more(1) more(1)
NAME
more - Bildschirmausgabe steuern
SYNTAX
more [-[+]aBcCdeEfFHiIlLmMqQrsuUw] [-bzahl] [-jzahl] [-[n]zahl]
[-kzahl] [-Izahl] [-P[mM=]zeichenkette] [-o datei | -O datei]
[-Kdatei] [-ttag] [-Ttagsdatei] [-pkommando] datei ...
more -h
BESCHREIBUNG
Das Kommando more liest Dateien und gibt sie seitenweise aus bzw. gibt
sie an die Standardausgabe weiter. Es ermöglicht sowohl das Vorwärts-
als auch das Rückwärtsbewegen in einer Datei. more muß vor dem Start
die Eingabedatei nicht vollständig gelesen haben und startet daher
schneller als Texteditoren wie beispielsweise vi(1).
more verwendet die Datei terminfo(4) und kann daher auf verschiedenen
Terminals ausgeführt werden. Das Programm steht sogar in beschränktem
Umfang für Hardcopy-Terminals zur Verfügung. (Auf einem Hardcopy-Ter-
minal wird Zeilen, die oben am Bildschirm ausgegeben werden sollen,
ein Aufwärtspfeil vorangestellt.)
OPTIONEN
Im folgenden werden die Kommandozeilenoptionen beschrieben. Die mei-
sten Optionen können mit dem Kommando - geändert werden, während more
aktiv ist.
Optionen werden zusätzlich aus der Umgebungsvariablen MORE gelesen.
Wenn Sie beispielsweise nicht bei jedem Aufruf von more more -options
... eingeben wollen, können Sie für die C-Shell csh folgendes einge-
ben:
setenv MORE -options
Wenn Sie die Bourne-Shell sh verwenden, geben Sie folgendes an:
MORE=-options; export MORE
Die Umgebungsvariable wird vor der Kommandozeile ausgewertet, so daß
die Kommandozeilenoptionen den Wert der Umgebungsvariablen MORE über-
schreiben können. Ist eine Option in der Variablen MORE enthalten,
können Sie die Option in der Kommandozeile auf ihren Standardwert
zurücksetzen, indem Sie der Kommandozeilenoption -+ voranstellen.
Mit dem Dollarzeichen ($) kennzeichnen Sie das Ende eines Optionswer-
tes. Dies ist nur bei Optionen wie -P wichtig, denen eine Zeichenkette
folgt.
Seite 1 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
more(1) more(1)
-a Suchvorgänge werden nach der letzten am Bildschirm angezeigten
Zeile gestartet, d. h. alle Zeilen, die am Bildschirm angezeigt
werden, werden übersprungen. Standardmäßig starten Suchvorgänge
in der vierten Zeile der Anzeige (oder nach der letzten gefunde-
nen Zeile; siehe Option -x).
-bzahl
Veranlaßt more, eine nicht dem Standardwert entsprechende Anzahl
Puffer zu verwenden. Die Puffer sind jeweils 1 KByte groß, und
standardmäßig werden 10 Puffer verwendet (es sei denn, Daten kom-
men von der Standardeingabe; siehe Option -B). Die Zahl n gibt
die Anzahl der zu verwendenden Puffer an.
-B Deaktiviert die automatische Zuordnung von Puffern, so daß ledig-
lich die Standardanzahl Puffer verwendet wird. Werden mehr Daten
gelesen, als von den Puffern aufgenommen werden können, werden
die ältesten Daten gelöscht. Wenn Daten von der Standardeingabe
kommen, werden die Puffer standardmäßig automatisch den Anforde-
rungen entsprechend zugeordnet, um den Verlust von Daten zu ver-
meiden.
-c Der gesamte Bildschirm wird von oben nach unten neu aufgebaut.
Standardmäßig geschieht dies durch Scrollen vom unteren Rand des
Bildschirms.
-C Die Option -C verhält sich wie -c, aber der Bildschirm wird vor
dem Neuaufbau gelöscht.
-d Die Option -d unterdrückt Fehlermeldungen, die normalerweise bei
einem nichtintelligenten Terminal angezeigt würden, d. h. wenn
dem Terminal eine wichtige Funktion wie beispielsweise die Fähig-
keit zum Löschen des Bildschirms oder zum Blättern in Rückwärts-
richtung fehlt. Die Option -d hat ansonsten keinen Einfluß auf
des Verhalten von more auf einem nichtintelligenten Terminal.
-e Veranlaßt more, sich beim ersten Erreichen des Dateiendes automa-
tisch zu beenden. Standardmäßig beendet sich more beim zweiten
Erreichen des Dateiendes.
-E Veranlaßt more, sich nicht automatisch, sondern nur nach Eingabe
von q zu beenden.
-f Zeilen, die länger als eine Bildschirmbreite sind, werden nicht
umbrochen, sondern der nicht anzeigbare Teil der Zeile wird abge-
schnitten. Dieser Teil einer langen Zeile wird also einfach
gelöscht. Standardmäßig werden lange Zeilen umbrochen, d. h., der
Teil der Zeile, der über die Bildschirmbreite hinausgeht, wird in
der nächsten Zeile angezeigt.
Seite 2 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
more(1) more(1)
-F Erzwingt das Öffnen nicht-regulärer Dateien. (Eine nicht-reguläre
Datei ist ein Verzeichnis oder eine geräteorientierte Datei.)
Außerdem unterdrückt diese Option die Warnmeldung beim Öffnen
einer binären Datei. Standardmäßig weigert sich more, nicht-regu-
läre Dateien zu öffnen.
-h Diese Option zeigt eine Zusammenfassung der Kommandos an, die von
more akzeptiert werden. (Entsprechend dem Kommando h.) Wird diese
Option angegeben, werden alle anderen Optionen ignoriert. more
wird in diesem Fall nach der Anzeige des Hilfebildschirms been-
det.
-i Bei Suchvorgängen wird die Groß-/Kleinschreibung ignoriert, d. h.
Groß- und Kleinbuchstaben werden als identisch betrachtet. Außer-
dem kann nach über- oder unterstrichenem Text gesucht werden.
Diese Option wird ignoriert, wenn das Suchmuster selbst Großbuch-
staben enthält.
-Izahl
Nach jeweils n Spalten wird ein Tabulatorzeichen gesetzt. Stan-
dardwert für n ist 8.
-jzahl
Gibt die Anzahl Zeilen an, die maximal vorwärts gerollt werden
kann. Muß um mehr als n Zeilen vorwärts gerollt werden, wird
stattdessen der Bildschirm neu aufgebaut. Mit der Option -c oder
-C kann der Bildschirm gegebenenfalls von oben nach unten neu
aufgebaut werden. Standardmäßig bewirkt jede Vorwärtsbewegung
einen Rollvorgang.
-kn Gibt die Anzahl Zeilen an, die maximal zurückgerollt werden kann.
Muß um mehr als n Zeilen zurückgerollt werden, wird der Bild-
schirm statt dessen in Vorwärtsrichtung erneut aufgebaut. (Kann
das Terminal nicht in Rückwärtsrichtung scrollen, wird implizit
-k0 angenommen.)
-Kdatei
more öffnet und interpretiert die angegebene Datei als
lesskey(1)-Datei. Die Option -K kann mehrfach angegeben werden.
Ist in Ihrem HOME-Verzeichnis eine Datei .more vorhanden, wird
diese Datei auch als lesskey-Datei verwendet.
-l Unterdrückt Zeilennummern. Durch die Verwendung des Standardwer-
tes (Verwendung von Zeilennummern) kann more in einigen Fällen,
insbesondere bei einer großen Eingabedatei, extrem verlangsamt
werden. Durch die Unterdrückung der Zeilennummern mit der Option
-l wird dieses Problem vermieden. Die Verwendung von Zeilennum-
mern bedeutet, daß die Zeilennummer in der ausführlichen Eingabe-
aufforderung und im Kommando = angezeigt wird. Außerdem übergibt
das Kommando v die aktuelle Zeilennummer an den Editor. (Lesen
Sie bitte auch die Erläuterungen zu LESSEDIT im Abschnitt EINGA-
BEAUFFORDERUNGEN weiter unten.)
Seite 3 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
more(1) more(1)
-L Zeigt am Anfang jeder Zeile am Bildschirm eine Zeilennummer an.
-m Veranlaßt more als Eingabeaufforderung nur einen Doppelpunkt aus-
zugeben. Standardmäßig erfolgt die Eingabeaufforderungen bei more
mit dem Dateinamen und prozentualer Angabe des bisherigen Datei-
inhalts.
-M Veranlaßt more zu einer ausführlicheren Eingabeaufforderung.
-[n]zahl
Ändert den Standardwert für das Blättern auf n Zeilen. Standard-
wert ist jeweils ein Bildschirm. Mit den Kommandos z und w kann
auch die Fenstergröße geändert werden. Das Zeichen n kann aus
Gründen der Kompatibilität mit älteren Versionen von more wegge-
lassen werden (Beispiel: -n).
-odatei
Veranlaßt more, die Eingabe in die angegebene Datei zu kopieren,
während diese angezeigt wird. Dies gilt nur, wenn es sich bei der
Eingabedatei um eine Pipe, nicht um eine normale Datei handelt.
Ist die Datei bereits vorhanden, fordert more Sie auf, das Über-
schreiben der Datei zu bestätigen.
-Odatei
Die Option -O entspricht der Option -o, allerdings wird eine
bereits vorhandene Datei ohne Rückfrage überschrieben.
Wurde keine Protokolldatei angegeben, kann eine solche Datei von
more aus über die Optionen -o und -O angegeben werden. Wird bei
diesen Optionen kein Dateiname angegeben, übergeben sie nur den
Namen der Protokolldatei. Das Kommando o entspricht der Angabe
von -o innerhalb more.
-pkommando
Die Option -p in der Kommandozeile entspricht der Angabe von
+/kommando, d. h. more führt jedesmal, wenn eine neue Datei ange-
zeigt wird, kommando aus.
Dies entspricht der alten Option +kommando, die weiterhin unter-
stützt wird.
-Pprompt
Ermöglicht die Anpassung der drei Formen der Eingabeaufforderung
an Ihre Bedürfnisse. Diese Option wird normalerweise in der Umge-
bungsvariable MORE eingetragen und nicht für jedes Kommando more
neu eingegeben. Eine solche Option muß entweder als letzte Option
in der Variablen MORE angegeben oder mit einem Dollarzeichen
beendet werden. Wird -P gefolgt von einer Zeichenkette angegeben,
wird die Standardeingabeaufforderung (mittellang) in diese Zei-
chenkette geändert. -Pm ändert die kurze (-m) Eingabeaufforderung
in die angegebene Zeichenkette und -PM ändert die lange (-M) Ein-
gabeaufforderung. Außerdem ändert -P= die Meldung, die vom
Seite 4 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
more(1) more(1)
Kommando = ausgegeben wird, in die angegebene Zeichenkette. Alle
Zeichenketten für eine Eingabeaufforderung bestehen aus einer
Kombination aus Buchstaben und speziellen Escape-Sequenzen. Wei-
tere Informationen finden Sie im Abschnitt EINGABEAUFFORDERUNGEN.
-q Der Vorgang wird relativ "ruhig" (quiet) ausgeführt: Das akusti-
sche Signal des Terminals ertönt nicht, wenn versucht wird, über
den Dateianfang oder das Dateiende hinauszublättern. Verfügt das
Terminal über ein "visuelles Signal", wird dieses anstelle des
akustischen Signals verwendet. Das akustische Signal ertönt bei
bestimmten anderen Fehlern, z. B. bei der Eingabe eines ungülti-
gen Zeichens. Standardmäßig ertönt das akustische Signal des Ter-
minals in allen Fällen.
-Q Der Vorgang wird völlig "ruhig" (quiet) ausgeführt: Das akusti-
sche Signal des Terminals ertönt nie.
-r Steuerzeichen werden im RAW-Modus (in der Regel unverändert)
angezeigt. Standardmäßig werden Steuerzeichen mit Dachzeichen
dargestellt. Control-A (Oktal 001) wird beispielsweise als ^A
dargestellt.
Warnung: Wenn die Option -r verwendet wird, kann more die Bild-
schirmausgabe nicht verfolgen, da diese davon abhängt, wie der
Bildschirm auf jeden Steuerzeichentyp reagiert. Das Ergebnis kön-
nen verschiedene Bildschirmprobleme, wie z. B. an falscher Stelle
gesplittete lange Zeilen, sein.
-s Aufeinanderfolgende Leerzeilen werden zu einer Leerzeile zusam-
mengefaßt. Dies ist bei der Anzeige einer nroff(1M)-Ausgabe sinn-
voll.
-ttag
Dieses Kommando bearbeitet die Datei, die die angegebene Marke
tag enthält. Es funktioniert nur, wenn das aktuelle Verzeichnis
eine zuvor mit dem Kommando ctags(1) erstellte Datei tags ent-
hält. Angabe dieser Option innerhalb more (Kommando -) bewirkt,
daß die entsprechende Datei angezeigt wird. Das Kommando :t ent-
spricht der Angabe von -t innerhalb more.
-Ttagsdatei
Gibt eine "tags"-Datei an, die anstelle von tags verwendet werden
soll.
-u Rücksetz- (Backspace) und Wagenrücklaufzeichen (Carriage Return)
werden als druckbare Zeichen aufgefaßt, d. h., diese Zeichen wer-
den an das Terminal geschickt, wenn sie in der Eingabe vorkommen.
-U Rücksetz- und Wagenrücklaufzeichen werden als Steuerzeichen auf-
gefaßt, d. h., sie werden entsprechend den Angaben unter der
Option -r behandelt.
Seite 5 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
more(1) more(1)
Ist weder -u noch -U angegeben, kommt Rücksetzzeichen, die sich
neben einem Unterstreichungszeichen befinden, eine besondere
Bedeutung zu: Der unterstrichene Text wird mit der Unterstrich
der Terminal-Hardware angezeigt. Außerdem haben Rücksetzzeichen
zwischen zwei gleichen Zeichen eine besondere Bedeutung: Der
übereinandergeschriebene Text wird mit der Fettdruckfunktion der
Terminal-Hardware angezeigt. Andere Rücksetzzeichen werden zusam-
men mit dem Zeichen, das ihnen vorangeht, gelöscht. Wagenrück-
laufzeichen, die unmittelbar vor einem NEWLINE-Zeichen stehen,
werden gelöscht. Alle anderen Wagenrücklaufzeichen werden ent-
sprechend den Angaben unter der Option -r behandelt.
-w Zeilen nach dem Dateiende werden als Leerzeilen dargestellt.
Standardmäßig wird hierfür die Tilde verwendet.
-xzahl
Gibt eine Zeile am Bildschirm an, auf der "Zielzeilen" positio-
niert werden sollen. Zielzeilen sind Ergebnisse von Suchvorgängen
nach Text oder Marken und von Sprüngen zu einer Zeilennummer, zu
einer prozentual angegebenen Position oder zu einer markierten
Position. Die Bildschirmzeile wird über eine Nummer angegeben:
Die oberste Zeile hat die Nummer 1, die nächste Zeile die Nummer
2 usw. Mit einer negativen Zahl wird eine Zeile relativ zur
untersten Bildschirmzeile angegeben: Die unterste Bildschirmzeile
hat die Nummer -1, die Zeile darüber die Nummer -2 usw. Ist die
Option -x angegeben, beginnt die Suche unmittelbar nach der Ziel-
zeile. Bei -x4 beispielsweise ist die Zielzeile die vierte Zeile
auf dem Bildschirm und die Suche beginnt in der fünften Zeile.
+ Beginnt eine Option in der Kommandozeile mit +, wird diese als
Anfangskommando für more aufgefaßt. Mit +G beispielsweise wird
more angewiesen, nicht am Dateianfang, sondern am Dateiende zu
beginnen. +/xyz weist more an, beim ersten Auftreten von "xyz" in
der Datei zu beginnen. +nummer ist ein Sonderfall und verhält
sich wie +nummerg, d. h., die Anzeige wird mit der Zeile nummer
gestartet. (Beachten Sie dazu den Hinweis zum Kommando g weiter
unten.) Beginnt die Option mit den Zeichen ++, gilt das Anfangs-
kommando für jede Datei, die angezeigt wird, also nicht nur für
die erste. Mit dem Kommando + kann ebenfalls für jede Datei ein
Anfangskommando gesetzt (oder geändert) werden.
datei
Pfadname einer Eingabedatei.
KOMMANDOS
Die Kommandos basieren auf denen des Editors vi. Den Kommandos kann
eine Dezimalzahl vorangestellt werden. Diese wird in den untenstehen-
den Beschreibungen als N bezeichnet. Was N bewirkt, finden Sie bei den
einzelnen Kommandos.
Seite 6 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
more(1) more(1)
In den folgenden Beschreibungen steht ^X für Control-X. ESC bezeichnet
die Taste ESCAPE; ESC-v beispielsweise steht für die Tastenfolge
"ESCAPE" und "v".
h oder H
Hilfe: Zeigt eine Zusammenfassung aller Kommandos an. Dies ist
das Kommando, das Sie sich auf jeden Fall merken sollten.
SPACE oder ^V oder f oder ^F
Blättert N Zeilen vor. Standardwert ist ein Fenster (siehe Option
-n oben). Liegt N über der Anzahl Zeilen eines Fensters, wird die
Nte Zeile des letzten Bildschirms angezeigt.
Warnung: In einigen Systemen wird das Zeichen ^V als Sonderzei-
chen verwendet, um nicht-druckbare Zeichen darzustellen.
z Wie SPACE. Wird N angegeben, definiert dies die neue Fenster-
größe.
RETURN oder ^N oder e oder ^E oder j oder ^J
Blättert N Zeilen vor. Standardwert ist eine Zeile. Die N Zeilen
werden vollständig angezeigt, selbst wenn die Anzahl Zeilen über
die Bildschirmgröße hinaus geht.
Am Dateiende bewirkt RETURN, daß more die nächste Datei aus der
Dateiliste anzeigt, oder sich beendet, wenn die aktuelle Datei
die letzte war.
s Überspringt die nächsten N Zeilen und gibt danach den nächsten
Bildschirm aus. Standardwert für N ist eine Zeile. Verbleiben
nach dem Sprung weniger Zeilen, als auf einen Bildschirm passen,
wird trotzdem ein ganzer Bildschirm mit dem Ende der Datei ausge-
geben.
d oder ^D
Blättert N Zeilen vor. Standardwert ist die halbe Bildschirm-
größe. Wird N angegeben, so wird dieser Wert zum neuen Standard-
wert für nachfolgende Kommandos d und u.
b oder ^B oder ESC-v
Blättert N Zeilen zurück. Standardwert ist ein Fenster (siehe
Option -n oben). Liegt N über der Zeilenanzahl eines Bildschirms,
wird die Nte Zeile des letzten Bildschirms angezeigt.
w Wie b. Wird N angegeben, definiert dies die neue Fenstergröße zum
Blättern.
y oder ^Y oder ^P oder k oder ^K
Blättert N Zeilen zurück. Standardwert ist eine Zeile. Die N Zei-
len werden vollständig angezeigt, selbst wenn die Anzahl Zeilen
über die Bildschirmgröße hinausgeht.
Seite 7 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
more(1) more(1)
Warnung: In einigen Systemen wird das Zeichen ^Y als Sonderzei-
chen für die Ablaufsteuerung verwendet.
u oder ^U
Blättert N Zeilen zurück. Standardwert ist die halbe Bildschirm-
größe. Wird N angegeben, so wird dieser Wert zum neuen Standard-
wert für nachfolgende Kommandos d und u.
r oder ^R oder ^L
Baut den Bildschirm neu auf.
R Baut den Bildschirm neu auf und löscht dabei die im Puffer
gespeicherte Eingabe. Dieses Kommando ist sinnvoll, wenn sich die
Datei während der Anzeige ändert.
F Blättert vorwärts und versucht, die Datei bei Erreichen des
Dateiendes weiterzulesen. Dieses Kommando wird normalerweise ver-
wendet, wenn das Dateiende bereits erreicht ist. Dadurch kann das
Ende einer Datei überwacht werden, die während der Anzeige
wächst. (Das Verhalten dieses Kommandos ist mit dem des Kommandos
tail -f vergleichbar.)
g oder < oder ESC-<
Springt auf Zeile N in der Datei. Standardwert ist der Dateian-
fang.
Warnung: Die Ausführung dieses Kommandos kann sehr lange dauern,
wenn für N ein sehr großer Wert angegeben wird.
G oder > oder ESC->
Springt auf Zeile N in der Datei. Standardwert ist das Dateiende.
Warnung: Die Ausführung dieses Kommandos kann sehr lange dauern,
wenn für N ein sehr großer Wert angegeben wird oder wenn N nicht
angegeben und anstelle einer Datei die Standardeingabe gelesen
wird.
p oder %
Springt zu einer Position, die N% des bisherigen Dateiinhalts
entspricht. N muß ein Wert zwischen 0 und 100 sein. (Dies funk-
tioniert auch, wenn die Standardeingabe gelesen wird, aber nur,
wenn more die Datei bereits bis zum Ende gelesen hat. Das Kom-
mando wird schnell ausgeführt, ist jedoch nicht immer sinnvoll.)
{ Ist in der obersten Bildschirmzeile eine öffnende geschweifte
Klammer vorhanden, springt das Kommando { zur zugehörigen schlie-
ßenden geschweiften Klammer. Diese Klammer wird in der untersten
Bildschirmzeile angezeigt. Sind in der obersten Bildschirmzeile
mehrere öffnende geschweifte Klammern vorhanden, kann mit einer
Zahl N angegeben werden, für welche Klammer die zugehörige
schließende Klammer angezeigt werden soll.
Seite 8 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
more(1) more(1)
} Ist in der untersten Bildschirmzeile eine schließende geschweifte
Klammer vorhanden, springt das Kommando } zur zugehörigen öffnen-
den geschweiften Klammer. Diese Klammer wird in der obersten
Bildschirmzeile angezeigt. Sind in der untersten Bildschirmzeile
mehrere schließende geschweifte Klammern vorhanden, kann mit
einer Zahl N angegeben werden, für welche Klammer die zugehörige
öffnende Klammer angezeigt werden soll.
( Wie {, aber dieses Kommando bezieht sich nicht auf geschweifte,
sondern auf runde Klammern.
) Wie }, aber dieses Kommando bezieht sich nicht auf geschweifte,
sondern auf runde Klammern.
[ Wie {, aber dieses Kommando bezieht sich nicht auf geschweifte,
sondern auf eckige Klammern.
] Wie }, aber dieses Kommando bezieht sich nicht auf geschweifte,
sondern auf eckige Klammern.
ESC-^F
Gefolgt von zwei Zeichen verhält sich dieses Kommando wie {, ver-
wendet jedoch die beiden Zeichen als Anfangs- bzw. Endklammer.
Mit dem Kommando ESC-^F < > beispielsweise kann bis zu dem Zei-
chen > vorgeblättert werden, das zu dem in der obersten Bild-
schirmzeile vorhandenen Zeichen < gehört.
ESC-^B
Gefolgt von zwei Zeichen verhält sich dieses Kommando wie }, ver-
wendet jedoch die beiden Zeichen als Anfangs- bzw. Endklammer.
Mit dem Kommando ESC-^B < > beispielsweise kann bis zu dem Zei-
chen < zurückgeblättert werden, das zu dem in der untersten Bild-
schirmzeile vorhandenen Zeichen > gehört.
m Nach diesem Kommando wird ein Kleinbuchstabe angegeben. Das Kom-
mando markiert die aktuelle Position mit diesem Buchstaben.
' oder ^X^X
(Hochkomma oder ^X^X) Gefolgt von einem beliebigen Kleinbuchsta-
ben kehrt dieses Kommando zu der Position zurück, die zuvor mit
Hilfe des Kommandos m mit dem angegebenen Kleinbuchstaben gekenn-
zeichnet wurde. Wird dieses Kommando zusammen mit einem weiteren
Hochkomma eingegeben, kehrt es zu der Position zurück, an der das
letzte "große" Bewegungskommando ausgeführt wurde. Folgt eines
der Zeichen ^ oder $ auf dieses Kommando, springt das Kommando an
den Dateianfang bzw. an das Dateiende. Markierungen bleiben bei
der Anzeige einer neuen Datei erhalten, so daß das Kommando '
verwendet werden kann, um zwischen Eingabedateien zu wechseln.
Seite 9 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
more(1) more(1)
/muster
Sucht in der Datei in Vorwärtsrichtung nach der Nten Zeile mit
dem angegebenen Muster. Standardwert für N ist 1. Das Muster ist
ein regulärer Ausdruck, wie beim Editor ed. Die Suche beginnt in
der vierten Zeile, die angezeigt wird. (Lesen Sie auch die
Beschreibungen zu den Optionen -a und -x, die diese Vorgehens-
weise ändern.)
Einige Zeichen haben eine besondere Bedeutung, wenn sie am Anfang
eines Musters eingegeben werden. Sie ändern den Suchtyp und gehö-
ren nicht zum Suchmuster. Dies gilt für folgende Zeichen:
! Es wird nach Zeilen gesucht, die dem Suchmuster NICHT ent-
sprechen.
* Es werden mehrere Dateien durchsucht: Wird bei der Suche das
Ende der aktuellen Datei erreicht, ohne daß das angegebene
Muster gefunden wurde, wird die Suche in der nächsten Datei
fortgesetzt, die in der Kommandozeile angegeben wurde.
@ Die Suche wird in der ersten Zeile der ersten Datei begonnen,
die in der Kommandozeile angegeben wurde. Dies geschieht
unabhängig von der aktuellen Bildschirmanzeige und den Ein-
stellungen der Optionen -a und -x.
?muster
Sucht in der Datei in Rückwärtsrichtung nach der Nten Zeile mit
dem angegebenen Muster. Die Suche beginnt in der Zeile, die sich
unmittelbar vor der aktuellen Position befindet (i. a. in der
zweiten angezeigten Zeile).
Ähnlich wie beim Kommando /muster haben auch bei diesem Kommando
einige Zeichen eine Sonderbedeutung:
! Es wird nach Zeilen gesucht, die dem Suchmuster NICHT ent-
sprechen.
* Es werden mehrere Dateien durchsucht: Wird bei der Suche der
Anfang der aktuellen Datei erreicht, ohne daß das angegebene
Muster gefunden wurde, wird die Suche in der Datei fortge-
setzt, die in der Kommandozeile davor angegeben wurde.
@ Die Suche wird in der letzten Zeile der letzten Datei begon-
nen, die in der Kommandozeile angegeben wurde. Dies geschieht
unabhängig von der aktuellen Bildschirmanzeige und den Ein-
stellungen der Optionen -a und -x.
ESC-/muster
Wie /*.
ESC-?muster
Wie ?*.
Seite 10 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
more(1) more(1)
n Wiederholt den letzten Suchvorgang und sucht nach der Nten Zeile
mit dem zuletzt angegebenen Muster. Wurde das letzte Suchkommando
durch die Angabe von ! modifiziert, wird nach der Nten Zeile
gesucht, die das Muster NICHT enthält. Wurde das letzte Suchkom-
mando durch die Angabe von * modifiziert, wird der Suchvorgang in
der nächsten (oder vorhergehenden) Datei fortgesetzt, sofern das
Muster in der aktuellen Datei nicht gefunden wurde. Wurde das
letzte Suchkommando mit @ modifiziert, hat n keine Wirkung.
N Wiederholt den letzten Suchvorgang, allerdings in umgekehrter
Richtung.
ESC-n
Wiederholt den letzten Suchvorgang und führt diesen dateiüber-
greifend aus. Der Effekt ist derselbe, als wäre das letzte Such-
kommando durch Angabe von * modifiziert worden.
ESC-N
Wiederholt den letzten Suchvorgang, allerdings in umgekehrter
Richtung und dateiübergreifend.
:e [datei] oder E [datei] oder ^X^V [datei]
Zeigt eine neue Datei an. Wird kein Dateiname angegeben, wird die
"aktuelle" Datei (siehe Beschreibung der Kommandos :n und :p
unten) aus der Liste der Dateien in der Kommandozeile erneut
angezeigt. Ein Prozentzeichen (%) im Dateinamen wird durch den
Namen der aktuellen Datei ersetzt. Ein Nummernzeichen (#) wird
durch den Namen der zuletzt angezeigten Datei ersetzt. Der Datei-
name wird der Dateiliste in der Kommandozeile hinzugefügt, so daß
er auch von nachfolgenden Kommandos :n und :p berücksichtigt
wird. Werden unter datei mehrere Dateien angegeben, dann werden
alle Dateien der Liste hinzugefügt und die zuerst angegebene
Datei wird angezeigt.
Warnung: In einigen Systemen wird das Zeichen ^V als Sonderzei-
chen verwendet, um nicht-druckbare Zeichen darzustellen.
:n Zeigt die nächste Datei aus der Kommandozeile an. Ist eine Zahl N
angegeben, wird die Nte der folgenden Dateien angezeigt.
:p Zeigt die vorhergehende Datei aus der Kommandozeile an. Ist eine
Zahl N angegeben, wird die N-letzte Datei angezeigt.
:x Zeigt die erste Datei aus der Kommandozeile an. Ist eine Zahl N
angegeben, wird die Nte Datei der Liste angezeigt.
= oder ^G oder :f
Gibt Informationen über die angezeigte Datei aus. Zu diesen
Informationen gehören der Dateiname, die Zeilennummer und der
Byte-Offset der untersten Zeile. Falls möglich werden auch die
Länge der Datei, die Anzahl Zeilen und der Anteil der Datei ober-
halb der zuletzt angezeigten Zeile in Prozent ausgegeben.
Seite 11 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
more(1) more(1)
- In Kombination mit einem der Buchstaben für Kommandozeilenoptio-
nen (siehe oben) ändert dieses Kommando die Einstellung der ent-
sprechenden Option und gibt eine Meldung aus, in der die neue
Einstellung beschrieben wird. Hat der Optionsbuchstabe ein nume-
risches Argument (wie z. B. -b oder -k) oder wird er mit einer
Zeichenkette angegeben (wie z. B. -P oder -t), kann nach dem
Optionsbuchstaben ein neuer Wert für dieses Argument eingegeben
werden. Wird kein neuer Wert eingegeben, wird eine Meldung mit
der aktuellen Einstellung ausgegeben und diese Einstellung wird
nicht geändert.
-+ In Kombination mit einem der Buchstaben für Kommandozeilenoptio-
nen (siehe oben) setzt dieses Kommando die entsprechende Option
auf ihren Standardwert zurück und gibt eine Meldung aus, in der
die neue Einstellung beschrieben wird. (Das Kommando -+X verhält
sich genauso wie das Kommando -+X in der Kommandozeile.) Dies
funktioniert nicht bei Optionen, die Zeichenketten als Argumente
erwarten.
-- In Kombination mit einem der Buchstaben für Kommandozeilenoptio-
nen (siehe oben) setzt dieses Kommando die entsprechende Option
auf das Gegenteil ihres Standardwerts zurück und gibt eine Mel-
dung aus, in der die neue Einstellung beschrieben wird. (Das Kom-
mando --X verhält sich genauso wie das Kommando -X in der Komman-
dozeile.) Dies funktioniert nicht bei Optionen, die Zeichenketten
als Werten erwarten.
(Unterstrich) In Kombination mit einem der Buchstaben für Komman-
dozeilenoptionen (siehe oben) gibt dieses Kommando eine Meldung
mit der aktuellen Einstellung der angegebenen Option aus. Die
Einstellung der Option wird nicht geändert.
+kommando
Das Kommando kommando wird jedes Mal ausgeführt, wenn eine neue
Datei angezeigt wird. Durch die Angabe +G beispielsweise wird
more veranlaßt, jede Datei vom Ende bis zum Anfang und nicht vom
Anfang bis zum Ende anzuzeigen.
V Gibt die Versionsnummer des aktiven Programms more aus.
q oder :q oder :Q oder ZZ oder ESC-ESC
Beendet more.
v Ruft einen Editor zur Bearbeitung der Datei auf, die gerade ange-
zeigt wird. Der aufzurufende Editor wird der Umgebungsvariablen
EDITOR entnommen. Ist dort kein Editor angegeben, wird standard-
mäßig vi verwendet. Lesen Sie bitte auch die Erläuterungen zu
LESSEDIT im Abschnitt EINGABEAUFFORDERUNGEN weiter unten.
Seite 12 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
more(1) more(1)
! shell-kommando
Ruft eine Shell auf, die das unter shell-kommando angegebene
Shell-Kommando ausführt. Ein Prozentzeichen (%) im Kommando wird
durch den Namen der aktuellen Datei ersetzt. Ein Nummernzeichen
(#) wird durch den Namen der zuletzt angezeigten Datei ersetzt.
!! wiederholt das letzte Shell-Kommando. ! ohne Shell-Kommando
ruft eine Shell auf. In allen Fällen wird die aufzurufende Shell
der Umgebungsvariablen SHELL entnommen oder der Standardwert sh
verwendet.
| m shell-kommando
m stellt einen Markierungsbuchstaben dar. Ein Abschnitt der Ein-
gabedatei wird über eine Pipe in das angegebene Shell-Kommando
(shell-kommando) umgeleitet. Der Abschnitt befindet sich zwischen
der aktuellen Position und der durch den Markierungsbuchstaben
gekennzeichneten Position. m kann auch den Wert ^ oder $ haben,
um den Dateianfang bzw. das Dateiende anzugeben. Hat m den Wert .
oder wird ein NEWLINE-Zeichen angegeben, wird der aktuelle Bild-
schirm über eine Pipe umgeleitet. Der aktuelle Bildschirm ist der
kleinste Teil der Datei, der über eine Pipe umgeleitet werden
kann.
TASTENBELEGUNG
Sie können eigene more-Kommandos definieren, indem Sie mit dem Pro-
gramm lesskey eine Datei .more in Ihrem HOME-Verzeichnis erstellen.
Diese Datei gibt eine Reihe von Kommandotasten und von Aktionen an,
die den einzelnen Tasten zugeordnet sind. Weitere Informationen hierzu
finden Sie unter lesskey(1).
NATIONALE ZEICHENSÄTZE
Die Eingabedatei enthält drei Arten von Zeichen:
Normale (druckbare) Zeichen
können direkt am Bildschirm angezeigt werden.
Steuerzeichen
sollten nicht direkt angezeigt werden, können aber in normalen
Textdateien enthalten sein (z. B. Rücksetz- und Tabulatorzei-
chen).
Binärzeichen
können nicht direkt angezeigt sein und sollten in Textdateien
normalerweise nicht enthalten sein.
Standardmäßig verwendet more den Zeichensatz der nationalen Umgebung
(definiert durch die Umgebungsvariablen LCALL, LCCTYPE und LANG).
Mit der Umgebungsvariablen LESSCHARSET kann ein anderer Zeichensatz
ausgewählt werden. Wird diese Variable auf den Wert ascii gesetzt,
wird der ASCII-Zeichensatz angenommen. Im ASCII-Zeichensatz werden
Zeichen mit Werten zwischen 128 und 255 als Binärzeichen aufgefaßt.
Wird diese Variable auf den Wert latin1 gesetzt, wird der Zeichensatz
ISO 8859/1 angenommen. Der Zeichensatz Latin-1 entspricht dem ASCII-
Seite 13 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
more(1) more(1)
Zeichensatz mit der Ausnahme, daß Zeichen zwischen 128 und 255 als
normale Zeichen aufgefaßt werden. Wird diese Variable auf den Wert
locale gesetzt, wird der in der lokalen Umgebung definierte nationale
Zeichensatz angenommen. Zur Zeit sind für LESSCHARSET nur die Werte
locale, ascii und latin1 gültig.
In einigen Fällen kann es wünschenswert sein, more so zu ändern, daß
nicht einer der über LESSCHARSET definierbaren Zeichensätze, sondern
ein anderer Zeichensatz verwendet wird. Dazu kann ein Zeichensatz über
die Umgebungsvariable LESSCHARDEF definiert werden. Dieser Variablen
muß eine Zeichenkette zugewiesen werden, die jedes Zeichen des Zei-
chensatzes beschreibt. Das Zeichen . wird zur Kennzeichnung normaler
Zeichen, c für Steuerzeichen, b für Binärzeichen und l für den Zei-
chentyp innerhalb der lokalen Umgebung verwendet. Zur Wiederholung
kann eine Dezimalzahl angegeben werden. Die Angabe bccc4b. beispiels-
weise bedeutet, daß das Zeichen 0 ein Binärzeichen ist, die Zeichen 1,
2 und 3 sind Steuerzeichen, die Zeichen 4, 5, 6 und 7 sind Binärzei-
chen und das 8 Zeichen ist ein normales Zeichen. Für alle auf das
letzte Zeichen folgenden Zeichen gelten die Angaben für das letzte
Zeichen, d. h. die Zeichen 9-255 sind normale Zeichen. (Dies ist
lediglich ein Beispiel und stellt nicht unbedingt einen tatsächlichen
Zeichensatz dar.)
Das Setzen der Variablen LESSCHARDEF auf den Wert 8bcccbcc18b95.b hat
dieselbe Wirkung wie das Setzen von LESSCHARSET auf den Wert ascii.
Setzen Sie die Variable LESSCHARDEF auf den Wert 8bcccbcc18b95.33b.,
hat dies dieselbe Wirkung wie das Setzen von LESSCHARSET auf den Wert
latin1. Setzen Sie die Variable LESSCHARDEF auf den Wert 8lccclccl,
hat dies dieselbe Wirkung wie das Setzen von LESSCHARSET auf den Wert
locale.
Steuer- und Binärzeichen werden blinkend angezeigt. Jedes dieser Zei-
chen wird durch ein Dachzeichen gekennzeichnet, sofern dies möglich
ist (z. B. ^A für Control-A). Diese Kennzeichnung wird nur verwendet,
wenn die Umkehrung von Bit 0100 zu einem normalen druckbaren Zeichen
führen würde. Andernfalls wird das Zeichen als Oktalzahl mit vorange-
hendem Gegenschrägstrich dargestellt. Dieses Oktalformat können Sie
ändern, indem Sie die Umgebungsvariable LESSBINFMT auf eine Formatzei-
chenkette wie bei printf setzen. Standardwert ist '\%o'.
EINGABEAUFFORDERUNGEN
Mit der Option -P können Sie die Eingabeaufforderung an Ihre Erforder-
nisse anpassen. Die Eingabeaufforderung wird durch die bei der Option
-P angegebene Zeichenkette ersetzt. Bestimmte Zeichen der Zeichenkette
werden auf besondere Weise interpretiert. Der Mechanismus der Eingabe-
aufforderungen ist sehr komplex, um beliebige Flexibilität in der
Gestaltung der Eingabeaufforderungen bieten zu können.
Eine Kombination aus Prozentzeichen und einem nachfolgenden Zeichen
wird in Abhängigkeit von diesem Zeichen erweitert:
Seite 14 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
more(1) more(1)
%bX Wird durch den Byte-Offset der aktuellen Eingabedatei ersetzt.
Dem b ist ein einzelnes Zeichen nachgestellt (oben als X darge-
stellt), das die Zeile angibt, deren Byte-Offset verwendet werden
soll. Handelt es sich bei diesem Zeichen um ein t (top), wird der
Byte-Offset der obersten Zeile der Anzeige verwendet, m (middle)
bezeichnet die mittlere Zeile, b (bottom) die unterste, B gibt
die Zeile direkt nach der untersten Zeile an. x gibt an, daß die
mit der Option -x angegebene "Zielzeile" verwendet werden soll
(wie bei -x).
%B Wird durch die Größe der aktuellen Eingabedatei ersetzt.
%E Wird durch den Namen des Editors ersetzt (aus der Umgebungsvaria-
blen EDITOR, sonst vi). Weitere Informationen finden Sie unter
der Beschreibung der Umgebungsvariablen LESSEDIT weiter unten.
%f Wird durch den Namen der aktuellen Eingabedatei ersetzt.
%i Wird durch den Index der aktuellen Datei in der Liste der Einga-
bedateien ersetzt.
%lX Wird durch die Nummer einer Zeile in der Eingabedatei ersetzt.
Die zu verwendende Zeile wird wie bei der Option %b über X ange-
geben.
%L Wird durch die Nummer der letzten Zeile in der Eingabedatei
ersetzt.
%m Wird durch die Anzahl der Eingabedateien ersetzt.
%pX Wird durch den prozentualen Anteil der aktuellen Eingabedatei
ersetzt. Die zu verwendende Zeile wird wie bei der Option %b über
X angegeben.
%s Wie %B.
%t Nachfolgende Leerzeichen werden gelöscht. Diese Option wird nor-
malerweise am Ende der Zeichenkette angegeben, kann aber an
beliebiger Stelle auftreten.
%x Wird durch den Namen der nächsten Eingabedatei in der Liste
ersetzt.
Ist ein Element unbekannt (z. B. die Dateigröße, wenn die Eingabe eine
Pipe ist), wird anstelle dieses Elements ein Fragezeichen ausgegeben.
Das Format der Zeichenkette für die Eingabeaufforderung kann in Abhän-
gigkeit von bestimmten Bedingungen geändert werden. Ein Fragezeichen,
auf das ein einzelnes Zeichen folgt, verhält sich wie eine IF-Anwei-
sung: In Abhängigkeit vom Zeichen nach dem Fragezeichen wird eine
Bedingung ausgewertet. Ist diese Bedingung wahr (TRUE), werden alle
Zeichen nach dem Frage- und dem Bedingungszeichen bis zu einem Punkt
Seite 15 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
more(1) more(1)
in die Eingabeaufforderung eingefügt. Ist die Bedingung nicht erfüllt
(FALSE), werden die Zeichen nicht eingefügt. Die Angabe eines Doppel-
punkts zwischen dem Fragezeichen und dem Punkt entspricht einer ELSE-
Anweisung: Die Zeichen zwischen dem Doppelpunkt und dem Punkt werden
nur dann in die Eingabeaufforderung eingefügt, wenn die IF-Bedingung
nicht erfüllt ist (FALSE). Die folgenden Zeichen können als Bedin-
gungszeichen (nach einem Fragezeichen) verwendet werden:
?a Die Bedingung ist erfüllt, wenn bereits Zeichen in die Eingabe-
aufforderung eingefügt wurden.
?bX Die Bedingung ist erfüllt, wenn der Byte-Offset der angegebenen
Datei bekannt ist. X kann wie bei %b die Werte t (top), m
(middle) und b bzw. B (bottom) annehmen. Ebenso x.
?B Die Bedingung ist erfüllt, wenn die Größe der aktuellen Eingabe-
datei bekannt ist.
?e Die Bedingung ist erfüllt, wenn das Dateiende erreicht ist.
?f Die Bedingung ist erfüllt, wenn der Name einer Eingabedatei vor-
handen ist, es sich bei der Eingabe also nicht um eine Pipe han-
delt.
?lX Die Bedingung ist erfüllt, wenn die Nummer der angegebenen Zeile
bekannt ist. X kann wie bei %b die Werte t (top), m (middle) und
b bzw. B (bottom) annehmen. Ebenso x.
?L Die Bedingung ist erfüllt, wenn die Nummer der letzten Zeile in
der Datei bekannt ist.
?m Die Bedingung ist erfüllt, wenn es mehrere Eingabedateien gibt.
?n Die Bedingung ist erfüllt, wenn dies die erste Eingabeaufforde-
rung in einer neuen Eingabedatei ist.
?pX Die Bedingung ist erfüllt, wenn der prozentuale Anteil des Datei-
inhalts bis zur angegebenen Zeile bekannt ist. X kann wie bei %b
die Werte t (top), m (middle) und b bzw. B (bottom) annehmen.
Ebenso x.
?s Wie ?B.
?x Die Bedingung ist erfüllt, wenn es eine weitere Eingabedatei
gibt, es sich bei der aktuellen Datei also nicht um die letzte
Eingabedatei handelt.
Alle Zeichen mit Ausnahme der Sonderzeichen (Fragezeichen, Doppel-
punkt, Punkt, Prozentzeichen und Gegenschrägstrich), werden Bestand-
teil der Eingabeaufforderung. Sollen auch Sonderzeichen in die Einga-
beaufforderung eingefügt werden, muß diesen ein Gegenschrägstrich vor-
angestellt werden.
Seite 16 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
more(1) more(1)
Einige Beispiele:
?f%f:Standard input.
Diese Eingabeaufforderung gibt den Namen der Datei aus, sofern dieser
bekannt ist. Ist dieser Name nicht bekannt, wird die Zeichenkette
Standard input ausgegeben.
?f%f .?ltLine %lt:?pt%pt\%:?btByte %bt:-...
Diese Eingabeaufforderung gibt den Dateinamen aus, sofern dieser
bekannt ist. Anschließend wird die Zeilennummer, falls bekannt, ausge-
geben. Ist die Zeilennummer nicht bekannt, wird die Prozentangabe und
falls diese auch nicht bekannt ist, der Byte-Offset ausgegeben. Ist
keiner dieser Werte bekannt, wird ein Gedankenstrich ausgegeben.
Beachten Sie, daß es für jedes Fragezeichen einen zugehörigen Punkt
gibt und das Sonderzeichen % nach %pt in die Eingabeaufforderung ein-
gefügt wird, da ihm ein Gegenschrägstrich vorangestellt ist.
?n?f%f .?m(file %i of %m) ..?e(END) ?x- Next\: %x.:
?pB%pB\%:byte %bB?s/%s...%t
Die Zeichenketten sind aus Gründen der Lesbarkeit bei Bedarf auf zwei
Zeilen verteilt. Wenn es sich um die erste Eingabeaufforderung in
einer Datei handelt, wird der Dateiname ausgegeben. Bei mehreren Ein-
gabedateien wird nach dem Dateinamen noch die Meldung (file N of N)
ausgegeben. Am Dateiende wird die Zeichenkette (END) gefolgt vom Namen
der nächsten eventuell vorhandenen Datei ausgegeben. Sonst wird die
Prozentangabe der erfolgten Ausgabe, falls diese bekannt ist, ausgege-
ben. Ist diese nicht bekannt, wird der Byte-Offset ausgegeben, gefolgt
von der Dateigröße (falls bekannt). Schließlich werden nachfolgende
Leerzeichen abgeschnitten. Dies ist die Standardeingabeaufforderung.
Die Standardwerte für die beiden anderen Eingabeaufforderungen (-m
bzw. -M) werden zu Referenzzwecken im folgenden dargestellt.
?n?f%f .?m(file %i of %m) ..?e(END) ?x- Next\: %x..%t
?f%f .?n?m(file %i of %m) ..?ltline %lt?L/%L. :byte %bB?s/%s. .
?e(END) ?x- Next\: %x.:?pB%pB\%..%t
Das Kommando = gibt die folgende Standardmeldung aus:
?f%f .?m(file %i of %m) .?ltline %lt?L/%L. .
byte %bB?s/%s. ?e(END) :?pB%pB\%..%t
Die Funktionen zur Erweiterung der Eingabeaufforderung werden auch für
einen anderen Zweck verwendet: Ist eine Umgebungsvariable LESSEDIT
definiert, wird deren Wert beim Aufruf des Kommandos v als Kommando
ausgeführt. Die Zeichenkette in LESSEDIT wird in derselben Weise
erweitert wie die Zeichenketten für die Eingabeaufforderungen.
LESSEDIT hat folgenden Standardwert:
Seite 17 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
more(1) more(1)
%E ?lx+%lx. %f
Dieser Wert wird in den Editornamen, gefolgt von einem Pluszeichen +
und der Zeilennummer sowie dem Dateinamen aufgelöst. Akzeptiert Ihr
Editor die Syntax +zeilennummer nicht oder gibt es andere Unstimmig-
keiten in der Syntax für den Aufruf des Editors, können Sie den Stan-
dardwert durch Bearbeiten der Variablen LESSEDIT ändern.
UMGEBUNGSVARIABLEN
COLUMNS
Legt die Anzahl der Spalten des Bildschirms fest. Dieser Wert hat
Vorrang vor der durch die Variable TERM festgelegten Spaltenan-
zahl.
EDITOR
Der Name des Editors (wird für das Kommando v verwendet).
HOME Name des HOME-Verzeichnisses des Benutzers (wird für die Suche
nach der Datei .more verwendet).
LANG Gibt einen Standardwert für die Internationalisierungsvariablen
an, die nicht gesetzt oder null sind. Ist LANG nicht gesetzt oder
null, wird der entsprechende Standardwert der internationalen
Umgebung verwendet. Enthält eine der Internationalisierungsvaria-
blen eine ungültige Einstellung, verhält sich das Kommando so,
als wäre keine der Variablen definiert.
LCALL
Ist diese Variable auf einen Wert gesetzt, d. h. ist sie nicht
leer, überschreibt dieser Wert die Werte aller übrigen Interna-
tionalisierungsvariablen.
LCCOLLATE
Legt die internationale Umgebung für das Verhalten von Bereichen,
Äquivalenzklassen und Zeicheneinheiten innerhalb von regulären
Ausdrücken fest.
LCCTYPE
Legt die internationale Umgebung für die Interpretation von Byte-
folgen als Zeichen fest (z. B. Einzelbytezeichen im Unterschied
zu Mehrbytezeichen in Argumenten) und für das Verhalten von Zei-
chenklassen innerhalb von regulären Ausdrücken.
LCMESSAGES
Legt das Format und den Inhalt von Fehlermeldungen fest. Die hier
angegebene internationale Umgebung gilt auch für informative Mel-
dungen, die auf die Standardausgabe geschrieben werden.
NLSPATH
Legt die Position der Meldungskataloge für die Verarbeitung von
LCMESSAGES fest.
Seite 18 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
more(1) more(1)
LESSBINFMT
Format für die Anzeige nicht-druckbarer Zeichen, die keine Steu-
erzeichen sind.
LESSCHARDEF
Definiert einen Zeichensatz.
LESSCHARSET
Wählt einen vordefinierten Zeichensatz aus.
LESSEDIT
Zeichenkette für den Editor (wird für das Kommando v verwendet).
Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt EINGABEAUFFORDERUN-
GEN.
LINES
Legt die Anzahl der Zeilen des Bildschirms fest. Dieser Wert hat
Vorrang vor der durch die Variable TERM festgelegten Zeilenan-
zahl.
MORE Parameter, die automatisch an more übergeben werden.
SHELL
Shell für die Ausführung des Kommandos ! sowie für die Erweiter-
ung der Dateinamen.
TERM Typ des Terminals, auf dem more ausgeführt wird.
WARNUNGEN
Werden mit dem Kommando :e mehrere Dateien angegeben und wurde eine
dieser Dateien bereits früher angezeigt, werden die neuen Dateien mög-
licherweise in einer unerwarteten Reihenfolge in die Liste eingetra-
gen.
Die Behandlung der nationalen Zeichensätze entspricht bei Mehrbytezei-
chen keinem Standard und ist für diese Zeichen unzureichend (außer
wenn als Einstellung der Standardwert oder locale benutzt wird). Dies
wird möglicherweise in einem späteren Release geändert.
SIEHE AUCH
less(1), lesskey(1).
Seite 19 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98