dptg2(7) dptg2(7)
NAME
dptg2 - Terminal-Multiplexer-Protokoll
BESCHREIBUNG
Das DPTG2-Protokoll ist ein SNI-spezifisches Terminal-Protokoll, mit
dem die Bildschirme BA48 und BA80 (9766) sowie PCs mit einer DPTG2-
Protokoll-Emulation betrieben werden können. Damit können auf einer
asynchronen V.24-Leitung bis zu 16 virtuelle Kanäle bedient werden.
Jeder dieser virtuellen Kanäle stellt sich dem Benutzer wie ein eigen-
ständiges Terminal in /dev/term dar, allerdings mit der Einschränkung,
daß die Einstellung der physischen Leitungsparameter mit ioctl-System-
aufrufen nicht möglich ist. Auf jedem Kanal wird eine Flußsteuerung
ermöglicht, so daß es nicht zu einem Pufferüberlauf im Bildschirm kom-
men kann. Bis auf die Einschränkung auf die physischen Parameter der
Leitung ist volle UNIX System V Release 4 Funktionalität gegeben.
Die Komponenten des DPTG2-Systems sind im Paket SIdptg2 enthalten.
Dies Paket wird in das Verzeichnis /opt/dptg2 installiert.
- Das DPTG2-Protokoll ist für Applikationen kompatibel zum heutigen
DPTG-Protokoll.
- Das DPTG2-Protokoll dient zum Anschluß und Betrieb von BA80-
Arbeitsplätzen. Der Betrieb der PROM-Software zur Eingabe von Kom-
mandos (ASCII-Zeichen > 0x20 und Steuerzeichen CR, LF) wird unter-
stützt. Der Betrieb von VT-Plätzen über das DPTG2-Protokoll wird
nicht unterstützt. Sollen diese Plätze an einer für DPTG2-Arbeits-
plätze konfigurierten Leitung betrieben werden, kann es eventuell
notwendig sein, ein neues Betriebssystem zu generieren.
- Die Standardzeichen XON und XOFF dienen nur zur Flußkontrolle der
physischen Leitung.
- Solange der Arbeitsplatz das DPTG2-Protokoll nicht unterstützt
(z. B. deshalb, weil der Arbeitsplatz noch nicht mit einem Platz-
programm geladen ist) reagieren die Kanäle auf die Systemaufrufe
so, als sei der Arbeitsplatz nicht eingeschaltet.
- Das Laden der Arbeitsplätze erfolgt transparent für den Benutzer.
Erst wenn der Arbeitsplatz erfolgreich geladen ist und für das
DPTG2-Protokoll bereit ist, werden die Kanäle freigeschaltet, als
ob der Arbeitsplatz gerade eingeschaltet worden wäre. Es wird kei-
ner der Kanäle zum Laden benutzt (wie bei dem Vorgänger-Protokoll
DPTG1).
- Das DPTG2-Protokoll kann sowohl über asynchrone V.24-Leitungen als
auch über TCP/IP-Netzwerkverbindungen betrieben werden. Das heißt,
daß die Bildschirme sowohl direkt an das Betriebssystem angeschlos-
sen werden können als auch remote an einen Terminal-Server oder
DOS-PC mit DPTG2-Emulation.
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dptg2(7) dptg2(7)
Das DPTG2-Protokoll ist definiert für eine asynchrone Verbindung zwi-
schen dem Platzprogramm im Arbeitsplatz und einem STREAMS-Multiplexer
im Reliant UNIX Host. Hostseitig wird der DPTG2-Multiplexer mit einem
TTY-Treiber oder mit einem TCP/IP-Socket verknüpft (mit dem Systemauf
ioctl(ILINK)), nachdem der Arbeitsplatz als verfügbar erkannt wurde.
Das Herstellen einer DPTG2-Verbindung zwischen Host und Bildschirm
wird von einem Monitor im Sinne von SAF (Service Access Facility) von
UNIX SVR4 durchgeführt. Dieser Monitor heißt muxmon und ist Bestand-
teil des DPTG2-Pakets.
Um den DPTG2-Monitor muxmon zu verwalten, gibt es das Kommando
muxadm(1M), das Bestandteil des DPTG2-Pakets ist. Es untstützt die
Besonderheiten des DPTG2-Monitors gegenüber sac(1M). Genutzt wird dies
im Kommando termadd(1M), mit dem man einen DPTG2-Kanal konfiguriert.
Dadurch werden Kommandos an sac(1M) abgesetzt, mit denen der Kanal in
die DPTG2-spezifische Verwaltung aufgenommen wird. Bei Bedarf wird von
termadd(1M) ein muxmon(1M) gestartet. Das Kommando termadd(1M) ist
nicht Bestandteil des DPTG2-Pakets, da mit seiner Hilfe auch andere
Bildschirmtypen konfiguriert werden können.
Der Monitor muxmon(1M) übernimmt nicht nur die Aufgabe, eine DPTG2-
Verbindung zum Bildschirm herzustellen, sondern er lädt auch den Bild-
schirm bei Bedarf. Weiterhin überwacht er den Zustand des Bildschirms.
Sollte er ausgeschaltet werden (oder bricht die Netzwerkverbindung
zusammen), so wird der ILINK zwischen Multiplexer und Treiber (oder
Socket bei remote-Verbindungen) aufgehoben. Die DPTG2-Kanäle reagieren
auf Systemaufrufe so, als sei das Terminal ausgeschaltet.
Eine wesentliche Neuerung gegenüber DPTG1 ist, daß der Arbeitsplatz
transparent für eine Anwendung geladen wird und daß kanalspezifisch
die CLOCAL-Funktionalität verfügbar ist.
DIAGNOSE
Zu Diagnosezwecken werden von den DPTG2-Komponenten Status- und Feh-
lermeldungen für den System-Logger erzeugt. Die Komponentennummer für
Meldungen im DPTG2-Umfeld ist 36 (SIdptg2).
Die Fehlernummern für die einzelnen Komponenten des DPTG2-Systems
sind:
_____________________________________________
| Bezeichnung | Name | Fehlernummer |
|________________|___________|_______________|
| Multiplexer | dptg2mux | 1 |
| Link-Monitor | muxmon | 6 |
| Admin-Kommando | muxadm | 7 |
|________________|___________|_______________|
HINWEISE
Die Platzprogramme, die in den BA80 geladen werden können, gehören
nicht mit zum DPTG2-System. Standardmäßig findet man sie in /opt/xb.
Sollten sie nicht vorhanden sein, muß man das Paket SIxb einlagern.
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Ebenso bietet das DPTG2-System keine Kommandos zum Konfigurieren von
DPTG-Kanälen. Solche Kommandos sind im Paket SIterms zu finden.
DATEIEN
/opt/dptg2
/opt/xb
SIEHE AUCH
muxadm(1M), muxmon(1M), sac(1M), termadd(1M), ioctl(2).
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