host(1M) host(1M)
NAME
host - Hostnamen über den Domänenserver suchen
SYNTAX
host [-v] [-w] [-r] [-d] [-t querytype] [-a] [-l] host [server]
BESCHREIBUNG
host sucht nach Informationen zu Internet-Hosts. Diese Informationen
werden aus einer Anzahl untereinander verbundener Server abgerufen,
die weit verstreut sein können. Standardmäßig werden hierbei lediglich
Hostnamen in Internet-Adressen umgesetzt. Mit den Optionen -t oder -a
kann dieses Kommando allerdings auch für die Suche nach allen über
einen Host verfügbaren Informationen verwendet werden, die vom Domä-
nenserver verwaltet werden.
Bei den Argumenten kann es sich entweder um Hostnamen oder Hostnummern
handeln. Das Programm versucht zunächst die Argumente als Hostnummern
zu interpretieren. Schlägt dies fehl, werden sie als Hostnamen behan-
delt. Eine Hostnummer besteht aus Dezimalzahlen, die durch Punkte
getrennt sind, zum Beispiel 128.6.4.194.
Ein Hostname besteht aus durch Punkte voneinander getrennte Namen, wie
beispielsweise topaz.rutgers.edu. Sofern der Name nicht mit einem
Punkt endet, wird der lokale Domänenname automatisch an das Ende ange-
hängt. Wenn ein Rutgers-Benutzer also "host topaz" angibt, wird nach
"topaz.rutgers.edu" gesucht. Schlägt dies fehl, wird nach dem unverän-
derten Namen gesucht (in diesem Fall also nach "topaz"). Die gleiche
Konvention wird auch für Mail und andere Netzwerkdienstprogramme ver-
wendet. Das an das Ende anzuhängende Suffix stammt aus den Ergebnissen
eines "hostname"-Aufrufs, wobei alle Angaben nach dem ersten Punkt
verwendet werden. (Eine Beschreibung zur Hostnamenssuche finden Sie
weiter unten.)
Das erste Argument ist der Hostname, nach dem Sie suchen. Handelt es
sich hierbei um eine Nummer, wird eine "inverse Anfrage" durchgeführt,
daß heißt, das Domänensystem sucht in einer gesonderten Menge von
Datenbanken, die zum Umsetzen von Nummern in Namen verwendet werden.
Das zweite Argument ist optional. Hiermit können Sie einen bestimmten
Server für die Anfrage angeben. Wenn dieses Argument nicht angegeben
wird, wird der voreingestellte Server verwendet.
Wird hier ein Name angegeben, sind drei verschiedene Ausgaben möglich.
Das folgende Beispiel zeigt alle drei Ausgabemöglichkeiten:
% host sni4
sni4.rutgers.edu is a nickname for ATHOS.RUTGERS.EDU
ATHOS.RUTGERS.EDU has address 128.6.5.46
ATHOS.RUTGERS.EDU has address 128.6.4.4
ATHOS.RUTGERS.EDU mail is handled by ARAMIS.RUTGERS.EDU
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Der Benutzer hat das Kommando "host sni4" eingegeben. Die erste Zeile
gibt an, daß der Name "sni4.rutgers.edu" eigentlich ein Kurzname
(nickname) ist. Der offizielle Hostname lautet "ATHOS.RUTGERS.EDU".
Die nächsten beiden Zeilen zeigen die Adresse. Wenn ein System über
mehr als eine Netzwerkschnittstelle verfügt, wird für jede Schnitt-
stelle die Adresse separat ausgegeben. Die letzte Zeile gibt an, daß
die Mail für "ATHOS.RUTGERS.EDU" nicht von ihm selber verwaltetet
wird. Die Mail für diesen Rechner wird von "ARAMIS.RUTGERS.EDU" ange-
nommen. Es können mehrere derartige Zeilen ausgegeben werden, da man-
che Systeme mehrere andere Systeme haben, die für sie Mail weiterlei-
ten. Eigentlich sollte für jedes System, das Mail empfangen kann, ein
derartiger Eintrag vorhanden sein. Wenn das System seine eigene Mail
verwaltet, sollte in einem Eintrag das System selbst genannt sein, zum
Beispiel "XXX mail is handled by XXX". Für viele Systeme, die ihre
eigene Mail bearbeiten, liegt ein entsprechender Eintrag jedoch nicht
vor. Wenn für ein System "mail is handled by" ausgegeben wird, ohne
daß eine Adresse angegeben ist, bedeutet dies, daß das System nicht
zum Internet gehört, sondern die Mail über ein System im Netzwerk wei-
tergeleitet wird. Systeme im Usenet, Bitnet und andere Netzwerke haben
solche Einträge.
OPTIONEN
Vor dem Hostnamen können verschiedene Optionen angegeben werden. Die
meisten dieser Optionen sind nur für diejenigen von Bedeutung, die die
Datenbank der Domäne verwalten.
-v Ausgabe im "ausführlichen" (verbose) Format. Damit ist das offi-
zielle Masterdateiformat der Domäne gemeint, wie es in named(1M)
dokumentiert ist. Auch ohne diese Option erfolgt die Ausgabe im
allgemeinen in diesem Format, es wird jedoch versucht, die Aus-
gabe für den normalen Benutzer lesbarer zu machen. Ohne -v werden
die Einträge a, mx und cname als "has address", "mail is handled
by" und "is a nickname for" ausgeschrieben; TTL- und Klassenfel-
der werden hierbei nicht angezeigt.
-w Host wartet unbegrenzte Zeit auf Antwort. Normalerweise ist das
Zeitlimit nach ungefähr einer Minute erreicht.
-r Rekursion in der Anfrage wird deaktiviert. Dies bedeutet, daß der
Nameserver nur Daten aus der eigenen Datenbank zurückliefert. Es
werden keine anderen Server nach weiteren Informationen befragt.
-d Aktiviert die Testhilfe. Netzwerktransaktionen werden im Detail
angezeigt.
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-t Ermöglicht die Angabe eines bestimmten Typs von Informationen,
nach dem gesucht werden soll. Die Argumente sind in named(1M)
definiert. Derzeit unterstützte Typen sind: a, ns, md, mf, cname,
soa, mb, mg, mr, null, wks, ptr, hinfo, minfo, mx, uinfo, uid,
gid, unspec und der Platzhalter (Wildcard), der entweder mit
"any" oder "*" angegeben werden kann. Typen müssen in Klein-
schreibung angegeben werden. Standardmäßig wird zuerst nach a und
dann nach mx gesucht, außer bei Angabe der Option für die Ausgabe
im ausführlichen Format; in diesem Fall wird standardmäßig nur
nach a gesucht.
-a Die Option -a (für "alle") entspricht -v -t any.
-l Mit der Option -l wird eine Auflistung der gesamten Domäne ausge-
geben. Zum Beispiel wird mit
host -l rutgers.edu
eine Liste aller Hosts in der Domäne rutgers.edu ausgegeben. Die
Option -t wird verwendet, um die Informationen so zu filtern, wie
man es als üblich erwarten würde; d. h., Adreßinformationen,
inklusive PTR- und NS-Datensätze, werden ausgegeben. Das Kommando
host -l -v -t any rutgers.edu
gibt die vollständigen Zonendaten für rutgers.edu aus, und zwar
im offiziellen Masterdateiformat. (Der SOA-Datensatz wird aller-
dings zweimal aufgeführt.) Hinweis: -l ist über eine vollständige
Zonenübertragung mit anschließendem Filtern der gewünschten
Informationen implementiert. Dieses Kommando sollte nur verwendet
werden, wenn dies unbedingt erforderlich ist.
ANPASSUNG DER HOSTNAMENSUCHE
Wenn der vom Benutzer angegebene Name keine Punkte enthält, wird im
allgemeinen eine Standarddomäne an das Ende angehängt. Diese Domäne
kann in /etc/resolv.conf definiert werden, wird normalerweise jedoch
aus dem Namen des lokalen Hosts nach dem ersten Punkt abgeleitet. Der
Benutzer kann dies mit Hilfe der Umgebungsvariablen LOCALDOMAIN über-
schreiben und eine andere Standarddomäne angeben. Außerdem kann der
Benutzer seine eigenen Abkürzungen für die Hostnamen angeben. Diese
sollten in einer Datei aufgeführt sein, die pro Zeile eine Abkürzung
enthält. Dabei sollte in jeder Zeile eine Abkürzung gefolgt von einem
Leerzeichen und dem vollständigen Hostnamen stehen. Auf diese Datei
muß eine Umgebungsvariable HOSTALIASES zeigen, die dem Namen der Datei
entspricht.
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HINWEISE
Unerwartete Ergebnisse können auftreten, wenn Sie einen Namen einge-
ben, der nicht zur lokalen Domäne gehört. Bitte denken Sie stets
daran, daß der Name der lokalen Domäne an das Ende jedes Namens ange-
hängt wird, sofern der Name nicht mit einem Punkt endet. Nur wenn das
Anhängen des Namens fehlschlägt, wird der angegebene Name unverändert
verwendet.
Mit der Option -l wird nur der erste Nameserver abgefragt, der für die
angeforderte Domäne aufgelistet ist. Wenn dieser Server nicht aktiv
ist, müssen Sie möglicherweise einen Server manuell angeben. Bei
foo.edu können Sie beispielsweise das Kommando "host -t ns foo.edu"
angeben, um eine Liste aller Nameserver für foo.edu zu erhalten und
anschließend "host -l foo.edu xxx", um alle xxx in der Liste der Name-
server anzuzeigen, bis Sie einen finden, der aktiv ist.
DATEIEN
/usr/lib/named/bog.ascii
/usr/lib/named/bog.ps
BIND Name Server Operations Guide for BIND ("BOG"); ASCII- und
MailScript-Format
SIEHE AUCH
named(1M), resolv.conf(4).
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