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⇒ mailcnfg(4) — Reliant UNIX 5.44c4

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mailcnfg(4)                                                     mailcnfg(4)

NAME
     mailcnfg - Informationen zur Initialisierung von mail und rmail

BESCHREIBUNG
     Die Datei /etc/mail/mailcnfg enthält Informationen zur Initialisierung
     der Kommandos mail und rmail. Jeder Eintrag in mailcnfg besteht aus
     einer Zeile in folgendem Format:

          Keyword = Value

     Leerzeichen vor/hinter dem Eintrag und vor/hinter dem Gleichheitszei-
     chen werden ignoriert. Keyword darf im Gegensatz zu Value keine Leer-
     zeichen enthalten. Nicht definierte Schlüsselwörter oder Einträge, die
     ein unkorrektes Format haben, werden stillschweigend ignoriert.

   Definition der Schlüsselwörter
     DEBUG
          Hierfür können dieselben Werte wie bei der Option -x in der
          mail-Aufrufzeile angegeben werden. Dies bietet die Möglichkeit,
          den Umfang der durchgeführten Fehlersuche/Ablaufverfolgung
          systemweit einzustellen. DEBUG ist im Normalfall auf den Wert 2
          eingestellt; in diesem Fall werden nur die allernötigsten Diagno-
          semeldungen ausgegeben, die bei Fehlern bei mail und rmail von
          Nutzen sind. Ist die Option -x in der mail-Aufrufzeile enthalten,
          hebt ihr Wert in jedem Fall den Wert auf, der DEBUG in der Datei
          mailcnfg zugeordnet ist.

     CLUSTER
          Unter mail können sich mehrere eng miteinander verbundene Rechner
          zu einer sogenannten Post-Gruppe (Cluster) zusammenschließen; bei
          Value kann der Name der Post-Gruppe (Cluster) angegeben werden,
          unter dem die Systeme innerhalb der Post-Gruppe durch andere
          Systeme angesprochen werden können. Diese Zeichenkette liefert
          die Informationen bei ...remote from... in der From-Kopfzeile und
          nicht den Knotennamen (nodename), der von uname(2) ausgegeben
          wird.

     FAILSAFE
          Für den Fall, daß auf das Verzeichnis /var/mail innerhalb einer
          Post-Gruppe über NFS zugegriffen wird, muß der Zugriff auf dieses
          Verzeichnis unterbunden werden können, wenn Nachrichten lokal
          übermittelt werden sollen (z. B. bei einem Absturz des Remote-
          Systems oder bei Problemen mit NFS). Über die Zeichenkette Value
          wird angegeben, an welche Adresse die aktuell zuzustellende Nach-
          richt weitergeleitet (nachgesandt) werden soll. Im Normalfall
          handelt es sich hierbei um das Remote-System, das tatsächlich
          Eigentümer von /var/mail ist. Auf diese Weise wird die Nachricht
          zur Zustellung in die Warteschlange gesetzt, sobald das System
          zur Verfügung steht. Angenommen, /var/mail ist innerhalb einer
          Post-Gruppe (Systeme sysa, sysb und sysc) physisch auf sysc ein-
          gehängt und kann durch die anderen Rechner über NFS genutzt wer-
          den. Im Falle eines Absturzes von sysc könnte auf /var/mail, das



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mailcnfg(4)                                                     mailcnfg(4)

          von NFS genutzt werden kann, nicht mehr zugegriffen werden; die
          lokalen Nachrichten würden dann an das Verzeichnis /var/mail des
          lokalen Systems geschickt. Sobald /var/mail erneut über NFS ein-
          gehängt würde, wären sämtliche Nachrichten im lokalen Verzeichnis
          unsichtbar und damit eigentlich verloren. Dies wird verhindert,
          indem FAILSAFE in mailcnfg definiert wird und die Kommandos
          mail/rmail die Existenz von /var/mail/:saved, einem obligatori-
          schen Unterverzeichnis, überprüfen. Wenn dieses Unterverzeichnis
          nicht vorhanden ist, geht mail davon aus, daß das für NFS nutz-
          bare Verzeichnis /var/mail nicht vorhanden ist und ruft den
          FAILSAFE-Mechanismus zum automatischen Weiterleiten der Nachricht
          an Value auf. In diesem Beispiel wäre Value auf sysc!%n gesetzt.
          Da das Schlüsselwort %n zum Namen des Empfangssystems erweitert
          wird, wird die Nachricht an sysc!recipientname weitergeleitet.
          Da sysc nicht in Betrieb ist, verbleibt die Nachricht so lange
          auf dem lokalen System, bis sysc wieder in Betrieb ist, und wird
          dann zur Zustellung an dieses System geschickt.

     DELEMPTYMFILE
          Sofern nicht anders angegeben, werden leere Postdateien von mail
          und rmail standardmäßig gelöscht, wenn sie die Zugriffsberechti-
          gung 0660 haben; mit jeder anderen Zugriffsberechtigung bleiben
          sie erhalten. Wenn Value auf yes gesetzt ist, werden leere Post-
          dateien - unabhängig von ihren Zugriffsberechtigungen - in jedem
          Fall gelöscht. Bei Value gleich no werden leere Postdateien auf
          keinen Fall gelöscht.

     DOMAIN
          Über diese Zeichenkette wird der Domänenname des Systems angege-
          ben, der anstelle des von getdomainname ausgegebenen Domänenna-
          mens benutzt werden soll.

     SMARTERHOST
          Diese Zeichenkette kann auf den Namen eines intelligenteren
          Hostrechners gesetzt werden, auf den innerhalb der Mail-
          Ersatzdatei über X verwiesen werden kann.

     mailsurrkeyword
          Bestimmte vordefinierte einstellige Schlüsselwörter werden direkt
          in Ersatz-Kommandofelder eingesetzt, bevor sie ausgeführt werden
          [siehe mailsurr(4)]. Die vordefinierten Schlüsselwörter können in
          keinem Fall in ihrer Bedeutung geändert werden; es können jedoch
          neue Schlüsselwörter definiert werden, die man anstelle von lan-
          gen, häufig in der Datei mailsurr vorkommenden Zeichenketten
          (z. B. /usr/lib/mail/surrcmd) benutzen kann. Großbuchstaben wer-
          den erst in einer zukünftigen Version interpretiert; in der aktu-
          ellen Version werden sie bei ihrem Auftreten in der Datei igno-
          riert.

HINWEISE
     Wenn auf /var/mail über NFS zugegriffen wird und das Unterverzeichnis
     /var/mail/:saved nicht aus dem lokalen System entfernt wird, wird der


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mailcnfg(4)                                                     mailcnfg(4)

     FAILSAFE-Mechanismus außer Kraft gesetzt.

DATEIEN
     /etc/mail/mailcnfg

     /etc/mail/mailsurr

     /var/mail/:saved

     /usr/lib/mail/surrcmd

SIEHE AUCH
     mail(1), uname(2), mailsurr(4).









































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