zic(1M) zic(1M)
NAME
zic - Kompiler für Zeitzonen
SYNTAX
zic [-s] [-v] [-d directory] [-l timezone] [filename ...]
BESCHREIBUNG
zic liest den Text aus der (den) in der Kommandozeile angegebenen
Datei(en) und erzeugt daraus die Dateien mit den Informationen für die
Zeitumwandlung. Ist als filename ein - angegeben, wird die Standard-
eingabe gelesen.
Die Eingabezeilen bestehen aus Feldern. Die Felder werden durch eine
beliebige Anzahl von Zwischenraumzeichen voneinander getrennt. Füh-
rende und abschließende Zwischenraumzeichen in einer Zeile werden
ignoriert. Ein Nummernzeichen (#) in der Eingabe leitet einen Kommen-
tar ein, der sich bis zum Ende der Zeile mit dem #-Zeichen erstreckt.
Sollen in einem Feld Zwischenraumzeichen und Nummernzeichen erschei-
nen, so werden sie in Anführungszeichen (") geschrieben. Leerzeilen
oder Kommentarzeilen werden ignoriert. Zeilen, die nicht leer und
keine Kommentarzeilen sind, können zu einem der folgenden drei Typen
gehören: Regel- (Rule), Zonen- (Zone) oder Verweiszeilen (Link Lines).
Eine Regelzeile hat die folgende Form
Rule NAME FROM TO TYPE IN ON AT SAVE LETTER/S
Beispiel:
Rule USA 1969 1973 - Apr lastSun 2:00 5:00 D
Eine Regelzeile besteht aus folgenden Feldern:
NAME Gibt den (beliebig wählbaren) Namen der Regelmenge an,
zu der diese Regel gehört.
FROM Gibt das erste Jahr an, in dem die Regel gilt. Der
Begriff minimum (bzw. eine Abkürzung) besagt hier, daß
es sich um die kleinste darstellbare Jahreszahl han-
delt. Entsprechend bedeutet maximum (bzw. eine Abkür-
zung), daß es sich um die größte darstellbare Jahres-
zahl handelt.
TO Gibt das letzte Jahr an, in dem die Regel gilt. Zusätz-
lich zu den Begriffen minimum und maximum (wie oben)
kann hier auch der Begriff only (bzw. eine Abkürzung)
verwendet werden, um den Wert des Feldes FROM zu wie-
derholen.
TYPE Gibt den Typ des Jahres an, in dem die Regel gilt. Wenn
TYPE nur aus einem - besteht, gilt die Regel in allen
Jahren zwischen FROM und TO jeweils einschließlich;
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wenn TYPE aus uspres besteht, gilt die Regel in Wahl-
jahren für den US-Präsidenten; wenn TYPE aus nonpres,
besteht, gilt die Regel in Jahren in denen keine Wahlen
zum US-Präsidenten stattfinden. Besteht TYPE aus einer
anderen Zeichenfolge, führt zic das Kommando
yearistype year type
aus, um den Jahrestyp zu überprüfen: der Rückkehrcode
null bedeutet, daß das Jahr vom angegebenen Typ ist;
der Rückkehrcode eins bedeutet, daß das Jahr nicht vom
angegebenen Typ ist.
IN Gibt den Monat an, in dem die Regel wirksam wird.
Monatsnamen können als Abkürzungen (der entsprechenden
englischen Namen) erscheinen.
ON Gibt den Tag an, an dem die Regel wirksam wird. Es wer-
den die folgenden Formen akzeptiert:
5 der fünfte Tag des Monats
lastSun der letzte Sonntag des Monats
lastMon der letzte Montag des Monats
Sun>=8 der erste Sonntag am achten Tag des Monats
bzw. unmittelbar danach
Sun<=25 der letzte Sonntag am 25. Tag des Monats
bzw. unmittelbar davor
Die (englischen) Namen der Wochentage dürfen abgekürzt
oder in Langform angegeben werden. Beachten Sie, daß in
einem ON-Feld keine Leerzeichen auftreten dürfen.
AT Gibt die Tageszeit an, zu der die Regel wirksam wird.
Es werden die folgenden Formen akzeptiert:
2 Zeit in Stunden
2:00 Zeit in Stunden und Minuten
15:00 Zeit im 24-Stunden-Format
1:28:14 Zeit in Stunden, Minuten und Sekunden
Jeder dieser Formen kann der Buchstabe w folgen, wenn sich die angege-
bene Zeit auf die lokale Zeit bezieht. Ein nachgestelltes s bedeutet,
daß es sich um die "Standard"-Ortszeit handelt; ist kein w bzw. s
nachgestellt, wird angenommen, daß es sich bei der Zeitangabe um
lokale Zeit handelt.
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SAVE Gibt an, wieviel Zeit zur Standard-Ortszeit hinzuge-
zählt werden muß, wenn die Regel wirksam ist. Dieses
Feld hat dasselbe Format wie das Feld AT (allerdings
werden die nachgestellten Buchstaben w und s nicht
benutzt).
LETTER/S Gibt den variablen Teil der Abkürzungen für die Zeit-
zone an (beispielsweise das "S" bzw. "D" in "EST" bzw.
"EDT"), der benutzt werden soll, wenn die Regel wirksam
ist. Steht in diesem Feld ein -, so ist der variable
Teil null.
Eine Zonenzeile besteht aus folgenden Feldern:
Zone NAME GMTOFF RULES/SAVE FORMAT [UNTIL]
Beispiel:
Zone Australia/South 9:00 Oz CST
Eine Zonenzeile besteht aus folgenden Feldern:
NAME Der Name der Zeitzone. Dieser Name wird bei der Erzeu-
gung der Datei mit den Informationen zur Zeitumwandlung
für diese Zeitzone verwendet.
GMTOFF Die Zeit, die zu GMT hinzugezählt werden muß, um die
Standardzeit in dieser Zeitzone zu erhalten. Dieses
Feld hat dasselbe Format wie die Felder AT und SAVE bei
Regelzeilen; wenn eine Zeitspanne von der GMT abgezogen
werden muß, steht am Anfang dieser Zeile ein Minuszei-
chen.
RULES/SAVE Der (die) Name(n) der Regel(n), die in dieser Zeitzone
gilt (gelten) oder als Alternative die Zeitspanne, die
zur Standard-Ortszeit hinzuzuzählen ist. Wenn dieses
Feld aus einem - besteht, gilt immer die Standardzeit
in dieser Zeitzone.
FORMAT Das Format für Abkürzungen von Zeitzonen in dieser
Zeitzone. Die Zeichenfolge %s zeigt an, wo sich der
variable Teil der Abkürzung für ein Zeitzone befindet.
UNTIL Der Zeitpunkt, an dem sich die Differenz zur GMT oder
die Regeln für eine Region verändern. Dies wird als
Jahr, Monat, Tag und Tageszeit angegeben. Ist dieses
Feld belegt, werden die Informationen bezüglich der
Zeitzone aus der vorgegebenen Differenz zur GMT und der
Regeländerung bis zur angegebenen Zeit erzeugt.
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zic(1M) zic(1M)
Die nächste Zeile muß eine Art Fortsetzungszeile sein;
diese hat dieselbe Form wie eine Zonenzeile, nur sind
die Zeichenkette "Zone" und der Name weggelassen. Diese
Fortsetzungszeile bezieht sich auf den UNTIL-Eintrag
der vorhergehenden Zeile und besagt, daß die Werte der
Fortsetzungszeile ab dem unter UNTIL genannten Zeit-
punkt wirksam werden sollen. Auch Fortsetzungszeilen
können ein UNTIL-Feld enthalten, um eine weitere Fort-
setzungszeile anzukündigen.
Eine Verweiszeile besteht aus folgenden Feldern:
Link LINK-FROM LINK-TO
Beispiel:
Link US/Eastern EST5EDT
Das Feld LINK-FROM sollte als das Feld NAME in einer Zonenzeile auf-
treten; das Feld LINK-TO wird als alternative Bezeichnung für diese
Zone verwendet.
Die Zeilen können in der Eingabe in beliebiger Reihenfolge erscheinen.
Eine Ausnahme hiervon bilden die Fortsetzungszeilen.
OPTIONEN
-s (short) Wird beim Feld FROM das Wort minimum angegeben, gilt die
Regel ab 1970.
-v Gibt eine Meldung aus, wenn ein Jahr, das in einer Datendatei
auftritt, außerhalb des Bereichs der auf dem Rechner darstellba-
ren Jahresangaben liegt (0:00:00 AM GMT, January 1, 1970, to
3:14:07 AM GMT, January 19, 2038).
-d directory
Erzeugt Dateien mit Informationen für die Zeitumwandlung im Ver-
zeichnis directory statt im Standardverzeichnis /usr/lib/locale/TZ.
-l timezone
Verwendet die Zeitzone timezone als Ortszeit. zic verhält sich,
als ob die Datei eine Verweiszeile der folgenden Form enthält:
Link timezone localtime
INTERNATIONALE UMGEBUNG
Die Umgebungsvariable LCMESSAGES bestimmt die Sprache der Meldungs-
texte.
Wenn LCMESSAGES nicht oder als leere Zeichenkette definiert ist, wird
der Wert von LANG als Standardwert herangezogen. Ist auch LANG nicht
oder als leere Zeichenkette definiert, verhält sich das System so, als
wäre es nicht internationalisiert.
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Hat eine der Variablen für die internationale Umgebung einen ungülti-
gen Wert, verhält sich das System so, als wäre keine Variable gesetzt.
Die Umgebungsvariable LCALL bestimmt die gesamte internationale Umge-
bung. LCALL hat Vorrang vor allen anderen Umgebungsvariablen im
Bereich der Internationalisierung.
HINWEISE
In Gebieten, in denen mehr als zwei Ortszeittypen gelten, müssen Sie
unter Umständen die Standard-Ortszeit im Feld AT der Regel für die
erste Übergangszeit verwenden. Dadurch stellen Sie sicher, daß die
erste Übergangszeit, die in der kompilierten Datei aufgezeichnet ist,
korrekt ist.
DATEIEN
/usr/lib/locale/TZ
Standardverzeichnis, das für die erzeugten Dateien benutzt wird
SIEHE AUCH
time(1), ctime(3C).
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