uux(1) uux(1)
NAME
uux - Kommando auf fernem System ausführen (Unix to Unix command exe-
cution)
SYNTAX
uux[ option]... kommando
BESCHREIBUNG
uux holt keine, eine oder mehrere Dateien von verschiedenen Systemen,
führt ein Kommando auf einem bestimmten System aus und sendet die
Standard-Ausgabe dieses Kommandos zu einer Datei auf einem bestimmten
System.
Vorsicht:
Aus Sicherheitsgründen ist die Menge der Kommandos, die über uux
ausgeführt werden dürfen, meist stark eingeschränkt. Oft ist über
uux nicht viel mehr erlaubt, als Nachrichten zu empfangen [siehe
mail(1)]. Welche Kommandos ausgeführt werden dürfen, wird in der
Konfigurationsdatei /etc/uucp/Permissions festgelegt.
OPTIONEN
-a name
Eine Benachrichtigung über die Ausführung des Kommandos auf dem
fernen System wird statt an die Benutzerkennung des uux-Aufrufers
an die Benutzerkennung name geschickt.
-b Wenn der Ende-Status nicht 0 ist, wird der Standard-Input, der an
uux übergeben wurde, zurückgegeben.
-c Lokale Dateien werden vor der Dateiübertragung auf das ferne
System nicht in das Spool-Dateiverzeichnis kopiert.
Diese Option ist standardmäßig gesetzt.
-C Lokale Dateien werden vor der Dateiübertragung auf das ferne
System in das Spool-Dateiverzeichnis kopiert.
-g grad
Mit dieser Option können Sie eine Priorität festlegen, mit der
uux die Dateien überträgt. Existiert die Datei /etc/uucp/Grades,
so muß grad eine der Prioritätsklassen sein, die das Kommando
uuglist ausgibt: high, medium oder low. Ist dies nicht der Fall,
ist grad ein Buchstabe oder eine Ziffer: 0,...,9,A,...,Z,a,...,z.
0 bezeichnet die höchste Priorität, z die niedrigste. Standardmä-
ßig hat uux die Priorität A. Bei umfangreichen Aufträgen sollten
Sie eine niedrigere Priorität setzen.
Zum Vergleich: uucp hat standardmäßig die Priorität Z, Nachrich-
ten werden per mail normalerweise mit Priorität C gesendet.
-j Die Auftragsnummer, die Auftragskennzeichen (job identification)
ist, wird auf die Standard-Ausgabe ausgegeben. Dieses
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uux(1) uux(1)
Auftragskennzeichen kann von uustat benutzt werden, um den Auf-
tragsstatus zu ermitteln oder den Auftrag zu beenden.
-n Sie erhalten auf keinen Fall eine Nachricht, auch nicht, wenn das
Kommando auf dem fernen System nicht erfolgreich ausgeführt wer-
den konnte.
-p Die Standard-Eingabe von uux wird zur Standard-Eingabe des ange-
gebenen Kommandos.
Dies entspricht der alten Option -, die weiterhin unterstützt
wird.
-r Die Dateiübertragung wird nicht gestartet, sondern der Auftrag
lediglich in die Warteschlange gesetzt.
-s datei
Der Status des Auftrags wird in datei abgelegt.
-x debug
Die Fehlersuche (debugging) soll mit Level debug erfolgen. Das
bedeutet: Wenn Fehler auftreten, werden diese auf der Standard-
Fehlerausgabe kommentiert. Für debug können Sie eine Zahl von 0
bis 9 angeben. Je größer die Zahl, desto ausführlicher sind die
Informationen, die Sie erhalten.
-z Sie werden über mail nur dann benachrichtigt, wenn das angegebene
Kommando auf dem fernen System erfolgreich ausgeführt wurde.
-- Ende der Optionenliste. Die Angabe ist nötig, wenn kommando mit -
beginnt.
kommando
Kommando, das ausgeführt werden soll.
kommando besteht aus einem oder mehreren Argumenten, die wie eine
Shell-Kommandozeile aussehen, nur kann den Kommando- und Dateina-
men ! oder systemname! vorangestellt werden. Fehlt systemname, so
bezieht sich das betreffende Argument auf das lokale System.
Wenn Sie für kommando eine Shell-Pipeline angeben, können Sie nur
für das erste Kommando der Pipeline einen Systemnamen angeben;
alle anderen Kommandos werden dann auf diesem System ausgeführt.
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uux(1) uux(1)
Dateinamen können Sie auf eine der folgenden vier Arten angeben:
1. als absoluten Pfadnamen.
2. als relativen Pfadnamen; diesem wird dann das aktuelle Datei-
verzeichnis vorangestellt.
3. als Pfadnamen, dem ~benutzerkennung vorangestellt ist; dabei
muß benutzerkennung eine Benutzerkennung sein, die auf dem
betreffenden System existiert.
~benutzerkennung wird dann durch das Login-Dateiverzeichnis
des angegebenen Benutzers ersetzt.
4. als Pfadnamen der Form ~/datei; datei wird dann an das
Public-Dateiverzeichnis des betreffenden Systems angehängt
(normalerweise /var/spool/uucppublic).
Wenn Sie innerhalb der Pfadnamen Shell-Sonderzeichen zur
Dateinamen-Generierung ?, * und [...] angeben, so werden diese
auf dem System expandiert, auf das sich der Pfadname bezieht.
Shell-Sonderzeichen wie z. B. <, >, ;, | müssen entwertet werden,
indem Sie entweder das ganze kommando oder nur die Sonderzeichen
in Anführungszeichen "..." einschließen.
Das Shell-Sonderzeichen * sollten Sie nicht verwenden, da es
wahrscheinlich nicht das gewünschte Ergebnis liefern wird. Die
Shell-Ausdrücke << und >> werden nicht unterstützt.
uux versucht, alle angegebenen Dateien auf das System zu holen,
wo das Kommando ausgeführt wird. Ausgabedateien auf einem anderen
System müssen Sie deshalb kennzeichnen, indem Sie das betreffende
Argument in \(...\) einschließen, z. B. \(system!/usr/datei\). In
diesem Fall wird das Argument uninterpretiert übernommen, die
runden Klammern werden jedoch entfernt.
BEISPIEL
Das Kommando
$ uux "!diff usg!/usr/dan/datei1 pwba!/a4/dan/datei2 >
> !~/dan/datei.diff"
holt die Dateien /usr/dan/datei1 und /a4/dan/datei2 von den Rechnern
usg bzw. pwba in das lokale System, führt das Kommando diff auf dem
lokalen System aus und schreibt die Standard-Ausgabe von diff in die
lokale Datei /var/spool/uucppublic/dan/datei.diff.
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uux(1) uux(1)
INTERNATIONALE UMGEBUNG
Die Umgebungsvariable LCMESSAGES bestimmt die Sprache der Meldungs-
texte.
LCCTYPE bestimmt die Zeichenklassen, die Zeichenkonvertierung und das
Verhalten von Zeichenklassen.
LCCOLLATE beeinflußt die Sortierreihenfolge.
Wenn LCMESSAGES, LCCTYPE oder LCCOLLATE nicht oder als leere Zei-
chenkette definiert ist, wird der Wert von LANG als Standardwert für
die jeweils nicht gesetzte oder leere Variable herangezogen. Ist auch
LANG nicht oder als leere Zeichenkette definiert, verhält sich das
System so, als wäre es nicht internationalisiert.
Die Umgebungsvariable LCALL bestimmt die gesamte internationale Umge-
bung. LCALL hat Vorrang vor allen anderen Umgebungsvariablen im
Bereich der Internationalisierung.
Hat eine der Variablen für die internationale Umgebung einen ungülti-
gen Wert, verhält sich das System so, als wäre keine Variable gesetzt.
Wenn Sie innerhalb der Pfadnamen Shell-Sonderzeichen zur Dateinamens-
generierung angeben, so werden diese auf dem System expandiert, auf
das sich der Pfadname bezieht.
Auf einem internationalisierten System hängt das Ergebnis der Expan-
dierung davon ab, welche Werte die NLS-Variablen LCCOLLATE und
LCCTYPE haben. Beachten Sie deshalb folgendes, wenn Sie Muster für
die Dateinamensgenerierung in eckigen Klammern verwenden: Sortierrei-
henfolge und Zeichenklassifizierung können von System zu System unter-
schiedlich sein, Ausdrücke für Äquivalenz- und Zeichenklassen sowie
Zeicheneinheiten sind auf nicht-internationalisierten Systemen eventu-
ell nicht definiert.
DATEIEN
/etc/uucp/Grades
Beinhaltet die Liste der graduell abgestuften Prioritätsklassen.
Hier kann auch einzelnen Benutzern die Zugehörigkeit zu einer
Prioritätsklasse zugewiesen werden.
/etc/uucp/Permissions
Liste der Kommandos, die von fernen Systemen aus über uux ausge-
führt werden dürfen
/usr/lib/uucp/*
UUCP-interne Dateien und nicht für den Anwender bestimmte Komman-
dos
/var/spool/uucp
Spool-Dateiverzeichnis
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uux(1) uux(1)
SIEHE AUCH
uucp(1), uuencode(1), uuglist(1), uustat(1).
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