pg(1) pg(1)
NAME
pg - Dateien seitenweise ausgeben (page)
SYNTAX
pg [-zahl] [-p zeichenkette] [option ...] [datei ...]
BESCHREIBUNG
pg gibt Dateien auf die Standardausgabe aus. Ist die Standardausgabe
dem Bildschirm zugeordnet, dann können Sie die Dateien seitenweise
vorwärts und rückwärts durchblättern.
Nach jeder Seite gibt pg standardmäßig einen Doppelpunkt : als Bereit-
zeichen aus. Auf dieses Bereitzeichen antworten Sie mit einem Kom-
mando. Vom jeweiligen Kommando hängt es ab, welche Seite pg als näch-
ste anzeigt (siehe KOMMANDOS WÄHREND DES ABLAUFS VON PG).
pg gibt nach einem Tabulatorzeichen das folgende Zeichen auf der näch-
sten Tabulatorposition aus. Als Abstand zwischen zwei Tabulatorposi-
tionen nimmt pg acht Zeichen an.
Ist die Standardausgabe nicht dem Bildschirm zugeordnet, dann findet
keine Seitenaufteilung statt und es können keine Kommandos eingegeben
werden. pg verhält sich in diesem Fall so wie das Kommando cat. Wenn
Sie allerdings mehrere Dateien angeben, stellt pg jeder Datei einen
Kopfteil voran.
pg entnimmt die Eigenschaften des Terminals der Datenbasis terminfo,
wobei der Typ des Terminals durch die Umgebungsvariable TERM festge-
legt wird. Falls TERM nicht definiert ist, wird als Typ des Terminals
dumb angenommen.
OPTIONEN
Kein Argument angegeben:
pg liest von der Standardeingabe und gibt das Gelesene seiten-
weise auf der Standardausgabe aus.
-zahl
Sie legen fest, wieviele Zeilen eine Seite am Bildschirm haben
soll. Bei aufeinanderfolgenden Seiten steht die letzte Zeile der
Vorgängerseite am Anfang.
Ist Option -f nicht angegeben, macht pg einen Zeilenumbruch, wenn
eine Zeile über den rechten Bildschirmrand hinausgeht. Jede Zeile
am Bildschirm ist auch für pg eine Zeile.
zahl Anzahl der Zeilen.
zahl=1: wie zahl=2; eine Seite besteht also immer aus minde-
stens zwei Zeilen.
Während des Ablaufs von pg ändern Sie die Größe einer Seite mit
dem Kommando w (siehe Weitere Kommandos).
Seite 1 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
pg(1) pg(1)
-zahl nicht angegeben:
Eine Seite am Bildschirm hat 23 Zeilen.
-p zeichenkette
(p - prompt) ändert das Bereitzeichen (bzw. die Bereitzeichen-
kette) für Kommandos (siehe KOMMANDOS WÄHREND DES ABLAUFS VON
PG).
zeichenkette
ist die neue Bereitzeichenkette. Steht in zeichenkette die
Folge %d, so enthält die Bereitzeichenkette, die pg ausgibt,
statt %d die aktuelle Seitennummer. Dies gilt nur für das
erste Auftreten von %d.
Die aktuelle Seite ist die Seite, deren erste Zeile am Bild-
schirm zu sehen ist.
-p zeichenkette nicht angegeben:
pg verwendet einen Doppelpunkt : als Bereitzeichen.
Für option können Sie angeben:
-c (c - clear) pg löscht den Bildschirm, bevor es eine neue Seite
ausgibt.
-c nicht angegeben:
pg schiebt die vorherige Seite zeilenweise nach oben, bis die
erste Zeile der neuen Seite auf der zweiten Bildschirmzeile
steht.
-e pg zeigt am Ende einer Datei sofort die nächste Datei. Falls
keine Datei mehr folgt, beendet sich pg.
-e nicht angegeben:
Nach der letzten Zeile einer Datei gibt pg nochmals das Bereit-
zeichen aus. Vor dem Bereitzeichen steht (EOF).
Wenn Sie die Taste <RETURN> drücken, zeigt pg die nächste Datei
an oder beendet sich.
-f pg macht keinen Zeilenumbruch, wenn eine Zeile über den rechten
Bildschirmrand hinausgeht.
Wenn der Bildschirm hardwaremäßig automatisch Zeilen umbricht,
kann -f diesen Zeilenumbruch nicht verhindern. Trotzdem zählt pg
die Zeilen, als ob kein Umbruch stattgefunden hätte: Der Anfang
der betroffenen Seite ist am Bildschirm nicht mehr sichtbar.
Seite 2 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
pg(1) pg(1)
-f nicht angegeben:
pg macht einen Zeilenumbruch, wenn eine Zeile über den rechten
Bildschirmrand hinausgeht. Jede Zeile am Bildschirm ist auch für
pg eine Zeile.
-n (n - newline) pg führt ein Kommando sofort aus, wenn Sie nach dem
Bereitzeichen den Buchstaben des Kommandos eingeben (siehe KOM-
MANDOS WÄHREND DES ABLAUFS VON PG). Kommt in einem Kommando kein
Buchstabe vor, dann drücken Sie die Leertaste oder die Taste
<RETURN>.
-n nicht angegeben:
Sie müssen jedes Kommando mit der Taste <RETURN> abschließen.
-r (r - restricted) Shell-Kommandos sind nicht erlaubt. Wird ein
Shell-Kommando eingegeben, so gibt pg eine Fehlermeldung aus,
beendet sich jedoch nicht.
-s (s - standout) pg stellt alle Nachrichten und das Bereitzeichen
in inverser Schrift dar.
+zahl
pg gibt die Datei erst ab einer angegebenen Zeile aus.
zahl Nummer der Zeile, ab der pg ausgibt.
+/rA/
pg beginnt mit der Ausgabe bei der Zeile, in der zum erstenmal
eine Zeichenkette vorkommt, die zum regulären Ausdruck rA paßt.
rA ist ein einfacher regulärer Ausdruck [siehe expressions(5)].
Diese Option hat nur dann eine Wirkung, wenn die Datei mehr Zei-
len hat als eine Seite am Bildschirm (siehe oben -zahl).
Sie können auch während des Ablaufs von pg nach Zeichenketten
suchen (siehe Kommandos zum Suchen von Zeichenketten).
-- Ende der Optionenliste. Die Angabe ist nötig, wenn datei mit -
beginnt.
datei
Name der Datei, die Sie durchblättern wollen. Sie können mehrere
Dateien angeben; in diesem Fall gibt pg vor jeder neuen Datei
folgendes aus:
(Next file: datei).
Wenn Sie für datei einen Bindestrich - angeben, liest pg von der
Standardeingabe.
Seite 3 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
pg(1) pg(1)
Mit den Kommandos n und p können Sie während des Ablaufs von pg
zwischen mehreren Dateien wechseln (siehe Weitere Kommandos).
datei nicht angegeben:
pg liest von der Standardeingabe.
KOMMANDOS WÄHREND DES ABLAUFS VON PG
Ein Kommando schreiben Sie in die letzte Zeile hinter das Bereitzei-
chen. Dann schließen Sie es mit der Taste <RETURN> ab, es sei denn,
Sie haben durch die Option -n vereinbart, daß Kommandos sofort ausge-
führt werden.
pg kann gerade eine Seite anzeigen oder auf die Eingabe eines Komman-
dos warten. Während diesen unterschiedlichen Zuständen reagiert pg auf
die Tasten <DEL> oder <CTRL-\> unterschiedlich:
- pg beendet sich, wenn es auf die Eingabe eines Kommandos gewartet
hatte.
- pg bricht die Anzeige einer Seite ab und gibt sofort das Bereitzei-
chen aus. Sie können neue Kommandos eingeben.
Wenn Sie pg als Kommando in einer Pipeline verwenden, dann wirken die
Tasten <DEL> oder <CTRL-\> auch auf die anderen Kommandos dieser Pipe-
line.
Angenommen das Kommando grep schreibt in die Pipeline und pg liest aus
der Pipeline. Wenn Sie die Taste <DEL> drücken, während pg eine Seite
ausgibt, geschieht folgendes: grep wird abgebrochen, pg aber nicht. pg
kann noch das aus der Pipeline lesen, was grep bis zu seinem Abbruch
hineingeschrieben hat.
Kommandos zum Blättern
<RETURN>
<SPACE>
ohne Kommando blättert pg um eine Seite weiter.
zahl pg blättert auf die Seite, die Sie bei zahl angeben. Dabei spielt
es keine Rolle, ob diese Seite vor oder nach der aktuellen Seite
liegt.
+[zahl]
pg blättert weiter.
zahl Anzahl der Seiten, um die weitergeblättert wird. Maximal
blättert pg bis zur letzten Seite.
zahl nicht angegeben:
pg blättert um eine Seite weiter.
Seite 4 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
pg(1) pg(1)
-[zahl]
pg blättert zurück.
zahl Anzahl der Seiten, um die zurückgeblättert wird. Maximal
blättert pg bis zur ersten Seite zurück.
zahl nicht angegeben:
pg blättert um eine Seite zurück.
[zahl]l
(l - line) pg positioniert absolut auf Zeilen.
zahl Die Nummer der Zeile, die in der ersten Bildschirmzeile ste-
hen soll. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Zeile vor
oder nach der aktuellen Seite liegt.
zahl nicht angegeben:
pg blättert um eine Zeile weiter.
+[zahl]l
pg blättert um Zeilen weiter.
zahl Anzahl der Zeilen, um die pg weiterblättern soll.
zahl nicht angegeben:
pg blättert um eine Zeile weiter.
-[zahl]l
pg blättert um Zeilen zurück.
zahl Anzahl der Zeilen, um die pg zurückblättern soll.
zahl nicht angegeben:
pg blättert eine Zeile zurück.
[+]d
[+]<CTRL-D>
pg blättert um eine halbe Seite am Bildschirm nach vorn. Die Ver-
wendung eines vorangestellten + ist optional.
-d
-<CTRL-D>
pg blättert um eine halbe Seite zurück.
zahlf
zahl Bildschirmseiten werden übersprungen.
Seite 5 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
pg(1) pg(1)
zahlz
Wie <RETURN>. zahl gibt, falls angegeben, die neue Anzahl der
Zeilen pro Bildschirmseite an.
.
<CTRL-L>
pg wiederholt die Ausgabe der aktuellen Seite.
$ pg blättert auf die letzte Seite der aktuellen Datei. $ sollte
mit Vorsicht benutzt werden, wenn von einer Pipe gelesen wird.
Kommandos zum Suchen von Zeichenketten
[k]/rA/[ort]
pg sucht vorwärts nach einer zu rA passenden Zeichenkette. Die
Stelle, an der die Zeichenkette vorkommt, wird am Bildschirm aus-
gegeben.
pg beginnt mit der Suche unmittelbar nach der aktuellen Seite.
Läßt sich keine passende Zeichenkette finden, dann endet die
Suche am Ende der aktuellen Datei.
k pg sucht nach dem k-ten Auftreten einer passenden Zeichen-
kette.
k nicht angegeben:
pg beginnt bei der ersten passenden Zeichenkette mit der
Ausgabe.
rA Regulärer Ausdruck, der die gesuchte Zeichenkette
beschreibt. rA ist ein einfacher regulärer Ausdruck [siehe
expressions(5)].
ort Ort an dem die passende Zeichenkette am Bildschirm angezeigt
wird. Sie können angeben:
m (m - middle) Die Zeichenkette wird in der Mitte des
Bildschirms angezeigt.
b (b - bottom) Die Zeichenkette wird in der letzten Bild-
schirmzeile angezeigt.
t (t - top) Die Zeichenkette wird in der ersten Bild-
schirmzeile angezeigt.
ort nicht angegeben:
Die passende Zeichenkette wird in der ersten Bildschirmzeile
ausgegeben.
Seite 6 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
pg(1) pg(1)
[k]?rA?[ort]
[k]^rA^[ort]
pg sucht rückwärts nach einer zu rA passenden Zeichenkette. Die
Stelle, an der die Zeichenkette vorkommt, wird am Bildschirm aus-
gegeben.
pg beginnt mit der Suche unmittelbar vor der aktuellen Seite.
Läßt sich keine passende Zeichenkette finden, dann endet die
Suche am Anfang der aktuellen Datei.
k pg sucht nach dem k-ten Auftreten einer passenden Zeichen-
kette.
k nicht angegeben:
pg beginnt bei der ersten passenden Zeichenkette mit der
Ausgabe.
rA Regulärer Ausdruck, der die gesuchte Zeichenkette
beschreibt. rA ist ein einfacher regulärer Ausdruck [siehe
expressions(5)].
ort Ort an dem die passende Zeichenkette am Bildschirm angezeigt
wird. Sie können angeben:
m (m - middle) Die Zeichenkette wird in der Mitte des
Bildschirms angezeigt.
b (b - bottom) Die Zeichenkette wird in der letzten Bild-
schirmzeile angezeigt.
t (t - top) Die Zeichenkette wird in der ersten Bild-
schirmzeile angezeigt.
ort nicht angegeben:
Die passende Zeichenkette wird in der ersten Bildschirmzeile
ausgegeben.
Weitere Kommandos
h (h - help) pg gibt eine Kurzübersicht zu den vorhandenen Komman-
dos.
[i]n (n - next) pg macht die i-te nachfolgende Datei aus der Aufruf-
zeile zur aktuellen Datei. Hat die Aufrufzeile nicht genügend
Dateien, dann wird die letzte Datei die aktuelle Datei.
i nicht angegeben:
pg macht die nächste Datei aus der Aufrufzeile zur aktuellen
Datei.
Seite 7 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
pg(1) pg(1)
[i]p (p - previous) pg macht die i-te vorhergehende Datei aus der Auf-
rufzeile zur aktuellen Datei. Hat die Aufrufzeile nicht genügend
Dateien, dann wird die erste Datei die aktuelle Datei.
i nicht angegeben:
pg macht die vorhergehende Datei aus der Aufrufzeile zur aktuel-
len Datei.
iw (w - window) Eine Seite am Bildschirm hat ab sofort i Zeilen.
Standardmäßig hat eine Seite am Bildschirm 23 Zeilen. Diese Ein-
stellung können Sie auch beim Aufruf von pg ändern (siehe oben
-zahl).
sdatei
(s - save) pg sichert die aktuelle Datei unter dem Namen, den Sie
bei datei angeben.
!kommando
pg übergibt kommando an den Kommandointerpreter, mit dem die
Umgebungsvariable SHELL belegt ist. Ist diese nicht definiert,
dann übergibt pg an die Standard-Shell.
Dieses Kommando müssen Sie immer mit der Taste <RETURN> abschlie-
ßen. Dies gilt auch dann, wenn Sie pg mit -n aufgerufen haben.
q
Q (q - quit) pg wird beendet. Am Ende der letzten Datei der Aufruf-
zeile wird pg auch durch <RETURN> beendet.
UMGEBUNGSVARIABLEN
COLUMNS
Legt die Anzahl der Spalten des Bildschirms fest. Dieser Wert
hat Vorrang vor der durch die Variable TERM festgelegten Spal-
tenanzahl.
LINES Legt die Anzahl der Zeilen des Bildschirms fest. Dieser Wert
hat Vorrang vor der durch die Variable TERM festgelegten Zei-
lenanzahl.
SHELL Sie bestimmen mit dieser Umgebungsvariablen den Kommadointer-
preter, dem pg während des Ablaufs Kommandos übergibt (siehe
Kommando !).
TERM Typ des Terminals, auf dem pg ausgeführt wird.
INTERNATIONALE UMGEBUNG
Die Umgebungsvariable LCMESSAGES bestimmt die Sprache der Meldungs-
texte.
LCCOLLATE beeinflußt die Sortierreihenfolge.
Seite 8 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
pg(1) pg(1)
LCCTYPE bestimmt die Zeichenklassen und die Zeichenkonvertierung.
Wenn LCMESSAGES, LCCOLLATE oder LCCTYPE nicht oder als leere Zei-
chenkette definiert ist, wird der Wert von LANG als Standardwert für
die jeweils nicht gesetzte oder leere Variable herangezogen. Ist auch
LANG nicht oder als leere Zeichenkette definiert, verhält sich das
System so, als wäre es nicht internationalisiert.
Die Umgebungsvariable LCALL bestimmt die gesamte internationale Umge-
bung. LCALL hat Vorrang vor allen anderen Umgebungsvariablen im
Bereich der Internationalisierung.
Hat eine der Variablen für die internationale Umgebung einen ungülti-
gen Wert, verhält sich das System so, als wäre keine Variable gesetzt.
BEISPIELE
Sie wollen sich in der Datei text die Stelle ansehen, an der das Wort
Beispiel zum ersten Mal vorkommt:
$ pg +/Beispiel/ text
SIEHE AUCH
cat(1), ed(1), grep(1), more(1), terminfo(4), expressions(5).
Seite 9 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98