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⇒ zic(1M) — Reliant UNIX 5.44c4

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zic(1M)                                                             zic(1M)

NAME
     zic - Kompiler für Zeitzonen

SYNTAX
     zic [-s] [-v] [-d directory] [-l timezone] [filename ...]

BESCHREIBUNG
     zic liest den Text aus der (den) in der Kommandozeile angegebenen
     Datei(en) und erzeugt daraus die Dateien mit den Informationen für die
     Zeitumwandlung. Ist als filename ein - angegeben, wird die Standard-
     eingabe gelesen.

     Die Eingabezeilen bestehen aus Feldern. Die Felder werden durch eine
     beliebige Anzahl von Zwischenraumzeichen voneinander getrennt. Füh-
     rende und abschließende Zwischenraumzeichen in einer Zeile werden
     ignoriert. Ein Nummernzeichen (#) in der Eingabe leitet einen Kommen-
     tar ein, der sich bis zum Ende der Zeile mit dem #-Zeichen erstreckt.
     Sollen in einem Feld Zwischenraumzeichen und Nummernzeichen erschei-
     nen, so werden sie in Anführungszeichen (") geschrieben. Leerzeilen
     oder Kommentarzeilen werden ignoriert. Zeilen, die nicht leer und
     keine Kommentarzeilen sind, können zu einem der folgenden drei Typen
     gehören: Regel- (Rule), Zonen- (Zone) oder Verweiszeilen (Link Lines).

     Eine Regelzeile hat die folgende Form

     Rule   NAME   FROM    TO    TYPE   IN      ON       AT    SAVE   LETTER/S

     Beispiel:

     Rule   USA    1969   1973    -     Apr   lastSun   2:00   5:00      D

     Eine Regelzeile besteht aus folgenden Feldern:

     NAME           Gibt den (beliebig wählbaren) Namen der Regelmenge an,
                    zu der diese Regel gehört.

     FROM           Gibt das erste Jahr an, in dem die Regel gilt. Der
                    Begriff minimum (bzw. eine Abkürzung) besagt hier, daß
                    es sich um die kleinste darstellbare Jahreszahl han-
                    delt. Entsprechend bedeutet maximum (bzw. eine Abkür-
                    zung), daß es sich um die größte darstellbare Jahres-
                    zahl handelt.

     TO             Gibt das letzte Jahr an, in dem die Regel gilt. Zusätz-
                    lich zu den Begriffen minimum und maximum (wie oben)
                    kann hier auch der Begriff only (bzw. eine Abkürzung)
                    verwendet werden, um den Wert des Feldes FROM zu wie-
                    derholen.

     TYPE           Gibt den Typ des Jahres an, in dem die Regel gilt. Wenn
                    TYPE nur aus einem - besteht, gilt die Regel in allen
                    Jahren zwischen FROM und TO jeweils einschließlich;



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zic(1M)                                                             zic(1M)

                    wenn TYPE aus uspres besteht, gilt die Regel in Wahl-
                    jahren für den US-Präsidenten; wenn TYPE aus nonpres,
                    besteht, gilt die Regel in Jahren in denen keine Wahlen
                    zum US-Präsidenten stattfinden. Besteht TYPE aus einer
                    anderen Zeichenfolge, führt zic das Kommando

                          yearistype year type

                    aus, um den Jahrestyp zu überprüfen: der Rückkehrcode
                    null bedeutet, daß das Jahr vom angegebenen Typ ist;
                    der Rückkehrcode eins bedeutet, daß das Jahr nicht vom
                    angegebenen Typ ist.

     IN             Gibt den Monat an, in dem die Regel wirksam wird.
                    Monatsnamen können als Abkürzungen (der entsprechenden
                    englischen Namen) erscheinen.

     ON             Gibt den Tag an, an dem die Regel wirksam wird. Es wer-
                    den die folgenden Formen akzeptiert:

                    5            der fünfte Tag des Monats

                    lastSun      der letzte Sonntag des Monats

                    lastMon      der letzte Montag des Monats

                    Sun>=8       der erste Sonntag am achten Tag des Monats
                                 bzw. unmittelbar danach

                    Sun<=25      der letzte Sonntag am 25. Tag des Monats
                                 bzw. unmittelbar davor

                    Die (englischen) Namen der Wochentage dürfen abgekürzt
                    oder in Langform angegeben werden. Beachten Sie, daß in
                    einem ON-Feld keine Leerzeichen auftreten dürfen.

     AT             Gibt die Tageszeit an, zu der die Regel wirksam wird.
                    Es werden die folgenden Formen akzeptiert:

                    2            Zeit in Stunden

                    2:00         Zeit in Stunden und Minuten

                    15:00        Zeit im 24-Stunden-Format

                    1:28:14      Zeit in Stunden, Minuten und Sekunden

     Jeder dieser Formen kann der Buchstabe w folgen, wenn sich die angege-
     bene Zeit auf die lokale Zeit bezieht. Ein nachgestelltes s bedeutet,
     daß es sich um die "Standard"-Ortszeit handelt; ist kein w bzw. s
     nachgestellt, wird angenommen, daß es sich bei der Zeitangabe um
     lokale Zeit handelt.


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zic(1M)                                                             zic(1M)

     SAVE           Gibt an, wieviel Zeit zur Standard-Ortszeit hinzuge-
                    zählt werden muß, wenn die Regel wirksam ist. Dieses
                    Feld hat dasselbe Format wie das Feld AT (allerdings
                    werden die nachgestellten Buchstaben w und s nicht
                    benutzt).

     LETTER/S       Gibt den variablen Teil der Abkürzungen für die Zeit-
                    zone an (beispielsweise das "S" bzw. "D" in "EST" bzw.
                    "EDT"), der benutzt werden soll, wenn die Regel wirksam
                    ist. Steht in diesem Feld ein -, so ist der variable
                    Teil null.

     Eine Zonenzeile besteht aus folgenden Feldern:

     Zone         NAME          GMTOFF    RULES/SAVE    FORMAT    [UNTIL]

     Beispiel:

     Zone    Australia/South     9:00         Oz         CST

     Eine Zonenzeile besteht aus folgenden Feldern:

     NAME           Der Name der Zeitzone. Dieser Name wird bei der Erzeu-
                    gung der Datei mit den Informationen zur Zeitumwandlung
                    für diese Zeitzone verwendet.

     GMTOFF         Die Zeit, die zu GMT hinzugezählt werden muß, um die
                    Standardzeit in dieser Zeitzone zu erhalten. Dieses
                    Feld hat dasselbe Format wie die Felder AT und SAVE bei
                    Regelzeilen; wenn eine Zeitspanne von der GMT abgezogen
                    werden muß, steht am Anfang dieser Zeile ein Minuszei-
                    chen.

     RULES/SAVE     Der (die) Name(n) der Regel(n), die in dieser Zeitzone
                    gilt (gelten) oder als Alternative die Zeitspanne, die
                    zur Standard-Ortszeit hinzuzuzählen ist. Wenn dieses
                    Feld aus einem - besteht, gilt immer die Standardzeit
                    in dieser Zeitzone.

     FORMAT         Das Format für Abkürzungen von Zeitzonen in dieser
                    Zeitzone. Die Zeichenfolge %s zeigt an, wo sich der
                    variable Teil der Abkürzung für ein Zeitzone befindet.

     UNTIL          Der Zeitpunkt, an dem sich die Differenz zur GMT oder
                    die Regeln für eine Region verändern. Dies wird als
                    Jahr, Monat, Tag und Tageszeit angegeben. Ist dieses
                    Feld belegt, werden die Informationen bezüglich der
                    Zeitzone aus der vorgegebenen Differenz zur GMT und der
                    Regeländerung bis zur angegebenen Zeit erzeugt.





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zic(1M)                                                             zic(1M)

                    Die nächste Zeile muß eine Art Fortsetzungszeile sein;
                    diese hat dieselbe Form wie eine Zonenzeile, nur sind
                    die Zeichenkette "Zone" und der Name weggelassen. Diese
                    Fortsetzungszeile bezieht sich auf den UNTIL-Eintrag
                    der vorhergehenden Zeile und besagt, daß die Werte der
                    Fortsetzungszeile ab dem unter UNTIL genannten Zeit-
                    punkt wirksam werden sollen. Auch Fortsetzungszeilen
                    können ein UNTIL-Feld enthalten, um eine weitere Fort-
                    setzungszeile anzukündigen.

     Eine Verweiszeile besteht aus folgenden Feldern:

     Link        LINK-FROM         LINK-TO

     Beispiel:

     Link        US/Eastern        EST5EDT

     Das Feld LINK-FROM sollte als das Feld NAME in einer Zonenzeile auf-
     treten; das Feld LINK-TO wird als alternative Bezeichnung für diese
     Zone verwendet.

     Die Zeilen können in der Eingabe in beliebiger Reihenfolge erscheinen.
     Eine Ausnahme hiervon bilden die Fortsetzungszeilen.

OPTIONEN
     -s   (short) Wird beim Feld FROM das Wort minimum angegeben, gilt die
          Regel ab 1970.

     -v   Gibt eine Meldung aus, wenn ein Jahr, das in einer Datendatei
          auftritt, außerhalb des Bereichs der auf dem Rechner darstellba-
          ren Jahresangaben liegt (0:00:00 AM GMT, January 1, 1970, to
          3:14:07 AM GMT, January 19, 2038).

     -d directory
          Erzeugt Dateien mit Informationen für die Zeitumwandlung im Ver-
          zeichnis directory statt im Standardverzeichnis /usr/lib/locale/TZ.

     -l timezone
          Verwendet die Zeitzone timezone als Ortszeit. zic verhält sich,
          als ob die Datei eine Verweiszeile der folgenden Form enthält:

                 Link timezone localtime

INTERNATIONALE UMGEBUNG
     Die Umgebungsvariable LCMESSAGES bestimmt die Sprache der Meldungs-
     texte.

     Wenn LCMESSAGES nicht oder als leere Zeichenkette definiert ist, wird
     der Wert von LANG als Standardwert herangezogen. Ist auch LANG nicht
     oder als leere Zeichenkette definiert, verhält sich das System so, als
     wäre es nicht internationalisiert.


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zic(1M)                                                             zic(1M)

     Hat eine der Variablen für die internationale Umgebung einen ungülti-
     gen Wert, verhält sich das System so, als wäre keine Variable gesetzt.

     Die Umgebungsvariable LCALL bestimmt die gesamte internationale Umge-
     bung. LCALL hat Vorrang vor allen anderen Umgebungsvariablen im
     Bereich der Internationalisierung.

HINWEISE
     In Gebieten, in denen mehr als zwei Ortszeittypen gelten, müssen Sie
     unter Umständen die Standard-Ortszeit im Feld AT der Regel für die
     erste Übergangszeit verwenden. Dadurch stellen Sie sicher, daß die
     erste Übergangszeit, die in der kompilierten Datei aufgezeichnet ist,
     korrekt ist.

DATEIEN
     /usr/lib/locale/TZ
          Standardverzeichnis, das für die erzeugten Dateien benutzt wird

SIEHE AUCH
     time(1), ctime(3C).


































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