ftp(1) ftp(1)
NAME
ftp - Programm zur Dateiübertragung (file transfer program)
SYNTAX
ftp [-B|-S] [-dgintvL] [-F wert] [-N wert] [-W wert]
[fernerrechner]
BESCHREIBUNG
Die Beschreibung ist in folgende Abschnitte unterteilt:
⊕ Einführung
⊕ Syntax und Beschreibung der Optionen
⊕ ftp-Kommandos
- Funktionale Übersicht
- Alphabetische Beschreibung
⊕ Konventionen für lokale Dateinamen
⊕ Abbrechen einer Datenübertragung
⊕ Parameter zur Dateiübertragung
⊕ Die Datei .netrc
⊕ Hinweis zu den Fehlermeldungen
⊕ Beispiele
⊕ Dateien
Einführung
Das Kommando ftp ist die Benutzerschnittstelle zum ARPANET Standard-
File-Transfer-Protokoll FTP. ftp überträgt Dateien von und zu Rechnern
innerhalb eines Netzes. Dabei ist es nicht nötig, daß auf dem fernen
Rechner auch ein Reliant UNIX- oder UNIX-Betriebssystem läuft.
Eine Verbindung zum fernen Rechner können Sie auf zwei Arten herstel-
len:
- durch Angabe des fernen Rechners beim ftp-Aufruf
- durch Angabe des fernen Rechners beim ftp-Kommando open
Der Rechner, an dem Sie ftp aufrufen, bleibt immer der lokale Rechner.
Wenn auf dem fernen Rechner Reliant UNIX oder UNIX (V5.4) läuft, so
wird jede ftp-Sitzung am fernen Rechner in der Datei /var/adm/wtmp
protokolliert, falls diese existiert.
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ftp(1) ftp(1)
OPTIONEN
Keine Option und kein Argument angegeben:
ftp startet nur den lokalen ftp-Kommando-Interpreter. In diesem
Zustand können Sie alle ftp-Kommandos benutzen, die weder direkt
die Dateiübertragung betreffen noch Arbeiten an einem fernen
Rechner ausführen, also !, ?, bell, case, cr, debug, glob, hash,
help, lcd, macdef, nmap, ntrans, runique, sendport, status,
sunique und verbose.
Keine Option angegeben:
ftp baut eine Verbindung zum FTP-Dämon des angegebenen Rechners
auf.
-B Mit der Option -B wird die Umgebungsvariable LIBSOCKETBSD=YES
für das ftp-Kommando gesetzt. Das heißt, es werden BSD-Sockets
benutzt.
-S Mit der Option -S wird die Umgebungsvariable LIBSOCKETBSD=NO für
das ftp-Kommando gesetzt. Das heißt, es werden STREAMS-Sockets
benutzt.
Hinweis:
Die Option -B oder -S überlagert den aktuellen Wert von
LIBSOCKETBSD in der Shell-Umgebung. Ist weder -B noch -S
gesetzt, so wird das Verhalten durch die Einstellung von
LIBSOCKETBSD beim Start bestimmt.
-d (d - debug) schaltet den Testhilfe-Modus ein. ftp gibt jedes Kom-
mando am Bildschirm aus, das zum fernen Rechner gesendet wird
(siehe auch ftp-Kommando debug).
Hinweis:
Bitte beachten Sie im Sinne der Systemsicherheit folgenden Hin-
weis zur Verwendung dieser Option:
Wenn Sie sich mit dem Kommando user am fernen Rechner anmelden,
fragt der Rechner anschließend Ihr Kennwort ab. Haben Sie ftp mit
-d aufgerufen, so wird nach Ihrer Eingabe das Kennwort am Bild-
schirm angezeigt.
-g (g - glob) unterbindet Dateinamen-Expansion (siehe auch ftp-Kom-
mando glob).
-i (i - interactive) schaltet die Funktion prompt aus. D. h. ftp
verhindert beim Übertragen oder Löschen mehrerer Dateien mit
mget, mput oder mdelete, daß Sie bei jeder Datei aufgefordert
werden, die Ausführung des Kommandos zu bestätigen. Sie können
die Funktion prompt während der Sitzung mit dem ftp-Kommando
prompt wieder einschalten.
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ftp(1) ftp(1)
-n (n - no auto-login) verhindert die automatische Abfrage von
Benutzerkennung und Kennwort beim Verbindungsaufbau. Benutzen Sie
für eine anschließende Anmeldung am fernen Rechner das ftp-Kom-
mando user.
-n nicht angegeben:
ftp durchsucht die Datei .netrc im HOME-Verzeichnis am lokalen
Rechner. In dieser Datei kann eine Benutzerkennung für den fernen
Rechner eingetragen sein. Wenn kein derartiger Eintrag vorhanden
ist oder die Datei .netrc nicht existiert, verlangt ftp, daß Sie
sich mit Benutzerkennung und Kennwort anmelden. Haben Sie auf dem
fernen Rechner die gleiche Benutzerkennung wie auf dem lokalen
Rechner, dann drücken Sie bei der entsprechenden Aufforderung nur
<CR> und geben Sie anschließend Ihr Kennwort ein.
Zu Inhalt und Format der Datei .netrc siehe Abschnitt "Die Datei
.netrc".
-t (t - trace) ermöglicht Datenpaket-Überwachung (derzeit nicht
implementiert).
-v (v - verbose) zeigt alle Antworten des fernen Rechners an und
protokolliert den Verlauf der Dateiübertragung am Bildschirm.
Diese Anzeigefunktion ist standardmäßig eingeschaltet, wenn ftp
interaktiv läuft (siehe auch ftp-Kommando verbose).
-L timeoutwert
Setzen des "Linger-on-Close-Timeout"-Werts. Standard ist 480
Sekunden.
Mit der Option -L kann das "Linger-on-Close"-Verhalten beeinflußt
werden (also das Verhalten der für eine Datenübertragung aufge-
bauten TCP-Verbindung), wenn aus Sicht des ftp-Clients bereits
alle zu übertragenden Daten dem Systemkern übergeben werden konn-
ten und der Dateideskriptor für diese Datenübertragung geschlos-
sen wurde. Im Standardfall bleibt der für die Datenübertragung
zuständige TCP-Endpunkt noch 6 Minuten (480 Sekunden) am Leben,
um eventuell noch nicht gesichert beim Partner angekommene Daten
zu übertragen. Dieser Timeout kann jedoch bei sehr langsamen
Partnern oder sehr langsamen Netzverbindungen in Verbindung mit
den großen Pufferungsmöglichkeiten des Systemkerns zu klein sein
und so auf der Datenempfangsseite zu Datenverlusten führen. Um
dies zu vermeiden, kann der Timeout-Wert für das Linger-on-
Close-Verhalten vom ftp-Client aus geändert werden, indem man mit
Hilfe der Option -L diesen Wert entsprechend anpaßt. Die obere
Grenze für den Timeout-Wert liegt bei 32766 Sekunden (ca. 4½
Stunden).
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-F wert
wert bestimmt die Blockgröße für die Dateiübertragung. Das heißt,
die zu übertragende Datei wird in solchen Blöcken gelesen bzw.
geschrieben.
Es werden Werte zwischen 1 KB und 16 MB akzeptiert. Voreinstel-
lung ist 32 KB.
-N wert
wert bestimmt die Größe des ftp-internen Sende-/Empfangspuffers.
Es werden Werte zwischen 1 KB und 16 MB akzeptiert. Voreinstel-
lung ist 32 KB.
-W wert
wert wird als Socket-Option SOSNDBUF bzw. SORCVBUF für die
Datenübertragung verwendet.
Es werden Werte zwischen 4 KB und 384 MB akzeptiert. Voreinstel-
lung ist 24 KB.
Bei allen drei Optionen -F, -N und -W kann wert folgendermaßen
spezifiziert werden:
nk oder nK Der Wert wird als n Kilobyte interpretiert.
nm oder nM Der Wert wird als n Megabyte interpretiert.
n (nur Zahl) Der Wert wird als n Byte interpretiert.
fernerrechner
ist der Name eines fernen Rechners.
fernerrechner nicht angegeben:
ftp startet nur seinen Kommando-Interpreter. In diesem Zustand
können Sie alle ftp-Kommandos benutzen, die weder die Dateiüber-
tragung betreffen, noch Arbeiten am fernen Rechner ausführen,
also z. B. !, bell, glob, hash, lcd, macdef, status.
Mit dem ftp-Kommando open können Sie eine Verbindung zu einem
Rechner aufbauen.
FTP-KOMMANDOS
Im folgenden Abschnitt erhalten Sie zunächst eine Übersicht über alle
ftp-Kommandos, sortiert nach ihren Funktionen. Dabei kann es vorkom-
men, daß einige Kommandos mehrmals aufgeführt werden.
Im Anschluß an die Übersicht werden alle ftp-Kommandos in alphabeti-
scher Reihenfolge beschrieben.
Einige ftp-Kommandos haben Ein-/Ausschaltfunktion.
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ftp(1) ftp(1)
Mit status können Sie sich die aktuellen Einstellungen an Ihrem Rech-
ner anzeigen lassen.
Alle Ein-/Ausschalt-Kommandos haben folgende Voreinstellungen (Stan-
dards). Dabei bedeutet on, daß die Funktion eingeschaltet, und off,
daß sie ausgeschaltet ist.
_______________________
| Kommando| on | off |
|_________|_____|______|
| bell | | x |
|_________|_____|______|
| case | | x |
|_________|_____|______|
| cr | x | |
|_________|_____|______|
| debug | | x |
|_________|_____|______|
| glob | x | |
|_________|_____|______|
| hash | | x |
|_________|_____|______|
| nmap | | x |
|_________|_____|______|
| ntrans | | x |
|_________|_____|______|
| prompt | x | |
|_________|_____|______|
| runique | | x |
|_________|_____|______|
| sendport| x | |
|_________|_____|______|
| sunique | | x |
|_________|_____|______|
| verbose | x | |
|_________|_____|______|
Funktionale Übersicht
In der folgenden Übersicht bedeuten die Angaben in runden Klammern,
daß
- die Funktion des Kommandos standardmäßig eingeschaltet (on) oder
ausgeschaltet (off) ist
- der angegebene Wert standardmäßig gesetzt ist
Alle ftp-Kommandos sind bis zur Eindeutigkeit abkürzbar.
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ftp(1) ftp(1)
Verbindung zu fernem Rechner aufbauen
open Verbindung zu einem fernen Rechner aufbauen
proxy Gleichzeitige Verbindung zu zwei fernen FTP-Dämonen steu-
ern
ftp-Sitzung beenden, vorübergehend verlassen, Verbindung abbauen
bye ftp-Sitzung beenden
quit ftp-Sitzung beenden
![kommando] Am lokalen Rechner Subshell aufrufen oder Shell-Kommando
ausführen
close Verbindung zum fernen FTP-Dämon abbauen
disconnect Verbindung zum fernen FTP-Dämon abbauen
Am fernen Rechner anmelden
user Als Benutzer am fernen Rechner anmelden
account Als Ressource-Benutzer anmelden
Hilfeinformationen ausgeben
verbose Antworten des FTP-Dämons anzeigen, Übertragung protokol-
lieren (on)
help Hilfestellung zu den ftp-Kommandos ausgeben
? Hilfestellung zu den ftp-Kommandos ausgeben
remotehelp Hilfestellung zu den ftp-Kommandos des fernen Rechners
ausgeben
status Aktuelle Einstellungen der ftp-Kommandos ausgeben
debug Testhilfe-Modus ein- oder ausschalten (off)
hash Ausgabe des Nummernzeichnes # pro Datenblock-Übertragung
ein- oder ausschalten (off)
trace Datenpaket-Überwachung ein- oder ausschalten (derzeit
nicht implementiert)
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ftp(1) ftp(1)
Dateien zum fernen Rechner übertragen
put Einzelne Datei zum fernen Rechner übertragen
send Einzelne Datei zum fernen Rechner übertragen
mput Mehrere Dateien zum fernen Rechner übertragen
append Eine Datei an eine andere am fernen Rechner anhängen
Dateien zum lokalen Rechner übertragen
get Einzelne Datei zum lokalen Rechner übertragen
recv Einzelne Datei zum lokalen Rechner übertragen
mget Mehrere Dateien zum lokalen Rechner übertragen
Verzeichnis einrichten, ausgeben, wechseln, löschen
mkdir Fernes Verzeichnis einrichten
pwd Aktuelles Verzeichnis am fernen Rechner ausgeben
ls Inhalt eines fernen Verzeichnisses ausgeben
dir Inhalt eines fernen Verzeichnisses ausführlich ausgeben
mls Liste ferner Dateien in lokale Datei schreiben
mdir Ausführliche Liste ferner Dateien in lokale Datei schrei-
ben
cd Fernes Verzeichnis wechseln
cdup In das dem aktuellen übergeordnete, ferne Verzeichnis
wechseln
lcd Lokales Verzeichnis wechseln
rmdir Fernes Verzeichnis löschen
Dateien anhängen, löschen
append Lokale Datei an ferne Datei anhängen
delete Ferne Datei löschen
mdelete Mehrere ferne Dateien löschen
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ftp(1) ftp(1)
Dateinamen bearbeiten
rename Ferne Datei umbenennen
glob Dateinamen-Expansion ein- oder ausschalten (on)
case Umwandlung von Groß- in Kleinschreibung der Dateinamen
beim Übertragen mit mget ein- oder ausschalten (off)
runique Abspeichern von Dateien auf dem lokalen Rechner unter
eindeutigen Namen ein- oder ausschalten (off)
sunique Abspeichern von Dateien auf dem fernen Rechner unter ein-
deutigen Namen ein- oder ausschalten (off)
nmap Dateinamen-Expansion bei der Datenübertragung von und zu
"Nicht-UNIX-Rechnern" ein- oder ausschalten (off)
ntrans Umwandlung von Einzelzeichen eines Dateinamens beim Über-
tragen von und zu "Nicht-UNIX-Rechnern" ein- oder aus-
schalten (off)
Dateiübertragungs-Parameter setzen
form Übertragungsformat setzen (non-print)
mode Übertragungsmodus setzen (stream)
struct Übertragungsstruktur setzen (file)
type Übertragungstyp setzen (ascii)
ascii Übertragungstyp auf ASCII-Code ascii setzen
binary Übertragungstyp auf Binärcode image setzen
tenex Übertragungstyp zum Übertragen mit TENEX-Rechnern setzen
Besondere Kommandos zum Übertragen von und zu "Nicht-UNIX-Rechnern"
nmap Dateinamen-Expansion ein- oder ausschalten (off)
ntrans Übersetzung der Einzelzeichen von Dateinamen ein- oder
ausschalten (off)
cr Ausgabe des Wagenrücklauf-Zeichens CR beim Übertragungs-
typ ascii ein- oder ausschalten (on)
sendport Verwendung von PORT-Kommandos ein- oder ausschalten (on)
tenex Übertragungstyp zum Übertragen mit TENEX-Rechnern setzen
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ftp(1) ftp(1)
Sonstiges
! Am lokalen Rechner Shell-Kommando ausführen oder Subshell
aufrufen
$ Ein zuvor mit macdef definiertes Makro ausführen
bell Akustisches Kommando-Ende-Zeichen ein- oder ausschalten
(off)
case Umwandlung von Groß- in Kleinschreibung der Dateinamen
beim Übertragen mit mget ein- oder ausschalten (off)
cr Ausgabe des Wagenrücklauf-Zeichens CR beim Übertragungs-
typ ascii ein- oder ausschalten (on)
glob Dateinamen-Expansion ein- oder ausschalten (on)
hash Ausgabe des Nummernzeichnes # pro Datenblock-Übertragung
ein- oder ausschalten (off)
macdef Makro definieren
nmap Dateinamen-Expansion beim Übertragen mit "Nicht-UNIX-
Rechnern", die andere Namenskonventionen haben, ein- oder
ausschalten (off)
ntrans Umwandlung von Einzelzeichen eines Dateinamen beim Über-
tragen mit "Nicht-UNIX-Rechnern", die andere Namenskon-
ventionen haben, ein- oder ausschalten (off)
prompt Dialog-Aufforderung beim Übertragen mehrerer Dateien ein-
oder ausschalten (on)
proxy Gleichzeitige Verbindung zu zwei fernen FTP-Dämonen steu-
ern
quote FTP-Dämon testen
reset Kommando-Antwort-Sequenz mit dem fernen FTP-Dämon erneut
synchronisieren
sendport Verwendung von PORT-Kommandos ein- oder ausschalten (on)
status Aktuelle Einstellungen der ftp-Kommandos ausgeben
trace Datenpaket-Überwachung einstellen
verbose Antworten des FTP-Dämons anzeigen, Übertragung protokol-
lieren (on)
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Alphabetische Beschreibung
Alle ftp-Kommandos sind bis zur Eindeutigkeit abkürzbar.
![shkommando]
Führt das Shell-Kommando shkommando auf dem lokalen Rechner aus.
shkommando nicht angegeben:
Ihre ftp-Sitzung wird unterbrochen und eine Subshell aufgerufen.
Die Subshell beenden Sie mit <CTRL-D>.
$makro-name [argument ...]
Führt das Makro makro-name aus, das zuvor mit dem ftp-Kommando
macdef definiert wurde. Angegebene Argumente werden nicht expan-
diert.
? [ftpkommando ...]
Gibt die Bedeutung des angegebenen ftp-Kommandos aus. Sie können
mehrere Kommandos angeben.
Die gleiche Funktion hat help.
ftpkommando nicht angegeben:
Sie erhalten eine Liste aller am lokalen Rechner bekannten ftp-
Kommandos.
account [kennwort]
Ermöglicht nach erfolgreichem Anmelden am fernen System den
Zugriff auf Ressourcen durch die Angabe eines zusätzlichen Kenn-
worts.
kennwort nicht angegeben:
Sie werden vom fernen FTP-Dämon aufgefordert, das Kennwort einzu-
geben.
append lokaledatei [fernedatei]
Fügt eine lokale Datei an eine Datei am fernen Rechner an.
Die aktuellen Werte für Typ, Format, Modus und Struktur bleiben
unverändert.
fernedatei nicht angegeben:
Der Name der lokalen Datei wird übernommen.
Wenn Sie die ftp-Funktionen nmap und ntrans eingeschaltet und
zugehörige Argumente angegeben haben, wird der lokale Name nach
den Anweisungen von nmap und ntrans am fernen Rechner umgewandelt.
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ftp(1) ftp(1)
ascii
Setzt den Dateiübertragungstyp auf ASCII.
Da ascii der Standardwert ist, benötigen Sie dieses Kommando nur,
wenn der Dateiübertragungstyp vorher geändert wurde (siehe tenex,
type und binary).
bell Schaltet ein akustisches Kommando-Ende-Zeichen ein oder aus.
Standard: off.
Wenn Sie bell eingeschaltet haben, ertönt das Zeichen nach der
Beendigung folgender ftp-Kommandos: append, dir, get, ls,
mdelete, mdir, mget, mls, mput, put, quote, recv, send.
binary
Setzt den Dateiübertragungstyp auf image (Binär-Code-Übertra-
gung). Dies ist einerseits bei Übertragung von Programmdateien
notwendig, andererseits bei Rechnern, die nicht mit ASCII-Code
arbeiten (siehe auch ascii, tenex und type).
bye Beendet die ftp-Sitzung mit dem fernen FTP-Dämon und verläßt ftp.
Die gleiche Funktion haben quit oder <CTRL-D>.
case Schaltet die Umwandlung von Groß- in Kleinschreibung der Dateina-
men bei einer Dateiübertragung mit mget ein oder aus. Standard:
off.
Wenn case eingeschaltet ist, werden die Dateinamen des fernen
Rechners, die ausschließlich mit Großbuchstaben geschrieben wur-
den, am lokalen Rechner in Kleinbuchstaben geschrieben.
cd [fernesdir]
Wechselt das Verzeichnis zu fernesdir am fernen Rechner.
fernesdir nicht angegeben:
ftp fordert Sie auf, ein Verzeichnis anzugeben.
cdup Wechselt das Verzeichnis am fernen Rechner in das dem aktuellen
übergeordnete Verzeichnis.
close
Verläßt den FTP-Dämon am fernen Rechner und kehrt zum ftp-Kom-
mando-Interpreter am lokalen Rechner zurück. Die während der Sit-
zung definierten Makros werden gelöscht.
Die gleiche Funktion hat disconnect.
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ftp(1) ftp(1)
cr Schaltet das Ignorieren des Zeilenanfang-Zeichens CR (carriage
return) ein oder aus. Standard: on.
Bei der Übertragung von ASCII-Dateien wird jede Übertragungsein-
heit mit dem Zeichenpaar CR/LF (LF = Line Feed) am Ende gesendet.
UNIX-Systeme verstehen aber ein einzelnes LF so, daß der folgende
Text in eine neue Zeile (LF) und dort an den Zeilenanfang (CR)
geschrieben wird. Deshalb wird im Standardfall (cr on) jedes Paar
CR/LF bei der Ausgabe auf eine Datei durch ein einzelnes LF
ersetzt.
Bei "Nicht-UNIX-Rechnern" kann es vorkommen, daß in einer Datei
LF alleine und CR/LF verwendet wird. Wird nun eine solche Datei
mit ftp übertragen, wird im Standardfall (cr on) bei der Ausgabe
CR/LF durch LF ersetzt. Eine Unterscheidung zwischen LF und CR/LF
ist also nur möglich, wenn cr auf off gesetzt ist.
debug
Schaltet den Testhilfe-Modus ein- oder aus. Standard: off.
Wenn debug eingeschaltet ist, gibt ftp jedes Kommando am Bild-
schirm aus, das zum fernen Rechner gesendet wird (siehe auch
Option -d).
Hinweis:
Bitte beachten Sie im Sinne der Systemsicherheit folgenden Hin-
weis zur Verwendung dieses Kommandos:
Wenn Sie das Kommando user benutzen, fragt der Rechner anschlie-
ßend Ihr Kennwort ab. Ist debug eingeschaltet, so wird nach Ihrer
Eingabe das Kennwort am Bildschirm angezeigt.
delete [fernedatei]
Löscht die Datei fernedatei am fernen Rechner.
Wenn Sie mehrere Dateien löschen wollen, dann benutzen Sie
mdelete.
fernedatei nicht angegeben:
ftp fordert Sie auf, einen Dateinamen einzugeben.
dir [fernesdir] [lokaledatei]
Schreibt den Inhalt des fernen Verzeichnisses in die angegebene
lokale Datei.
fernesdir nicht angegeben:
Für fernesdir wird das aktuelle Verzeichnis am fernen Rechner
gesetzt.
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ftp(1) ftp(1)
lokaledatei nicht angegeben:
Der Inhalt des Verzeichnisses wird am Bildschirm ausgegeben.
disconnect
Verläßt den FTP-Dämon am fernen Rechner und kehrt zum ftp-Kom-
mando-Interpreter am lokalen Rechner zurück (siehe close).
form [non-print]
Setzt das Dateiübertragungsformat auf non-print. Dieses Format
ist standardmäßig gesetzt. Andere Formate werden zur Zeit nicht
unterstützt. Daher erhalten Sie bei der Eingabe des Kommandos
immer die Meldung:
We only support non-print format, sorry
get [fernedatei] [lokaledatei]
Holt die angegebene Datei vom fernen Rechner und speichert sie
auf dem lokalen Rechner unter dem Namen lokaledatei ab.
Während der Übertragung gelten die aktuellen Werte für Typ, For-
mat, Modus und Struktur.
fernedatei nicht angegeben:
ftp fordert Sie auf, den Namen einer fernen Datei anzugeben.
lokaledatei nicht angegeben:
Die übertragene Datei erhält den gleichen Namen wie auf dem fer-
nen Rechner.
Wenn Sie case, nmap und ntrans eingeschaltet und zugehörige Argu-
mente angegeben haben, wird der Name der lokalen Datei entspre-
chend den Anweisungen von case, nmap und ntrans umgewandelt.
Die Zugriffsrechte der lokalen Datei werden durch die umask-Ein-
stellungen des Benutzers bestimmt.
glob Schaltet die Dateinamen-Expansion für mget, mput und mdelete ein
oder aus. Standard: on. Für mput erfolgt die Expansion wie in der
Shell (Bearbeitung der Metazeichen *, ? und [). Für mget und
mdelete wird jeder ferne Dateiname separat am fernen Rechner
expandiert.
Ist glob ausgeschaltet, so werden alle Dateinamen wie angegeben
behandelt.
Die Dateinamen-Expansion kann auch mit der Option -g ausgeschal-
tet werden.
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ftp(1) ftp(1)
hash Schaltet die Ausgabe des Nummernzeichens # für jede Datenblock-
Übertragung ein oder aus. Standard: off.
Die Größe eines Datenblocks ist 8192 Byte.
help [ftpkommando ...]
Gibt die Bedeutung des angegebenen ftp-Kommandos aus. Sie können
mehrere Kommandos angeben (siehe ?).
lcd [dir]
Wechselt das aktuelle Verzeichnis auf dem lokalen Rechner.
dir nicht angegeben:
Sie wechseln in Ihr HOME-Verzeichnis auf dem lokalen Rechner.
ls [fernesdir] [lokaledatei]
Schreibt alle im fernen Verzeichnis enthaltenen Dateinamen in die
angegebene lokale Datei.
fernesdir nicht angegeben:
Für fernesdir wird das aktuelle Verzeichnis am fernen Rechner
gesetzt.
lokaledatei nicht angegeben:
Die Dateinamen werden am Bildschirm ausgegeben.
macdef [makro-name]
Öffnet ein Makro mit dem Namen makro-name. makro-name ist eine
beliebige Zeichenkette. Nach dem Öffnen definieren Sie das Makro
durch Eingabe von ftp-Kommandos. Anschließend können Sie das
Makro mit $makro-name ausführen.
Sie können bis zu 16 Makros pro ftp-Sitzung definieren, die
zusammen aus höchstens 4096 Zeichen bestehen dürfen. Beim Verlas-
sen eines fernen ftp-Dämons mit close oder disconnect werden alle
während der Verbindung definierten Makros gelöscht. Ein Makro,
das während der gesamten Sitzung gültig sein soll, muß vor dem
Verbindungsaufbau definiert worden sein.
makro-name nicht angegeben:
ftp fordert Sie auf, einen Namen einzugeben.
Ein Makro besteht aus:
- Kommandozeilen
- einer Nullzeile
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ftp(1) ftp(1)
Kommandozeilen sind durch Neue-Zeile-Zeichen getrennte Zeilen mit
jeweils einem auszuführenden ftp-Kommando. Bei der Bearbeitung
jeder Kommandozeile sucht der Makroprozessor nach Argumenten, die
eines der beiden Sonderzeichen $ und \ enthalten. Diese Argumente
vergleicht der Prozessor mit den entsprechenden Argumenten der
Makro-Aufrufzeile und ersetzt jene gegebenenfalls wie folgt:
$zahl wird durch das zahl-te Argument der Makro-Aufrufzeile
ersetzt.
$i wird beim i-ten Schleifendurchlauf durch das i-te
Aufruf-Argument ersetzt.
\zeichen wird durch das Zeichen zeichen ersetzt.
So kann z. B. das Sonderzeichen $ mit \ entwertet
werden.
Nullzeile
Die Nullzeile besteht aus zwei aufeinanderfolgenden Neue-Zeile-
Zeichen, z. B. aus <CR> <CR>. Sie schließt die Makro-Definition
ab.
mdelete [fernedatei ...]
Löscht die angegebenen Dateien am fernen Rechner.
Wenn prompt eingeschaltet ist, fordert ftp Sie bei jeder zu
löschenden Datei zur Bestätigung auf. Als Bestätigung können Sie
eingeben:
<CR> Datei soll gelöscht werden.
j (ja) Datei soll gelöscht werden.
y (yes) Datei soll gelöscht werden.
n (nein) Datei soll nicht gelöscht werden. Nächste Datei
anzeigen.
fernedatei nicht angegeben:
ftp fordert Sie auf, die Namen der zu löschenden Dateien einzuge-
ben.
mdir [fernedatei ...] [lokaledatei]
Schreibt eine ausführliche Liste der angegebenen fernen Dateien
in die lokale Datei lokaledatei. Geben Sie für die lokale Datei
einen Bindestrich an, dann werden die fernen Dateien auf Ihren
Bildschirm gelistet. Geben Sie keines der beiden Argumente an, so
fordert ftp Sie anschließend dazu auf.
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ftp(1) ftp(1)
Wenn glob eingeschaltet ist, werden die Dateinamen für
fernedatei expandiert.
Wenn prompt eingeschaltet ist, fragt ftp nochmals nach, ob der
zuletzt angegebene Dateiname tatsächlich die Zieldatei ist:
output to local-file: lokaledatei?
Als Bestätigung können Sie eingeben:
<CR> Zieldatei soll beschrieben werden.
j (ja) Zieldatei soll beschrieben werden.
y (yes) Zieldatei soll beschrieben werden.
n (nein) Zieldatei soll nicht beschrieben werden. ftp tut
nichts.
fernedatei nicht angegeben:
ftp nimmt an, daß lokaledatei auf dem fernen Rechner vorhanden
ist und gelistet werden soll und fordert Sie anschließend auf,
eine Zieldatei am lokalen Rechner anzugeben. Sie erhalten keine
Fehlermeldung.
lokaledatei nicht angegeben:
Wenn Sie mehrere Dateinamen für fernedatei angegeben haben,
fragt ftp nach, ob der zuletzt eingegebene der Name der Zieldatei
ist.
Wenn dagegen glob eingeschaltet ist und Sie nur einen einzelnen,
zu expandierenden Dateinamen für fernedatei eingeben, z. B.
datei.*, dann fordert ftp Sie auf, zusätzlich den Namen einer
Zieldatei einzugeben.
mget [fernedatei ...]
Kopiert die angegebenen Dateien aus dem fernen aktuellen Ver-
zeichnis in das lokale aktuelle Verzeichnis. Ist fernedatei der
Name eines Verzeichnisses, dann überträgt ftp es nicht und gibt
auch keine Fehlermeldung aus.
Wenn glob eingeschaltet ist, werden die angegebenen Dateinamen am
fernen Rechner expandiert.
Wenn Sie case, nmap und ntrans eingeschaltet und zugehörige Argu-
mente angegeben haben, wird jeder Name einer fernen Datei ent-
sprechend für den lokalen Rechner bearbeitet.
Wenn prompt eingeschaltet ist, fordert ftp Sie bei jeder zu über-
tragenden Datei zur Bestätigung auf (siehe mdelete).
Seite 16 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
ftp(1) ftp(1)
fernedatei nicht angegeben:
ftp fordert Sie auf, die Namen der zu übertragenden Dateien ein-
zugeben.
Die Zugriffsrechte der lokalen Datei werden durch die umask-Ein-
stellung des Benutzers bestimmt.
mkdir [dir]
Erstellt das Verzeichnis dir am fernen Rechner.
dir nicht angegeben:
ftp fordert Sie auf, den Namen des anzulegenden Verzeichnisses
anzugeben.
mls [fernedatei ...] [lokaledatei]
Schreibt im Unterschied zu mdir nur die Namen der angegebenen
fernen Dateien in die lokale Datei lokaledatei. Ansonsten funk-
tioniert mls wie mdir.
mode [stream]
Setzt den Dateiübertragungs-Modus auf stream. Dieser Modus ist
standardmäßig gesetzt. Andere Modi werden zur Zeit nicht unter-
stützt. Daher erhalten Sie bei der Eingabe des Kommandos immer
die Meldung:
We only support stream mode, sorry.
mput [lokaledatei ...]
Überträgt die angegebenen lokalen Dateien in das aktuelle Ver-
zeichnis am fernen Rechner. Ist lokaledatei ein Verzeichnis,
dann fordert ftp Sie zwar zur Bestätigung auf, gibt Ihnen jedoch
anschließend die Fehlermeldung aus:
dir: not a plain file
Verzeichnisse können nicht übertragen werden.
Die Zugriffsrechte der neuen, fernen Dateien werden vom FTP-Dämon
ftpd vergeben. Die Standardeinstellung ist rw-r-----.
Wenn glob eingeschaltet ist, werden die angegebenen Dateinamen
noch am lokalen Rechner expandiert.
Wenn Sie nmap und ntrans eingeschaltet und zugehörige Argumente
angegeben haben, wird jeder Name einer lokalen Datei entsprechend
für den fernen Rechner bearbeitet.
Wenn prompt eingeschaltet ist, fordert ftp Sie bei jeder zu über-
tragenden Datei zur Bestätigung auf (siehe mget).
Seite 17 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
ftp(1) ftp(1)
lokaledatei nicht angegeben:
ftp fordert Sie auf, die Namen der zu übertragenden Dateien ein-
zugeben.
nmap [eingabemuster ausgabemuster]
Schaltet den Mechanismus zur Dateinamen-Expansion ein oder aus.
Standard: on. Dieses Kommando ist notwendig, wenn Sie mit
"Nicht-UNIX-Systemen" verbunden sind, die auf andere Dateinamen-
Konventionen zurückgreifen.
Dateinamen am fernen Rechner werden expandiert, wenn Sie
- bei nmap beide Argumente angeben
- mehrere Dateien mit mput übertragen
- eine Datei mit put oder send übertragen, jedoch keinen Datei-
namen für die ferne Datei angeben
Dateinamen am lokalen Rechner werden expandiert, wenn Sie
- bei nmap beide Argumente angeben
- mehrere Dateien mit mget übertragen
- eine Datei mit get oder recv übertragen, jedoch keinen Datei-
namen für die lokale Datei angeben
Die Expansion erfolgt nach den Mustern, die Sie durch die Argu-
mente angeben. Die Sonderzeichen der Muster müssen mit Gegen-
schrägstrich \ entwertet werden, wenn sie wörtlich übertragen
werden sollen. Sonderzeichen sind $1, $2, ..., $9, [, ] und ,
(Komma).
eingabemuster
Muster für die bereits vorhandenen Dateinamen der zu über-
tragenden Dateien. eingabemuster besteht aus wörtlich zu
nehmenden Einzelzeichen dieser Dateinamen und/oder Sequenzen
der Sonderzeichen $1 bis $9.
Beispiel 1:
Auf dem fernen Rechner liegen folgende drei Dateien:
- abt3
- abt3.personal
- abt3.personal.alt
Seite 18 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
ftp(1) ftp(1)
Sie wollen sie auf den lokalen Rechner übertragen. Das
eingabemuster könnte z. B. so aussehen:
$1.$2.$3
Die Sonderzeichen sind dann mit folgenden Werten belegt:
- $1: abt3
- $2: personal
- $3: alt
Die Punkte zwischen den Sonderzeichen sind wörtlich aus den
originalen Dateinamen zu übernehmen.
ausgabemuster
Muster für den resultierenden Dateinamen der zu übertragen-
den Dateien. ausgabemuster besteht aus Einzelzeichen dieser
Dateinamen, Leerzeichen und/oder Sequenzen der Sonderzeichen
$0 bis $9 sowie [, ] und , (Komma).
$0 wird ersetzt durch den originalen Dateinamen. $1 bis $9
werden ersetzt durch die entsprechenden Werte in
eingabemuster. Eine Sequenz [$a,$b] wird ersetzt durch den
in eingabemuster festgelegten Wert von $a, wenn dieser nicht
Null ist, ansonsten durch den dort festgelegten Wert von $b
(a und b: Zahl von 1 bis 9).
Beispiel 2:
Die in Beispiel 1 genannten Dateien sollen auf dem lokalen
Rechner andere Namen erhalten. Sie geben dafür folgendes
ausgabemuster ein:
m-$1.[$2,proz].[$3,91]
Die neuen Namen werden dadurch folgendermaßen konstruiert:
m- allen neuen Namen vorauszustellende Zeichenkette
$1 Wert von $1 aus eingabemuster, d. h. abt3
. folgender Punkt
[$2,proz]
Wert von $2 aus eingabemuster, d. h. personal, falls im
originalen Dateinamen vorhanden, ansonsten Anfügen der
Zeichenkette proz
. folgender Punkt
Seite 19 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
ftp(1) ftp(1)
[$3,91]
Wert von $3 aus eingabemuster, d. h. alt, falls im ori-
ginalen Dateinamen vorhanden, ansonsten Anfügen der
Jahreszahl 91
Wenn Sie die Dateien nun mit mget übertragen, erhalten Sie
auf dem lokalen Rechner die Dateinamen:
- m-abt3.personal.91
- m-abt3.personal.alt
- m-abt3.proz.91
Kein Argument angegeben:
Die Funktion nmap wird ausgeschaltet.
ntrans [eingabezeichen [ausgabezeichen]]
Schaltet den Mechanismus zur Übersetzung der Einzelzeichen von
Dateinamen ein oder aus. Standard: on. Dieses Kommando ist not-
wendig, wenn Sie mit "Nicht-UNIX-Systemen" verbunden sind, die
auf andere Dateinamen-Konventionen zurückgreifen.
Zeichen für Dateinamen am fernen Rechner werden übersetzt, wenn
Sie
- bei ntrans mindestens eingabezeichen angeben
- mehrere Dateien mit mput übertragen
- eine Datei mit put oder send übertragen, jedoch keinen Datei-
namen für die ferne Datei angeben
Zeichen für Dateinamen am lokalen Rechner werden übersetzt, wenn
Sie
- bei ntrans mindestens eingabezeichen angeben
- mehrere Dateien mit mget übertragen
- eine Datei mit get oder recv übertragen, jedoch keinen Datei-
namen für die lokale Datei angeben
eingabezeichen
Zeichen aus den bereits bestehenden Dateinamen der zu über-
tragenden Dateien. Dieses Zeichen soll in ein anderes Zei-
chen übersetzt werden. Sie können mehrere Zeichen angeben,
die ohne Leerzeichen aneinandergehängt werden müssen. Jedes
eingabezeichen wird nur einmal übersetzt.
Seite 20 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
ftp(1) ftp(1)
Beispiel 1:
Sie haben auf einem fernen Rechner folgende drei Dateien,
die Sie auf den lokalen Rechner übertragen wollen:
- HelenaKG
- Hello1
- Helloscript
Die Namenskonvention des lokalen Rechners verlangt jedoch,
daß Dateinamen weder Großbuchstaben noch Unterstriche ent-
halten. Außerdem soll jedes e in a umgewandelt und script
durch scr abkürzt werden. eingabezeichen sieht dann wie
folgt aus:
HKGeipt
ausgabezeichen
Zeichen, in das eingabezeichen für die neuen Dateinamen
übersetzt werden soll. Sie können mehrere Zeichen angeben,
die ohne Leerzeichen aneinandergehängt werden müssen. Die
Reihenfolge der neuen Zeichen muß denen in eingabezeichen
entsprechen. Wenn Sie für das oder die letzten Zeichen in
eingabezeichen keine Entsprechung angeben, so werden diese
Zeichen im neuen Dateinamen gelöscht.
Beispiel 2:
ausgabezeichen muß entsprechend für eingabezeichen in Bei-
spiel 1 so aussehen:
hkg.a
Wenn Sie die Dateien nun mit mget übertragen, erhalten Sie
auf dem lokalen Rechner die Dateinamen:
- halana.kg
- hallo.1
- hallo.scr
ausgabezeichen nicht angegeben:
Alle Zeichen aus eingabezeichen werden in den neuen Dateina-
men gelöscht.
Kein Argument angegeben:
Die Funktion ntrans wird ausgeschaltet.
Seite 21 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
ftp(1) ftp(1)
open rechner [portnummer]
Verbindet den lokalen Rechner mit dem FTP-Dämon am fernen Rechner
rechner. Sie können außerdem eine portnummer angeben; ftp ver-
sucht dann, den FTP-Dämon über diesen Port zu erreichen.
prompt
Schaltet die Bestätigungs-Aufforderung bei mdelete, mget und mput
ein oder aus. Standard: on. Ist die Funktion ausgeschaltet, so
werden alle angegebenen Dateien ohne Nachfrage übertragen oder
gelöscht.
proxy [ftp-kommando]
Steuert gleichzeitig eine Verbindung zu zwei fernen Rechnern. So
können Sie Dateien zwischen den beiden fernen Rechnern übertra-
gen. proxy funktioniert jedoch nur, wenn auf dem zweiten fernen
Rechner das Kommando PASV unterstützt wird (siehe remotehelp).
Bei Ihrer erstmaligen Verwendung von proxy sollten Sie folgender-
maßen vorgehen:
1. Vom lokalen Rechner eine Verbindung zum ersten fernen Rechner
aufbauen.
2. Aus der bestehenden Verbindung die Verbindung zum zweiten fer-
nen Rechner aufbauen.
3. Die am zweiten fernen Rechner verfügbaren ftp-Kommandos abfra-
gen.
4. Weitere ftp-Kommandos ausführen.
5. Die Verbindung zum zweiten fernen Rechner schließen.
Beispiel (ohne Ausgabe):
$ ftp ferner-rechner1
ftp> proxy open ferner-rechner2
ftp> proxy ?
ftp> proxy mget *
ftp> proxy close
Folgende ftp-Kommandos verhalten sich bei proxy anders:
open Die Datei .netrc wird nicht nochmals ausgeführt.
close Definierte Makros werden nicht gelöscht.
get und mget
Dateien werden vom ersten fernen Rechner zum zweiten fer-
nen Rechner übertragen.
Seite 22 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
ftp(1) ftp(1)
put, mput und append
Dateien werden vom zweiten fernen Rechner zum ersten fer-
nen Rechner übertragen.
put [lokaledatei] [fernedatei]
Holt die angegebene Datei vom lokalen Rechner und speichert sie
auf dem fernen Rechner unter dem Namen fernedatei ab.
Während der Übertragung gelten die aktuellen Werte für Typ, For-
mat, Modus und Struktur.
Die Zugriffsrechte der neuen, fernen Datei werden FTP-Dämon ver-
geben. Die Standardeinstellung ist rw-r-----.
lokaledatei nicht angegeben:
ftp fordert Sie auf, den Namen einer lokalen Datei anzugeben.
fernedatei nicht angegeben:
Die übertragene Datei erhält den gleichen Namen wie auf dem loka-
len Rechner.
Wenn Sie case, nmap und ntrans eingeschaltet und zugehörige Argu-
mente angegeben haben, wird der Name der lokalen Datei entspre-
chend für den fernen Rechner bearbeitet.
pwd Gibt den Namen des aktuellen Verzeichnisses am fernen Rechner
aus.
quit Beendet die ftp-Sitzung (siehe bye).
quote arg1 arg2 ...
Übergibt die angegebenen Argumente an den fernen FTP-Dämon.
Mit quote können Experten, die das FTP-Protokoll kennen, einen
FTP-Dämon testen und besondere Funktionen ausführen, die nicht
durch ftp-Benutzerkommandos implementiert sind.
arg1, arg2: ftp-Kommandos.
recv ferne-datei [lokale-datei]
Holt die angegebene Datei vom fernen Rechner und speichert sie
auf dem lokalen unter dem Namen lokale-datei ab (siehe get).
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ftp(1) ftp(1)
remotehelp [ftp-kommando]
Gibt die Bedeutung des angegebenen fernen ftp-Kommandos aus.
ftp-kommando nicht angegeben:
Sie erhalten eine Liste aller am fernen Rechner bekannten ftp-
Kommandos. Die Kommandos werden in der Form ausgegeben, in der
sie vom ftp-Dämon verstanden werden, z. B. CWD statt cd.
rename ferne-datei1 ferne-datei2
Benennt eine ferne Datei ferne-datei1 in ferne-datei2 um.
reset
Löscht die Antwort-Warteschlange.
reset synchronisiert die Sequenz der Kommando-Antwort mit dem
FTP-Dämon neu. Dies kann notwendig werden, wenn das FTP-Protokoll
vom fernen Dämon verletzt wurde.
rmdir dir
Löscht das Verzeichnis dir am fernen Rechner.
runique
Schaltet das Speichern von Dateien auf dem lokalen Rechner unter
einheitlichem Namen ein oder aus. Standard: off. Dies betrifft
nur Dateien, die Sie mit get, mget oder recv übertragen. Existie-
ren im lokalen aktuellen Verzeichnis bereits Dateien, die den
gleichen Namen haben wie die zu übertragenden, so werden bei ein-
geschaltetem runique die zu übertragenden Dateien mit einem Suf-
fix von .1 bis .98 versehen. Bei .99 erhalten Sie die Fehlermel-
dung, daß die letzte Umbenennung nicht stattgefunden hat. runique
zeigt dann den zuletzt vergebenen Namen an.
send lokale-datei [ferne-datei]
Holt die angegebene Datei vom lokalen Rechner und speichert sie auf
dem fernen Rechner unter dem Namen ferne-datei ab (siehe put).
sendport
Schaltet die Verwendung von PORT-Kommandos ein bzw. aus. Stan-
dard: on. Es handelt sich hierbei um Kommandos der Dämon-Prozesse
(siehe remotehelp). Diese Funktion kann notwendig sein, wenn Sie
mit Rechnern anderer Hersteller kommunizieren.
Ist die Funktion eingeschaltet, so versucht ftp, ein PORT-Kom-
mando zu verwenden, wenn er für jeden Datentransfer eine Verbin-
dung aufbaut. Wenn das Kommando mißlingt, verwendet ftp den vor-
eingestellten Datenzugang.
Wenn die Funktion ausgeschaltet ist, werden keine PORT-Kommandos
verwendet. Dies ist für die ftp-Implementierungen sinnvoll, die
PORT-Kommandos ignorieren, aber fälschlicherweise anzeigen, daß
sie sie angenommen haben.
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ftp(1) ftp(1)
status
Zeigt an, welche Funktionen aktuell am lokalen Rechner ein- oder
ausgeschaltet, welche Werte gesetzt und welche Makros definiert
sind.
struct [file]
Setzt die Dateiübertragungs-Struktur auf file. Diese Struktur ist
standardmäßig gesetzt. Daher erhalten Sie bei der Eingabe des
Kommandos immer die Meldung:
We only support file structure, sorry.
sunique
Schaltet das Speichern von Dateien auf dem fernen Rechner unter
einheitlichem Namen ein oder aus. Standard: off. Dies betrifft
nur Dateien, die Sie mit put, mput oder send übertragen. Existie-
ren im fernen aktuellen Verzeichnis bereits Dateien, die den
gleichen Namen haben wie die zu übertragenden, so werden bei ein-
geschaltetem sunique die zu übertragenden Dateien mit einem Suf-
fix von .1 bis .98 versehen. Bei .99 erhalten Sie die Fehlermel-
dung, daß die letzte Umbenennung nicht stattgefunden hat. sunique
zeigt dann den zuletzt vergebenen Namen an.
tenex
Verändert den Dateiübertragungstyp, um auch mit TENEX-Rechnern
kommunizieren zu können. tenex verwenden Sie für die Kommunika-
tion mit DEC PDP-10- und PDP-20-Rechnern, die mit anderen Byte-
längen arbeiten.
trace
Schaltet die Datenpaket-Überwachung ein oder aus (derzeit nicht
implementiert).
type [typ]
Setzt den Dateiübertragungstyp auf typ. Standard: ascii. typ kann
binary (image), ascii oder tenex sein. tenex eignet sich bei
lokaler Bytegröße von 8 Byte zur Kommunikation mit TENEX-Rech-
nern.
typ nicht angegeben:
ftp gibt den aktuellen Übertragungstyp aus.
user benutzername [kennwort] [abrechnungsnr]
Meldet Sie als Benutzer an einem fernen Rechner an. Dies brauchen
Sie, wenn Sie zwar mit einem fernen Rechner verbunden sind, aber
noch keine Verbindung zu einer Benutzerkennung aufgebaut haben,
z. B., wenn Sie ftp mit der Option -n und der Angabe eines Rech-
nernamens aufgerufen haben.
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ftp(1) ftp(1)
Sie werden zur Eingabe von kennwort aufgefordert. Eine Abrech-
nungsnummer ist nur erforderlich, wenn Sie mit Rechnern kommuni-
zieren wollen, die mit Abrechnungsnummern arbeiten.
verbose
Schaltet den Protokoll-Modus ein oder aus. Standard: on. Ist die
Funktion eingeschaltet zeigt verbose alle Antworten des ftp-
Dämons an und protokolliert den Verlauf der Dateiübertragung am
Bildschirm.
Konventionen für lokale Dateinamen
1. Wenn Sie statt eines anzugebenden lokalen Dateinamens einen Binde-
strich angeben, wird die Standardeingabe zum Lesen bzw. die Stan-
dardausgabe zum Schreiben verwendet.
2. Wenn das erste Zeichen eines Dateinamens das Pipezeichen | ist,
wird der Rest des Namens als Shell-Kommando interpretiert. Enthält
der Dateiname Leerzeichen, so muß er in Anführungszeichen gesetzt
werden, z. B.: dir . "| pg".
3. Ist die Dateinamen-Expansion eingeschaltet, dann werden die lokalen
Dateinamen entsprechend den Regeln der Bourne-Shell sh expandiert
(siehe Option -g und ftp-Kommando glob).
4. Bei mget sowie bei get ohne Angabe eines lokalen Dateinamens erhal-
ten die übertragenen Dateien die gleichen Namen wie auf dem fernen
Rechner, es sei denn, Sie haben vor der Übertragung eine oder meh-
rere der Funktionen case, nmap, ntrans oder runique eingeschaltet.
5. Umgekehrt ist der lokale Dateiname gleich dem fernen Dateinamen,
wenn Sie bei put keinen fernen Dateinamen angeben oder Dateien mit
mput übertragen. Auch diesen Mechanismus können Sie vor der Über-
tragung durch eine oder mehrere der Funktionen case, nmap, ntrans
oder sunique ändern.
Abbrechen einer Datenübertragung
Die Datenübertragung unterbrechen Sie mit der Unterbrechungstaste
Ihrer Tastatur, z. B. <DEL>, oder mit dem Shell-Kommando kill.
Abbruch mit <DEL>
Wie der Abbruch mit <DEL> funktioniert, hängt davon ab,
- ob Sie mit mget, mput, get oder put übertragen
- ob die Funktion prompt ein- oder ausgeschaltet ist
- wie und ob das Kommando ABOR vom fernen Dämon unterstützt wird
Die Meldungen hierzu sind selbsterklärend.
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ftp(1) ftp(1)
Wenn Sie eine Übertragung per mget oder mput mit <DEL> unterbrechen,
und prompt war eingeschaltet, so werden Sie gefragt, ob Sie mit der
Übertragung fortfahren wollen. Antworten Sie mit n, so wird die Über-
tragung abgebrochen. Antworten Sie mit <CR>, so wird die Übertragung
mit der nächsten Datei fortgesetzt. In beiden Fällen wird die Datei,
bei der Sie <DEL> gedrückt haben, nicht übertragen.
Abbruch mit kill
Das Abbruchsignal, das mit <DEL> gesendet wird, wird ignoriert, wenn
ftp bereits alle Arbeiten am lokalen Rechner beendet hat und nun auf
eine Antwort vom Dämon des fernen Rechners wartet.
Eine lange Verzögerung in diesem Modus resultiert entweder aus der
Verarbeitung des Kommandos ABOR durch den fernen Dämon oder einem
unerwarteten Verhalten dieses Dämons.
Ist letzteres der Fall, so muß der lokale ftp-Prozeß mit dem Shell-
Kommando kill abgebrochen werden.
Parameter zur Datenübertragung
FTP legt einige Parameter fest, die eine Datenübertragung beeinflussen
können. Die Datenübertragung im Netz ist mit verschiedenen Typen der
Zeichendarstellung möglich: ASCII-Code, EBCDIC-Code, image oder eine
lokal definierte Bytegröße von 8 Bit (vor allem bei PDP-10- und PDP-
20-Rechnern). Für die ASCII- und EBCDIC-Typen legen weitere Untertypen
fest, ob Zeichen, die das vertikale Dateiformat steuern (z. B. Neue-
Zeile-Zeichen), weitergegeben oder in das TELNET-Format bzw. in das
ASA-Format umgewandelt werden.
ftp unterstützt den ASCII-Darstellungstyp und die lokal definierten
Bytegrößen (8 Bit) für die Kommunikation mit TENEX-Rechnern.
Für die Dateistruktur gibt es drei Typen:
- file (Datei, keine Sätze)
- record (Satz)
- page (Seite)
ftp unterstützt nur den Standardwert file.
Der Übertragungsmodus kann sein:
- stream (Datenstrom)
- block (blockweise Übertragung)
- compressed (komprimierte Daten)
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ftp(1) ftp(1)
ftp unterstützt nur den Standardwert stream.
Die Datei .netrc
Sobald Sie ftp oder das ftp-Kommando open zusammen mit dem Namen eines
fernen Rechners eingeben, wird die Datei .netrc gesucht und abgearbei-
tet. Sie enthält Daten für die Anmeldung am fernen Rechner zur Daten-
übertragung mit ftp. Sie muß im HOME-Verzeichnis auf dem lokalen Rech-
ner eingerichtet werden und sollte die Zugriffsrechte -rw-------
haben, da sie Kennwörter enthalten kann (siehe unten, password und
Beispiel 2).
Die Anmeldedaten werden durch Schlüsselwörter und ihre Werte spezifi-
ziert. Alle Schlüsselwörter können mehrfach angegeben werden. Schlüs-
selwort und Wert müssen voneinander und vom nächsten Schlüsselwort
durch Leerzeichen, Tabulatoren oder Neue-Zeile-Zeichen getrennt wer-
den. Folgende Schlüsselwörter gibt es:
machine ferner-rechner
Bezeichnet den Rechner, von oder zu dem Sie übertragen wollen.
Wenn ferner-rechner zu Ihrer Angabe beim ftp-Aufruf oder beim
Kommando open paßt, werden alle weiteren Schlüsselwörter abgear-
beitet.
login benutzerkennung
Bezeichnet eine Benutzerkennung am fernen Rechner.
password kennwort
Liefert ein Kennwort für benutzerkennung.
Wenn dieses Schlüsselwort vorhanden ist, bricht ftp den Auto-
Login-Prozeß ab, wenn die Datei .netrc für andere Benutzer als
den Eigentümer lesbar ist.
account kennwort2
Liefert ein zusätzliches Kennwort (siehe auch ftp-Kommando
account).
macdef makro-name
Definiert ein Makro (siehe ftp-Kommando macdef). Wenn Sie das
Makro init nennen, wird macdef als letztes Schlüsselwort bearbei-
tet.
FEHLERMELDUNGEN
ftp gibt Fehlermeldungen aus, die selbsterklärend sind.
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ftp(1) ftp(1)
BEISPIELE
1) Beispiel einer .netrc-Datei
Benutzerin janne überträgt häufig Daten an einen der Rechner bogart
und sam. Sie erstellt daher die Datei .netrc, durch deren Einträge sie
automatisch an dem Rechner angemeldet wird, den sie beim ftp-Aufruf
angibt. Wenn sie sich an bogart anmeldet, läßt sie anschließend durch
das Makro init einige Anfangsarbeiten ausführen. Im Makro muß jedes
Kommando in einer eigenen Zeile stehen, und das Makro muß mit zwei
aufeinanderfolgenden Neue-Zeile-Zeichen (Taste <CR>) abgeschlossen
werden.
Die Datei enthält zwei Kennwörter und erhält daher nur Lese- und
Schreibrecht für die Benutzerin (chmod).
cat > .netrc
machine bogart login janne password wrdl.brm
macdef init
verbose
prompt
runique
sunique <DEL>
<DEL>
machine sam login janne password s.wetter
<CTRL-D>
chmod go-rw .netrc
2) Beispielsitzung
Benutzerin janne wird durch die Angabe des Rechnernamens sam automa-
tisch an diesem Rechner angemeldet (siehe erstes Beispiel). Sie wech-
selt dort das aktuelle Verzeichnis (cd) und läßt sich den Inhalt
listen (ls). Die Dateien sollen zunächst zum Rechner bogart übertragen
werden (proxy open ...). Da die Datei .netrc bei proxy nicht ausge-
führt wird, meldet sich janne explizit an. Die Dateien sollen auf
bogart andere Namen erhalten (proxy nmap ...). Anschließend legt janne
auf dem lokalen Rechner ein neues Verzeichnis an (!, mkdir), wechselt
in das neue Verzeichnis (lcd) und überträgt die Dateien ohne Bestäti-
gungsabfrage (prompt) von sam auf den lokalen Rechner (mget).
In diesem Beispiel wurden alle Protokollmeldungen weggelassen, son-
stige Ausgaben reduziert und Leerzeilen nur der Übersichtlichkeit hal-
ber eingefügt.
ftp sam
ftp> cd MANUAL
ftp> pwd
/home2/janne/MANUAL
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ftp(1) ftp(1)
ftp> ls -x
BA.grafiken BA.kap.1 BA.kap.2 BA.kap.3
ftp> proxy open bogart
Name: janne
Password: geheim
ftp> proxy nmap $1.$2.$3 $2.[$3,ba]
ftp> proxy cd BA
ftp> proxy mget BA.*
ftp> proxy ls -x
grafiken.ba kap.1 kap.2 kap.3
ftp> proxy close
ftp> !
$ mkdir VERSION2
$ <CTRL-D>
ftp> lcd VERSION2
ftp> prompt
ftp> mget BA.*
ftp> bye
$
DATEIEN
/usr/adm/wtmp
enthält die Protokolle über alle Anmeldungen am System
SIEHE AUCH
ls(1), rcp(1), sh(1), tar(1), tftp(1), ftpd(1M), popen(3S), netrc(4).
Seite 30 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98