postio(1M) (PostScript-Werkzeuge) postio(1M)
NAME
postio - Serielle Schnittstelle für PostScript-Drucker
SYNTAX
/usr/lib/lp/postscript/postio -lline [options] [files]
BESCHREIBUNG
postio sendet die Dateien files an den PostScript-Drucker, der über
line angeschlossen ist. Werden keine Dateien files angegeben, wird auf
die Standardeingabe gesendet.
OPTIONEN
Die erste Gruppe der Optionen options sollte für die meisten Anwendun-
gen ausreichend sein:
-bspeed
Die Daten über line mit einer Baudrate speed übertragen. Die
Baudraten 1200, 2400, 4800, 9600 und 19200 sind zulässig. Der
Standardwert für speed ist 9600 Baud.
-lline Den Anschluß zum Drucker herstellen, der an line angeschlossen
ist. Es gibt in der Regel keinen Standardwert und postio muß
für line Lese- und Schreibzugriff haben. Beginnt die Angabe für
line nicht mit dem Zeichen /, wird sie möglicherweise als
"Datakit"-Ziel interpretiert.
-q Statusabfragen unterdrücken, während die Dateien files an den
Drucker gesendet werden. Werden Statusabfragen deaktiviert,
wird vor der Übertragung der einzelnen Blöcke jeweils eine
Leermeldung an die Protokolldatei angehängt.
-Bnum Die Größe des internen Puffers für den Lese-/Schreibzugriff auf
die Dateien files auf num Byte setzen. Der Standardwert für num
ist 2048 Byte.
-D Den Testhilfemodus aktivieren. Damit wird sichergestellt, daß
alle auf line gelesenen Daten der Protokolldatei hinzugefügt
werden (standardmäßig die Standardfehlerdatei).
-Lfile Die über line empfangenen Daten in die Datei file stellen. Die
Standardprotokolldatei ist die Standardfehlerdatei. Drucker-
oder Statusmeldungen, die nicht auf eine Statusänderung hinwei-
sen, werden in der Regel nicht in die Datei file geschrieben.
Dies kann jedoch über die Option -D erzwungen werden.
-Pstring
Die Zeichenkette string vor den Eingabedateien an den Drucker
schicken. Standardmäßig besteht string aus einfachem
PostScript-Code, der Zeitüberschreitungsfehler deaktiviert.
-Rnum postio als einzelnen Prozeß ausführen, wenn für num 1 angegeben
wurde. Bei der Angabe von 2 für num, wird postio in einen
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postio(1M) (PostScript-Werkzeuge) postio(1M)
Schreib- und einen Leseprozeß aufgespalten. Standardmäßig wird
postio als ein Prozeß ausgeführt.
Die nächsten zwei Optionen options gelten für Benutzer, die postio
eigenständig ausführen wollen. Keine dieser Optionen kann in Spooler-
Schnittstellenprogrammen verwendet werden:
-i Programm im interaktiven Modus ausführen. Die Dateien files
(falls vorhanden) werden zuerst gesendet. Auf die Standardein-
gabe wird anschließend gesendet. Diese Option erzwingt die
getrennte Durchführung der Schreib- und Leseprozesse und macht
zahlreiche andere Optionen wirkungslos. Wollen Sie den interak-
tiven Modus beenden, verwenden Sie Ihr Interrupt-Zeichen oder
Ihr Zeichen zum Verlassen des Modus. Wollen Sie eine interak-
tive Verbindung zu Ihrem Drucker herstellen, geben Sie execu-
tive ohne weitere Angaben in einer Zeile ein.
-t Daten, die über line empfangen und nicht als Drucker- oder Sta-
tusinformationen erkannt wurden, werden in die Standardausgabe
geschrieben. Diese Option erzwingt die getrennte Durchführung
der Schreib- und Leseprozesse. Sie ist hilfreich, wenn ein
PostScript-Programm verwendet wird, das nützliche Daten an den
Host zurückgibt.
Von der Verwendung der folgenden Option wird generell abgeraten. Sie
sollte nur angegeben werden, wenn es keine andere Möglichkeit zur Her-
stellung einer zuverlässigen Verbindung gibt:
-S Die Übertragung der Daten an den Drucker verlangsamen. Dies
bewirkt eine erhebliche Verringerung des Durchsatzes, die Aus-
führung von postio als einzelnen Prozeß, die Deaktivierung der
Option -q und die Begrenzung der Größe des internen Puffers auf
1024 Byte. Außerdem wird übermäßig viel CPU-Zeit in Anspruch
genommen. Im interaktiven Modus bewirkt diese Option nichts.
Den besten Durchsatz erzielen Sie in der Regel, indem Sie einen großen
internen Puffer verwenden (Option -B) und das Programm in Schreib- und
Leseprozesse aufspalten (Option -R 2). Ist diese Aufspaltung nicht
möglich, wird postio als ein Schreib-/Leseprozeß weitergeführt. Wird
lediglich ein Prozeß verwendet, erfolgt nur für die an den Drucker
gesendeten Daten eine Flußsteuerung.
Nicht alle Optionen schließen sich gegenseitig aus. Die Option -i hat
Vorrang vor den übrigen Optionen. Wird sie angegeben, werden unabhän-
gig von den übrigen Angaben in der Aufrufzeile die Einstellungen
gewählt, die für die Ausführung des interaktiven Modus erforderlich
sind. Im interaktiven Modus werden die Schreib- und Leseprozesse
getrennt ausgeführt. Nur wenige Optionen sind in Verbindung mit -i
wirksam. Für die Option -t ist eine zuverlässige bidirektionale Ver-
bindung zum Drucker erforderlich. Daher wird versucht, die Aufspaltung
in Schreib- und Leseprozesse zu erzwingen. Die Option -S ist vom
Mechanismus für die Statusabfrage abhängig. Daher wird die Option -q
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postio(1M) (PostScript-Werkzeuge) postio(1M)
deaktiviert und die Aufspaltung des Programms unterbunden.
In der Regel startet postio, indem die Verbindung zu line hergestellt
und versucht wird, den Drucker durch Senden einer geeigneten Folge der
Zeichen ^T (Statusabfrage), ^C (Interrupt) und ^D (Ende des Auftrags)
in den Status IDLE zu versetzen. Geht der Drucker in diesen Status
über, werden die Dateien files zusammen mit einem gelegentlichen Zei-
chen ^T gesendet, es sei denn, die Option -q wurde verwendet. Nachdem
alle Dateien gesendet wurden, wartet das Programm eine Weile, um
sicherzugehen, daß der Auftrag vollständig durchgeführt wurde. Das
Programm postio endet mit einem Status ungleich 0 (Null), wenn vom
Drucker generierte Fehlermeldungen empfangen werden. Dies gilt nicht,
wenn diese Meldungen beim Herstellen der Anfangsverbindung oder im
interaktiven Modus empfangen werden. Meldungen zu Druckerfehler werden
nicht nur der Protokolldatei hinzugefügt, sondern auch an der Stan-
dardausgabe angezeigt.
BEISPIELE
Mit folgendem Kommando führen Sie das Programm als einzelnen Prozeß
mit einer Übertragungsrate von 9600 Baud aus und senden die Dateien
file1 und file1 an den an /dev/tty01 angeschlossenen Drucker:
postio -l /dev/tty01 file1 file2
Mit folgendem Kommandos bewirken Sie dasselbe wie oben, allerdings
werden zwei Prozesse verwendet, der interne Puffer wird auf 4096 Byte
gesetzt und die vom Drucker zurückgegebenen Daten werden in die Proto-
kolldatei gestellt:
postio -R2 -B4096 -l/dev/tty01 -Llog file1 file2
Mit folgendem Kommando stellen Sie eine interaktive Verbindung zum
Drucker am "Datakit"-Ziel my/printer her:
postio -i -l my/printer
Mit folgendem Kommando senden Sie die Datei program an den an
/dev/tty22 angeschlossenen Drucker, stellen die Daten in der Datei
results wieder her und schreiben Fehlermeldungen in die Protokollda-
tei:
postio -t -l /dev/tty22 -L log program >results
WARNUNGEN
Die Eingabedateien files werden als ein einziger PostScript-Auftrag
interpretiert. Das Senden verschiedener Aufträge, wobei bei jedem Auf-
trag das Zeichen ^D (Ende des Auftrags) angegeben ist, funktioniert
nicht immer einwandfrei. postio wird möglicherweise vor der Durchfüh-
rung aller Aufträge beendet oder vor der Durchführung des letzten Auf-
trags neu gestartet.
Die oben genannten Funktionen sind möglicherweise nicht auf allen
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Rechnern oder in verschiedenen Versionen von UNIX verfügbar, die zur
Zeit von postio unterstützt werden. Der für die Herstellung einer Ver-
bindung zu einem "Datakit"-Ziel erforderliche Code beispielsweise
funktioniert möglicherweise nur unter dem System V. Außerdem ist even-
tuell während der Kompilierungszeit das Softwarepaket DKHOST erforder-
lich.
Da es möglicherweise keine Standardverbindung line gibt, wird die Ver-
wendung der Option -l dringend empfohlen. Geben Sie diese Option nicht
an, versucht postio eventuell, die Verbindung zum Drucker über die
Standardausgabe herzustellen. Wird "Datakit" verwendet, ist die Option
-b möglicherweise unwirksam, und Versuche von postio, den Datenfluß
bidirektional zu steuern, schlagen eventuell fehl. Die Option -q ist
hilfreich, wenn der Drucker an RADIAN angeschlossen ist. Die Verwen-
dung der Option -S empfiehlt sich generell nicht. Geben Sie diese
Option nur an, wenn es keine andere Methode zur Herstellung einer
zuverlässigen Verbindung gibt.
DIAGNOSE
Der Endestatus 0 wird nach der erfolgreichen Bearbeitung der Dateien
zurückgegeben. Systemfehler (z. B. can't open the line) setzen den
Endestatus auf das niederwertigste Bit, während PostScript-Fehler das
Bit 1 setzen. Der Endestatus 2 bedeutet in der Regel, daß der Drucker
in den Eingabedateien einen PostScript-Fehler gefunden hat.
SIEHE AUCH
dpost(1M), postdaisy(1M), postdmd(1M), postmd(1M), postprint(1M),
postreverse(1M), posttek(1M).
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