keyload(1M) keyload(1M)
NAME
keyload - Tastaturtabellen laden
SYNTAX
/sbin/keyload [-d terminal] [-t typ] [-l label] [-c comptable]
[tabelle]
BESCHREIBUNG
Mit dem Kommando keyload können Sie die Tastatur eines 97801- bzw.
97808-Terminals auf Landessprachen abgestimmt belegen, indem Sie die
entsprechenden Tastaturtabellen laden.
Die Leitungsparameter (line discipline) des Terminals müssen vom
Anwender nicht eingestellt werden, sie werden von keyload entsprechend
verändert und wieder restauriert. Wird keyload ohne das Argument
tabelle aufgerufen, versucht keyload, Informationen aus der Datei
/etc/termtab zu gewinnen (LK-String). Ist dies nicht möglich, erfolgt
eine Fehlermeldung. Es können auch Compose- und Tottastenlisten gela-
den werden (Option -c). Bei Verwendung von 8-Bit-Bildschirmen muß dar-
auf geachtet werden, daß die Verbindung zum Bildschirm 8-Bit-fähig ist
(z. B. wenn über rlogin gearbeitet wird).
OPTIONEN
-d terminal
terminal ist der Pfadname der Gerätedatei, über die das zu
ladende Terminal erreicht wird, z. B. /dev/term/tty003. Der Pfad-
name kann auch relativ zum Verzeichnis /dev angegeben werden,
also z. B. term/tty003.
-t typ
Mit dieser Option geben Sie den Typ des zur Tastatur gehörenden
Bildschirms an. Ist diese Option angegeben, prüft keyload nicht
nach, ob der Tabellentyp zum Terminal paßt. typ kann sein:
new 7-Bit-Terminals
7new 8-Bit-Terminals, die im 7-Bit-Modus laufen
8bin 8-Bit-Terminals, die im 8-Bit-Modus laufen
-l label
Um festzulegen, ob ein 8-Bit-Terminal im 7- oder 8-Bit-Modus
läuft, wird ein Label aus der Datei /etc/gettydefs angegeben
(z. B. S, N). keyload schließt dann aus dem Eintrag, der zu dem
angegebenen Label gehört, ob das Terminal konfiguriert ist.
keyload überprüft bei Angabe von -l label nicht, wie das Terminal
tatsächlich eingestellt ist.
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keyload(1M) keyload(1M)
-c comptable
Mit dieser Option ist es möglich, einen (Pfad-)Namen für eine
Compose- und eine Tottastenliste anzugeben. Ist comptable nicht
als absoluter Pfadname angegeben, erwartet keyload die zu laden-
den Dateien im Verzeichnis /etc/keytables und mit den Endungen
.comp und .dead. So wird z. B. bei Angabe von -c greek nach
/etc/keytables/greek.comp und /etc/keytables/greek.dead gesucht.
Sollen die Listen aus Dateien in einem anderen Verzeichnis gele-
sen werden, muß der absolute Pfadname angegeben werden. Die
Escape-Sequenzen, die vor und nach den eigentlichen Compose- und
Tottastenlisten an das Terminal gesendet werden müssen, werden
von keyload eingefügt und dürfen nicht in den Dateien enthalten
sein.
tabelle
Für tabelle geben Sie den Namen der Tastaturtabelle an, die gela-
den werden soll, z. B. franz für Französisch oder ital für Ita-
lienisch. Die möglichen Namen erfahren Sie anhand der Dateinamen
im Verzeichnis /etc/keytables.
Anpassung von keyload an Terminals
keyload versucht, ältere Terminals anhand der Versionsnummer ihrer
Firmware zu erkennen (bei neueren Terminals existiert ein spezieller
Befehl zur Abfrage der Eigenschaften). Vereinzelt gibt es Terminals
mit speziellen Versionsnummern, die in der internen Tabelle von
keyload nicht enthalten sind. keyload kann an solche Terminals durch
Anlegen einer Konfigurationsdatei angepaßt werden. Diese Datei heißt
/etc/keytables/keyfw.
Die Angaben zur Terminaleigenschaft setzt sich aus zwei Teilen zusam-
men: der Versionsnummer der Firmware in der ersten Spalte und einer
der Ziffern 0, 7 oder 8 in der zweiten. 0 bedeutet, daß das Terminal
keine ladbare Tastatur besitzt, 7 bzw. 8 bedeuten, daß das Terminal
ein 7-Bit- bzw. ein 8-Bit-Termainal ist und eine ladbare Tastatur
besitzt. Jedes andere Zeichen in der zweiten Spalte wird ignoriert.
Bei der Angabe der Versionsnummer in der ersten Spalte bedeutet der
Buchstabe x, daß die betreffende Stelle ignoriert wird.
Die beiden Spalten müssen durch mindestens ein Leer- oder Tabulator-
zeichen getrennt sein.
Beispiele
Folgender Eintrag bedeutet, daß Terminals, die die Versionsnummer
830500 melden, 8-Bit-Terminals sind:
830500 8
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keyload(1M) keyload(1M)
Folgender Eintrag bedeutet für keyload, daß Terminals, deren Versions-
nummer mit 55 beginnt, keine ladbare Tastatur haben:
55xxxx 0
Die Firmware-Versionsnummer eines Terminals kann durch Senden der
Sequenz ESC[4y an das Terminal abgefragt werden.
Kompatibilität mit älteren Versionen des keyload-Programms
keyload kann auch mit den früher üblichen Parametern aufgerufen wer-
den:
keyload [-t typ] [terminal] tabelle
Wenn die Option -c nicht verwendet wird, sucht keyload nach Compose-
und Tottastenlisten in den Verzeichnissen /etc/ckeytables und
/etc/dkeytables unter dem gleichen Namen wie tabelle. Bei dieser Me-
thode müssen die Listen die Escape-Sequenzen, die zur Einleitung und
zum Abschluß nötig sind, enthalten. Dieses Verfahren ist allerdings
weniger flexibel als die Verwendung der Option -c.
BEISPIELE
Mit folgendem Aufruf wird die Tastatur des Bildschirms, von dem aus
das Kommando eingegeben wurde, mit der französischen Tabelle geladen.
keyload ermittelt selbst die benötigte Gerätedatei und um welchen Ter-
minaltyp es sich handelt:
$ keyload franz
keyload schickt an das Terminal /dev/term/tty003 ohne weitere Untersu-
chungen des Terminaltyps die Tabelle /etc/keytables/inter.new:
$ keyload -t new -d term/tty003 inter
DATEIEN
/etc/ckeytables
/etc/dkeytables
Verzeichnisse, in denen nach Compose- und Tottastenlisten gesucht
wird, wenn die Option -c nicht verwendet wird.
/etc/keytables/keyfw
In dieser Datei kann eine Liste von Zuordnungen von Terminal-
Firmware-Versionen zu Terminaleigenschaften abgelegt werden.
/etc/keytables
Verzeichnis, das die Tastaturtabellen in den verschiedenen Lan-
dessprachen enthält.
SIEHE AUCH
gettydefs(4), getty(8).
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