mailcnfg(4) mailcnfg(4)
NAME
mailcnfg - Informationen zur Initialisierung von mail und rmail
BESCHREIBUNG
Die Datei /etc/mail/mailcnfg enthält Informationen zur Initialisierung
der Kommandos mail und rmail. Jeder Eintrag in mailcnfg besteht aus
einer Zeile in folgendem Format:
Keyword = Value
Leerzeichen vor/hinter dem Eintrag und vor/hinter dem Gleichheitszei-
chen werden ignoriert. Keyword darf im Gegensatz zu Value keine Leer-
zeichen enthalten. Nicht definierte Schlüsselwörter oder Einträge, die
ein unkorrektes Format haben, werden stillschweigend ignoriert.
Definition der Schlüsselwörter
DEBUG
Hierfür können dieselben Werte wie bei der Option -x in der
mail-Aufrufzeile angegeben werden. Dies bietet die Möglichkeit,
den Umfang der durchgeführten Fehlersuche/Ablaufverfolgung
systemweit einzustellen. DEBUG ist im Normalfall auf den Wert 2
eingestellt; in diesem Fall werden nur die allernötigsten Diagno-
semeldungen ausgegeben, die bei Fehlern bei mail und rmail von
Nutzen sind. Ist die Option -x in der mail-Aufrufzeile enthalten,
hebt ihr Wert in jedem Fall den Wert auf, der DEBUG in der Datei
mailcnfg zugeordnet ist.
CLUSTER
Unter mail können sich mehrere eng miteinander verbundene Rechner
zu einer sogenannten Post-Gruppe (Cluster) zusammenschließen; bei
Value kann der Name der Post-Gruppe (Cluster) angegeben werden,
unter dem die Systeme innerhalb der Post-Gruppe durch andere
Systeme angesprochen werden können. Diese Zeichenkette liefert
die Informationen bei ...remote from... in der From-Kopfzeile und
nicht den Knotennamen (nodename), der von uname(2) ausgegeben
wird.
FAILSAFE
Für den Fall, daß auf das Verzeichnis /var/mail innerhalb einer
Post-Gruppe über NFS zugegriffen wird, muß der Zugriff auf dieses
Verzeichnis unterbunden werden können, wenn Nachrichten lokal
übermittelt werden sollen (z. B. bei einem Absturz des Remote-
Systems oder bei Problemen mit NFS). Über die Zeichenkette Value
wird angegeben, an welche Adresse die aktuell zuzustellende Nach-
richt weitergeleitet (nachgesandt) werden soll. Im Normalfall
handelt es sich hierbei um das Remote-System, das tatsächlich
Eigentümer von /var/mail ist. Auf diese Weise wird die Nachricht
zur Zustellung in die Warteschlange gesetzt, sobald das System
zur Verfügung steht. Angenommen, /var/mail ist innerhalb einer
Post-Gruppe (Systeme sysa, sysb und sysc) physisch auf sysc ein-
gehängt und kann durch die anderen Rechner über NFS genutzt wer-
den. Im Falle eines Absturzes von sysc könnte auf /var/mail, das
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mailcnfg(4) mailcnfg(4)
von NFS genutzt werden kann, nicht mehr zugegriffen werden; die
lokalen Nachrichten würden dann an das Verzeichnis /var/mail des
lokalen Systems geschickt. Sobald /var/mail erneut über NFS ein-
gehängt würde, wären sämtliche Nachrichten im lokalen Verzeichnis
unsichtbar und damit eigentlich verloren. Dies wird verhindert,
indem FAILSAFE in mailcnfg definiert wird und die Kommandos
mail/rmail die Existenz von /var/mail/:saved, einem obligatori-
schen Unterverzeichnis, überprüfen. Wenn dieses Unterverzeichnis
nicht vorhanden ist, geht mail davon aus, daß das für NFS nutz-
bare Verzeichnis /var/mail nicht vorhanden ist und ruft den
FAILSAFE-Mechanismus zum automatischen Weiterleiten der Nachricht
an Value auf. In diesem Beispiel wäre Value auf sysc!%n gesetzt.
Da das Schlüsselwort %n zum Namen des Empfangssystems erweitert
wird, wird die Nachricht an sysc!recipientname weitergeleitet.
Da sysc nicht in Betrieb ist, verbleibt die Nachricht so lange
auf dem lokalen System, bis sysc wieder in Betrieb ist, und wird
dann zur Zustellung an dieses System geschickt.
DELEMPTYMFILE
Sofern nicht anders angegeben, werden leere Postdateien von mail
und rmail standardmäßig gelöscht, wenn sie die Zugriffsberechti-
gung 0660 haben; mit jeder anderen Zugriffsberechtigung bleiben
sie erhalten. Wenn Value auf yes gesetzt ist, werden leere Post-
dateien - unabhängig von ihren Zugriffsberechtigungen - in jedem
Fall gelöscht. Bei Value gleich no werden leere Postdateien auf
keinen Fall gelöscht.
DOMAIN
Über diese Zeichenkette wird der Domänenname des Systems angege-
ben, der anstelle des von getdomainname ausgegebenen Domänenna-
mens benutzt werden soll.
SMARTERHOST
Diese Zeichenkette kann auf den Namen eines intelligenteren
Hostrechners gesetzt werden, auf den innerhalb der Mail-
Ersatzdatei über X verwiesen werden kann.
mailsurrkeyword
Bestimmte vordefinierte einstellige Schlüsselwörter werden direkt
in Ersatz-Kommandofelder eingesetzt, bevor sie ausgeführt werden
[siehe mailsurr(4)]. Die vordefinierten Schlüsselwörter können in
keinem Fall in ihrer Bedeutung geändert werden; es können jedoch
neue Schlüsselwörter definiert werden, die man anstelle von lan-
gen, häufig in der Datei mailsurr vorkommenden Zeichenketten
(z. B. /usr/lib/mail/surrcmd) benutzen kann. Großbuchstaben wer-
den erst in einer zukünftigen Version interpretiert; in der aktu-
ellen Version werden sie bei ihrem Auftreten in der Datei igno-
riert.
HINWEISE
Wenn auf /var/mail über NFS zugegriffen wird und das Unterverzeichnis
/var/mail/:saved nicht aus dem lokalen System entfernt wird, wird der
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mailcnfg(4) mailcnfg(4)
FAILSAFE-Mechanismus außer Kraft gesetzt.
DATEIEN
/etc/mail/mailcnfg
/etc/mail/mailsurr
/var/mail/:saved
/usr/lib/mail/surrcmd
SIEHE AUCH
mail(1), uname(2), mailsurr(4).
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