ypserv(1M) ypserv(1M)
NAME
ypserv, ypbind - NIS-Server- und Binder-Prozesse
SYNTAX
/usr/lib/netsvc/yp/ypserv
/usr/lib/netsvc/yp/ypbind [-ypset | -ypsetme]
BESCHREIBUNG
NIS stellt einen einfachen, aus einer Datenbasis und Prozessen beste-
henden Datenabfragedienst im Netz zur Verfügung. Die Datenbasis (Maps)
sind dbm(3C)-Dateien in einer Verzeichnisstruktur unter /var/yp. Diese
Dateien werden unter ypfiles(4) näher beschrieben. Die Prozesse sind
ypserv, der NIS-Server zum Abfragen von Datenbasisdaten, und ypbind,
der NIS-Binder. Die Programmschnittstelle zu NIS wird unter ypclnt(3N)
näher beschrieben. Die Verwaltungskommandos werden unter yppush(1M),
ypxfr(1M), yppoll(1M), ypwhich(1) und ypset(1M) beschrieben. Kommandos
zur Anzeige des Inhalts der Netzverwaltungsdatenbasis (NIS-Maps) siehe
unter ypcat(1) und ypmatch(1). Kommandos zur Datenbasisgenerierung und
-verwaltung werden unter ypinit(1M), ypmake(1M) und makedbm(1M) näher
beschrieben.
Sowohl ypserv als auch ypbind sind Dämon-Prozesse, die beim Einrichten
des NIS-Rechners durch ypinit(1M) und bei jedem Systemstart über
/etc/init.d/yp aktiviert werden.
Die primäre Funktion des ypserv-Dämons besteht im Abfragen von Infor-
mationen der lokalen Datenbasis, der NIS-Maps. Die Kommunikation mit
dem Dämon ypserv erfolgt über RPC-Aufrufe. Die Abfragefunktionen wer-
den unter ypclnt(3N) beschrieben und stehen als in C aufrufbare Funk-
tionen in der NIS-Bibliothek zur Verfügung. Es gibt vier Abfragefunk-
tionen, die auf eine bestimmte NIS-Map innerhalb einer NIS-Domäne
angewendet werden: "Match", "Getfirst", "Getnext" und "Getall". Bei
der Operation "Match" wird ein Schlüssel verwendet und der zugehörige
Wert zurückgegeben. Die Operation "Getfirst" gibt das erste
Schlüssel/Werte-Paar aus der NIS-Map zurück und "Getnext" kann ver-
wendet werden, um die restlichen Paare zu erfragen. Mit "Getall" wird
der Inhalt der gesamten NIS-Map als Antwort auf einen RPC-Auftrag an
den Client übergegeben.
Mit den Funktionen "Getordernumber" und "Getmastername" können
Informationen über die NIS-Map anstatt zu einzelnen Einträgen der
Datei abgerufen werden. Sowohl die Versionsnummer (order number) als
auch der Name des Netzverwaltungs-Rechners (master name) liegen in der
NIS-Map als Schlüssel/Werte-Paare vor, der Server gibt sie allerdings
nicht über die normalen Abfragefunktionen aus. Wenn Sie die NIS-Map
allerdings mit makedbm(1M) prüfen, können die Schlüssel/Werte der
Datei angezeigt werden.
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ypserv(1M) ypserv(1M)
ypbind merkt sich Informationen, mit deren Hilfe die Client-Prozesse
auf einem Rechner mit einem ypserv-Prozeß kommunizieren können. ypbind
muß auf jedem NIS-Client laufen.
Die Informationen, die ypbind sich merkt, werden als binding (Bindung)
bezeichnet - die Zuordnung eines Domänennamens zu einem NIS-Server.
Das Binden wird von Client-Aufträgen gesteuert. Wenn ein Auftrag für
eine ungebundene Domäne ankommt, durchsucht der ypbind-Prozeß die
Liste ypservers nach einem ypserv-Prozeß für NIS-Maps innerhalb dieser
Domäne. Auf mindestens einem der in der Datei ypservers aufgeführten
Rechner muß ein ypserv-Prozeß aktiv sein. Sobald eine Domäne durch
einen ypbind gebunden ist, wird diese Bindung dem Client-Prozeß mitge-
teilt. Die Bindung einer bestimmten Domäne kann vom ypbind-Prozeß des
lokalen oder eines fernen Rechners mit ypwhich(1) erfragt werden.
Kann ypbind nicht mit dem ypserv-Prozeß kommunizieren, an den ypbind
gebunden ist, wird die Domäne als ungebunden (unbound) markiert, der
Client-Prozeß über diesen Zustand informiert und dann erneut versucht,
die Domäne zu binden. Aufträge, die für eine ungebundene Domäne einge-
hen, werden zurückgestellt, bis die geforderte Domäne gebunden ist. Im
allgemeinen wird eine gebundene Domäne als ungebunden markiert, wenn
der Rechner, auf dem der ypserv-Prozess läuft, abstürzt oder überla-
stet ist. In diesem Fall bindet ypbind einen anderen, in der Datei
/var/yp/binding/domainname/ypservers aufgeführten NIS-Server.
ypbind akzeptiert auch Aufträge zum Erstellen der Bindung für eine
bestimmte Domäne. Solch ein Auftrag wird normalerweise vom NIS-
Subsystem selbst ausgegeben. ypset(1M) ist ein Kommando, mit dem auf
die Funktion "Setdomain" zugegriffen werden kann. Hinweis: Die Proze-
dur "Set" Domain akzeptiert nur Aufträge von Prozessen, die mit
Systemverwalter-Berechtigung ausgeführt werden. Außerdem müssen die
Flags -ypset oder -ypsetme für den ypbind-Prozeß gesetzt sein.
Die folgenden Optionen sind nur für das Kommando ypbind verfügbar:
-ypset Den Aufruf von ypset(1M) für jeden Benutzer zulassen.
Standardmäßig kann ypset(1M) von keinem Benutzer aufgeru-
fen werden.
-ypsetme Den Aufruf von ypset(1M) nur für Root auf lokalen Rechnern
zulassen. Standardmäßig kann ypset(1M) von keinem Benutzer
aufgerufen werden.
HINWEISE
Sowohl ypbind als auch ypserv unterstützen mehrere Domänen. Der
ypserv-Prozeß stellt fest, für welche Domänen er zuständig ist, indem
er das Verzeichnis /var/yp nach Verzeichnissen mit gleichem Namen
abfragt. Zusätzlich kann der ypbind-Prozeß Bindungen zu verschiedenen
Domänen und deren Server verwalten.
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ypserv(1M) ypserv(1M)
DATEIEN
Wenn die Datei /var/yp/ypserv.log beim Starten des ypserv-Prozesses
vorhanden ist, werden beim Auftreten von Fehlerbedingungen Protokoll-
daten in diese Datei geschrieben.
/var/yp
/var/yp/binding/ypdomain/ypservers
SIEHE AUCH
ypcat(1), ypmatch(1), ypwhich(1), makedbm(1M), ypinit(1M), ypmake(1M),
yppoll(1M), yppush(1M), ypset(1M), ypxfr(1M), dbm(3C), ypclnt(3N),
ypfiles(4).
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