ufsdump(1M) ufsdump(1M)
NAME
ufsdump - Teilspeicherabzug eines Dateisystems anlegen
SYNTAX
/sbin/ufsdump [options] filesystem
BESCHREIBUNG
Mit ufsdump werden alle Dateien, die unter filesystem angegeben wer-
den, oder Dateien, die nach einem bestimmten Datum geändert wurden,
auf einem Ausgabegerät oder in einer Datei gesichert; options ist eine
Zeichenkette, die Optionen von ufsdump wie unten aufgeführt angibt;
filesystem ist eine zeichenorientierte Gerätedatei (z. B.
/dev/ios0/rsdisk000s4) oder ein Einhängepunkt für ein Dateisystem
(z. B. /usr).
Ist unter options nichts angegeben, wird der Standardwert 9u verwendet
und als Ausgabegerät ein Band mit 9 Spuren, 2400 Fuß (ca. 731,52 m)
und 6250 BPI vorausgesetzt.
Ist die Option c angegeben, wird vorausgesetzt, daß es sich beim Aus-
gabegerät um ein QIC-320-Magnetbandgerät handelt.
Ist die Option D angegeben, wird davon ausgegangen, daß es sich beim
Ausgabegerät um ein DAT-Gerät (Digital Audio Tape) handelt.
Mit den Optionen c, d, D und s werden nur die Bandgrößen berechnet.
Mit der Option M werden die Megabytes pro Band angegeben; diese Option
kann bei jeder Bandart benutzt werden. Die Option M ist wesentlich
einfacher als die oben genannten Optionen, vorausgesetzt die Bandkapa-
zität ist bekannt.
ufsdump kann ein EOT-Zeichen (end of tape, Bandende) nicht richtig
behandeln. Im Gegensatz zu anderen Sicherungsdienstprogrammen (wie
z. B. cpio), die EOT-Zeichen erkennen und den Benutzer dazu auffor-
dern, ein neues Band einzulegen, bevor mit der Sicherung fortgesetzt
wird, gibt ufsdump bei Erreichen des EOT einen Schreibfehler aus und
versucht, die Sicherung erneut zu starten. Aus diesem Grund ist es von
Bedeutung, ufsdump mit genauen Informationen über die Bandkapazität
mit Hilfe der Option M zu versorgen sowie Angaben über Bandart, Dichte
und Länge zu machen. Mit Hilfe dieser Daten kann ufsdump bestimmen,
wieviele Daten auf jedes Band geschrieben werden können, bevor zum
Einlegen des nächsten Bandes aufgefordert wird. (Siehe unter BEISPIELE
weiter unten.) Da ufsdump keine EOT-Zeichen interpretieren kann, ist
es sehr wichtig, den Datenumfang, der auf ein Band paßt, nicht zu
überschätzen, da sonst das Ende der Speicherabzüge auf dem Band
unvollständig ist. Sie können mehrere Speicherabzüge auf einem Band
speichern, indem Sie auf ein Gerät schreiben, das nicht zurückspult.
Allerdings ist es u. U. erforderlich, den letzten Speicherabzug neu zu
starten, wenn die Bandmarke EOT erreicht wird.
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ufsdump(1M) ufsdump(1M)
Beispiel:
ufsdump 0uf /dev/ios0/rstape000hn /usr
ufsdump 0uf /dev/ios0/rstape000h /
Mit den obigen Kommandos werden ein Speicherabzug von /usr der Stufe 0
und ein Speicherabzug von / (Root) der Stufe 0 auf dasselbe Band
geschrieben. Beachten Sie, daß beim Speicherabzug von /usr ein Gerät
benutzt wird, das nicht zurückspult ("no-rewind"). Mehrfache Speiche-
rabzüge können mit Hilfe der Option s von ufsrestore(1M) wiederherge-
stellt werden.
Bitte arbeiten Sie nach den folgenden Richtlinien, wobei zu beachten
ist, daß Dateisysteme mit mehreren kleinen Dateien (<2 KB) mehr Platz
auf dem Band benötigen werden und daß die Option M jeder anderen
Option zur Bestimmung der Bandgröße (c, d, D und s) vorzuziehen ist:
Bandart Modus Typ Länge Kapazität
_________________________________________________
9-track - 2400 6250ft ~140 MB
9-track - 2400 1600ft ~25 MB
Streamer:
QIC-320 - 600 - ~120 MB
QIC-120 - 120M 620ft ~105 MB
QIC-150 - 150M 620ft ~135 MB
QIC-525 - 525M 620ft ~475 MB
DAT/DDS-1 - - 60m ~1200 MB
DAT/DDS-1 - - 90m ~1800 MB
DAT/DDS-2 - - 120m ~3600 MB
8mm Tape EXB-8200 - 15m ~265 MB
(Exabyte) EXB-8500 - 15m ~530 MB
Anmerkungen:
- EXB-8200 und EXB-8500 sind unterschiedliche Schreibdichten für die
Arbeit mit 8 mm Tapes (low- und high-density).
- Wird ein "device with compression" benutzt (z. B.
/dev/ios0/rstape004c), so erhöht sich die Kapazität maximal um den
Faktor 1.6 - 2.0.
- Die Kapazität aller Bänder liegt ca. 10% unter den aufgedruckten
Größen (z. B. ein 150 MB Streamer nimmt ca. 135 MB Daten auf). Die
Verringerung des aufgedruckten Wertes ist wegen auftretender Band-
fehler und automatischen Bandvorlaufs bei geringer Transferrate
einkalkuliert worden.
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ufsdump(1M) ufsdump(1M)
- Besonderheiten zu allen Bandtypen (z. B. wie sich ein 150 MB Strea-
mer in einem 525 MB Streamerlaufwerk verhält) erfährt man in den
HINWEISEN von stape(7).
OPTIONEN
0-9 Sicherungsstufe des Speicherabzugs. Alle Dateien im Dateisystem
filesystem, die seit dem letzten Aufruf von ufsdump auf einer
niedrigeren Stufe geändert wurden, werden auf den Datenträger
kopiert. Wenn Sie beispielsweise am Montag einen Speicherabzug
der Stufe 2 durchgeführt haben und am Dienstag einen Speicherab-
zug der Stufe 4, enthält ein darauf folgender Speicherabzug der
Stufe 3 am Mittwoch alle Dateien, die seit der Sicherung der
Stufe 2 (Montag) geändert oder hinzugefügt wurden. Ein Speiche-
rabzug der Stufe 0 kopiert das gesamte Dateisystem filesystem auf
den Datenträger des Speicherabzugs.
b factor
Blockungsfaktor. Gibt den Blockungsfaktor für Schreiboperationen
auf Band an. Standardmäßig eingestellt sind 64 Blöcke pro Schrei-
boperation. Ein Bandblock besteht aus 512 Byte. Der Blockungsfak-
tor muß ein Vielfaches von 4 sein.
c Magnetbandkassette. Es soll ein QIC-320-Band anstelle des norma-
len Halbzollbandes verwendet werden. Die Länge wird auf 560 Fuß
gesetzt. Diese Option ist nicht kompatibel zu den Optionen d und
s. Wenn die Bandkapazität bekannt ist, wird empfohlen, die Option
M anstelle der Option c zu benutzen.
d bpi
Banddichte. Diese Option ist nur für Bänder mit 9 Spuren sinn-
voll. Die Banddichte (mit der Einheit BPI) wird aus der Angabe
bpi entnommen. Damit wird laufend Buch darüber geführt, wieviel
Platz pro Band zur Verfügung steht. Die Standarddichte ist 6250.
D mins
DAT. Das DAT-Band (Digital Audio Tape) soll anstelle des normalen
Halbzollbandes verwendet werden. mins gibt die Anzahl Minuten auf
dem DAT-Band an. Diese Option ist mit den Optionen d und s nicht
kompatibel.
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f dump-file
Speicherabzugsdatei. Die Datei dump-file soll als Ausgabegerät
oder Datei benutzt werden, auf bzw. in die der Speicherabzug
geschrieben wird. Standardmäßig wird hierfür (/dev/rmt8) benutzt.
Wenn bei dump-file ein - angegeben wird, wird der Speicherabzug
in die Standardausgabe geschrieben. Bitte beachten Sie, daß
dump-file der Name einer Plattendatei sein kann (z. B.
/tmp/dump.output). Dadurch wird ein Speicherabbild auf Platte
erzeugt, das dann wiederhergestellt (z. B. durch
ufsrestore xuf /tmp/dump.output), übertragen oder auf Band
geschrieben werden kann, wobei ein anderes Dienstprogramm wie
z. B. cpio eingesetzt werden kann.
M megabytes
Maximale Datenkapazität, die auf jedes Band geschrieben werden
kann; die Angabe erfolgt in Megabyte (10E6). Mit dieser Option
wird festgelegt, wieviele Daten auf jedes Band geschrieben werden
sollen, bevor ufsdump ein neues Band anfordert. Diese Option kann
bei QIC-Bändern, DAT-Bändern, 9-Spur-Bändern oder jeder anderen
Bandart benutzt werden. Der Maximalwert von megabytes sollte
etwas unter der Kapazität des Bandes liegen, damit genügend
Spielraum für Wiederholungsversuche bei schlechten Bandabschnit-
ten vorhanden ist. Diese Option übersteuert die Optionen c, d, D
und s.
n Benachrichtigt alle Bediener in der Bedienergruppe, daß bei ufs-
dump Bedienereingriffe erforderlich sind. Dabei werden ähnlich
wie beim Kommando wall Meldungen an die Terminals der Bediener
geschickt.
s size
size gibt die Länge (in Fuß) des Datenträgers an, auf den der
Speicherabzug geschrieben wird. Wenn die in size angegebene Länge
erreicht ist, wartet ufsdump darauf, daß Sie den Datenträger aus-
wechseln. Der Standardwert für size für ein 9-Spur-Band ist 2300
(Fuß), wobei dieser Wert etwas unter der tatsächlichen physischen
Länge des Bandes liegt. Damit wird ein Spielraum für mögliche
schlechte Sektoren eingeräumt und Datenverlusten vorgebeugt.
u Aktualisiert den Speicherabzugsdatensatz. Für jedes Dateisystem,
für das erfolgreich ein Speicherabzug erstellt wurde, wird ein
Eintrag in der Datei /etc/dumpdates hinzugefügt, der den Namen
des Dateisystems, das Datum und die Stufe des Speicherabzugs ent-
hält. Diese Datei kann vom Superuser bearbeitet werden.
W Mit der Option W werden alle Dateisysteme, die in /etc/dumpdates
und /etc/fstab erscheinen, aufgelistet zusammen mit Informationen
über die aktuellsten Speicherabzüge und Stufen. Wenn die Option W
gesetzt ist, werden alle anderen Optionen ignoriert, und ufsdump
wird sofort verlassen.
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ufsdump(1M) ufsdump(1M)
BEISPIELE
In den folgenden Beispielen werden mögliche Kommandozeilen mit Optio-
nen von ufsdump beschrieben:
ufsdump 0Muf 320 /dev/ios0/rstape004 /usr
Schreibt einen Speicherabzug von /usr der Stufe 0 in
/dev/ios0/rstape004; dabei werden maximal 320 MB auf jedes Band
geschrieben, bevor ein neues Band angefordert wird. Welche Art
von Band eingesetzt wird, ist unerheblich, jedoch muß die Kapazi-
tät des Bandes bekannt sein.
ufsdump 0udf 1600 /dev/ios0/rstape004 /usr
Schreibt einen Speicherabzug von /usr der Stufe 0 in
/dev/ios0/rstape004, ein Bandlaufwerk mit 9 Spuren und 1600 BPI,
in das ein Band mit 2400 Fuß eingelegt ist; aktualisiert
/etc/dumpdates.
ufsdump 0usf 1200 /dev/ios0/rstape001h /usr
Schreibt einen Speicherabzug von /usr der Stufe 0 in
/dev/ios0/rstape001h, ein Bandlaufwerk mit 9 Spuren und 6250 BPI,
in das ein Band mit 1200 Fuß eingelegt ist; aktualisiert
/etc/dumpdates.
ufsdump 2ucf /dev/ios0/rstape000 /home
Schreibt einen Speicherabzug von /home der Stufe 2 in
/dev/ios0/rstape000, eine QIC-320-Magnetbandkassette; aktuali-
siert /etc/dumpdates.
ufsdump 0Df 120 /dev/ios0/rstape000 /usr
Schreibt einen Speicherabzug von /usr der Stufe 0 in
/dev/ios0/rstape000, ein DAT-Band von 60 Metern (120 Minuten)
Länge; /etc/dumpdates wird nicht aktualisiert.
HINWEISE
Wenn beim Lesen des Dateisystems weniger als 32 Lesefehler auftreten,
werden sie ignoriert.
Für jedes Band ist ein neuer Prozess erforderlich. Das hat zur Folge,
daß Vaterprozesse von bereits beschriebenen Bändern so lange weiter
bestehen, bis die gesamte Sicherung beendet ist.
Es ist ratsam, das System in den Einbenutzer-Betrieb zu bringen, wenn
Teilsicherungen durchgeführt werden.
Bei Speicherabzügen über mehrere Bänder sollten immer Bänder mit iden-
tischer Länge verwendet werden, damit nicht das EOT eines kürzeren
Bandes getroffen wird.
Falls die Bandgröße in MB bekannt ist, sollte der Einfachheit halber
die Option M anstelle der Optionen c, d, D oder s benutzt werden.
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ufsdump(1M) ufsdump(1M)
Wenn Sie mehrfache Speicherabzüge auf ein Band sichern, das sich nicht
zurückspulen läßt, ist es trotz Angabe der Maximalkapazität nicht zu
vermeiden, daß ufsdump letztlich auf ein EOT trifft. Deshalb muß u. U.
der letzte (nicht erfolgreiche) Speicherabzug auf einem neuen Band
nochmals gestartet werden.
SICHERHEITSHINWEIS
Nur der Superuser kann einen Speicherabzug eines Dateisystems veran-
lassen. Dadurch wird verhindert, daß Benutzer Zugriff auf Dateien
erhalten, für die es nur selektive Leseerlaubnis gibt.
WARNUNG
Die Option s sollte nicht zusammen mit der Option c benutzt werden.
Wenn diese Optionen zusammen benutzt werden, wird die Angabe für Fuß
mit 4 multipliziert, was zu fehlerhaften Kapazitätsangaben für das
Band führt.
ufsdump behandelt EOT nicht ordnungsgemäß.
DATEIEN
/etc/dumpdates
Datumsdatensatz des Speicherabzugs
/etc/group
Datei für die Bedienergruppen
SIEHE AUCH
tar(1), shutdown(1M), ufsrestore(1M), wall(1M).
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