Museum

Home

Lab Overview

Retrotechnology Articles

Online Manuals

⇒ uux(1) — Reliant UNIX 5.44c4

Media Vault

Software Library

Restoration Projects

Artifacts Sought

Related Articles

uucp(1)

uuencode(1)

uuglist(1)

uustat(1)

uux(1)                                                               uux(1)

NAME
     uux - Kommando auf fernem System ausführen (Unix to Unix command exe-
     cution)

SYNTAX
     uux[ option]... kommando

BESCHREIBUNG
     uux holt keine, eine oder mehrere Dateien von verschiedenen Systemen,
     führt ein Kommando auf einem bestimmten System aus und sendet die
     Standard-Ausgabe dieses Kommandos zu einer Datei auf einem bestimmten
     System.

     Vorsicht:
          Aus Sicherheitsgründen ist die Menge der Kommandos, die über uux
          ausgeführt werden dürfen, meist stark eingeschränkt. Oft ist über
          uux nicht viel mehr erlaubt, als Nachrichten zu empfangen [siehe
          mail(1)]. Welche Kommandos ausgeführt werden dürfen, wird in der
          Konfigurationsdatei /etc/uucp/Permissions festgelegt.

OPTIONEN
     -a name
          Eine Benachrichtigung über die Ausführung des Kommandos auf dem
          fernen System wird statt an die Benutzerkennung des uux-Aufrufers
          an die Benutzerkennung name geschickt.

     -b   Wenn der Ende-Status nicht 0 ist, wird der Standard-Input, der an
          uux übergeben wurde, zurückgegeben.

     -c   Lokale Dateien werden vor der Dateiübertragung auf das ferne
          System nicht in das Spool-Dateiverzeichnis kopiert.

          Diese Option ist standardmäßig gesetzt.

     -C   Lokale Dateien werden vor der Dateiübertragung auf das ferne
          System in das Spool-Dateiverzeichnis kopiert.

     -g grad
          Mit dieser Option können Sie eine Priorität festlegen, mit der
          uux die Dateien überträgt. Existiert die Datei /etc/uucp/Grades,
          so muß grad eine der Prioritätsklassen sein, die das Kommando
          uuglist ausgibt: high, medium oder low. Ist dies nicht der Fall,
          ist grad ein Buchstabe oder eine Ziffer: 0,...,9,A,...,Z,a,...,z.
          0 bezeichnet die höchste Priorität, z die niedrigste. Standardmä-
          ßig hat uux die Priorität A. Bei umfangreichen Aufträgen sollten
          Sie eine niedrigere Priorität setzen.

          Zum Vergleich: uucp hat standardmäßig die Priorität Z, Nachrich-
          ten werden per mail normalerweise mit Priorität C gesendet.

     -j   Die Auftragsnummer, die Auftragskennzeichen (job identification)
          ist, wird auf die Standard-Ausgabe ausgegeben. Dieses



Seite 1                      Reliant UNIX 5.44               Gedruckt 11/98

uux(1)                                                               uux(1)

          Auftragskennzeichen kann von uustat benutzt werden, um den Auf-
          tragsstatus zu ermitteln oder den Auftrag zu beenden.

     -n   Sie erhalten auf keinen Fall eine Nachricht, auch nicht, wenn das
          Kommando auf dem fernen System nicht erfolgreich ausgeführt wer-
          den konnte.

     -p   Die Standard-Eingabe von uux wird zur Standard-Eingabe des ange-
          gebenen Kommandos.

          Dies entspricht der alten Option -, die weiterhin unterstützt
          wird.

     -r   Die Dateiübertragung wird nicht gestartet, sondern der Auftrag
          lediglich in die Warteschlange gesetzt.

     -s datei
          Der Status des Auftrags wird in datei abgelegt.

     -x debug
          Die Fehlersuche (debugging) soll mit Level debug erfolgen. Das
          bedeutet: Wenn Fehler auftreten, werden diese auf der Standard-
          Fehlerausgabe kommentiert. Für debug können Sie eine Zahl von 0
          bis 9 angeben. Je größer die Zahl, desto ausführlicher sind die
          Informationen, die Sie erhalten.

     -z   Sie werden über mail nur dann benachrichtigt, wenn das angegebene
          Kommando auf dem fernen System erfolgreich ausgeführt wurde.

     --   Ende der Optionenliste. Die Angabe ist nötig, wenn kommando mit -
          beginnt.

     kommando
          Kommando, das ausgeführt werden soll.

          kommando besteht aus einem oder mehreren Argumenten, die wie eine
          Shell-Kommandozeile aussehen, nur kann den Kommando- und Dateina-
          men ! oder systemname! vorangestellt werden. Fehlt systemname, so
          bezieht sich das betreffende Argument auf das lokale System.

          Wenn Sie für kommando eine Shell-Pipeline angeben, können Sie nur
          für das erste Kommando der Pipeline einen Systemnamen angeben;
          alle anderen Kommandos werden dann auf diesem System ausgeführt.











Seite 2                      Reliant UNIX 5.44               Gedruckt 11/98

uux(1)                                                               uux(1)

          Dateinamen können Sie auf eine der folgenden vier Arten angeben:

          1. als absoluten Pfadnamen.

          2. als relativen Pfadnamen; diesem wird dann das aktuelle Datei-
             verzeichnis vorangestellt.

          3. als Pfadnamen, dem ~benutzerkennung vorangestellt ist; dabei
             muß benutzerkennung eine Benutzerkennung sein, die auf dem
             betreffenden System existiert.

             ~benutzerkennung wird dann durch das Login-Dateiverzeichnis
             des angegebenen Benutzers ersetzt.

          4. als Pfadnamen der Form ~/datei; datei wird dann an das
             Public-Dateiverzeichnis des betreffenden Systems angehängt
             (normalerweise /var/spool/uucppublic).

          Wenn Sie innerhalb der Pfadnamen Shell-Sonderzeichen zur
          Dateinamen-Generierung ?, * und [...] angeben, so werden diese
          auf dem System expandiert, auf das sich der Pfadname bezieht.

          Shell-Sonderzeichen wie z. B. <, >, ;, | müssen entwertet werden,
          indem Sie entweder das ganze kommando oder nur die Sonderzeichen
          in Anführungszeichen "..." einschließen.

          Das Shell-Sonderzeichen * sollten Sie nicht verwenden, da es
          wahrscheinlich nicht das gewünschte Ergebnis liefern wird. Die
          Shell-Ausdrücke << und >> werden nicht unterstützt.

          uux versucht, alle angegebenen Dateien auf das System zu holen,
          wo das Kommando ausgeführt wird. Ausgabedateien auf einem anderen
          System müssen Sie deshalb kennzeichnen, indem Sie das betreffende
          Argument in \(...\) einschließen, z. B. \(system!/usr/datei\). In
          diesem Fall wird das Argument uninterpretiert übernommen, die
          runden Klammern werden jedoch entfernt.

BEISPIEL
     Das Kommando

     $ uux "!diff usg!/usr/dan/datei1 pwba!/a4/dan/datei2 >
     > !~/dan/datei.diff"

     holt die Dateien /usr/dan/datei1 und /a4/dan/datei2 von den Rechnern
     usg bzw. pwba in das lokale System, führt das Kommando diff auf dem
     lokalen System aus und schreibt die Standard-Ausgabe von diff in die
     lokale Datei /var/spool/uucppublic/dan/datei.diff.







Seite 3                      Reliant UNIX 5.44               Gedruckt 11/98

uux(1)                                                               uux(1)

INTERNATIONALE UMGEBUNG
     Die Umgebungsvariable LCMESSAGES bestimmt die Sprache der Meldungs-
     texte.

     LCCTYPE bestimmt die Zeichenklassen, die Zeichenkonvertierung und das
     Verhalten von Zeichenklassen.

     LCCOLLATE beeinflußt die Sortierreihenfolge.

     Wenn LCMESSAGES, LCCTYPE oder LCCOLLATE nicht oder als leere Zei-
     chenkette definiert ist, wird der Wert von LANG als Standardwert für
     die jeweils nicht gesetzte oder leere Variable herangezogen. Ist auch
     LANG nicht oder als leere Zeichenkette definiert, verhält sich das
     System so, als wäre es nicht internationalisiert.

     Die Umgebungsvariable LCALL bestimmt die gesamte internationale Umge-
     bung. LCALL hat Vorrang vor allen anderen Umgebungsvariablen im
     Bereich der Internationalisierung.

     Hat eine der Variablen für die internationale Umgebung einen ungülti-
     gen Wert, verhält sich das System so, als wäre keine Variable gesetzt.

     Wenn Sie innerhalb der Pfadnamen Shell-Sonderzeichen zur Dateinamens-
     generierung angeben, so werden diese auf dem System expandiert, auf
     das sich der Pfadname bezieht.

     Auf einem internationalisierten System hängt das Ergebnis der Expan-
     dierung davon ab, welche Werte die NLS-Variablen LCCOLLATE und
     LCCTYPE haben. Beachten Sie deshalb folgendes, wenn Sie Muster für
     die Dateinamensgenerierung in eckigen Klammern verwenden: Sortierrei-
     henfolge und Zeichenklassifizierung können von System zu System unter-
     schiedlich sein, Ausdrücke für Äquivalenz- und Zeichenklassen sowie
     Zeicheneinheiten sind auf nicht-internationalisierten Systemen eventu-
     ell nicht definiert.

DATEIEN
     /etc/uucp/Grades
          Beinhaltet die Liste der graduell abgestuften Prioritätsklassen.
          Hier kann auch einzelnen Benutzern die Zugehörigkeit zu einer
          Prioritätsklasse zugewiesen werden.

     /etc/uucp/Permissions
          Liste der Kommandos, die von fernen Systemen aus über uux ausge-
          führt werden dürfen

     /usr/lib/uucp/*
          UUCP-interne Dateien und nicht für den Anwender bestimmte Komman-
          dos

     /var/spool/uucp
          Spool-Dateiverzeichnis



Seite 4                      Reliant UNIX 5.44               Gedruckt 11/98

uux(1)                                                               uux(1)

SIEHE AUCH
     uucp(1), uuencode(1), uuglist(1), uustat(1).




















































Seite 5                      Reliant UNIX 5.44               Gedruckt 11/98

Typewritten Software • bear@typewritten.org • Edmonds, WA 98026