uucp(1) uucp(1)
NAME
uucp - Dateien zwischen UNIX Systemen kopieren (Unix to Unix copy)
SYNTAX
uucp[ option]... ausgangsdatei ...zieldatei
BESCHREIBUNG
Die wichtigste Anwendung von uucp ist das Kopieren von Dateien zwi-
schen verschiedenen UNIX Systemen. Zur Dateiübertragung wird das Pro-
gramm uucico ausgeführt [siehe uucico(1M)]. Aus Sicherheitsgründen
sollte die Dateiübertragung mit uucp nur über das Public-Dateiver-
zeichnis /var/spool/uucppublic erfolgen.
Sie können mit Hilfe von uucp auch elektronische Post an ferne Systeme
senden.
Vorsicht:
Die Menge der Dateien, auf die von einem fernen Rechner aus zuge-
griffen werden darf, kann (und sollte normalerweise aus Sicher-
heitsgründen!) stark eingeschränkt sein. Sie werden höchstwahr-
scheinlich nicht berechtigt sein, Dateien über den Pfadnamen zu
holen; bitten Sie statt dessen den betreffenden Benutzer auf dem
fernen System, Ihnen die Dateien zu senden. Aus den gleichen
Gründen werden Sie wahrscheinlich nicht berechtigt sein, Dateien
zu beliebigen Pfadnamen zu senden. Die Zugriffsberechtigungen
werden über die Datei /usr/lib/uucp/Permissions geregelt.
Alle Dateien, die über uucp empfangen werden, haben als Eigentü-
mer den UUCP-Verwalter.
uucp kopiert keine Dateien, bei denen für "Andere" kein Leserecht
besteht; d. h. die Dateien müssen mindestens die Zugriffsrechte
0444 besitzen. Während der Dateiübertragung ändert uucp die
Rechte für den Dateizugriff: 0666.
OPTIONEN
-c Die Ausgangsdatei wird direkt nach zieldatei kopiert und nicht
zuerst in das Spool-Dateiverzeichnis. (Diese Option ist standard-
mäßig gesetzt.)
-C Die Ausgangsdatei wird zuerst in das Spool-Dateiverzeichnis
kopiert und von dort aus nach zieldatei.
-d Es werden alle nötigen Dateiverzeichnisse für das Kopieren ange-
legt. (Diese Option ist standardmäßig gesetzt.)
-f Es werden keine Zwischendateiverzeichnisse für das Kopieren ange-
legt.
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uucp(1) uucp(1)
-g grad
Mit dieser Option können Sie eine Priorität festlegen, mit der
uucp die Dateien überträgt. Existiert die Datei /etc/uucp/Grades,
so muß grad eine der Prioritätsklassen sein, die das Kommando
uuglist ausgibt: high, medium oder low. Ist dies nicht der Fall,
ist grad ein Buchstabe oder eine Ziffer: 0,...,9,A,...,Z,a,...,z.
0 bezeichnet die höchste Priorität, z die niedrigste. Standardmä-
ßig hat uucp die Priorität Z. Über das Kommando uuglist erhalten
Sie eine Liste der Prioritätsklassen, die Ihnen für grad zur Ver-
fügung stehen (siehe uuglist). Bei umfangreichen Aufträgen soll-
ten Sie eine niedrigere Priorität setzen.
Zum Vergleich: uux hat standardmäßig die Priorität A, Nachrichten
werden per mail normalerweise mit Priorität C gesendet.
-j Die uucp-Auftragsnummer wird auf die Standard-Ausgabe ausgegeben.
Diese Auftragsnummer kann von uustat benutzt werden, um den Sta-
tus eines uucp-Auftrags festzustellen oder einen uucp-Auftrag zu
beenden. Die Auftragsnummer ist gültig, solange sich der Auftrag
in der Warteschlange des lokalen Systems befindet.
-m Ist der Kopiervorgang beendet, wird eine Nachricht an den Benut-
zer, der uucp aufgerufen hat, gesendet.
Die Option -m wirkt nur, wenn Sie Dateien senden oder eine ein-
zige Datei empfangen. Wenn Sie mehrere Dateien empfangen, die
über Shell-Sonderzeichen ?, *, [...] angesprochen wurden, wirkt
die Option -m nicht.
-n benutzerkennung
Der Benutzer am fernen System erhält eine Nachricht, daß eine
Datei gesendet wurde.
-r Die Dateiübertragung wird nicht gestartet, sondern der Auftrag
lediglich in die Warteschlange gesetzt.
-s datei
Der Status der Dateiübertragung wird in datei abgelegt. Die
Option -s setzt die Option -m außer Kraft.
-x debug
Die Fehlersuche (debugging) soll mit Level debug erfolgen. Das
bedeutet: Wenn Fehler auftreten, werden diese auf der Standard-
Fehlerausgabe kommentiert. Für debug können Sie eine Zahl von 0
bis 9 angeben. Je größer die Zahl, desto ausführlicher sind die
Informationen, die Sie erhalten. Diese Option ist möglicherweise
nicht auf allen Systemen implementiert.
-- Ende der Optionenliste. Die Angabe ist nötig, wenn ausgangsdatei
mit - beginnt.
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uucp(1) uucp(1)
ausgangsdatei
Datei, die kopiert werden soll. In welcher Form Sie die Ausgangs-
dateien angeben können, ist im folgenden Abschnitt beschrieben.
zieldatei
Für zieldatei können Sie entweder eine Datei oder ein Dateiver-
zeichnis angeben. Geben Sie ein Dateiverzeichnis an, werden die
Ausgangsdateien unter dem gleichen einfachen Dateinamen in das
Dateiverzeichnis kopiert.
In welcher Form Sie zieldatei angeben können, ist im folgenden
Abschnitt beschrieben.
Angabe der Dateien
Für ausgangsdatei und zieldatei können Sie angeben:
- einen Pfadnamen; dieser Pfadname bezieht sich dann auf Ihren (d. h.
den lokalen) Rechner
- eine Zeichenkette der Form
systemname!pfadname
wobei systemname ein Systemname sein muß, den uucp kennt; der Pfad-
name bezieht sich dann auf das angegegebene (ferne) System.
- eine Liste von Rechnernamen, die angibt, über welche Route die
Daten gesendet werden:
system1!system2!system3!...!systemn!pfadname
Die Pfadnamen können Sie auf eine der folgenden vier Arten angeben:
1. als absoluten Pfadnamen.
2. als relativen Pfadnamen; diesem wird dann das aktuelle Dateiver-
zeichnis vorangestellt.
3. als Pfadnamen, dem ~benutzerkennung vorangestellt ist; dabei muß
benutzerkennung eine Benutzerkennung sein, die auf dem betreffenden
System existiert.
~benutzerkennung wird dann durch das Login-Dateiverzeichnis des
angegebenen Benutzers ersetzt.
4. in der Form ~/ziel; ziel wird dann im Public-Dateiverzeichnis des
betreffenden Systems abgelegt (normalerweise
/var/spool/uucppublic). Soll ~/ziel wie ein Dateiverzeichnis behan-
delt werden, verwenden Sie bitte die Form ~/ziel/.
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uucp(1) uucp(1)
Wenn Sie innerhalb der Pfadnamen die Shell-Sonderzeichen zur
Dateinamen-Generierung ?, * und [...] angeben, so werden diese auf dem
System expandiert, auf das sich der Pfadname bezieht.
Ist das Ergebnis der Pfadnamen-Auswertung ein fehlerhafter Pfadname
für das lokale bzw. ferne System, kann nicht kopiert werden.
INTERNATIONALE UMGEBUNG
Die Umgebungsvariable LCMESSAGES bestimmt die Sprache der Meldungs-
texte.
Die Umgebungsvariable LCTIME bestimmt das Format der Datums- und Zei-
tangaben.
LCCTYPE bestimmt die Zeichenklassen, die Zeichenkonvertierung und das
Verhalten von Zeichenklassen.
LCCOLLATE beeinflußt die Sortierreihenfolge.
Wenn LCMESSAGES, LCTIME, LCCTYPE oder LCCOLLATE nicht oder als
leere Zeichenkette definiert ist, wird der Wert von LANG als Standard-
wert für die jeweils nicht gesetzte oder leere Variable herangezogen.
Ist auch LANG nicht oder als leere Zeichenkette definiert, verhält
sich das System so, als wäre es nicht internationalisiert.
Die Umgebungsvariable LCALL bestimmt die gesamte internationale Umge-
bung. LCALL hat Vorrang vor allen anderen Umgebungsvariablen im
Bereich der Internationalisierung.
Hat eine der Variablen für die internationale Umgebung einen ungülti-
gen Wert, verhält sich das System so, als wäre keine Variable gesetzt.
Wenn Sie innerhalb der Pfadnamen Shell-Sonderzeichen zur Dateinamens-
generierung angeben, so werden diese auf dem System expandiert, auf
das sich der Pfadname bezieht.
Auf einem internationalisierten System hängt das Ergebnis der Expan-
dierung davon ab, welche Werte die NLS-Variablen LCCOLLATE und
LCCTYPE haben. Beachten Sie deshalb folgendes, wenn Sie Muster für
die Dateinamensgenerierung in eckigen Klammern verwenden: Sortierrei-
henfolge und Zeichenklassifizierung können von System zu System unter-
schiedlich sein, Ausdrücke für Äquivalenz- und Zeichenklassen sowie
Zeicheneinheiten sind auf nicht-internationalisierten Systemen eventu-
ell nicht definiert.
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uucp(1) uucp(1)
BEISPIEL
Das Kommando
$ uucp /home1/lit/datei brummbox!~fritz/kopie
sendet die Datei /home1/lit/datei des lokalen Systems zum System
brummbox und schreibt den Inhalt dort in die Datei kopie im Login-
Dateiverzeichnis des Benutzers fritz.
DATEIEN
/usr/lib/uucp/*
UUCP-interne Dateien und nicht für den Anwender bestimmte Komman-
dos
/etc/uucp/Permissions
Zugriffsbeschränkungen für Systeme und Benutzerkennungen
/var/spool/uucp
Spool-Dateiverzeichnis
/var/spool/uucppublic
Public-Dateiverzeichnis. Von diesem Verzeichnis darf immer ange-
nommen werden, daß Dateiübertragungen in das oder aus dem System
möglich sind. Aus Sicherheitsgründen sollten Dateiübertragungen
mit uucp auf dieses System beschränkt bleiben.
SIEHE AUCH
mail(1), mailx(1), uuencode(1), uuglist(1), uulog(1), uustat(1),
uux(1).
D.A.Nowitz and M.E.Lesk: Unix Programmer's Manual, A Dial-Up Network
of UNIX Systems.
D.A.Nowitz: Unix Programmer's Manual, Uucp Implementation Description.
G.Todino and D.Dougherty: Using UUCP and Usenet.
T.O'Reilly and G.Todino: Managing UUCP and Usenet.
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