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cp(1)

cpio(1)

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env(1)

set(1)

tar(1)

ioctl(2)

write(2)

mtio(7)

stape(7)

mt(1)                                                                 mt(1)

NAME
     mt - Magnetband oder Magnetbandkassette bearbeiten (magnetic tape con-
     trol)

SYNTAX
     mt [-f tapename] command [count]

BESCHREIBUNG
     Mit mt können Sie Kommandos an Magnetband-Laufwerke schicken, um unter
     anderem

     -  die Magnetbandkassette nachzuspannen;

     -  das Magnetband oder die Magnetbandkassette an den Bandanfang
        zurückzuspulen;

     -  auf eine bestimmte Bandstelle zu positionieren;

     -  eine Archiv-Endemarke zu schreiben;

     -  eine erweiterte Reservierung eines Bandlaufwerks vorzunehmen, so
        daß es nach Beendigung eines Auftrages weiter für den Initiator
        reserviert bleibt;

     -  den Auftrag auf einem Bandlaufwerk abzubrechen;

     -  Informationen über das angesprochene Magnetband-Laufwerk bzw.
        Magnetbandkassetten-Laufwerk abzurufen.

OPTIONEN
     -f tapename
          Den Treiber des angegebenen Laufwerks bearbeiten. mt interpre-
          tiert das zugehörige Argument als Gerätedatei.

          tapename
               Hier geben Sie die Gerätedatei des Laufwerks, das Sie
               ansprechen wollen, an. Die Gerätedatei muß eine Gerätedatei
               mit direktem Zugriff sein (raw device) und darf keinesfalls
               eine Gerätedatei mit blockweisem Zugriff (block device) sein
               [siehe stape(7)].

               Der Name der entsprechenden Gerätedatei entscheidet unter
               anderem darüber, ob das Magnetband nach dem Zugriff automa-
               tisch an den Bandanfang zurückgespult wird oder nicht.

               Wenn Sie mit mt auf eine bestimmte Bandstelle positionieren
               wollen, müssen Sie für das entsprechende Laufwerk die Gerä-
               tedatei angeben, bei der das Band nicht automatisch zurück-
               gespult wird.






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mt(1)                                                                 mt(1)

          -f tapename nicht angegeben:

          mt wertet die Umgebungsvariable TAPE aus.

          Auf diese Weise können Sie eine Gerätedatei voreinstellen. Weisen
          Sie der Umgebungsvariablen TAPE als Wert den Namen der von Ihnen
          gewünschten Gerätedatei zu. Sie können mt nun ohne die Option -f
          aufrufen, mt greift automatisch auf die von Ihnen voreingestellte
          Gerätedatei zu.

     command
          Das Kommando, das der Treiber des entsprechenden Laufwerkes aus-
          führen soll. Für einige Kommandos gibt es zwei unterschiedliche
          Schreibweisen; diese Schreibweisen sind jeweils vor der Beschrei-
          bung des entsprechenden Kommandos angegeben.

          Einige der folgenden Kommandos arbeiten nicht auf allen Lauf-
          werkstypen (Magnetband-, Magnetbandkassetten-, Video-8-Magnet-
          bandkassetten-Laufwerk).

          fsf      Vorwärts an den Anfang des nächsten Archivs positionie-
                   ren.

                   Ein Archiv beinhaltet alle Dateien zwischen:

                   -  der Band-Anfangsmarke und der ersten Archiv-Endemarke
                      oder

                   -  zwei Archiv-Endemarken.

                   Das letzte Archiv auf dem Band wird durch zwei Archiv-
                   Endemarken begrenzt.

                   Kommandos wie cpio und tar schreiben automatisch eine
                   Archiv-Endemarke auf das Band, wenn sie nach Abschluß
                   der Schreiboperation die entsprechende Gerätedatei
                   schließen. Deshalb sind in einem Archiv immer die
                   Dateien enthalten, die Sie bei einem Zugriff auf Magnet-
                   band bzw. Magnetbandkassette geschrieben haben.

                   Verwenden Sie fsf nur bei Gerätedateien, bei denen das
                   Band nicht automatisch nach dem Zugriff zurückgespult
                   wird (siehe Option -f).

          bsf      Positioniert zurück vor die vorhergehende Archiv-Ende-
                   marke.

                   Verwenden Sie bsf nur bei Gerätedateien, bei denen das
                   Band nicht automatisch nach dem Zugriff zurückgespult
                   wird (siehe Option -f).

          append   Positioniert vorwärts bis hinter das letzte Archiv.


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mt(1)                                                                 mt(1)

                   Dieses Kommando muß bei einigen Bandgeräten benutzt wer-
                   den, wenn Daten hinter dem letzten Archiv hinzugefügt
                   werden sollen.

          fsr      Positioniert vorwärts an den Anfang des nächsten Satzes
                   (record). Dazu sucht mt die nächste Satzlücke (record
                   gap).

                   Mit write(2) können Sie Daten direkt auf ein Band
                   schreiben. Mit jedem Aufruf von write(2) schreiben Sie
                   einen Satz, das Satzende wird automatisch durch eine
                   Satzlücke gekennzeichnet. Bei Magnetband-Laufwerken sind
                   Sätze der Länge 1 Byte bis 128 Kbyte erlaubt.

                   Verwenden Sie fsr nur bei Gerätedateien, bei denen das
                   Band nicht automatisch nach dem Zugriff zurückgespult
                   wird (siehe Option -f) und nur bei Bändern mit variabler
                   Satzlänge.

          bsr      Positioniert zurück zum Anfang des vorausgehenden Satzes
                   (record). Dazu sucht mt die nächste Satzlücke (record
                   gap). Weitere Informationen zum Begriff Satz finden Sie
                   in der Beschreibung zu fsr.

                   Verwenden Sie bsr nur bei Gerätedateien, bei denen das
                   Band nicht automatisch nach dem Zugriff zurückgespult
                   wird (siehe Option -f) und nur bei Bändern, die mit
                   variabler Satzlänge geschrieben wurden.

          eof
          weof     Archiv-Endemarke an die aktuelle Band-Position schrei-
                   ben. Auf diese Weise können Sie ein "leeres" Archiv
                   erzeugen. Eine Shell-Prozedur könnte dann solange
                   Dateien vom Band einlesen, bis sie ein leeres Archiv
                   findet.

          rewind   Das Magnetband oder die Magnetbandkassette an den Band-
                   anfang zurückspulen. Das Argument count wird ignoriert.

                   Verwenden Sie rewind nur bei Gerätedateien, bei denen
                   das Band automatisch nach dem Zugriff zurückgespult wird
                   (siehe Option -f).

          offline
          rewoffl  Diese Kommandos können Sie nur bei einem Magnetband-
                   Laufwerk angeben. offline und rewoffl spulen das Magnet-
                   band an den Bandanfang zurück und bringen das Magnet-
                   bandgerät in den "off line"-Modus. Das Argument count
                   wird ignoriert.





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mt(1)                                                                 mt(1)

                   Achtung:

                   Wenn die Laufwerksklappe eines Magnetband-Laufwerks hin-
                   ter einer Frontklappe liegt, wie z. B. beim Magnet-
                   kassetten-Laufwerk 8mm auf der RM600, muß die Front-
                   klappe des Rechners geöffnet sein, bevor dieses Kommando
                   ausgeführt wird. Bei geschlossener Frontklappe besteht
                   die Gefahr, daß das Magnetband-Laufwerk beim Öffnungs-
                   vorgang beschädigt wird.

          ret
          reten    Diese Kommandos können Sie nur bei Magnetbandkassetten-
                   Laufwerken angeben.

                   ret und reten spannen das Magnetband nach. Das Argument
                   count wird ignoriert.

                   In den folgenden Fällen sollten Sie das Magnetband nach-
                   spannen:

                   -  Wenn Sie eine Magnetbandkassette in das Laufwerk ein-
                      legen.

                   -  Wenn Sie das Band einmal vollständig beschrieben oder
                      gelesen haben.

          erase    Der Inhalt des Magnetbandes wird ab der aktuellen Band-
                   position gelöscht. Das Argument count wird ignoriert.
                   Bei Magnetbandkassetten-Laufwerken löscht erase alle
                   Archive, die sich auf dem Band befinden.

          insert   Öffnet die Laufwerkstür. Das Argument count wird igno-
                   riert. Dies ist bei einem 8mm-Laufwerk mit automatischem
                   Bandwechsel nützlich, wenn kein Band eingelegt und die
                   Laufwerkstür geschlossen ist. Das Kommando offline funk-
                   tioniert in diesem Fall nicht.

          status   Statusinformationen über das Magnetbandgerät ausgeben.
                   Diese Informationen unterscheiden sich je nach Band- und
                   Laufwerkstyp.

                   Das Argument count wird ignoriert.

                   Die Ausgabe enthält immer den verwendeten Geräte-Typ.
                   Zusätzlich wird die aktuell eingestellte Puffergröße
                   ausgegeben. Für ein Magnetbandkassetten-Laufwerk auf
                   einer RM600 erhalten Sie z. B. folgende Ausgabe:

                   IOS tape drive, residual=8192
                   ds=4000<>
                   er=0



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mt(1)                                                                 mt(1)

                   ds enthält im oberen Byte den "Sense Key" und im unteren
                   Byte den "Additional Sense Key" aus dem "Extended Sense
                   Bytes" des Gerätes. residual und er sollten nicht ausge-
                   wertet werden.

          reserve  Erweiterte Reservierung von Bandgeräten. Hochleistungs-
                   bandlaufwerke verfügen oft über 2 unabhängige SCSI-
                   Ports, die an 2 Systeme angeschlossen werden können.
                   Bisher wurde vom Band-Treiber zu Beginn eines Auftrages
                   das Laufwerk reserviert und nach Beendigung des Auftra-
                   ges wieder freigegeben. Wird ein Laufwerk von 2 Systemen
                   gleichzeitig benutzt, ist es möglich, daß das 2. System
                   auf das Band zugreift, bevor das 1. angeschlossene
                   System z. B. seine Datensicherung abgeschlossen hat. Mit
                   dem reserve-Kommando kann ein System das Laufwerk so
                   lange reservieren, bis es dies durch ein explizites
                   release-Kommando wieder freigibt. Versucht das 2. System
                   auf das Laufwerk zuzugreifen, während dies noch reser-
                   viert ist, weist das Gerät den Auftrag mit einem E/A-
                   Fehler und einer "Reservation Conflict"-Meldung auf der
                   Konsole zurück. Reservierungen können nur vorgenommen
                   werden, wenn eine Kassette im Gerät eingelegt ist. Ein
                   reinitdev-Kommando hebt die Reservierung auf, wenn es
                   vom zuvor reservierenden System abgesetzt wurde. Ein
                   reinitdev-Kommando von einem 2. System, das zuvor nicht
                   reserviert hat, bleibt erfolglos. Fällt das reservie-
                   rende System aus irgendeinem Grund aus, so kann die
                   Reservierung nur durch das Hochfahren des ausgefallenen
                   Systems oder durch das "offline"-Setzen des Ports am
                   Bandgerät wieder aufgehoben werden!

                   Dies ist zur Zeit technisch nicht anders machbar, weil
                   die entsprechenden SCSI-Befehle von den Bandgeräteher-
                   stellern bisher nocht nicht realisiert wurden.

          release  Freigabe eines Bandgerätes, das zuvor mit einem
                   reserve-Kommando explizit reserviert worden ist. Mit
                   diesem Kommando kann die erweiterte Reservierung eines
                   Bandgerätes wieder aufgehoben werden. Eine Freigabe ist
                   auch möglich, wenn keine Kassette im Laufwerk eingelegt
                   ist.

                   Wird ein release- oder reserve-Kommando für ein Bandge-
                   rät durchgeführt, daß bereits von einem anderen System
                   reserviert wurde, so gibt das mt-Kommando folgende Feh-
                   lermeldungen aus:

                   /dev/iosX/rstapeXXX Command: command causes reservation
                   conflict !

                   command steht in diesem Fall für die Kommandos reserve
                   oder release.


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mt(1)                                                                 mt(1)

                   Auf der Konsole wird zusätzlich vom Band-Treiber eine
                   "Reservation Conflict"-Meldung ausgegeben.

          relstat  Ermitteln des Reservierungsstatus eines Bandlaufwerks.
                   Liegt keine Reservierung vor, wird die Meldung:

                   /dev/iosX/rstape0XX is not reserved.

                   ausgegeben.

                   Wurde ein Laufwerk mit dem reserve-Kommando vom aktuel-
                   len System reserviert, wird folgende Meldung ausgegeben:

                   /dev/iosX/rstape0XX is reserved.

                   Wurde das Band von einem anderem System aus reserviert,
                   lautet die Meldung:

                   /dev/iosX/rstape0XX is reserved by other initiator or system.

                   Die Reservierungsmeldungen werden auch ausgegeben, wenn
                   keine Kassette im Gerät eingelegt ist, solange einer der
                   Ports reserviert ist. Wird die Reservierung aufgehoben,
                   folgt bei der Abfrage des Status die Meldung:

                   Unable to get reservation status of: /dev/iosX/rstape0XX
                   Device not ready.

                   Wenn diese Meldung ausgegeben wird, ist in der Regel
                   keine Kassette im Laufwerk eingelegt. Nach Einlegen
                   einer Kassette ist der Reservierungsstatus wieder ermit-
                   telbar. Bei Ausgabe der Meldung:

                   Unable to get reservation status of: /dev/iosX/rstape0XX

                   ist ein anderer Fehler aufgetreten. In diesem Fall wer-
                   den auf der Konsole des Systems Informationen zu dem
                   aufgetretenen Problem ausgegeben.

          reset    Hierdurch wird der auf dem Bandlaufwerk bearbeitete Auf-
                   trag abgebrochen. Dieses Kommando kann nur vom System-
                   verwalter durchgeführt werden. Die Verwendung dieses
                   Kommandos kann besonders dann sinnvoll sein, wenn das
                   Bandgerät außergewöhnlich lange für ein Kommando
                   braucht, das sonst innerhalb kurzer Zeit abgeschlossen
                   ist oder ein Kommando versehentlich eingegeben wurde.

                   Hinweis:

                   Der Bandinhalt, also die bisher gespeicherten Daten,
                   sind nach der Benutzung dieses Kommandos in den meisten
                   Fällen verloren.


Seite 6                      Reliant UNIX 5.44               Gedruckt 11/98

mt(1)                                                                 mt(1)

     count
          Eine ganze Zahl; das zuvor angegebene Kommando command wird
          count-mal ausgeführt. Bei den folgenden Kommandos wird das Argu-
          ment count ignoriert:

          erase, offline, ret, reten, rewind, rewoffl, status

          count nicht angegeben:

          Das angegebene Kommando command wird einmal ausgeführt.

ENDESTATUS
     0  Der Treiber hat das Kommando mt erfolgreich ausgeführt.

     1  Der Treiber hat das beim Aufruf von mt angegebene Kommando command
        nicht erkannt.

     2  Bei der Ausführung des Kommandos mt ist ein Fehler aufgetreten.

UMGEBUNGSVARIABLE
     TAPE    Dieser Variablen können Sie als Wert die Gerätedatei zuweisen,
             auf die das Kommando mt zugreifen soll, wenn die Option -f
             nicht angegeben ist.

BEISPIELE
     Die Datei termine/kritisch soll aus dem fünften Archiv einer Magnet-
     bandkassette eingelesen werden. Die Magnetbandkassette ist in das
     Laufwerk eingelegt und die aktuelle Bandposition ist der Bandanfang:

     a) An den Anfang des fünften Archivs positionieren:

        $ mt -f /dev/ios0/rstape025n fsf 4

     b) Die gewünschte Datei einlesen:

        $ tar xvf /dev/ios0/rstape025 termine/kritisch
        x termine/kritisch

        Nach Ausführung von tar wird das Magnetband automatisch an den
        Bandanfang zurückgespult, da als Gerätedatei /dev/ios0/rstape025
        angegeben ist.

HINWEISE
     Wenn mit mt und cpio gearbeitet wird, muß sichergestellt sein, daß man
     sich nach mt hinter einer EOF-Marke (end-of-file) befindet, bevor man
     mit cpio weiterarbeitet. Dieses Verhalten ist konform mit MIPS ABI.








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mt(1)                                                                 mt(1)

DATEIEN
     /dev/rmt/ctape*

     /dev/rmt/vtape*

     /dev/ios?/[r]stape*

SIEHE AUCH
     cp(1), cpio(1), dd(1), env(1), set(1), tar(1), ioctl(2), write(2),
     mtio(7), stape(7).












































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