ntpq(1M) ntpq(1M)
NAME
ntpq - Kommando für NTP-Statusabfragen
SYNTAX
ntpq [-inpd] [-c kommando] [rechner] [...]
BESCHREIBUNG
ntpq dient zur Abfrage des aktuellen Status von NTP-Servern (NTP -
Network Time Protocol) zu Modus-6-Steuernachrichten und zur Anforde-
rung von Statusänderungen. Das Kommando kann entweder im interaktiven
Modus ausgeführt oder über Kommandozeilenargumente gesteuert werden.
Wenn eine oder mehrere Anweisungen in der Kommandozeile angegeben
sind, wird jede dieser Anweisungen an die NTP-Server gesendet, die auf
den einzelnen in den Kommandozeilenargumenten angegebenen Rechnern
oder standardmäßig auf dem lokalen Rechner (localhost) laufen. Wenn
keine Anweisungen angegeben sind, versucht ntpq Kommandos von der
Standard-Eingabe zu lesen und diese auf dem NTP-Server auszuführen,
der auf dem ersten in der Kommandozeile angegebenen Rechner oder stan-
dardmäßig (wenn kein anderer Rechner angegeben ist) auf dem lokalen
Rechner läuft.
ntpq verwendet NTP-Modus-6-Pakete für die Kommunikation mit dem NTP-
Server und kann daher auch zur Abfrage beliebiger kompatibler Server
im Netz verwendet werden.
Die Kommandozeilenoptionen werden im folgenden beschrieben. Wird eine
andere Kommandozeilenoption als -i oder -n angegeben, wird (werden)
die jeweilige(n) Abfrage(n) direkt an den (die) genannten Rechner
gesendet. Andernfalls versucht ntpq interaktiv, Kommandos von der
Standard-Eingabe zu lesen.
OPTIONEN
-c Das folgende Argument wird als Kommando interpretiert und zu der
Liste der auf den angegebenen Hosts auszuführenden Kommandos hin-
zugefügt. Die Option -c kann mehrmals angegeben werden.
-i Setzt ntpq in den interaktiven Betriebsmodus. Kommandos werden
von der Standard-Eingabe gelesen.
-n Gibt alle Rechner-Adressen in der Punktnotation aus, anstatt sie
in Rechner-Namen umzusetzen.
-p Druckt eine Liste der dem Server bekannten Partner (NTP-Partner-
Rechner und -Zeitgeber) sowie eine Übersicht über deren Status
aus. Dies entspricht dem interaktiven Kommando peers.
-d Schaltet die Ausgabe von Testhilfedateien ein.
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INTERNE KOMMANDOS
Interaktive Kommandos bestehen aus einem Schlüsselwort gefolgt von 0
bis 4 Argumenten. Es müssen nur soviele Zeichen des Schlüsselwortes
eingegeben werden, wie erforderlich sind, um das Kommando eindeutig zu
identifizieren. Die von einem Kommando erzeugte Ausgabe wird normaler-
weise in die Standard-Ausgabe geschrieben, optional kann die Ausgabe
einzelner Kommandos jedoch auch durch Anhängen von >, gefolgt von
einem Dateinamen, in eine Datei gestellt werden.
Eine Reihe interaktiver Kommandos wird intern im Kommando ntpq selbst
ausgeführt und veranlaßt nicht, daß Modus-6-NTP-Anforderungen an einen
Server gesendet werden. Diese Kommandos werden im folgenden beschrie-
ben.
? [schlüsselwort]
Ein alleinstehendes ? gibt eine Liste aller Kommandoschlüsselwör-
ter aus, die ntpq bekannt sind. Ein ? gefolgt von einem Komman-
doschlüsselwort gibt Informationen zur Funktion und Syntax des
Kommandos aus.
timeout millisekunden
Gibt ein Zeitlimit für Antworten auf Server-Abfragen an. Der
Standardwert beträgt 5000 Millisekunden. Da ntpq jede Abfrage
nach einer Zeitlimitüberschreitung wiederholt, ist die Gesamtwar-
tezeit doppelt so lang wie der angegebene Zeitlimitwert.
host rechnername
Gibt den Rechner an, an den nachfolgende Abfragen gesendet wer-
den. Als hostname kann entweder ein Rechner-Name oder eine nume-
rische Adresse angegeben werden.
hostnames yes|no
Wenn yes angegeben ist, werden Rechner-Namen in Ausgaben von ntpq
angezeigt. Bei no werden anstelle der Rechner-Namen numerische
Adressen ausgegeben. Der Standardwert ist yes, sofern er nicht
über den Schalter -n in der Kommandozeile geändert wird.
raw Die Antworten des fernen Servers auf Abfragekommandos werden so
angezeigt, wie sie empfangen wurden. Die einzige Formatie-
rung/Interpretation, die an den Daten vorgenommen wird, ist die
Umwandlung von Nicht-ASCII-Daten in ein druckbares Format.
cooked
Die Antworten auf Abfragekommandos wird aufbereitet. Die Werte
der vom Server erkannten Variablen werden neu formatiert, so daß
sie für den Benutzer leichter verständlich sind. Variablen, die
ntpq nicht interpretieren kann, werden mit einem nachfolgenden ?
gekennzeichnet.
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ntpversion 1|2|3
Setzt die Versionsnummer, die ntpq in NTP-Paketen verwendet.
Diese wird standardmäßig auf 3 gesetzt. Beachten Sie bitte, daß
Modus-6-Steuernachrichten (und natürlich auch der entsprechende
Modus) erst ab der NTP-Version 2 existieren.
addvars variablename[=value] [,...]
rmvars variablename [,...]
clearvars
Die Daten in NTP-Modus-6-Nachrichten bestehen aus einer Liste von
Elementen in folgendem Format:
variablename=value
Dabei wird "=value" in Aufträgen an den Server zum Lesen von
Variablen ignoriert. ntpq verwaltet eine interne Liste, in der
Daten, die in Steuernachrichten aufgenommen werden sollen, zusam-
mengestellt und mit den weiter unten beschriebenen Kommandos
readlist und writelist gesendet werden können. Über das Kommando
addvars können Variablen und deren optionale Werte in die Liste
aufgenommen werden.
Wenn mehrere Variablen aufgenommen werden sollen, müssen die Ein-
träge in der Liste durch Kommas getrennt sein, und die Liste darf
keine Leerzeichen oder Tabulatoren enthalten. Das Kommando rmvars
kann verwendet werden, um einzelne Variablen aus der Liste zu
entfernen, und mit dem Kommando clearvars können alle Variablen
aus der Liste entfernt werden.
debug more|less|off
Schaltet die interne Testhilfefunktion des Abfragekommandos ein
bzw. aus.
quit Verläßt ntpq.
KOMMANDOS FÜR STEUERNACHRICHTEN
Jedem Partner, der einem Server bekannt ist, ist eine aus 16 Bits
bestehende ganzzahlige Zuordnungs-ID (association identifier) zugeord-
net. NTP-Steuernachrichten mit Partnervariablen müssen anhand der
Zuordnungs-ID den Partner identifizieren, zu dem die Werte gehören.
Hierbei ist 0 eine spezielle Zuordnungs-ID, die angibt, daß es sich
bei den Variablen um Systemvariablen, und nicht um Partnervariablen
handelt.
Durch Kommandos für Steuernachrichten werden eine oder mehrere NTP-
Modus-6-Nachrichten an den Server gesendet, und die zurückgegebenen
Daten werden teilweise formatiert ausgegeben. Die meisten Kommandos
geben eine einzelne Nachricht aus und erwarten auch eine einzelne Ant-
wort. Ausnahmen sind das Kommando peers, über das eine vorprogram-
mierte Reihe von Nachrichten gesendet wird, sowie die Kommandos
mreadlist und mreadvar.
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ntpq(1M) ntpq(1M)
associations
Fordert eine Liste der Zuordnungs-IDs und Partner-Status für die
Partner des abgefragten Serves an und gibt diese Liste in Spalten
aus. Die erste Spalte enthält eine Numerierung der Zuordnungen
beginnend bei 1, die zweite Spalte enthält die eigentlichen vom
Server zurückgegebenen Zuordnungs-IDs, und die dritte Spalte ent-
hält das Statuswort für den Partner. Dann folgen mehrere Spalten
mit Daten, die aus dem Statuswort decodiert wurden. Die vom Kom-
mando associations zurückgegebenen Daten werden in ntpq intern
zwischengespeichert. Der Index kann bei Servern hilfreich sein,
die Zuordnungs-IDs verwenden, die vom Benutzer nur schwer einzu-
geben sind. In diesem Fall kann bei nachfolgenden Kommandos, für
die die Angabe einer Zuordnungs-ID erforderlich ist, als Alterna-
tive das Format index verwendet werden.
pstatus assocID
Sendet eine Anforderung zum Lesen des Status für die angegebene
Zuordnungs-ID an den Server. Die zurückgegebenen Namen und Werte
der Partner-Variablen werden ausgegeben.
readvar [assocID] [variablename[=value] [,...]]
Sendet einen Auftrag zum Lesen der angegebenen Variablen an den
Server. Wenn die Zuordnungs-ID nicht oder als 0 angegeben wird,
handelt es sich bei den Variablen um Systemvariablen, andernfalls
handelt es sich um Partner-Variablen und die zurückgegebenen
Werte gehören zum jeweiligen Partner. Ohne Angabe der Variablen-
liste wird der Server dazu veranlaßt, eine Standard-Liste von
Variablen und Werten zurückzugeben.
rv [assocID] [variablename[=value] [,...]]
Eine Kurzform des Kommandos readvar.
writevar assocID variablename=value [,...]
Wie readvar, mit dem Unterschied, daß hier die angegebenen Varia-
blen nicht gelesen, sondern geschrieben werden.
readlist [assocID]
Sendet einen Auftrag zum Lesen der Variablen in der internen
Variablenliste an den Server. Wenn die Zuordnungs-ID nicht oder
als 0 angegeben wird, wird davon ausgegangen, daß es sich um
Systemvariablen handelt. Andernfalls werden sie als Partner-
Variablen aufgefaßt. Wenn die interne Variablenliste leer ist,
wird eine Anforderung ohne Daten gesendet, die den Server dazu
veranlaßt, eine Standardliste von Variablen und Werten zurückzu-
geben.
rl [assocID]
Eine Kurzform des Kommandos readlist.
writelist [assocID]
Wie readlist, mit dem Unterschied, daß hier die angegebenen
Variablen nicht gelesen, sondern geschrieben werden.
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mreadvar fromassocID toassocID [variablename[=value] [,...]]
Wie readvar, mit dem Unterschied, daß die Abfrage für jede Zuord-
nung aus dem angegebenen Bereich (fromassocID toassocID) durch-
geführt wird. Dieser Bereich muß Teil der Zuordnungsliste sein,
die vom zuletzt ausgführten Kommando associations zwischengespei-
chert wurde.
mrv fromassocID toassocID [variablename[=value] [,...]]
Eine Kurzform des Kommandos mreadvar.
mreadlist assocID assocID
Wie readlist, mit dem Unterschied, daß die Abfrage für jede
Zuordnung aus dem angegebenen Bereich (fromassocID toassocID)
durchgeführt wird. Dieser Bereich muß Teil der Zuordnungsliste
sein, die vom zuletzt ausgeführten Kommando associations zwi-
schengespeichert wurde.
mrl fromassocID toassocID
Eine Kurzform des Kommandos mreadlist.
clockvar [assocID] [variablename[=value] [,...]]
Fordert eine Liste der Zeitgebervariablen des Servers an. Server,
auf denen ein Zeitgeber konfiguriert ist, reagieren auf diese
Anforderung positiv. Wenn die Zuordnungs-ID nicht oder als 0
angegeben wird, gilt die Anforderung für die Variablen der inter-
nen NTP-Systemuhr des Servers. Ansonsten wird die Zuordnungs-ID
als Partner-Zuordnungs-ID eines Zeitgebers aufgefaßt und die
zugehörigen Variablen angezeigt. Ohne die Angabe der Variablenli-
ste gibt der Server eine Standardliste von Variablen und Werten
zurück.
cv [assocID] [variablename[=value] [,...]]
Eine Kurzform des Kommandos clockvar.
peers
Fordert eine Liste von Partnern des Servers plus eine Übersicht
zum Status der einzelnen Partner an. Zu den Übersichtsinformatio-
nen gehören die Adresse des fernen Partners, die Referenz-ID
(0.0.0.0 bei unbekannter Referenz-ID), das Stratum des fernen
Partners, der Typ des Partners (lokal, unicast oder broadcast),
die Angabe, wann das letzte Paket eingegangen ist, das Polling-
Intervall (in Sekunden), das Erreichbarkeitsregister (als Oktal-
zahl) und die aktuell Nachrichtenlaufzeit, Abweichung und Streu-
ung des Partners (jeweils in Sekunden). Das Zeichen am linken
Rand zeigt die Bedeutung dieses Partners im Zeitgeberauswahlpro-
zeß an. Bedeutung der Codes:
<sp> gelöscht aufgrund hohen Stratums und/oder negativer Plausi-
bilitätsprüfungen;
x Uhrzeit wird wegen zu hoher Abweichung als ungültig angese-
hen;
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. aus dem Ende der Kandidatenliste ausgewählt;
- von den Cluster-Algorithmen gelöscht;
+ in die Endauswahlgruppe aufgenommen;
# für die Synchronisation ausgewählt, der Synchronisationsab-
stand überschreitet jedoch das Maximum;
* für die Synchronisation ausgewählt;
o für die Synchronisation ausgewählt, externer Zeitgeber.
Im Rechner-Feld kann entweder ein Rechner-Name, eine IP-Adresse oder
der Name eines Zeitgebers angegeben sein. Bei hostnames no werden nur
IP-Adressen angezeigt.
SIEHE AUCH
ntpdate(1M), ntptrace(1M), xntpd(1M).
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