mpcntl(1M) mpcntl(1M)
NAME
mpcntl - Standardschnittstelle für multiprozessor-spezifische Dienste
SYNTAX
mpcntl -b -ccpu [-ccpu ...] {-ppid [-ppid ...] | filename [options]}
mpcntl -x -ccpu [-ccpu ...] {-ppid [-ppid ...] | filename [options]}
mpcntl -u {-ppid [-ppid ...] | filename [options]}
mpcntl -a {-ppid [-ppid ...] | filename [options]}
mpcntl -n {-ppid [-ppid ...] | filename [options]}
mpcntl -f -ppid [-ppid ...]
mpcntl -N
mpcntl -I [-ccpu ...]
mpcntl -B{e|d} -ccpu [-ccpu ...]
mpcntl -X{e|d} -ccpu [-ccpu ...]
mpcntl -O -ccpu [-ccpu ...]
mpcntl -R -ccpu [-ccpu ...]
mpcntl -D{e|d} -ccpu [-ccpu ...]
mpcntl -H -ccpu [-ccpu ...]
mpcntl -A -ccpu [-ccpu ...]
BESCHREIBUNG
mpcntl stellt für Anwendungsprogrammierer, die eine Multiprozessorum-
gebung (MP-Umgebung) ausnutzen wollen, eine Reihe von multiprozessor-
spezifischen Diensten zur Verfügung.
OPTIONEN
-b Bindet einen Prozeß an die CPU(s), die in der unter -c jogegebe-
nen Optionsliste erscheinen. Der Zielprozeß bzw. die Zielprozesse
werden unter der Option -p in Form einer pid-Liste angegeben,
bzw. die Zieldatei filename wird mit allen zusätzlichen Optionen
ausgeführt. Der Benutzer muß entweder Systemverwalterzugriffs-
recht haben oder dieselbe effektive Benutzernummer wie der Ziel-
prozeß besitzen; ferner müssen dem Benutzer die besonderen
Berechtigungen [siehe pfenable(1M)] erteilt sein.
-x Bindet einen Prozeß exklusiv an die CPU(s), die in der unter -c
angegebenen Optionsliste erscheinen. Der Zielprozeß bzw. die
Zielprozesse werden unter der Option -p in Form einer pid-Liste
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mpcntl(1M) mpcntl(1M)
angegeben, bzw. die Zieldatei filename wird mit allen zusätzli-
chen Optionen ausgeführt. Der Benutzer muß Systemverwalterzu-
griffsrecht haben; ferner müssen dem Benutzer die besonderen
Berechtigungen [siehe pfenable(1M)] erteilt sein.
-u Hebt die (normalen oder exklusiven) Bindungen eines Prozesses
wieder auf. Der Zielprozeß bzw. die Zielprozesse werden unter der
Option -p in Form einer pid-Liste angegeben, bzw. die Zieldatei
filename wird mit allen zusätzlichen Optionen ausgeführt. Der
Benutzer muß entweder Systemverwalterzugriffsrecht haben oder
dieselbe effektive Benutzernummer wie der Zielprozeß besitzen.
-a Ermöglicht einem Prozeß, Affinität zu CPUs zu erlangen (Stan-
dard). Unter mpcntl(3X) finden Sie eine Definition von Affinität.
Der Zielprozeß bzw. die Zielprozesse werden unter der Option -p
in Form einer pid-Liste angegeben, bzw. die Zieldatei filename
wird mit allen zusätzlichen Optionen ausgeführt. Der Benutzer muß
entweder Systemverwalterzugriffsrecht haben oder dieselbe effek-
tive Benutzernummer wie der Zielprozeß besitzen.
-n Verhindert, daß ein Prozeß Affinität zu CPUs erlangen kann. Unter
mpcntl(3X) finden Sie eine Definition von Affinität. Der Zielpro-
zeß bzw. die Zielprozesse werden unter der Option -p in Form
einer pid-Liste angegeben, bzw. die Zieldatei filename wird mit
allen zusätzlichen Optionen ausgeführt. Der Benutzer muß entweder
Systemverwalterzugriffsrecht haben oder dieselbe effektive Benut-
zernummer wie der Zielprozeß besitzen; ferner müssen dem Benutzer
die besonderen Berechtigungen [siehe pfenable(1M)] erteilt sein.
-f Zeigt das mpcntl-Flag und die Bindungsattribute des Prozesses
bzw. der Prozesse an, der/die in der Liste aus -p pid angegeben
ist/sind. Es gibt die folgenden Flag-Attribute: (1) "bind" oder
"xbnd" oder "nbnd", wenn der Prozeß normal, exklusiv bzw. nicht
gebunden ist; (2) "naf" oder "aff", wenn der Prozeß keine Affini-
tät erlangen darf bzw. wenn er sie erlangen darf; (3) "npr" oder
"prm", wenn sich der Prozeß in Nicht-Unterbrechungsmodus bzw.
Unterbrechungsmodus befindet. Bei "npr" bedeutet der Modifier
"[sig]", daß der Prozeß von Signalen beeinflußt werden kann.
"[nsig]" bedeutet, daß der Prozeß gegenüber dem Empfang von "auf-
gefangenen Signalen" immun ist. Unter mpcntl(3X) finden Sie
genauere Angaben zum Verhalten gegenüber Signalen im Nicht-
Verdrängungsmodus.
-N Gibt die Anzahl der im System konfigurierten CPUs zurück. Diese
Zahl bedeutet aber nicht, daß alle diese CPUs momentan aktiv
sind.
-I Gibt die CPU-Informationen für diejenigen CPUs zurück, die in der
unter -c angegebenen Optionsliste erscheinen. Sind keine Ziel-
CPUs angegeben, werden alle Informationen für alle aktiven CPUs
zurückgegeben. Die folgenden Informationen werden ausgegeben:
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mpcntl(1M) mpcntl(1M)
- Die physische CPU-Kennung.
- Die CPU-Statusflags.
- Die CPU-Attribute.
- Der CPU-Typ.
- Der/die FPU-Typ(en).
- Die Größe des sekundären Cache-Speichers.
- Die Anzahl der an die CPU gebundenen Prozesse.
- Die Anzahl der exklusiv an die CPU gebundenen Prozesse.
- Die Anzahl der Prozesse mit Treiberbindungen an die CPU.
- Die Anzahl der Prozesse mit Interrupt-Bindungen an die CPU.
- Die CPU-Taktfolge.
Die Statusflags werden folgendermaßen interpretiert:
i/I Die CPU ist (nicht) aktiv.
a/A Die CPU ist (nicht) für normale Prozeßausführung verfüg-
bar.
b/B Die CPU ist (nicht) für normale Prozeßbindungen verfüg-
bar.
x/X Die CPU ist (nicht) für exklusive Prozeßbindungen verfüg-
bar.
c/C Der CPU-Cache-Speicher ist (nicht) aktiv.
o/O Die CPU akzeptiert (keine) E/A-Interrupts.
Die Attributflags werden folgendermaßen interpretiert:
i/I Die CPU kann (keine) E/A-Interrupts annehmen.
a/A Die CPU hat (keinen) gleichmäßigen Zugriff auf E/A-
Adressen.
u/U Die CPU hat (keinen) gleichmäßigen Zugriff auf den Spei-
cher.
m/M Die CPU ist nicht (ist) die Master-/Lade-CPU.
d/D An die CPU sind keine (sind) Treiber gebunden.
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-B Aktiviert/Deaktiviert die Fähigkeit der CPU(s), die in der unter
Option -c genannten Liste aufgeführt sind, normale Prozeßbindun-
gen einzugehen. Der Modifier "e" bedeutet, daß diese Fähigkeit
aktiviert wird, während der Modifier "d" bedeutet, daß diese
Fähigkeit deaktiviert wird. Der Benutzer muß Systemverwalterzu-
griffsrecht haben.
-X Aktiviert/Deaktiviert die Fähigkeit der CPU(s), die in der unter
Option -c genannten Liste aufgeführt sind, exklusive Prozeßbin-
dungen einzugehen. Der Modifier "e" bedeutet, daß diese Fähigkeit
aktiviert wird, während der Modifier "d" bedeutet, daß diese
Fähigkeit deaktiviert wird. Der Benutzer muß Systemverwalterzu-
griffsrecht haben.
-O Deaktiviert die angegebene(n) CPU(s). Dies bewirkt, daß Bindungen
an die CPU(s) außer Kraft gesetzt werden. Als Nebeneffekt kann
auftreten, daß auf Treiber, die an die CPU(s) gebunden sind,
nicht mehr zugegriffen werden kann. Standardmäßig werden alle
konfigurierten CPUs gestartet, wenn das System geladen wird.
Diese Option wird möglicherweise nicht von allen Implementierun-
gen unterstützt.
-D Aktiviert/Deaktiviert die Fähigkeit der CPU(s), die in der unter
Option -c genannten Liste aufgeführt ist (sind), verteilte E/A-
Interrupts zu empfangen. Der Modifier "e" bedeutet, daß diese
Fähigkeit aktiviert wird, während der Modifier "d" bedeutet, daß
diese Fähigkeit deaktiviert wird. Der Benutzer muß Systemverwal-
terzugriffsrecht haben. Diese Option wird möglicherweise nicht
von allen Implementierungen unterstützt.
-R Aktiviert die angegebene(n) CPU(s) wieder. CPUs, die mit der
Option -O deaktiviert wurden, können mit dieser Option wieder
aktiviert werden. Unabhängig davon, ob die Option -O unterstützt
wird, wird die Option -R möglicherweise nicht von allen Implemen-
tierungen unterstützt.
-H Markiert die angegebene(n) CPU(s) als nicht verfügbar. Dies
bedeutet, daß die CPU(s) nur die Ausführung von Prozessen mit
Kernbindungen dafür versucht (versuchen) und keine anderen Pro-
zesse ausführt (ausführen) (z. B. zur Unterstützung eines gebun-
denen Treibers). Es kann aber vorkommen, daß die CPU immer noch
Interrupts empfangen will und andere globale Systemverarbeitungs-
funktionen ausführen will (z. B. Callout-Verarbeitung).
-A Stellt die Verfügbarkeit der angegebenen CPU(s) wieder her. Hier-
durch kann (können) die CPU(s) Prozesse mit der Beschränkung der
Bindungen ausführen und auch Dienste abarbeiten, die an den Kern
gebunden sind. Eigentlich ist diese Option die Umkehrung der
Option -H.
SIEHE AUCH
launchit(1M), pfenable(1M), mpcntl(3X).
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