ypfiles(4) ypfiles(4)
NAME
ypfiles - NIS-Dateien und -Verzeichnisse
BESCHREIBUNG
NIS verwendet eine verteilte, duplizierte Datenbasis, die aus dbm-
Dateien besteht, die in der Verzeichnishierarchie unter /var/yp stehen
und auf jedem YP-Server vorhanden sind. Eine dbm-Datenbasis besteht
aus zwei Dateien, eine hat die Endung .pag, und die andere hat die
Endung .dir. Die Datenbasis mit dem Namen hosts.byname wird z. B. von
den beiden Dateien hosts.byname.pag und hosts.byname.dir implementiert.
Eine dbm-Datenbasis zu einer bestimmten Ausgangsdatei (z. B.
/etc/inet/hosts) wird eine NIS-"Map" genannt. Eine NIS-"Domäne" ist
ein Unterverzeichnis von /var/yp und enthält die NIS-Maps. Es kann
eine beliebige Anzahl NIS-Domänen geben. Jede davon kann eine belie-
bige Anzahl Maps enthalten.
Damit auf eine Map konsistent zugegriffen werden kann, muß sie auf
allen NIS-Servern existieren, die die Domäne bedienen. Um Datenkonsi-
stenz zwischen den duplizierten Maps sicherzustellen, sollte ein Ein-
trag, der ypxfr periodisch laufen läßt, in der Systemverwaltungs-Datei
crontab auf jedem Server angelegt werden. Mehr Informationen über die-
ses Thema finden Sie in ypxfr(1M).
NIS-Maps sollten zwei besondere Schlüssel/Wertpaare enthalten. Der
erste ist der Schlüssel YPLASTMODIFIED, der als Wert eine "Stempel"
aus 10 ASCII-Zeichen hat. Der Stempel sollte die Systemzeit der letzen
Änderung (in Sekunden) sein. Der zweite Schlüssel ist YPMASTERNAME,
mit dem Namen des Netzverwaltungsrechners als Wert. makedbm(1M)
erzeugt beide Schlüssel/Wertpaare automatisch. Eine Map, die nicht
beide Schlüssel/Wertpaare enthält, kann vom NIS bedient werden, aber
der Prozeß ypserv kann keine Werte für "Get order number"- oder "Get
master name"-Anfragen zurückgeben. Siehe ypserv(1M). Ferner werden die
Werte dieser beiden Schlüssel von ypxfr bei der Übertragung von vom
Netzverwaltungsrechner an einen anderen Server verwendet. Wenn ypxfr
nicht herausfinden kann, wo die Abbildung zu finden ist, oder wenn
ypxfr nicht feststellen kann, ob die lokale Kopie aktueller als die
des Netzverwaltungsrechners ist, müssen während des Ablaufs Optionen
gesetzt werden.
NIS-Maps dürfen nur am Netzverwaltungsrechner erzeugt und verändert
werden. Nachdem die Server-Datenbasen eingerichtet sind, ist es wahr-
scheinlich, daß sich die Inhalte von einigen Maps verändern. Im allge-
meinen existiert eine ASCII-Quellversion der Datenbasis auf dem
Master, und die wird mit einem Standard-Texteditor verändert. Die
Aktualisierung wird in die Map aufgenommen und wird durch
/var/yp/Makefile an die anderen Server verteilt, siehe ypmake(1M). In
/var/yp/Makefile sind eine Reihe von Standard-Maps eingetragen; wenn
eine NIS-Map hinzugefügt wird, editieren Sie diese Datei, um die neue
Map zu unterstützen. Das makefile verwendet makedbm(1M), um die NIS-
Map auf dem Netzverwaltungsrechner zu erzeugen, und yppush(1M) um die
veränderte Map an die anderen Server zu verteilen.
Seite 1 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
ypfiles(4) ypfiles(4)
DATEIEN
/var/yp
/var/yp/aliases
/var/yp/Makefile
SIEHE AUCH
makedbm(1M), ypinit(1M), ypmake(1M), yppoll(1M), yppush(1M),
ypserv(1M), ypxfr(1M), dbm(3C).
Seite 2 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98