log3(5) log3(5)
NAME
log3 - Logsystem Logging V3.0
BESCHREIBUNG
Die Aufgabe des Logsystems Logging V3.0, das auf allen Systemen, die
über das Betriebssystem SINIX (ab V5.41) verfügen, eingesetzt werden
kann, besteht darin, Informationen über den Verlauf, den Status und
über Fehlersituationen von System- und Anwendungsprogrammen (Applika-
tionen) in Protokolldateien (Logdateien) zu sammeln und mit Hilfe
einer Funktion auszuwerten. Ab SINIX V5.43 oder Reliant UNIX ist Log-
ging V3.0 in der Lage, auf eintreffende Logmeldungen (Events) mit dem
Start von Programmen zu reagieren.
Mehrere Applikationen können ihre Logdaten an den Logserver zur weite-
ren Verarbeitung übergeben. Für die Übergabe der Daten stehen den
Applikationen eine C-Programmierschnittstelle und ein Kommando
log3logger(1M) zur Verfügung.
Als Kommunikationsmechanismen können "named pipes", "sockets" oder
"streams" fungieren. Welche Möglichkeit realisiert wurde, ist für die
Applikationen unerheblich, da die Schnittstelle zum Logserver davon
nicht betroffen ist.
In welcher Struktur die Anwenderdaten von der Applikation an den Logs-
erver übergeben werden, ist dem Anwenderprogrammierer weitgehend frei-
gestellt. Im Interesse einer effektiven Auswertung der Loginformatio-
nen ist es wenig sinnvoll, große Datenmengen (>1400 Zeichen) zu log-
gen. Sinnvolle Loginformationen können z. B. sein:
Seite 1 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
log3(5) log3(5)
- welche Applikation von welchem Benutzer wann gestartet wurde;
- wann eine bestimmte Administrationsdatei von wem bearbeitet wurde;
- mit welchem Status eine Applikation abgebrochen wurde.
Zur Identifikation der Logdaten wird diesen ein Header vorangestellt.
Anwenderdaten und Header zusammen bilden die Loginformation. Die
Loginformationen (Logmeldung) werden vom Logserver in eine der Logda-
teien geschrieben. Der Systemverwalter bestimmt, in welche Logdatei
die Meldung geschrieben wird, ob die Meldung zusätzlich an Event
Reporting DSM-ER weitergereicht wird, ob die Meldung zum Start von
Reaktionsprogrammen führen soll usw. Dies geschieht durch eine Bear-
beitung der Administrationsdatei log3admin(4), auf die nur der Syste-
madministrator bzw. ein ähnlich autorisierter Benutzer zugreifen kann.
Insbesondere ordnet der Systemadministrator den Applikationen Logda-
teien zu.
Zur näheren Klassifizierung der Loginformationen sollte jede Applika-
tion folgende Informationen über die Schnittstelle bereitstellen:
- Fehlernummer/Fehlerwichtung: Diese Parameter können von der Appli-
kation frei definiert werden, um eine differenzierte Analyse der
Loginformationen zu ermöglichen. Die Fehlernummern sollten inner-
halb der Applikation eindeutig sein. Als Fehlerlevel bietet sich
die Klassifizierung von syslog(3C) an.
- Anwendertext=Modulname: Der Text ist von der Applikation frei defi-
nierbar. Um Logmeldungen eindeutig wiederauffinden zu können,
sollte ein signifikanter Text nicht länger als 16 Zeichen gewählt
werden. Abhängig vom speziellen Fall sollten Paketnamen, Treiberna-
men oder andere a priori eindeutige Namen gewählt werden.
- Komponentennummer: Eine Klasseneinteilung aller loggenden Applika-
tionen. Eine neue Komponentennummer kann bei der Systemintegration
beantragt werden. Für die dezentrale Vergabe neuer Komponentennum-
mern wurde eine Aufteilung in Nummernkreise vorgenommen. Die über
den syslogd(1M) an Logging V3.0 übergebenen Logmeldungen haben spe-
zielle Komponentennummern:
4294967291 = NVRAM
4294967292 = Treiber
4294967293 = Kern
4294967294 = Restliche Meldungen von syslogd(1M)
Seite 2 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
log3(5) log3(5)
Mindestens eine Kombination Fehlernummer/Modulname oder Fehler-
nummer/Komponentennummer sollte genau eine Logmeldung bezeichnen. Die
Applikation kann als weitere Parameter übergeben:
- Strukturkennung: Die Strukturkennung dient der Steuerung der Dar-
stellung der Anwenderdaten durch die Auswertung von
log3display(1M). Die Kennung und das damit verknüpfte Ausgabeformat
werden vom Systemverwalter in der Beschreibungsdatei log3struct(4)
festgelegt.
- Freigabeversion: Dient der näheren Spezifizierung der loggenden
Applikation.
Logging V3.0 ermöglicht die Selektion und Filterung der Loginformatio-
nen über die Header-Informationen. Die Header-Informationen sollten
daher möglichst vollständig und eindeutig sein. Die Aufbereitung der
Logdaten zu Loginformationen, deren Speicherung, Übergabe an Event
Reporting DSM-ER und Start von Reaktionsprogrammen beim Eintritt von
Ereignissen laufen automatisch ab.
DATEIEN
LOGPATH=/opt/log3
Installationsverzeichnis für Logging V3.0
$LOGPATH/log3admin
Konfigurationsdatei: Zuordnung von Applikationen zu Logdateien
$LOGPATH/log3struct
Konfigurationsdatei: Zuordnung von Strukturkennungen zu Ausgabe-
formaten
$LOGPATH/name[0-8]log
Logdateien
SIEHE AUCH
logger(1), logger(1-ucb), log3logger(1M), log3display(1M),
syslogd(1M), log3close(2), log3memcpy(2), log3open(2), log3printf(2),
log3write(2), syslog(3C), log3admin(4), log3struct(4), syslog.conf(4).
Seite 3 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98