rcp(1) rcp(1)
NAME
rcp - Datei von oder zu einem fernen Rechner kopieren (remote file
copy)
SYNTAX
rcp[ -xp] datei1 datei2 Format 1
rcp[ -xpr] datei ... vz Format 2
BESCHREIBUNG
Mit rcp können Sie Dateien und Verzeichnisse
- vom lokalen zu einem fernen Rechner
- von einem fernen zum lokalen Rechner
- zwischen zwei fernen Rechnern
kopieren.
Das Kommando wird z. B. angewendet, wenn ein Benutzer mit Dateien, die
sich auf einem fernen Rechner befinden, weiterarbeiten möchte.
Format 1 des Kommandos kopiert eine Datei von einem Rechner in eine
Datei eines anderen Rechners.
Format 2 des rcp-Kommandos kopiert mehrere Dateien oder ein Verzeich-
nis von einem Rechner in das Verzeichnis eines anderen Rechners.
Das Kommando rcp kann nur von Benutzern angewendet werden, die auf dem
fernen Rechner zugriffsberechtigt sind. Ein Benutzer ist dann auf dem
fernen Rechner zugriffsberechtigt, wenn
- entweder der Name des lokalen Rechners oder ein Pluszeichen + sowie
die Benutzerkennung in der Datei .rhosts eingetragen sind, die sich
im HOME-Verzeichnis der Kennung am fernen Rechner befindet, oder
- der lokale Rechner in der Datei /etc/hosts.equiv des fernen Rech-
ners eingetragen ist und der Benutzer am fernen Rechner mit der
gleichen Benutzerkennung arbeitet wie am lokalen Rechner.
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rcp(1) rcp(1)
FORMAT 1: EINZELNE DATEIEN KOPIEREN
rcp[ -xp] datei1 datei2
OPTIONEN
Keine Option angegeben:
Jede Kopie erhält als Änderungs- und Zugriffszeit die aktuelle
Zeit. Die Zugriffsrechte richten sich nach umask.
-x Ist nur von Bedeutung, wenn die Datei, die kopiert werden soll,
auf einem fernen Rechner liegt. rcp reicht dann die Option -x an
einen lokalen rsh-Aufruf weiter, d. h. rcp liefert den Ende-
Status des fernen Kommandos als eigenen Ende-Status.
-p Jede Kopie erhält dieselbe Änderungszeit, Zugriffszeit und die-
selben Zugriffsrechte wie die Originaldatei.
datei1
ist die Datei, die kopiert werden soll. Sie kann auf dem lokalen
oder auf einem fernen Rechner gespeichert sein.
Ist die Datei im lokalen Rechner gespeichert, kann sie mit pfad
angegeben werden. pfad ist der Pfadname von datei1. Ist pfad kein
absoluter Pfadname, wird er als relativer Pfad zum aktuellen Ver-
zeichnis interpretiert.
Ist die Datei in einem fernen Rechner gespeichert, muß datei1 in
folgender Form angegeben werden.
login@fernerrechner:pfad oder
fernerrechner:pfad oder
login@fernerrechner.domäne:pfad
fernerrechner ist der Name des fernen Rechners.
login ist die Benutzerkennung am fernen Rechner.
pfad ist der Pfadname von datei1.
domäne ist der Name der DNS-Domäne, der der ferne Rechner ange-
hört.
Pfadnamen können die üblichen Metazeichen (z. B. *, ?) zur Datei-
namenerzeugung enthalten. Diese werden auf dem lokalen Rechner
ausgewertet. Enthält pfad einen Doppelpunkt ":", muß diesem ein
Schrägstrich "/" vorangestellt werden. Die Zeichenkette für
login@fernerrechner darf keinen Schrägstrich "/" enthalten.
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rcp(1) rcp(1)
datei2
Ist die Datei, in die kopiert werden soll. Sie kann auf dem loka-
len oder auf einem fernen Rechner liegen. Ist sie bereits vorhan-
den, wird sie überschrieben.
Das Format ist das gleiche wie bei datei1.
FORMAT 2: MEHRERE DATEIEN ODER VERZEICHNISSE KOPIEREN
rcp [-xpr] datei ... vz
OPTIONEN
Keine Option angegeben:
Jede Kopie erhält als Änderungs- und Zugriffszeit die aktuelle
Zeit. Die Zugriffsrechte richten sich nach umask.
-x Ist nur von Bedeutung, wenn die Dateien, die kopiert werden sol-
len, auf einem fernen Rechner liegt. rcp reicht dann die Option
-x an einen lokalen rsh-Aufruf weiter, d. h. rcp liefert den
Ende-Status des fernen Kommandos als eigenen Ende-Status.
-p Jede Kopie erhält dieselbe Änderungszeit, Zugriffszeit und
Zugriffsrechte wie die Originaldatei.
-r Es werden rekursiv alle Unterverzeichnisse von vz kopiert. In
diesem Fall muß datei ein Verzeichnis sein.
datei
Kann sein
- eine Datei
- mehrere Dateien
- ein Verzeichnis (bei -r)
auf dem lokalen oder einem fernen Rechner.
Beim lokalen Rechner gilt folgende Form:
dateiname ...
oder
verzeichnis.
dateiname ist jeweils der Name oder der Pfadname einer oder meh-
rerer Dateien.
verzeichnis ist jeweils der Name oder der Pfadname des Verzeich-
nisses.
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rcp(1) rcp(1)
Liegt datei auf dem fernen Rechner, gilt
login@fernerrechner:pfad oder
fernerrechner:pfad oder
login@fernerrechner.domäne:pfad
fernerrechner ist der Name des fernen Rechners.
login ist die Benutzerkennung am fernen Rechner.
pfad ist der Pfadname von datei1.
domäne ist der Name der DNS-Domäne, der der ferne Rechner ange-
hört.
Pfadnamen können die üblichen Metazeichen (z. B. *, ?) zur Datei-
namenerzeugung enthalten. Diese werden auf dem lokalen Rechner
ausgewertet. Enthält pfad einen Doppelpunkt ":", muß diesem ein
Schrägstrich "/" vorangestellt werden. Die Zeichenkette für
login@fernerrechner darf keinen Schrägstrich "/" enthalten.
Beispiel:
$ rcp fernerrechner:pfad1/* pfad2/vz
kopiert alle Dateien, die zum ersten Pfadnamen passen, in
das angegebene Verzeichnis.
vz Ist das Verzeichnis, in das kopiert werden soll. Es kann auf dem
lokalen oder einem fernen Rechner liegen. Sind Dateien gleichen
Namens bereits vorhanden, werden sie überschrieben.
Das Format für vz auf dem lokalen Rechner ist:
verzeichnis
Das Format für vz auf dem fernen Rechner ist:
login@fernerrechner:verzeichnis
oder
login@fernerrechner.domäne:verzeichnis
BEISPIELE
Beispiel 1
Der Benutzer hans möchte aus seinem aktuellen Verzeichnis die Datei
test an den Benutzer franz am Rechner bremen kopieren. Die Datei soll
auf dem Rechner bremen den Namen hanstest bekommen. Die Zugriffs-
rechte erlauben den Kopiervorgang.
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rcp(1) rcp(1)
$ rcp test franz@bremen:hanstest
Beispiel 2
Der Benutzer hans am Rechner grafing will die Verzeichnisse test und
uebung vom Rechner bremen auf den Rechner athen in das Verzeichnis
/usr/mecky kopieren. Die Benutzerkennung hans ist auf den Rechnern
bremen und athen vorhanden und zugriffsberechtigt.
$ rcp -r bremen:test bremen:uebung athen:/usr/mecky
DATEIEN
/etc/hosts.equiv
Liste von Rechnernamen; Benutzerkennungen eines fernen Rechners,
dessen Name in dieser Liste steht, haben Zugang zum lokalen Rech-
ner, wenn sie auch dort bekannt sind.
$HOME/.rhosts
Liste der Rechnernamen mit Benutzerkennungen, die sich unter
ihrer Kennung anmelden dürfen.
SIEHE AUCH
ftp(1), rlogin(1), rsh(1).
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