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⇒ uucp(1) — Reliant UNIX 5.44c4

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uucp(1)                                                             uucp(1)

NAME
     uucp - Dateien zwischen UNIX Systemen kopieren (Unix to Unix copy)

SYNTAX
     uucp[ option]... ausgangsdatei ...zieldatei

BESCHREIBUNG
     Die wichtigste Anwendung von uucp ist das Kopieren von Dateien zwi-
     schen verschiedenen UNIX Systemen. Zur Dateiübertragung wird das Pro-
     gramm uucico ausgeführt [siehe uucico(1M)]. Aus Sicherheitsgründen
     sollte die Dateiübertragung mit uucp nur über das Public-Dateiver-
     zeichnis /var/spool/uucppublic erfolgen.

     Sie können mit Hilfe von uucp auch elektronische Post an ferne Systeme
     senden.

     Vorsicht:
          Die Menge der Dateien, auf die von einem fernen Rechner aus zuge-
          griffen werden darf, kann (und sollte normalerweise aus Sicher-
          heitsgründen!) stark eingeschränkt sein. Sie werden höchstwahr-
          scheinlich nicht berechtigt sein, Dateien über den Pfadnamen zu
          holen; bitten Sie statt dessen den betreffenden Benutzer auf dem
          fernen System, Ihnen die Dateien zu senden. Aus den gleichen
          Gründen werden Sie wahrscheinlich nicht berechtigt sein, Dateien
          zu beliebigen Pfadnamen zu senden. Die Zugriffsberechtigungen
          werden über die Datei /usr/lib/uucp/Permissions geregelt.

          Alle Dateien, die über uucp empfangen werden, haben als Eigentü-
          mer den UUCP-Verwalter.

          uucp kopiert keine Dateien, bei denen für "Andere" kein Leserecht
          besteht; d. h. die Dateien müssen mindestens die Zugriffsrechte
          0444 besitzen. Während der Dateiübertragung ändert uucp die
          Rechte für den Dateizugriff: 0666.

OPTIONEN
     -c   Die Ausgangsdatei wird direkt nach zieldatei kopiert und nicht
          zuerst in das Spool-Dateiverzeichnis. (Diese Option ist standard-
          mäßig gesetzt.)

     -C   Die Ausgangsdatei wird zuerst in das Spool-Dateiverzeichnis
          kopiert und von dort aus nach zieldatei.

     -d   Es werden alle nötigen Dateiverzeichnisse für das Kopieren ange-
          legt. (Diese Option ist standardmäßig gesetzt.)

     -f   Es werden keine Zwischendateiverzeichnisse für das Kopieren ange-
          legt.







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uucp(1)                                                             uucp(1)

     -g grad
          Mit dieser Option können Sie eine Priorität festlegen, mit der
          uucp die Dateien überträgt. Existiert die Datei /etc/uucp/Grades,
          so muß grad eine der Prioritätsklassen sein, die das Kommando
          uuglist ausgibt: high, medium oder low. Ist dies nicht der Fall,
          ist grad ein Buchstabe oder eine Ziffer: 0,...,9,A,...,Z,a,...,z.
          0 bezeichnet die höchste Priorität, z die niedrigste. Standardmä-
          ßig hat uucp die Priorität Z. Über das Kommando uuglist erhalten
          Sie eine Liste der Prioritätsklassen, die Ihnen für grad zur Ver-
          fügung stehen (siehe uuglist). Bei umfangreichen Aufträgen soll-
          ten Sie eine niedrigere Priorität setzen.

          Zum Vergleich: uux hat standardmäßig die Priorität A, Nachrichten
          werden per mail normalerweise mit Priorität C gesendet.

     -j   Die uucp-Auftragsnummer wird auf die Standard-Ausgabe ausgegeben.
          Diese Auftragsnummer kann von uustat benutzt werden, um den Sta-
          tus eines uucp-Auftrags festzustellen oder einen uucp-Auftrag zu
          beenden. Die Auftragsnummer ist gültig, solange sich der Auftrag
          in der Warteschlange des lokalen Systems befindet.

     -m   Ist der Kopiervorgang beendet, wird eine Nachricht an den Benut-
          zer, der uucp aufgerufen hat, gesendet.

          Die Option -m wirkt nur, wenn Sie Dateien senden oder eine ein-
          zige Datei empfangen. Wenn Sie mehrere Dateien empfangen, die
          über Shell-Sonderzeichen ?, *, [...] angesprochen wurden, wirkt
          die Option -m nicht.

     -n benutzerkennung
          Der Benutzer am fernen System erhält eine Nachricht, daß eine
          Datei gesendet wurde.

     -r   Die Dateiübertragung wird nicht gestartet, sondern der Auftrag
          lediglich in die Warteschlange gesetzt.

     -s datei
          Der Status der Dateiübertragung wird in datei abgelegt. Die
          Option -s setzt die Option -m außer Kraft.

     -x debug
          Die Fehlersuche (debugging) soll mit Level debug erfolgen. Das
          bedeutet: Wenn Fehler auftreten, werden diese auf der Standard-
          Fehlerausgabe kommentiert. Für debug können Sie eine Zahl von 0
          bis 9 angeben. Je größer die Zahl, desto ausführlicher sind die
          Informationen, die Sie erhalten. Diese Option ist möglicherweise
          nicht auf allen Systemen implementiert.

     --   Ende der Optionenliste. Die Angabe ist nötig, wenn ausgangsdatei
          mit - beginnt.




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uucp(1)                                                             uucp(1)

     ausgangsdatei
          Datei, die kopiert werden soll. In welcher Form Sie die Ausgangs-
          dateien angeben können, ist im folgenden Abschnitt beschrieben.

     zieldatei
          Für zieldatei können Sie entweder eine Datei oder ein Dateiver-
          zeichnis angeben. Geben Sie ein Dateiverzeichnis an, werden die
          Ausgangsdateien unter dem gleichen einfachen Dateinamen in das
          Dateiverzeichnis kopiert.

          In welcher Form Sie zieldatei angeben können, ist im folgenden
          Abschnitt beschrieben.

   Angabe der Dateien

     Für ausgangsdatei und zieldatei können Sie angeben:

     -  einen Pfadnamen; dieser Pfadname bezieht sich dann auf Ihren (d. h.
        den lokalen) Rechner

     -  eine Zeichenkette der Form

        systemname!pfadname

        wobei systemname ein Systemname sein muß, den uucp kennt; der Pfad-
        name bezieht sich dann auf das angegegebene (ferne) System.

     -  eine Liste von Rechnernamen, die angibt, über welche Route die
        Daten gesendet werden:

        system1!system2!system3!...!systemn!pfadname

     Die Pfadnamen können Sie auf eine der folgenden vier Arten angeben:

     1. als absoluten Pfadnamen.

     2. als relativen Pfadnamen; diesem wird dann das aktuelle Dateiver-
        zeichnis vorangestellt.

     3. als Pfadnamen, dem ~benutzerkennung vorangestellt ist; dabei muß
        benutzerkennung eine Benutzerkennung sein, die auf dem betreffenden
        System existiert.

        ~benutzerkennung wird dann durch das Login-Dateiverzeichnis des
        angegebenen Benutzers ersetzt.

     4. in der Form ~/ziel; ziel wird dann im Public-Dateiverzeichnis des
        betreffenden Systems abgelegt (normalerweise
        /var/spool/uucppublic). Soll ~/ziel wie ein Dateiverzeichnis behan-
        delt werden, verwenden Sie bitte die Form ~/ziel/.




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uucp(1)                                                             uucp(1)

     Wenn Sie innerhalb der Pfadnamen die Shell-Sonderzeichen zur
     Dateinamen-Generierung ?, * und [...] angeben, so werden diese auf dem
     System expandiert, auf das sich der Pfadname bezieht.

     Ist das Ergebnis der Pfadnamen-Auswertung ein fehlerhafter Pfadname
     für das lokale bzw. ferne System, kann nicht kopiert werden.

INTERNATIONALE UMGEBUNG
     Die Umgebungsvariable LCMESSAGES bestimmt die Sprache der Meldungs-
     texte.

     Die Umgebungsvariable LCTIME bestimmt das Format der Datums- und Zei-
     tangaben.

     LCCTYPE bestimmt die Zeichenklassen, die Zeichenkonvertierung und das
     Verhalten von Zeichenklassen.

     LCCOLLATE beeinflußt die Sortierreihenfolge.

     Wenn LCMESSAGES, LCTIME, LCCTYPE oder LCCOLLATE nicht oder als
     leere Zeichenkette definiert ist, wird der Wert von LANG als Standard-
     wert für die jeweils nicht gesetzte oder leere Variable herangezogen.
     Ist auch LANG nicht oder als leere Zeichenkette definiert, verhält
     sich das System so, als wäre es nicht internationalisiert.

     Die Umgebungsvariable LCALL bestimmt die gesamte internationale Umge-
     bung. LCALL hat Vorrang vor allen anderen Umgebungsvariablen im
     Bereich der Internationalisierung.

     Hat eine der Variablen für die internationale Umgebung einen ungülti-
     gen Wert, verhält sich das System so, als wäre keine Variable gesetzt.

     Wenn Sie innerhalb der Pfadnamen Shell-Sonderzeichen zur Dateinamens-
     generierung angeben, so werden diese auf dem System expandiert, auf
     das sich der Pfadname bezieht.

     Auf einem internationalisierten System hängt das Ergebnis der Expan-
     dierung davon ab, welche Werte die NLS-Variablen LCCOLLATE und
     LCCTYPE haben. Beachten Sie deshalb folgendes, wenn Sie Muster für
     die Dateinamensgenerierung in eckigen Klammern verwenden: Sortierrei-
     henfolge und Zeichenklassifizierung können von System zu System unter-
     schiedlich sein, Ausdrücke für Äquivalenz- und Zeichenklassen sowie
     Zeicheneinheiten sind auf nicht-internationalisierten Systemen eventu-
     ell nicht definiert.










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uucp(1)                                                             uucp(1)

BEISPIEL
     Das Kommando

     $ uucp /home1/lit/datei brummbox!~fritz/kopie

     sendet die Datei /home1/lit/datei des lokalen Systems zum System
     brummbox und schreibt den Inhalt dort in die Datei kopie im Login-
     Dateiverzeichnis des Benutzers fritz.

DATEIEN
     /usr/lib/uucp/*
          UUCP-interne Dateien und nicht für den Anwender bestimmte Komman-
          dos

     /etc/uucp/Permissions
          Zugriffsbeschränkungen für Systeme und Benutzerkennungen

     /var/spool/uucp
          Spool-Dateiverzeichnis

     /var/spool/uucppublic
          Public-Dateiverzeichnis. Von diesem Verzeichnis darf immer ange-
          nommen werden, daß Dateiübertragungen in das oder aus dem System
          möglich sind. Aus Sicherheitsgründen sollten Dateiübertragungen
          mit uucp auf dieses System beschränkt bleiben.

SIEHE AUCH
     mail(1), mailx(1), uuencode(1), uuglist(1), uulog(1), uustat(1),
     uux(1).

     D.A.Nowitz and M.E.Lesk: Unix Programmer's Manual, A Dial-Up Network
     of UNIX Systems.

     D.A.Nowitz: Unix Programmer's Manual, Uucp Implementation Description.

     G.Todino and D.Dougherty: Using UUCP and Usenet.

     T.O'Reilly and G.Todino: Managing UUCP and Usenet.
















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