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⇒ tail(1) — Reliant UNIX 5.44c4

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tail(1)                                                             tail(1)

NAME
     tail - Den letzten Teil einer Datei ausgeben

SYNTAX
     tail [-f] {-c zahl | -n zahl} [--] [datei]                    Format 1

     tail [stelle[bcl[rf]]] [datei]                                Format 2

BESCHREIBUNG
     tail gibt den Inhalt der angegebenen Datei ab einer festgelegten
     Stelle auf die Standardausgabe aus. Wenn Sie beim Aufruf von tail
     keine Datei angeben, wird der Inhalt der Standardeingabe ab einer
     festgelegten Stelle auf die Standardausgabe ausgegeben.

     Abschnitte, die vom Dateiende aus gezählt werden, sind in einem inter-
     nen Puffer zwischengespeichert und daher im Umfang eingeschränkt.
     Solch ein Speicher ist mindestens LINEMAX*10 Byte groß [siehe
     limits(4)].

     Wird tail auf zeichenorientierte Gerätedateien angewendet, so kann es
     zu Problemen kommen.

OPTIONEN
   Format 1: Neue Syntax von tail

     -c zahl
          Legt die Stelle der Eingabedatei in Byte fest, an der die Ausgabe
          beginnt. zahl können Sie mit oder ohne Vorzeichen angeben:

          +    Es wird vom Dateianfang aus gezählt.

          -    Es wird vom Dateiende aus gezählt.

          kein Vorzeichen
               Es wird vom Dateiende aus gezählt.

          -c darf nicht zusammen mit -n angegeben werden.

          Weder -c noch -n angegeben:

          Die letzten 10 Zeilen von datei werden ausgegeben (entspricht -n
          10).

     -f   (f - follow) Wenn die Eingabedatei eine Datei oder eine FIFO ist,
          dann beendet sich das Programm nach der Ausgabe nicht, sondern
          tritt in eine Endlosschleife ein. Es schläft jeweils mindestens
          eine Sekunde lang und versucht, dann weitere Datensätze der Ein-
          gabedatei zu lesen und auszugeben. Auf diese Weise können Sie
          z. B. das Wachstum einer Datei überwachen, in die von einem ande-
          ren Prozeß geschrieben wird. Ist die Eingabedatei eine Pipe, wird
          -f ignoriert.




Seite 1                      Reliant UNIX 5.44               Gedruckt 11/98

tail(1)                                                             tail(1)

     -n zahl
          Legt die Stelle der Eingabedatei in Zeilen fest, an der die Aus-
          gabe beginnt. zahl können Sie mit oder ohne Vorzeichen angeben
          (siehe -c).

          -n darf nicht zusammen mit -c angegeben werden.

          Weder -n noch -c angegeben: Die letzten 10 Zeilen von datei wer-
          den ausgegeben (entspricht -n 10).

          -n zahl entspricht der alten Option -zahl, wenn zahl ohne Vorzei-
          chen oder negativ (mit Minuszeichen) angegeben wird, und der
          alten Option +zahl, wenn zahl positiv (mit Pluszeichen) angegeben
          wird.

     --   Ende der Optionenliste. Die Angabe ist nötig, wenn datei mit -
          beginnt.

     datei
          Name der Eingabedatei, die tail ausgeben soll.

          datei nicht angegeben: tail liest von der Standardeingabe.

   Format 2: Alte Syntax von tail

     stelle
          Mit stelle legen Sie die Stelle in der Eingabedatei fest, an der
          die Ausgabe beginnt. Sie können angeben:

          +[zahl]
          -[zahl]
               Für zahl geben Sie eine ganze Dezimalzahl an. Wenn Sie
               +[zahl] angeben, wird vom Dateianfang aus gezählt. Wenn Sie
               -[zahl] angeben, wird vom Dateiende aus gezählt.

               zahl nicht angegeben:

               Standardwert ist 10.

          stelle nicht angegeben:

          Standardwert ist -10, d. h. 10 Einheiten vom Dateiende aus
          gezählt.

     b    (b - block) Die Ausgabe von tail beginnt an dem durch stelle
          festgelegten Block. Ein Block ist eine Einheit von 512 Byte.

     c    (c - character) Die Ausgabe von tail beginnt an dem durch stelle
          festgelegten Zeichen. (Entspricht der Option -c in der neuen Syn-
          tax.)




Seite 2                      Reliant UNIX 5.44               Gedruckt 11/98

tail(1)                                                             tail(1)

     l    (l - line) Die Ausgabe von tail beginnt an der durch stelle fest-
          gelegten Zeile. (Entspricht der Option -n in der neuen Syntax.)

     Sie dürfen nur eine der Optionen b, c oder l angeben. Wenn Sie keine
     dieser drei Optionen angeben, ist standardmäßig l gesetzt.

     f    (f - follow) Wenn die Eingabedatei eine Datei oder eine FIFO ist,
          dann beendet sich das Programm nach der Ausgabe nicht, sondern
          tritt in eine Endlosschleife ein. Es schläft jeweils mindestens
          eine Sekunde lang und versucht, dann weitere Datensätze der Ein-
          gabedatei zu lesen und auszugeben. Auf diese Weise können Sie
          z. B. das Wachstum einer Datei überwachen, in die von einem ande-
          ren Prozeß geschrieben wird. Ist die Eingabedatei eine Pipe, wird
          f ignoriert. (Entspricht der Option -f in der neuen Syntax.)

     r    (r - reverse) Die Zeilen der Datei werden in umgekehrter Reihen-
          folge ausgegeben, beginnend am angegebenen Startpunkt. Als Vor-
          einstellung bei r werden alle Zeilen der Datei in umgekehrter
          Reihenfolge ausgegeben.

          Wird die Option r zusammen mit einem Zahlenwert [zahl] verwendet,
          so darf nur ein negativer Zahlenwert verwendet werden. Das heißt,
          + darf in diesem Fall nicht mit [zahl] kombiniert werden.

     Sie dürfen die Optionen f und r nicht zusammen verwenden.

     datei
          Name der Eingabedatei, die tail ausgeben soll.

          datei nicht angegeben: tail liest von der Standardeingabe.

INTERNATIONALE UMGEBUNG
     Die Umgebungsvariable LCMESSAGES bestimmt die Sprache der Meldungs-
     texte. Wenn LCMESSAGES nicht oder als leere Zeichenkette definiert
     ist, wird der Wert von LANG als Standardwert herangezogen. Ist auch
     LANG nicht oder als leere Zeichenkette definiert, verhält sich das
     System so, als wäre es nicht internationalisiert.

     Die Umgebungsvariable LCALL bestimmt die gesamte internationale Umge-
     bung. LCALL hat Vorrang vor allen anderen Umgebungsvariablen im
     Bereich der Internationalisierung.

BEISPIELE
     Beispiel 1

     In der Datei monate steht jeweils in einer Zeile ein Monatsname. Die
     beiden tail-Aufrufe

     $ tail -n 5 monate

     $ tail -n +8 monate



Seite 3                      Reliant UNIX 5.44               Gedruckt 11/98

tail(1)                                                             tail(1)

     haben die gleiche Ausgabe zur Folge:

     August
     September
     Oktober
     November
     Dezember

     Beispiel 2

     Um die Wirkung der Option -f zu verdeutlichen, können Sie z. B. eine
     Shell-Prozedur im Hintergrund ablaufen lassen, die in einer Endlos-
     schleife in eine Datei schreibt.

     Die Shell-Prozedur steht in der Datei unendlich und hat folgenden
     Inhalt:

     while true
     do {
        date >>anna
        sleep 5
        }
     done

     Sie lassen nun diese Prozedur im Hintergrund ablaufen und rufen dann
     tail mit der Option -f auf die Datei anna angewendet auf:

     $ unendlich &
     656
     $ tail -f -n 5 anna
     Diese fuenf
     Zeilen
     standen vorher
     schon in
     der Datei
     FRI MAR 22 11:40:35 MET 1991
     FRI MAR 22 11:40:40 MET 1991
     .
     .
     .

     tail gibt zunächst die letzten fünf Zeilen der Datei anna aus und dann
     das, was die Prozedur unendlich in diese Datei schreibt. Sie können
     den Prozeß, der durch den Aufruf tail -f erzeugt wurde mit der Taste
     CTRL-C abbrechen.

SIEHE AUCH
     cat(1), head(1), more(1), pg(1), limits(4).






Seite 4                      Reliant UNIX 5.44               Gedruckt 11/98

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