Museum

Home

Lab Overview

Retrotechnology Articles

Online Manuals

⇒ upd_channel_id(8) — Reliant UNIX 5.44c4

Media Vault

Software Library

Restoration Projects

Artifacts Sought

Related Articles

nvram(7)

sdisk(7)

stape(7)

autoconf(8)

upd_channel_id(8)               (Nur RM400)               upd_channel_id(8)

NAME
     updchannelid - Anzeige/Modifikation der im NVRAM gespeicherten
     Channel-IDs

SYNTAX
     updchannelid {-l | -o | [-f] -c | [-f] -w file}

BESCHREIBUNG
     Die Channel-ID dient zur eindeutigen Identifikation von Geräten. Sie
     ist eindeutig innerhalb ihrer gerätespezifischen Klasse. Sie stellt
     das Bindeglied zwischen SW-technischer Sicht (z. B. Gerätenamen) und
     Steckplatz dar.

     Beim ersten Start eines Systems bekommen die Geräte-Treiber eine ein-
     deutige Channel-ID innerhalb der Klasse. Diese Konfiguration wird im
     NVRAM (non volatile random access memory = nichtflüchtiger Speicher)
     gespeichert.

     Bei jedem Systemstart wird die gespeicherte Channel-ID von den
     Geräte-Treibern gelesen. Der Eintrag im NVRAM wird durch die Angabe
     der Steckplatzinformation (z. B. PCI#1/1) und Klassenangabe (z. B.
     ETHER) gelesen.

     Die gespeicherte Konfiguration bleibt auch vorhanden, wenn ein Gerät
     nicht mehr vorhanden ist (z. B. wegen Reparatur). Wird nun ein Gerät
     gleichen Typs (auch die Steckplatzinformation muß gleich sein) auf
     diesen Steckplatz gesteckt, so wird die gespeicherte Konfiguration
     übernommen.

     Die gespeicherte Konfiguration geht verloren, wenn ein Gerät von einer
     anderen Klasse mit gleicher Steckplatzinformation gesteckt wird.

     Mit updchannelid kann die gespeicherte Konfiguration gelesen und
     modifiziert werden.

     Onboard-Einträge können mit dem Kommando updchannelid weder ange-
     zeigt noch verändert werden.

OPTIONEN
     -l   Gibt eine Tabelle aller Channel-IDs auf dem Bildschirm aus
          (stdout).

     -o   Dient der Umrechnung der (alten) Log-IDs in (neue) Channel-IDs
          für die Klasse SCSI. Wird in der Regel einmalig für die Update-
          Installation benötigt. Gibt eine Tabelle aller Channel-IDs auf
          dem Bildschirm aus (stdout). Die Channel-ID wird nach dem alten
          (updeisa) Algorithmus berechnet.

     -c   Löscht alle Channel-ID-Einträge aus dem NVRAM.

     -w   Liest aus der angegeben Datei die Tabelle der Channel-ID-Ein-
          träge, prüft die Angaben und speichert diese im NVRAM.



Seite 1                      Reliant UNIX 5.44               Gedruckt 11/98

upd_channel_id(8)               (Nur RM400)               upd_channel_id(8)

     -f   Führt das Löschen/Schreiben auf das NVRAM auch für den Bus aus,
          an dem die Root-Platte hängt.

     file Enthält die im NVRAM abzuspeichernden Channel-ID-Einträge.

     Ein Channel-ID-Eintrag hat folgenden Aufbau:

     slot[.subchannel], channelid, [classcode], [driver], [option], [comment]

     Dabei bedeuten:

     slot        EISA#1 | EISA#2 | ... | PCI#1 | ... | PCI#14/14/14

                 Schnittstellentyp und Steckplatznummer der Controller-
                 Steckkarte.

     subchannel  0 ... 9, bei EISA 0 ... 7

     channelid  0 ... 99, bei EISA-Log-ID 0 ... 31

     classcode  Gerätespezifische Klasse.

                 MISC | SCSI | FLOPPY | MASSSTORE | ETHER | TOKEN | FDDI |
                 ATM | NETWORK | DISPLAY | MULTIMEDIA | COMMDEV

                 Einträge, welche die alte EISA-Log-ID benuzten, gehören zu
                 keiner Klasse.

                 Die Festlegung der gerätespezifische Klassen ist der PCI-
                 Spezifikation angelehnt.

     driver      Name des Treibers, z. B. adp

     option      Optionaler Parameter, wird z. B. für SCSI-Host-ID benutzt

     comment     Kurzbeschreibung des Controllers

     Ein Channel-ID-Eintrag basiert auf der Steckplatzinformation (slot und
     subchannel), welche eindeutig innerhalb der Liste sein muß. Die ange-
     gebene Channel-ID (channelid) muß wiederum eindeutig innerhalb der
     angegebenen Klasse (classcode) sein. Die Angaben für den Treibernamen
     (driver) und den Kommentar (comment) werden nur angezeigt, können
     somit nicht gesetzt werden. Das optionale Feld (option) ist änderbar
     und wird treiberspezifisch ausgewertet.

     Bei EISA-Log-ID-Einträgen wird das Feld option weder angezeigt, noch
     kann es gesetzt werden.







Seite 2                      Reliant UNIX 5.44               Gedruckt 11/98

upd_channel_id(8)               (Nur RM400)               upd_channel_id(8)

     Das Feld option hat für die Klasse SCSI folgende Bedeutung:

     -  Die unteren (rechten) vier Bits enthalten die Hostadapter-ID. Diese
        wird mit einem Standardwert von dem entsprechenden Treiber vorbe-
        setzt (z. B. 0x07). Bei Werten größer sieben handelt es sich um
        einen Wide-Controller.

     -  Einige Hostadapter unterstützen ULTRA SCSI. Um diese Eigenschaft zu
        nutzen, wird das sechste Bit gesetzt (z. B. 0x27 für ULTRA SCSI,
        Hostadapter-ID 7).

     -  Einige Hostadapter unterstützen ULTRA2 SCSI. Um diese Eigenschaft
        zu nutzen, wird das fünfte Bit gesetzt (z. B. 0x17 für ULTRA2 SCSI,
        Hostadapter-ID 7).

        Wenn im Feld option die Werte für ULTRA SCSI und ULTRA2 SCSI
        gesetzt sind, wird (sofern es der Hostadapter unterstützt) die syn-
        chrone Datenübertragung nur mit 5 MHz durchgeführt.

     -  Für Multihost-Betrieb wird das siebte Bit gesetzt (z.B. 0x47). In
        der Ausgabe von autoconf -l wird der Controller mit "shared"
        gekennzeichnet.

     -  Für spezielle Geräte, die ein Fehlverhalten bei Wide-Verhandlungen
        zeigen, wird durch Setzen des achten Bits die Wide-Verhandlung
        unterbunden (z. B. 0x87).

BEISPIELE
     Das Kommando updchannelid -l liefert folgende Ausgabe:

#
#slot.subchannel, channelid, classcode, driver,   option, comment
#
EISA#1,               1,      ETHER,      mac596,    0x00,  ETHER SNI Intel 8259
EISA#2,               4,      SCSI,       adp,       0x07,  SCSI ADP ADP1740A DE
PCI#1/2,              0,      DISPLAY,    gfx,       0x00,  DISPLAY SNI CIRRUS 5
PCI#1/1,              2,      SCSI,       ncr,       0x07,  SCSI SNI SYM53C875 S
PCI#2,                3,      SCSI,       ,          0x48,
PCI#2.0,              5,      SCSI,       dpt,       0x07,  SCSI DPT PM3222 SE
PCI#2.1,              6,      SCSI,       dpt,       0x07,  SCSI DPT PM3222 SE
PCI#2.2,              7,      SCSI,       dpt,       0x07,  SCSI DPT PM3222 SE
PCI#3,                0,      TOKEN,      madge,     0x02,  TOKEN MADGE Smart 16












Seite 3                      Reliant UNIX 5.44               Gedruckt 11/98

upd_channel_id(8)               (Nur RM400)               upd_channel_id(8)

     ______________________________________________________________________
    | Steckplatz   Beschreibung                                           |
    |_____________________________________________________________________|
    | EISA   1     Ethernet-Controller von SNI                            |
    | EISA   2     SCSI-Controller Adaptec AHA 1740A                      |
    | PCI    1     Super Combo Board von SNI, wobei hinter der Brücke eine|
    |              Grafikkarte und ein SCSI-Controller betrieben wird.    |
    | PCI    2     Hier steckte zuvor ein SCSI-Controller mit der         |
    |              Hostadapter-ID 8. Dieser Controller wurde im           |
    |              Multihost-Betrieb mit Wide-Peripherie betrieben.       |
    | PCI    2     Dreikanaliger SCSI-Controller von DPT                  |
    | PCI    3     Tokenring-Controller von Madge                         |
    |_____________________________________________________________________|

HINWEISE
     Veränderungen im NVRAM mit dem Kommando updchannelid werden erst
     nach einem Systemneustart (Reboot) wirksam. Die Ausgabe
     (updchannelid -l) der Felder driver und comment werden vorher nicht
     korrekt angezeigt.

     Nach einer Änderung der Channel-ID-Konfiguration wird beim Herunter-
     fahren des Systems die aktuelle Konfiguration in der Datei
     /etc/info/channelid gespeichert. Die alte Konfiguration wird in der
     Datei /etc/info/channelid.old gespeichert.

     Beim Herunterfahren des Systems wird ein binäres Abbild der Channel-
     ID-Konfiguration (NVRAM) in die Partition 10 der Root-Platte kopiert.

DATEIEN
     /dev/nvram

SIEHE AUCH
     nvram(7), sdisk(7), stape(7), autoconf(8).





















Seite 4                      Reliant UNIX 5.44               Gedruckt 11/98

Typewritten Software • bear@typewritten.org • Edmonds, WA 98026