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⇒ localedef(1) — Reliant UNIX 5.44c4

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locale(1)

localedef(1)                                                   localedef(1)

NAME
     localedef - Internationale Umgebung definieren

SYNTAX
     localedef [-bcqs] [-d[debug-level]] [-f charmap] [-i sourcefile] name

BESCHREIBUNG
     Das Kommando localedef konvertiert Quelldefinitionen für Kategorien
     der internationalen Umgebungen in ein Format, das von den Funktionen
     und Kommandos verwendet werden kann, deren Ausführungsverhalten durch
     die Einstellungen der Variablen für die internationale Umgebung
     bestimmt wird. Dieses Format ist in der XBD-Spezifikation, Kapitel 5,
     Locale definiert.

     Jeder Benutzer eines Reliant UNIX Systems hat die Möglichkeit, lokal
     neue internationale Umgebungen zu erstellen. Jedoch können nur Benut-
     zer mit entsprechender Berechtigung (normalerweise Systemadministrato-
     ren) diese internationalen Umgebungen auf dem System installieren, so
     daß sie von Funktionen, Anwendungen und Kommandos verwendet werden
     können. Dies geschieht entweder durch Kopieren der lokal erstellten
     Dateien nach /usr/lib/locale/name und /usr/lib/charmap/charmap oder
     einfacher durch Verwenden der Option -s.

     localedef liest Quelldefinitionen für eine oder mehrere Kategorie(n)
     der internationalen Umgebungen, die zu derselben internationalen Umge-
     bung gehören, aus der mit der Option -i angegebenen Datei (falls ange-
     geben) oder von der Standardeingabe.

     Der Operand name kennzeichnet die Zielumgebung. Das Kommando unter-
     stützt die Erstellung internationaler Umgebungen, die "öffentlich"
     sind (d. h. allgemein zugänglich), sowie internationaler Umgebungen,
     die privat sind (d. h. mit eingeschränkten Zugriffsrechten). Auf Reli-
     ant UNIX Systemen dürfen allgemein zugängliche, internationale Umge-
     bungen nur von Benutzern mit den entsprechenden Berechtigungen
     erstellt bzw. geändert werden.

     Jede Quelldefinition einer Kategorie wird durch den Namen der zugehö-
     rigen Umgebungsvariablen gekennzeichnet und mit einer Anweisung END
     category-name abgeschlossen. Die folgenden Kategorien werden unter-
     stützt:

     LCCTYPE       Definiert die Klassifizierung von Zeichen und die
                    Umsetzung von Klein-/Großschreibung.

     LCCOLLATE     Definiert die Sortierregeln.

     LCMONETARY    Definiert das Format und die Symbole, die für die For-
                    matierung von Währungsangaben verwendet werden.

     LCNUMERIC     Definiert das Dezimalzeichen, die Gruppierung und das
                    Symbol "grouping" für das Editieren von numerischen
                    Angaben (keine Währungsangaben).



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localedef(1)                                                   localedef(1)

     LCTIME        Definiert Format und Inhalt von Datums- und Uhrzeitan-
                    gaben.

     LCMESSAGES    Definiert Format und Werte für Ja-/Nein-Antworten
                    (Bestätigungen und Ablehnungen).

OPTIONEN
     -b   Unterdrückt Warnungen für Abwärtskompatibilität. Die vom Kommando
          localedef erstellte Ausgabe kann von jeder internationalisierten
          Reliant UNIX Anwendung verwendet werden, und zwar auch von älte-
          ren Anwendungen, die es bereits vor der Einführung von localedef
          gab. Die Internationalisierungsmechanismen früherer Anwendungen
          waren weniger differenziert als heutige Methoden. Wenn eine
          Quelldatei von localedef neue Mechanismen enthält und die Option
          -b nicht verwendet wird, werden Warnungen ausgegeben, da die
          älteren Anwendungen diese neue Funktionalität nicht nutzen kön-
          nen.

     -c   Erstellt eine Ausgabedatei, auch wenn Warnmeldungen ausgegeben
          wurden.

     -d[debug-level]
          Testhilfemeldungen (grammatikalische Angaben) werden auf die
          Standardausgabe ausgegeben. Diese Option ist besonders für Ent-
          wickler neuer internationaler Umgebungen nützlich. Der ganzzah-
          lige Wert debug-level (falls vorhanden) darf nicht durch Leerzei-
          chen vom Buchstaben "d" getrennt werden.

     -f charmap
          Gibt den Pfadnamen einer Datei an, die eine Zuordnung von den
          symbolischen "character symbols" und "collating element symbols"
          zu tatsächlichen Zeichencodierungen enthält (Zeichentabelle). Das
          Format von charmap ist in der XBD-Spezifikation, Abschnitt 4.4,
          Character Set Description File, beschrieben. Diese Option muß
          angegeben werden, wenn symbolische Namen verwendet werden, die
          nicht mittels Schlüsselwort collating-symbol definiert wurden.
          Ist die Option -f nicht angegeben, wird die in der Datei
          /usr/lib/charmap/posix definierte Zeichenzuordnung (ISO 8859-1)
          verwendet.

     -i inputfile
          Der Pfadname einer Datei, die die Quelldefinitionen enthält. Wenn
          diese Option nicht angegeben ist, werden die Quelldefinitionen
          von der Standardeingabe gelesen. Das Format der Eingabedatei ist
          in der XBD-Spezifikation, Abschnitt 5.3, Locale Definition,
          beschrieben.

     -q   Es erfolgt keine Ausgabe auf die Standardausgabe.

     -s   Option für den Systemadministrator. Installiert die generierten
          internationalen Umgebungen (und unter Umständen die neue Datei
          charmap) in /usr/lib/locale/name (bzw. in /usr/lib/charmap/charmap).


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localedef(1)                                                   localedef(1)

     name Gibt die internationale Umgebung an. Die Verwendung dieses Namens
          kann in der XBD-Spezifikation, Kapitel 5, Locale, nachgelesen
          werden.

          -  Wenn name einen oder mehrere Schrägstriche enthält, wird name
             als Pfadname interpretiert, in dem die erstellten Definitionen
             für die internationalen Umgebungen gespeichert werden.

          -  Wenn name keine Schrägstriche enthält und die Option -s ver-
             wendet wird, ist die internationale Umgebung allgemein zugäng-
             lich und wird unter /usr/lib/locale/name generiert. Diese Mög-
             lichkeit ist auf Benutzer mit den entsprechenden Berechtigun-
             gen beschränkt.

          -  Wenn name keine Schrägstriche enthält und die Option -s nicht
             verwendet wird, ist die internationale Umgebung privat und
             wird im aktuellen Verzeichnis generiert.

          Da nur ein Name angegeben werden kann, können bei einem Aufruf
          nur Kategorien verarbeitet werden, die derselben internationalen
          Umgebung angehören.

STANDARDEINGABE
     Wenn die Option -i nicht angegeben ist, muß die Standardeingabe eine
     Textdatei sein, die eine oder mehrere Quelldefinitionen für Kategorien
     für internationale Umgebungen enthält, wie in der XBD-Spezifikation,
     Abschnitt 5.3, Locale Definition, beschrieben. Wenn Zeilen mit Hilfe
     des Escape-Mechanismus fortgesetzt werden, gibt es keine Längenbe-
     schränkungen für die gesamte Eingabezeile.

EINGABEDATEIEN
     Die Datei, die die Beschreibung des Zeichensatzes enthält, (Argument
     charmap bei -f) ist in der XBD-Spezifikation, Abschnitt 4.4, Character
     Set Description File, beschrieben. Wenn eine Quelldefinition einer
     Kategorie für eine internationale Umgebung die Anweisung copy enthält
     (wie in der XBD-Spezifikation, Kapitel 5, Locale, beschrieben) und
     diese Anweisung eine gültige internationale Umgebung angibt, verhält
     sich localedef so, als enthielte die Quelldefinition eine gültige
     Quelldefinition der Kategorie für die angegebene internationale Umge-
     bung.

UMGEBUNGSVARIABLEN
     Die folgenden Umgebungsvariablen wirken sich auf die Ausführung von
     localedef aus:

     LANG     Gibt einen Standardwert für Internationalisierungsvariablen
              an, die nicht gesetzt oder null sind. Ist LANG nicht gesetzt
              oder null, wird der entsprechende Standardwert der interna-
              tionalen Umgebung verwendet. Enthält eine der Internationali-
              sierungsvariablen eine ungültige Einstellung, verhält sich
              das Kommando so, als sei keine der Variablen definiert wor-
              den.


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localedef(1)                                                   localedef(1)

     LCALL   Ist diese Variable auf einen Wert gesetzt, d. h. ist sie
              nicht leer, überschreibt dieser Wert die Werte aller übrigen
              Variablen für die internationale Umgebung.

     LCCOLLATE
              (Diese Variable hat keine Auswirkungen auf localedef; für
              diese Kategorie wird die internationale Umgebung von POSIX
              verwendet.)

     LCCTYPE Legt die internationale Umgebung für die Interpretation von
              Bytefolgen als Zeichen fest (zum Beispiel Einzelbytezeichen
              im Unterschied zu Mehrbytezeichen in Argumenten und Eingabe-
              dateien). Diese Variable wirkt sich nicht auf die Verarbei-
              tung von Eingabedaten des Kommandos aus. Hierfür wird die
              internationale Umgebung von POSIX verwendet, und zwar unab-
              hängig vom Wert dieser Variablen.

     LCMESSAGES
              Legt das Format und den Inhalt von Meldungen fest.

     NLSPATH  Legt die Position der Meldungskataloge für die Verarbeitung
              von LCMESSAGES fest.

AUSGABEDATEIEN
     Das Format der erstellten Ausgabe entspricht dem Format der Interna-
     tionalisierungsdatenbank auf Reliant UNIX Systemen:

     name (falls Schrägstriche enthalten sind) oder /usr/lib/locale/name
     (ohne Schrägstriche und mit der Option -s) oder ./name (ohne Schräg-
     striche und ohne die Option -s) ist der Pfadname eines Verzeichnisses,
     das die folgenden neu generierten Dateien enthält:

     LCCOLLATE     Datei mit Sortierangaben
     LCCTYPE       Datei mit Angaben zum Zeichentyp (ctype)
     LCMONETARY    Datei mit Währungsangaben
     LCNUMERIC     Datei mit numerischen Angaben
     LCTIME        Datei mit Datums- und Uhrzeitangaben
     LCMESSAGES    Verzeichnis mit Meldungsangaben
     LCMESSAGES/Xopeninfo
                    Datei mit Ja-/Nein-Angaben
     locinfo       Datei mit Angaben zu Name und Pfad der Zeichentabelle

     Ferner wird eine Kopie der Zeichentabelle in /usr/lib/charmap
     gestellt, wenn die Optionen -f und -s verwendet werden.

ENDESTATUS
     Die folgenden Endewerte werden übergeben:

     0  Es sind keine Fehler aufgetreten und die internationalen Umgebungen
        wurden erfolgreich erstellt.




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localedef(1)                                                   localedef(1)

     1  Es wurden zwar Warnungen ausgegeben, die internationalen Umgebungen
        wurden jedoch erfolgreich erstellt.

     2  Die Angabe der internationalen Umgebung hat Grenzen der Implemen-
        tierung überschritten oder der codierte Zeichensatz bzw. die ver-
        wendeten Zeichensätze wurden von der Implementierung nicht unter-
        stützt. Es wurde keine internationale Umgebung erstellt.

     4  Es sind Warnungen oder Fehler aufgetreten, und es wurde keine Aus-
        gabe erzeugt.

AUSWIRKUNG VON FEHLERN
     Wenn ein Fehler in den Eingabedateien gefunden wird, wird keine Ausga-
     bedatei erstellt.

     Wenn Warnungen auftreten, wird eine Ausgabedatei erstellt, sofern die
     Option -c angegeben wurde. Bei folgenden Bedingungen werden Warnmel-
     dungen ausgegeben:

     -  Ein in der Datei charmap nicht enthaltener symbolischer Name wurde
        für die Beschreibungen der Kategorien LCCTYPE oder LCCOLLATE ver-
        wendet (bei anderen Kategorien kommt es hierdurch zu einer Fehler-
        bedingung).

     -  Die Anzahl der Operanden für das Schlüsselwort order überschreitet
        die {COLLWEIGHTSMAX}-Grenze.

     -  Die Quelle enthält optionale, von der Implementierung nicht unter-
        stützte Schlüsselwörter.

ANWENDUNGSHINWEISE
     Die Definition der Zeichentabelle ist optional und ist nicht in der
     Definition der internationalen Umgebung enthalten. Hierdurch sind
     sowohl vollständig selbstdefinierte Quelldateien als auch allgemeine
     Quellen (die auf mehrere codierte Zeichensätze anwendbar sind) mög-
     lich. Zur besseren Portabilität müssen alle Zeichentabellendefinitio-
     nen dieselben symbolischen Namen für portierbare Zeichensätze haben.
     Wie in der XBD-Spezifikation, Abschnitt 4.4, Character Set Description
     File, beschrieben, ist es von der jeweiligen Implementierung abhängig,
     ob Benutzer oder Anwendungen zusätzliche Beschreibungsdateien für Zei-
     chensätze einsetzen können. Daher arbeitet die Option -f möglicher-
     weise nur dann korrekt, wenn eine von der Implementierung unterstützte
     charmap angegeben wurde.

SIEHE AUCH
     locale(1).

     X/Open CAE Specification. System Interface Definitions, Issue 4 (XBD).
     ISBN: 1-872630-46-4





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