Museum

Home

Lab Overview

Retrotechnology Articles

Online Manuals

⇒ inetd(1M) — Reliant UNIX 5.44c4

Media Vault

Software Library

Restoration Projects

Artifacts Sought

Related Articles

comsat(1M)

ftpd(1M)

rexecd(1M)

rlogind(1M)

rshd(1M)

telnetd(1M)

tftpd(1M)

inetd.conf(4)

inetd(1M)                                                         inetd(1M)

NAME
     inetd - Dämon für Internet-Dienste

SYNTAX
     inetd [-d] [-t] [-s] [-nno.ofallow.servicerequestspercount-interval]
           [-ccount-intervalinseconds] [-rretrytimeoutinminutes]
           [-ano.ofaccepterrors] [configuration-file]

BESCHREIBUNG
     inetd, der Dämon für Internet-Dienste, wird normalerweise beim System-
     start von der Service Access Facility (SAF) aktiviert. Um Umgebungsva-
     riablen beim Starten von inetd durch SAF zu setzen, ist die Zeile

     assign umgebungsvariable=wert

     in die Datei /etc/saf/inetd/config einzutragen. Falls diese Datei
     noch nicht existiert, ist sie anzulegen.

     Beispiel: Um die Umgebungsvariable LIBSOCKETBSD für inetd nach dem
     Hochfahren des Systems zu setzen, ist die Datei /etc/saf/inetd/config
     mit folgendem Inhalt

     assign LIBSOCKETBSD=Y

     einzurichten. Nach dem Start liest inetd seine Konfigurationsdaten aus
     der Datei configuration-file, standardmäßig ist dies /etc/inetd.conf.
     Nähere Angaben zum Format dieser Datei finden Sie unter inetd.conf(4).
     Der Dämon wartet auf Verbindungswünsche an den Portnummern der Dien-
     ste, die in der Konfigurationsdatei angegeben sind. Wird ein Verbin-
     dungswunsch an einem solchen Port empfangen, wird der entsprechende
     Server-Dämon aufgerufen, der in der Konfiguratonsdatei für den ange-
     forderten Dienst angegeben ist. Wenn der Server-Prozeß gestartet ist,
     wartet inetd auf weitere Verbindungswünsche.

     Mit der Option -d werden Diagnoseprotokolle in /var/saf/inetd/log
     ausgegeben.

     Mit der Option -t werden alle Verbindungen protokolliert.

     Mit der Option -s kann inetd "standalone", d. h. eigenständig außer-
     halb der Service Access Facility (SAF), arbeiten. Log-Meldungen werden
     nach stderr geschrieben.

     Mit der Option -n wird die Anzahl der pro Zählintervall zulässigen
     Dienstanforderungen geändert. inetd deaktiviert einen Dienst, wenn im
     angegebenen Zeitraum zu viele Anforderungen für diesen Dienst abge-
     setzt wurden. Die Standardeinstellung sind 90 Dienstanforderungen pro
     20 Sekunden.

     Mit der Option -c wird das Zählintervall geändert. Der Standardwert
     beträgt 20 Sekunden.




Seite 1                      Reliant UNIX 5.44               Gedruckt 11/98

inetd(1M)                                                         inetd(1M)

     Mit der Option -r wird angegeben, wie lange eine fehlgeschlagene Dien-
     stanforderung vor ihrer Reinitialisierung angehaltenen wird. Der Stan-
     dardwert beträgt 10 Minuten.

     Mit der Option -a wird die maximale Anzahl der accept(3N)-Fehler geän-
     dert, bevor der Dienst reinitialisiert wird. Der Standardwert beträgt
     3.

     inetd -r2 bedeutet, daß die Zeitüberschreitung für den erneuten Ver-
     such auf 2 Minuten eingestellt wurde.

     inetd -c100 -r2 bedeutet, daß der inetd-Dämon einen Dienst deakti-
     viert, wenn in einem Zeitraum von 20 Sekunden mehr als 100 Dienstan-
     forderungen abgesetzt wurden und die Zeitüberschreitung für den erneu-
     ten Versuch auf 2 Minuten eingestellt wurde.

     Anstelle mehrerer Dämonprozesse, die parallel mit nur wenigen Anforde-
     rungen arbeiten, verringert inetd die Belastung des Systems, indem er
     Internet-Server nur nach Bedarf aktiviert.

     inetd selbst stellt eine Reihe einfacher Dienste auf TCP-Basis zur
     Verfügung. Dazu gehören: echo, discard, chargen (Zeichengenerator),
     daytime (benutzerlesbare Zeit) und time (maschinenlesbare Zeit in der
     Form Anzahl der Sekunden seit Mitternacht des 1. Januars 1900). Aus-
     führliche Informationen zu diesen Diensten finden Sie im entsprechen-
     den RFC-Dokument (Request For Comment) des Network Information Cen-
     ters.

     inetd liest seine Konfigurationsdatei jedesmal neu, wenn er ein
     Hangup-Signal SIGHUP empfängt. Zwischen den einzelnen Lesevorgängen
     können neue Dienste aktiviert und bestehende gelöscht oder geändert
     werden.

SIEHE AUCH
     comsat(1M), ftpd(1M), rexecd(1M), rlogind(1M), rshd(1M), telnetd(1M),
     tftpd(1M), inetd.conf(4).

LITERATUR
     Postel, Jon, Echo Protocol, RFC 862, Network Information Center, SRI
     International, Menlo Park, Calif., May 1983.

     Postel, Jon, Discard Protocol, RFC 863, Network Information Center,
     SRI International, Menlo Park, Calif., May 1983.

     Postel, Jon, Character Generater Protocol, RFC 864, Network
     Information Center, SRI International, Menlo Park, Calif., May 1983.

     Postel, Jon, Daytime Protocol, RFC 867, Network Information Center,
     SRI International, Menlo Park, Calif., May 1983.

     Postel, Jon, and Ken Harrenstien, Time Protocol, RFC 868, Network
     Information Center, SRI International, Menlo Park, Calif., May 1983.


Seite 2                      Reliant UNIX 5.44               Gedruckt 11/98

Typewritten Software • bear@typewritten.org • Edmonds, WA 98026