mapchan(1M) mapchan(1M)
NAME
mapchan - Zeichenabbildung für Terminals anzeigen oder konfigurieren
SYNTAX
mapchan [-o | -d] [channel] Format 1
mapchan -s [-f mapfile] [channel ...] Format 2
mapchan -sn [channel ...] Format 3
mapchan -sa [-f mapfile] Format 4
BESCHREIBUNG
Der mapchan-Mechanismus ermöglicht eine Abbildung von ein- und ausge-
gebenen Zeichen auf Terminals. Auf der Eingabeseite können einzelne
Zeichen auf andere Zeichen abgebildet werden (1:1-Abbildung) sowie
Tottasten- und Composetastenfolgen (siehe unten) definiert werden. Auf
der Ausgabeseite können einzelne Zeichen auf ein oder mehrere Zeichen
abgebildet werden (1:N-Abbildung).
Der mapchan-Mechanismus eignet sich z. B. für die Unterstützung von
Terminals, die keine eigenen Tottasten- oder Composetastenfolgen
besitzen, oder um z. B. ausgegebene Zeichen in gerätespezifische Zei-
chensequenzen umzusetzen.
Das Kommando mapchan dient zum Anzeigen und zum Konfigurieren der
Abbildungtabelle von einem bzw. mehreren Terminals.
Anzeigen von Abbildungstabellen (Format 1)
Wird das Kommando mapchan in der ersten Form aufgerufen, so gibt das
Kommando die Abbildungstabelle des Terminals channel auf die Standard-
ausgabe aus. Ist kein Terminal channel angegeben, so verwendet mapchan
das Terminal, das mit der Standardeingabe, Standardausgabe oder Stan-
dardfehlerausgabe verbunden ist.
Das Terminal channel kann als absoluter Pfadname angegeben werden oder
als relativer Pfadname, der in dem Verzeichnis /dev gesucht wird
(z. B. /dev/term/tty000 oder term/tty000).
Die Ausgabe der Abbildungstabelle erfolgt in einem Format, welches als
Eingabedatei (mapfile) für einen anderen mapchan-Aufruf verwendet wer-
den kann. Das Format einer mapfile-Datei ist im Handbucheintrag
mapchan(4) beschrieben.
Standardmäßig werden nicht-alphanumerische Zeichen bei der Ausgabe der
Abbildungstabelle in hexadezimaler Form dargestellt. Diese Darstellung
kann durch die folgenden Optionen verändert werden:
-o Nicht-alphanumerische Zeichen werden in oktaler Darstellung aus-
gegeben. Diese Option darf mit keiner anderen Option kombiniert
werden.
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-d Nicht-alphanumerische Zeichen werden in dezimaler Darstellung
ausgegeben. Diese Option darf mit keiner anderen Option kombi-
niert werden.
Konfigurationsdatei /etc/default/mapchan
Die Konfigurationsdatei /etc/default/mapchan definiert Zuordnungen von
Abbildungstabellen zu Terminals. Diese Zuordnungen werden von dem Kom-
mando mapchan beim Konfigurieren von Terminals ausgewertet (siehe
unten).
Eine Zuordnung in der Konfigurationsdatei besteht aus einer Zeile, die
den Namen eines Terminals und den Namen einer mapfile-Datei enthält.
Der Name des Terminals muß in der ersten Spalte der Zeile beginnen und
die beiden Namen müssen durch ein oder mehrere Leerzeichen voneinander
getrennt sein. Leerzeilen oder Zeilen, die mit einem #-Zeichen begin-
nen, werden ignoriert.
Die Datei /etc/default/mapchan kann z. B. folgendermaßen aussehen:
# Standard-Zuordnung
term/tty013 mapfile1
term/tty300 mapfile2
Die Terminals und die mapfile-Dateien dürfen mit absoluten oder rela-
tiven Pfadnamen angegeben werden. Terminals mit relativen Pfadnamen
werden in dem Verzeichnis /dev gesucht. Relative mapfile-Dateien müs-
sen in dem Verzeichnis /usr/lib/mapchan enthalten sein.
Wenn bei einer Zuordnung keine mapfile-Datei angegeben wird, so ent-
spicht dies einer leeren Abbildungstabelle (mapchan-Mechanismus deak-
tiviert).
Konfigurieren von Abbildungstabellen (Format 2, 3 und 4)
Wenn beim Kommando mapchan weder die Option -f, -n und -a verwendet
wird, muß die Option -s angegeben werden. Dabei können die Terminals
und die mapfile-Dateien auf unterschiedliche Weise angegeben werden.
Sind bei dem Kommando mapchan -s keine Terminals channel ... angege-
ben, so verwendet mapchan das Terminal, das mit der Standardeingabe,
Standardausgabe oder Standardfehlerausgabe verbunden ist.
Wird das Kommando mapchan -s mit der Option -f mapfile kombiniert, so
werden die angegebenen Terminals channel ... mit der Abbildungsta-
belle, die in der Datei mapfile definiert ist, konfiguriert. Das For-
mat einer mapfile-Datei ist im Handbucheintrag mapchan(4) beschrieben.
Fehlt beim Aufruf des Kommandos mapchan -s die Option -f mapfile, so
verwendet das Kommando mapchan für jedes Terminal die mapfile-Datei,
die in der Konfigurationsdatei /etc/default/mapchan diesem Terminal
zugeordnet ist.
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Anstatt der Option -f mapfile kann auch die Option -n angegeben wer-
den. Diese Option entspricht einer leeren Abbildungstabelle, die den
mapchan-Mechanismus für die angegebenen Terminals deaktiviert.
Wird die Option -s mit der Option -a kombiniert, so dürfen keine Ter-
minals angegeben werden. In diesem Fall werden alle Terminals, die in
der Konfigurationsdatei /etc/default/mapchan aufgeführt sind, konfigu-
riert. Dabei wird entweder die durch die Option -f spezifizierte
mapfile-Datei verwendet oder die jeweilige mapfile-Datei, die dem Ter-
minal zugeordnet ist. Die Verwendung der Option -a ist normalerweise
nur für den Systemverwalter sinnvoll.
Allgemeines
Ein Benutzer kann nur ein Terminal konfigurieren, dessen Eigentümer er
ist. Der Systemverwalter ist dagegen zur Konfigurierung jedes beliebi-
gen Terminals berechtigt.
Wird ein Terminal zum ersten Mal eröffnet, so ist der mapchan-Mecha-
nismus deaktiviert. Deshalb bleibt die mapchan-Einstellung eines Ter-
minals nach dem Beenden der Sitzung nicht erhalten.
Bei einer Tottastenfolge handelt es sich um eine Folge von zwei
Tastenanschlägen, die auf ein einzelnes Zeichen abgebildet wird. Das
erste Zeichen einer Tottastenfolge muß in der Abbildungstabelle als
Tottaste gekennzeichnet werden. Üblicherweise werden die diakritischen
Zeichen als Tottasten definiert. So kann z. B. die Tottastenfolge 'e
auf das Zeichen é abgebildet werden.
Eine Composetastenfolge ist eine Folge von drei Tastenanschlägen, die
auf ein einzelnes Zeichen abgebildet wird. Eine Composetastenfolge muß
immer mit der Composetaste, die in der Abbildungstabelle definiert
wird, anfangen.
Fehler bei der Eingabe können folgende Ursachen haben:
⊕ Ist in der Abbildungstabelle mapfile die Zeichenkombinationssequenz
nicht definiert (Tottasten- oder Composetastenfolge), dann werden
die Zeichen verworfen.
⊕ Wird eine Tottastenfolge mit einer Tottaste abgebrochen, dann wer-
den beide Zeichen verworfen.
⊕ Wird eine Tottastenfolge mit Compose abgebrochen, dann wird die
Tottaste verworfen und Compose gewertet.
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⊕ Wird eine Composesequenz mit Compose abgebrochen, dann wird
- die 1. Composesequenz verworfen
- die 2. Composesequenz gewertet.
Eine Composetastenfolge darf Tottastenzeichen enthalten. Diese werden
als normale Zeichen behandelt.
Wenn die Abbildungstabelle mapfile das Schlüsselwort "beep" enthält,
so ertönt in einer der oben beschrieben Situationen ein akustisches
Signal.
HINWEISE
Da der mapchan-Mechanismus in dem STREAMS-Modul ldterm(7) realisiert
ist, muß dieses STREAMS-Modul in der zu konfigurierenden Terminal-
schnittstelle "gepusht" sein.
Wird auf einem Terminal eine nicht sinnvolle Abbildungstabelle einge-
stellt, so ist im allgemeinen ein weiteres Arbeiten mit diesem Termi-
nal nicht möglich.
Eingegebene Zeichen durchlaufen auf jeden Fall die 1:1-Abbildung,
selbst wenn sie Teil einer Tottasten- oder Composetastenfolge sind,
außer bei Tottasten, die in Composetastenfolgen verwendet werden.
Das Flag ISTRIP [siehe stty(1)] sollte bei einem Terminal, auf dem
eine Abbildungstabelle eingestellt wurde, nicht gesetzt sein, da sonst
das achte Bit der Zeichen maskiert wird.
Bitte beachten Sie, daß zur Konfiguration der PC-Tastatur das Kommando
mapkey(1M) benutzt wird.
DATEIEN
/etc/default/mapchan
/usr/lib/mapchan/*
SIEHE AUCH
stty(1), mapkey(1M), mapchan(4), ascii(5), meta-ascii(5), keyboard(7)
[bei RM400], ldterm(7).
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