timex(1) timex(1)
NAME
timex - Laufzeit eines Kommandos messen, Prozeßdaten und Systemaktivi-
täten anzeigen (time execution)
SYNTAX
timex [option ...] prog [arg ...]
BESCHREIBUNG
timex veranlaßt die Ausführung eines Programms oder einer Shell-
Prozedur und mißt die Zeiten, die für die Ausführung verbraucht wer-
den. Die gemessenen Rechenzeiten werden wie bei time(1) im Format
hh:mm:ss.zz, auf die Standardfehlerausgabe geschrieben. Dabei steht hh
für Stunden, mm für Minuten, ss für Sekunden und zz für Hundertstelse-
kunden steht.
timex gibt die folgenden Werte aus: real, user, sys.
- real ist die Laufzeit des gestarteten Prozesses und seiner Sohnpro-
zesse, d. h. die Zeit zwischen Programmaufruf und -abschluß.
- user ist die Zeit, in der sich der Prozeß oder einer seiner Sohn-
prozesse im Benutzermodus befunden hat. Im Benutzermodus befindet
sich ein Prozeß, wenn er Maschinenbefehle des eigenen Textsegments
ausführt.
- sys ist die Zeit, in der sich der Prozeß oder einer seiner Sohnpro-
zesse im Systemmodus befunden hat. Im Systemmodus befindet sich ein
Prozeß, wenn er Maschinenbefehle aus Systemaufrufen ausführt.
Beispiele für timex-Ausgaben:
real 0.04
user 0.01
sys 0.02
Und bei längeren Laufzeiten:
real 22:26.30
user 6:08:53.68
sys 6:47.91
Über Optionen können zusätzliche Prozeßinformationen über das ausge-
führte Kommando und seine Sohnprozesse sowie Daten über die Gesamtaus-
lastung des Systems zur Laufzeit des Kommandos angefordert werden.
Hinweis:
Wenn Sie timex auf einem Multiprozessor-System aufrufen, dann ist
die Summe aus der Zeit im Benutzermodus und der Zeit im Systemmo-
dus deutlich größer als die reale Laufzeit. Die Angabe einer
scheinbaren CPU-Auslastung von mehr als 100% ist also die Folge
der Verteilung der Sohnprozesse auf verschiedene Prozessoren.
Seite 1 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
timex(1) timex(1)
OPTIONEN
Keine Option angegeben:
timex führt das angegebene Kommando prog aus und zeigt die Lauf-
zeiten an, die zur Ausführung des Kommandos benötigt wurden.
-p (p - process) Anzeige von Prozeßinformationen über prog und seine
Sohnprozesse. Diese Option wird nur ausgeführt, falls das Process
Accounting aktiviert ist.
Die Optionen f, h, k, m, r und t sind Unteroptionen zu -p und
werden nur in Kombination mit -p wirksam.
-o Anzeige der Gesamtanzahl der von prog und seinen Sohnprozessen
gelesenen oder geschriebenen Blöcken. Die Anzahl der übertragenen
Zeichen wird ebenfalls ausgegeben.
Diese Option wird nur wirksam, wenn das Process Accounting akti-
viert ist.
-s Anzeige der Gesamtauslastung des Systems während der Laufzeit von
prog. Die Ausgabe entspricht dem Kommando sar.
Die folgenden Optionen werden nur in Kombination mit der Option -p
wirksam:
-f Die Ausgabe enthält zusätzliche Spalten für die fork- und exec-
Flags sowie für den Endestatus des Systems.
-h (h - hog factor) Anstatt des gemittelten Speicherbedarfs des Pro-
zesses wird der Anteil der gesamten zur Verfügung stehenden CPU-
Zeit angegeben, der vom Prozeß zur Laufzeit verbraucht wurde.
Dieser Wert wird als Monopolisierungsfaktor (hog factor) bezeich-
net und wird folgendermaßen berechnet:
Gesamt-CPU-Zeit/verbrauchte Zeit.
-k Zeigt kumulierte Speichergröße in Kbyte an, den ein Prozeß insge-
samt pro Laufzeit-Minute beansprucht hat.
-m (m - mean core size) Der Mittelwert des Hauptspeicherbedarfs wird
angezeigt.
Diese Option ist standardmäßig eingestellt.
-r Ausgabe des CPU-Faktors (user-time/(system-time + user-time)).
-t Die CPU-Zeit, die das System verbraucht, wird getrennt von der
Zeit, die der Benutzer verbraucht, aufgelistet. Die Anzahl der
gelesenen und geschriebenen Blöcke, und die Anzahl der übertrage-
nen Zeichen werden immer mit angegeben.
Seite 2 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
timex(1) timex(1)
prog Programm oder Shell-Prozedur, das bzw. die von timex ausgeführt
wird.
arg Argument für das Programm oder die Shell-Prozedur prog. Ob und
wieviele Argumente angegeben werden, ist von prog abhängig.
INTERNATIONALE UMGEBUNG
Die Umgebungsvariable LCMESSAGES bestimmt die Sprache der Meldungs-
texte. Wenn LCMESSAGES nicht oder als leere Zeichenkette definiert
ist, wird der Wert von LANG als Standardwert herangezogen. Ist auch
LANG nicht oder als leere Zeichenkette definiert, verhält sich das
System so, als wäre es nicht internationalisiert.
Die Umgebungsvariable LCALL bestimmt die gesamte internationale Umge-
bung. LCALL hat Vorrang vor allen anderen Umgebungsvariablen im
Bereich der Internationalisierung.
BEISPIELE
Es soll der Zeitbedarf für die Ausführung eines find-Kommandos gemes-
sen und angezeigt werden. Dazu geben Sie hinter dem Kommando timex die
komplette Syntax des find-Kommandos mit allen Argumenten an:
$ timex find * -name test -print
real 2.32
user 0.10
sys 1.65
SIEHE AUCH
sar(1), time(1), times(2).
Seite 3 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98