locale(1) locale(1)
NAME
locale - Informationen über die internationale Umgebung abrufen
SYNTAX
locale [-a|-m] [-v]
locale [-l locale]
locale [-ckv] [-l locale] name ...
BESCHREIBUNG
Das Kommando locale schreibt Informationen über die aktuelle interna-
tionale Umgebung oder über sonstige öffentliche internationale Umge-
bungen auf die Standardausgabe. Im folgenden wird eine öffentliche
Umgebung als eine von der Implementierung zur Verfügung gestellte
Umgebung angesehen, auf die die Anwendung zugreifen kann.
Wird locale ohne Argumente aufgerufen, faßt es die aktuelle interna-
tionale Umgebung für jede Umgebungskategorie so zusammen, wie durch
die Einstellungen der Umgebungsvariablen festgelegt ist (siehe auch
XBD-Spezifikation, Kapitel 5, Locale).
Wird das Kommando mit Operanden aufgerufen, gibt es die Werte, die den
Schlüsselwörten in den Umgebungskategorien zugeordnet wurden, folgen-
dermaßen aus:
- Ist ein Schlüsselwortname angegeben, wird dieses Schlüsselwort
sowie die Kategorie, die das jeweilige Schlüsselwort enthält, aus-
gegeben.
- Ist ein Kategoriename angegeben, werden diese Kategorie sowie alle
in ihr enthaltenen Schlüsselwörter ausgegeben.
OPTIONEN
-a Gibt Informationen über alle verfügbaren öffentlichen internatio-
nalen Umgebungen aus. Die verfügbaren internationalen Umgebungen
schließen POSIX ein.
-c Gibt die Namen der ausgewählten Umgebungskategorien aus; siehe
STANDARDAUSGABE (STDOUT). Die Option -c verbessert die Lesbar-
keit, wenn mehrere Kategorien ausgewählt sind (beispielsweise
über mehrere Schlüsselwortnamen oder über einen Kategorienamen).
Diese Option ist sowohl mit als auch ohne Angabe der Option -k
gültig.
-k Gibt die Namen und Werte der ausgewählten Schlüsselwörter aus.
-l locale
Gibt Informationen zu der öffentlichen internationalen Umgebung
locale aus.
-m Gibt die Namen der Zeichentabellen aus.
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-v Gibt bei den Optionen -a und -m zusätzliche Titel aus.
name Der Name einer Umgebungskategorie wie in der XBD-Spezifikation,
Kapitel 5, Locale, definiert, der Name eines Schlüsselworts in
einer Umgebungskategorie oder der reservierte Name charmap. Die
angegebene Kategorie oder das angegebene Schlüsselwort wird für
die Ausgabe ausgewählt. Kategorie- und Schlüsselwortnamen können
als Operanden name in beliebiger Reihenfolge angegeben werden.
UMGEBUNGSVARIABLEN
Die folgenden Umgebungsvariablen wirken sich auf die Ausführung von
locale aus:
LANG Gibt einen Standardwert für Internationalisierungsvariablen an,
die nicht gesetzt oder null sind. Ist LANG nicht gesetzt oder
null, wird der entsprechende Standardwert der internationalen
Umgebung verwendet. Enthält eine der Internationalisierungsvaria-
blen eine ungültige Einstellung, verhält sich locale so, als sei
keine der Variablen definiert worden.
LCALL
Ist diese Variable auf einen Wert gesetzt, d. h. ist sie nicht
leer, überschreibt dieser Wert die Werte aller übrigen Interna-
tionalisierungsvariablen.
LCCTYPE
Legt die internationale Umgebung für die Interpretation von Byte-
folgen als Zeichen fest (zum Beispiel Einzelbytezeichen im Unter-
schied zu Mehrbytezeichen in Argumenten).
LCMESSAGES
Legt das Format und den Inhalt von Fehlermeldungen fest.
NLSPATH
Legt die Position der Meldungskataloge für die Verarbeitung von
LCMESSAGES fest.
Die Umgebungsvariablen LANG, LC* und NLSPATH legen die aktuelle
internationale Umgebung fest.
STANDARDAUSGABE (STDOUT)
Wenn locale ohne Optionen oder Operanden aufgerufen wird, werden die
Namen und Werte der Umgebungsvariablen LANG und LC* auf die Standard-
ausgabe geschrieben. Hierbei wird für jede Variable eine Zeile verwen-
det, LANG wird zuerst ausgegeben. Nur Variablen, die in der Umgebung
gesetzt sind und von LCALL nicht überschrieben werden, werden im fol-
genden Format ausgegeben:
"%s=%s\n", variablename, value
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locale(1) locale(1)
Die Namen der Variablen LC*, die nicht in der Umgebung gesetzt sind
oder von der Variablen LCALL überschrieben werden, werden im folgen-
den Format ausgegeben:
"%s=\"%s\"\n", variablename, impliedvalue
impliedvalue ist der Name der internationalen Umgebung, die von der
Implementierung auf der Grundlage der Werte in LANG und LCALL für
diese Kategorie ausgewählt wurde.
Die Werte value und impliedvalue werden in Anführungszeichen gesetzt,
damit sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder als Eingabe verwendet
werden können. value wird dabei nicht in doppelte Anführungszeichen
gesetzt (zur Unterscheidung von impliedvalue, der immer in doppelte
Anführungszeichen gesetzt wird).
Die Variable LCALL wird als letzte ausgegeben. Hierbei wird das erste
oben aufgeführte Format verwendet. Ist diese Variable nicht gesetzt,
wird sie folgendermaßen ausgegeben:
"LCALL=\n"
Bei Angabe von Argumenten gilt folgendes:
1. Wenn die Option -a angegeben ist, werden die Namen aller öffentli-
chen internationalen Umgebungen im folgenden Format ausgegeben:
"%s\n", localename
2. Wenn die Option -c angegeben ist, werden die Namen aller ausgewähl-
ten Kategorien im folgenden Format ausgegeben:
"%s\n", categoryname
Wenn auch Schlüsselwörter ausgewählt wurden, werden diese unmittel-
bar nach der zugehörigen Kategorie ausgegeben.
Ist die Option -c nicht angegeben, werden die Kategorienamen nicht
ausgegeben, sondern nur die Schlüsselwörter.
3. Wenn die Option -k angegeben ist, werden die Namen und Werte der
ausgewählten Schlüsselwörter ausgegeben. Ist der Wert nicht nume-
risch, wird er im folgenden Format ausgegeben:
"%s=\"%s\"\n", keywordname, keywordvalue
Bei dem Schlüsselwort charmap wird der Name der Zeichentabelle aus-
gegeben, falls über die Option localedef -f bei der Erstellung der
internationalen Umgebung eine Zeichentabelle angegeben wurde. Hier-
bei wird das Wort charmap als keywordname verwendet.
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locale(1) locale(1)
Numerische Werte werden in einem der folgenden Formate ausgegeben:
"%s=%d\n", keywordname, keywordvalue
"%s=%c%o\n", keywordname, escapecharacter, keywordvalue
"%s=%cx%x\n", keywordname, escapecharacter, keywordvalue
Hierbei ist escapecharacter das vom Schlüsselwort escapechar in
der aktuellen internationalen Umgebung definierte Zeichen (siehe
XBD-Spezifikation, Abschnitt 5.3, Locale Definition).
Zusammengesetzte Schlüsselwortwerte (Listeneinträge) werden in der
Ausgabe durch Semikolons getrennt. Enthalten Schlüsselwortwerte
Semikolons, doppelte Anführungszeichen, Gegenschrägstriche und/oder
Steuerzeichen, werden diese Zeichen durch Voranstellen des Escape-
Zeichens entwertet.
4. Ist die Option -k nicht angegeben, werden die Werte aller ausge-
wählten Schlüsselwörter im folgenden Format ausgegeben:
"%s\n", keywordvalue
Bei dem Schlüsselwort charmap wird der Name der Zeichentabelle aus-
gegeben (falls vorhanden).
5. Wenn die Option -m angegeben ist, wird eine Liste aller verfügbaren
Zeichentabellen im folgenden Format ausgegeben:
"%s\n", charmap
Die Ausgabe kann als Argument für die Option -f von localedef ver-
wendet werden.
ENDESTATUS
0 Alle angeforderten Informationen wurden gefunden und ausgegeben.
>0 Ein Fehler ist aufgetreten.
BEISPIELE
In den Beispielen wird von der folgenden internationalen Umgebung aus-
gegangen:
LANG=localex
LCCOLLATE=localey
Das Kommando locale hätte folgende Ausgabe:
LANG='localex'
LCCOLLATE='localey'
LCCTYPE="localex"
LCMESSAGES="localex"
LCMONETARY="localex"
LCNUMERIC="localex"
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LCTIME="localex"
LCALL=
Das Kommando LCALL=POSIX locale -ck decimalpoint würde folgende Aus-
gabe erzeugen:
LCNUMERIC
decimalpoint="."
Das folgende Kommando zeigt eine Anwendung von locale, mit der festge-
stellt werden kann, ob eine vom Benutzer eingegebene Antwort eine Ja-
Antwort (bestätigend) ist:
if printf "%s\n" "$response" | grep -Eq "$(locale yesexpr)"
then
affirmative processing goes here
else
non-affirmative processing goes here
fi
SIEHE AUCH
localedef(1).
XBD-Spezifikation, Abschnitt 5.3, Locale Definition
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