 0x27 für ULTRA SCSI,
Hostadapter-ID 7).
- Einige Hostadapter unterstützen ULTRA2 SCSI. Um diese Eigenschaft
zu nutzen, wird das fünfte Bit gesetzt (z. B. 0x17 für ULTRA2 SCSI,
Hostadapter-ID 7).
Wenn im Feld option die Werte für ULTRA SCSI und ULTRA2 SCSI
gesetzt sind, wird (sofern es der Hostadapter unterstützt) die syn-
chrone Datenübertragung nur mit 5 MHz durchgeführt.
- Für Multihost-Betrieb wird das siebte Bit gesetzt (z.B. 0x47). In
der Ausgabe von autoconf -l wird der Controller mit "shared"
gekennzeichnet.
- Für spezielle Geräte, die ein Fehlverhalten bei Wide-Verhandlungen
zeigen, wird durch Setzen des achten Bits die Wide-Verhandlung
unterbunden (z. B. 0x87).
BEISPIELE
Das Kommando updchannelid -l liefert folgende Ausgabe:
#
#slot.subchannel, channelid, classcode, driver, option, comment
#
EISA#1, 1, ETHER, mac596, 0x00, ETHER SNI Intel 8259
EISA#2, 4, SCSI, adp, 0x07, SCSI ADP ADP1740A DE
PCI#1/2, 0, DISPLAY, gfx, 0x00, DISPLAY SNI CIRRUS 5
PCI#1/1, 2, SCSI, ncr, 0x07, SCSI SNI SYM53C875 S
PCI#2, 3, SCSI, , 0x48,
PCI#2.0, 5, SCSI, dpt, 0x07, SCSI DPT PM3222 SE
PCI#2.1, 6, SCSI, dpt, 0x07, SCSI DPT PM3222 SE
PCI#2.2, 7, SCSI, dpt, 0x07, SCSI DPT PM3222 SE
PCI#3, 0, TOKEN, madge, 0x02, TOKEN MADGE Smart 16
Seite 3 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
upd_channel_id(8) (Nur RM400) upd_channel_id(8)
______________________________________________________________________
| Steckplatz Beschreibung |
|_____________________________________________________________________|
| EISA 1 Ethernet-Controller von SNI |
| EISA 2 SCSI-Controller Adaptec AHA 1740A |
| PCI 1 Super Combo Board von SNI, wobei hinter der Brücke eine|
| Grafikkarte und ein SCSI-Controller betrieben wird. |
| PCI 2 Hier steckte zuvor ein SCSI-Controller mit der |
| Hostadapter-ID 8. Dieser Controller wurde im |
| Multihost-Betrieb mit Wide-Peripherie betrieben. |
| PCI 2 Dreikanaliger SCSI-Controller von DPT |
| PCI 3 Tokenring-Controller von Madge |
|_____________________________________________________________________|
HINWEISE
Veränderungen im NVRAM mit dem Kommando updchannelid werden erst
nach einem Systemneustart (Reboot) wirksam. Die Ausgabe
(updchannelid -l) der Felder driver und comment werden vorher nicht
korrekt angezeigt.
Nach einer Änderung der Channel-ID-Konfiguration wird beim Herunter-
fahren des Systems die aktuelle Konfiguration in der Datei
/etc/info/channelid gespeichert. Die alte Konfiguration wird in der
Datei /etc/info/channelid.old gespeichert.
Beim Herunterfahren des Systems wird ein binäres Abbild der Channel-
ID-Konfiguration (NVRAM) in die Partition 10 der Root-Platte kopiert.
DATEIEN
/dev/nvram
SIEHE AUCH
nvram(7), sdisk(7), stape(7), autoconf(8).
Seite 4 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98