mail(1-ucb) mail(1-ucb)
NAME
mail - Mail senden und empfangen
SYNTAX
/usr/ucb/mail [-iInv] [-s subject] [-c cc-addr] [-b bcc-addr]
to-addr ...
/usr/ucb/mail [-iInNv] -f [name]
/usr/ucb/mail [-iInNv] [-u user]
BESCHREIBUNG
/usr/ucb/mail ist ein intelligentes Mail-Verarbeitungssystem mit einer
an ed(1) erinnernden Kommandosystax, wobei Zeilen durch Nachrichten
ersetzt werden.
OPTIONEN
-i Ignoriert tty-Unterbrechungssignale. Diese Option ist besonders
nützlich, wenn Mail über Leitungen versendet wird, die durch
Geräusche gestört werden.
-I Erzwingt die Ausführung von mail im interaktiven Modus, auch wenn
die Eingabe nicht über ein Terminal erfolgt. Insbesondere das
Sonderzeichen ~ ist beim Senden von Mail nur im interaktiven
Modus aktiv.
-n Unterdrückt beim Start das Lesen der Datei /etc/Mail.rc.
-N Unterdrückt beim Lesen von Mail oder beim Editieren eines Mail-
Ordners die anfängliche Anzeige von Nachrichtenköpfen.
-v Protokollmodus. Die detaillierten Informationen über die Zustel-
lung werden auf dem Terminal des Benutzers angezeigt.
-s subject
Gibt den Betreff (subject) in der Kommandozeile an (es wird nur
das erste Argument nach der Option -s verwendet. Daher sollten
Betreffzeilen, die Leerzeichen enthalten, in Anführungszeichen
eingeschlossen werden).
-c cc-addr
Sendet die Nachricht an eine Empfängerliste. Die in dieser Cc-
Liste (Carbon copy, Kopie) enthaltenen Namen sollten durch Kommas
getrennt sein.
-b bcc-addr
Sendet die Nachricht an eine Empfängerliste. Die in dieser Bcc-
Liste (Blind carbon copy, Blindkopie) enthaltenen Namen sollten
durch Kommas getrennt sein.
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mail(1-ucb) mail(1-ucb)
-f [name]
Liest den Inhalt Ihrer Datei mbox (oder der unter name angegebe-
nen Datei) zur Verarbeitung ein. Wenn Sie mail beenden, werden
nicht gelöschte Nachrichten zurück in diese Datei geschrieben.
-u user
Diese Option entspricht mail -f /var/spool/mail/user.
Senden von Mail
Wenn eine Nachricht an einen oder mehrere Empfänger gesendet werden
soll, können die Namen der Empfänger beim Aufruf von mail als Argu-
mente angegeben werden. Geben Sie dann den Nachrichtentext ein, und
drücken Sie anschließend die Tastenkombination CTRL-D am Anfang einer
Zeile. Im Abschnitt Beantworten oder Senden von Mail werden einige
Funktionen von mail beschrieben, mit denen Sie Ihren Brief erstellen
können.
Lesen von Mail
Normalerweise werden für mail keine Argumente angegeben. In diesem
Fall holt mail Ihre Mail aus der Standard-Mailbox und gibt zu jeder
vorhandenen Nachricht einen einzeiligen Nachrichtenkopf aus. Die aktu-
elle Nachricht ist ursprünglich die erste Nachricht (mit der Nummer 1)
und kann mit dem Kommando print (Kurzform (p)) ausgegeben werden. Sie
können sich in den Nachrichten mit den Kommandos + und - wie zwischen
Zeilen im Editor ed rückwärts bzw. vorwärts bewegen. Alternativ können
Sie auch einfach die Nummer der gewünschten Mail eingeben.
Löschen von Mail
Nachdem Sie eine Nachricht gelesen haben, können Sie sie mit dem Kom-
mando delete (d) löschen oder mit dem Kommando reply (r) beantworten.
Nach dem Löschen kann mail nicht mehr auf die Nachricht zugreifen.
Dieser Prozeß kann jedoch mit dem Kommando undelete (u) unter Angabe
der entsprechenden Nachrichtennummer rückgängig gemacht werden. Alter-
nativ hierzu kann die Mail-Sitzung auch durch Eingabe des Kommandos
exit (x) abgebrochen werden. Gelöschte Nachrichten können jedoch nor-
malerweise nicht mehr angezeigt werden.
Angeben von Nachrichten
Für Kommandos wie print und delete kann auch eine Liste von Nachrich-
tennummern als Argument angegeben werden, das für mehrere Nachrichten
gleichzeitig gilt. So löscht das Kommando delete 1 2 die Nachrichten 1
und 2 und das Kommando delete 1-5 die Nachrichten 1 bis 5. Wird als
Name ein Stern * angegeben, gilt das Kommando für alle Nachrichten. $
gibt die letzte Nachricht an. So kann das Kommando top, mit dem die
ersten Zeilen einer Nachricht ausgegeben werden, im Kommando top *
verwendet werden, um die ersten Zeilen aller Nachrichten auszugeben.
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mail(1-ucb) mail(1-ucb)
Beantworten oder Senden von Mail
Mit dem Kommando reply können Sie eine Antwort auf eine Nachricht
erstellen und diese an den Absender der Nachricht senden. Der von
Ihnen eingegebene Text bis zum EOF-Zeichen stellt den Nachrichtenin-
halt dar. Bei der Nachrichtenerstellung bearbeitet mail mit dem Tilde-
zeichen ~ beginnende Zeilen auf besondere Art. Wird beispielsweise ~m
alleine in einer Zeile eingegeben, wird eine Kopie der aktuellen Nach-
richt durch einen Tabulatorstopp nach rechts eingerückt in die Antwort
gestellt (siehe die Variable indentprefix unten). Andere Escape-Zei-
chen richten Betreffelder ein, fügen der Nachricht weitere Empfänger
hinzu oder löschen Empfänger und ermöglichen es Ihnen, zum Überprüfen
der Nachricht in einen Editor oder zum Ausführen von Kommandos zur
Shell umzuschalten. (Diese Optionen werden unten in der Übersicht auf-
geführt.)
Beenden einer mail-Sitzung
Sie können eine mail-Sitzung mit dem Kommando quit (q) beenden. Gele-
sene Nachrichten werden in Ihre Datei mbox gestellt, sofern sie nicht
gelöscht wurden. In diesem Fall werden sie aus dem System entfernt.
Nichtgelesene Nachrichten werden zurück in die Standard-Mailbox
gestellt. (Siehe die Option -f oben).
Individuelle und systemweite Verteilerlisten
Mit einer individuell erstellten Verteilerliste können Sie beispiels-
weise Mail an cohorts senden und dadurch an eine Gruppe von Empfängern
verteilen. Zum Definieren solcher Listen muß eine Zeile ähnlich der
folgenden in die Datei .mailrc in Ihrem HOME-Verzeichnis eingefügt
werden:
alias cohorts bill ozalp jkf mark kridle@ucbcory
Die aktuelle Liste solcher Aliasse kann mit dem Kommando alias in mail
angezeigt werden. Systemweite Verteilerlisten können durch Editieren
der Datei /etc/aliases [siehe aliases(4) und sendmail(1M)] erstellt
werden und können eine unterschiedliche Syntax aufweisen. In der an
andere Empfänger gesendeten Mail werden individuelle Aliasse erwei-
tert, so daß diese den Empfängern antworten können. Systemweite Ali-
asse werden beim Senden der Mail nicht erweitert. Bei jeder an den
Rechner gesendeten Antwort wird der systemweite Alias jedoch erwei-
tert, da die gesamte Mail über sendmail gesendet wird.
In der Datei .mailrc können zahlreiche Optionen für mail gesetzt wer-
den, mit denen das Verhalten von mail geändert wird. So aktiviert Set
askcc die Funktion askcc. Unten werden diese Optionen in einer Über-
sicht aufgeführt.
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mail(1-ucb) mail(1-ucb)
Mail-Kommandos
Alle Kommandos werden in einer eigenen Zeile eingegeben. Nach dem Kom-
mando können zusätzlich Argumente angegeben werden. Das Kommando muß
nicht vollständig eingegeben werden, da das erste Kommando, das mit
dem eingegebenen Präfix übereinstimmt, verwendet wird. Wird für Kom-
mandos, die Nachrichtenlisten als Argumente verwenden können, keine
Nachrichtenliste angegeben, wird die nächste Nachricht verwendet, die
mit den Anforderungen des Kommandos übereinstimmt. Sind ab der aktuel-
len Nachricht keine entsprechenden neueren Nachrichten vorhanden, wird
die Suche über die älteren Nachrichten durchgeführt. Entsprechen keine
Nachrichten dem Kommando, gibt mail die Meldung No applicable messages
aus und bricht das Kommando ab.
- Gibt die vorherige Nachricht aus. Gibt bei der Angabe eines nume-
rischen Arguments n die nte vorherige Nachricht aus.
? Gibt eine kurze Übersicht der Kommandos aus.
! Führt das nach dem Ausrufezeichen angegebene Shell-Kommando aus
[siehe sh(1) und csh(1)].
Print oder P
Wie print, druckt jedoch auch ignorierte Kopffelder aus. Siehe
auch print, ignore und retain.
Reply oder R
Antwort an den Sender der Nachricht. An andere Empfänger der
ursprünglichen Nachricht wird keine Antwort gesendet.
Type oder T
Identisch mit dem Kommando Print.
alias oder a
Gibt ohne Argumente alle derzeit definierten Aliasse aus. Gibt
bei der Angabe eines Arguments den jeweiligen Alias aus. Erstellt
bei der Angabe mehrerer Argumente einen neuen Alias oder ändert
einen vorhandenen.
alternates oder alt
Das Kommando alternates ist nützlich, wenn Sie über Accounts auf
mehreren Rechnern verfügen. Mit diesem Kommando kann mail darüber
informiert werden, daß es sich bei den aufgeführten Adressen
wirklich um einen bestimmten Benutzer handelt. Beim Beantworten
von Nachrichten sendet mail keine Kopie der Nachricht an eine in
der alternativen Liste enthaltene Adresse. Wird das Kommando
alternates ohne Argumente angegeben, wird die aktuelle Gruppe
alternativer Namen angezeigt.
chdir oder c
Wechselt vom Arbeitsverzeichnis des Benutzers in das angegebene
Verzeichnis, sofern eines angegeben wurde. Wird kein Verzeichnis
angegeben, wird in das Anmeldeverzeichnis des Benutzers gewechselt.
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mail(1-ucb) mail(1-ucb)
copy oder co
Das Kommando copy führt dieselben Aktionen wie das Kommando save
aus, außer daß es die Nachrichten beim Beenden nicht zum Löschen
markiert.
delete oder d
Verwendet eine Nachrichtenliste als Argument und markiert alle
Nachrichten als gelöscht. Gelöschte Nachrichten werden nicht in
der Datei mbox gespeichert und sind für die meisten anderen Kom-
mandos nicht verfügbar.
dp oder dt
Löscht die aktuelle Nachricht und gibt die nächste Naricht aus.
Wenn keine weitere Nachricht vorhanden ist, gibt mail at EOF aus.
edit oder e
Verwendet eine Nachrichtenliste und ruft die Nachrichten nachein-
ander im Texteditor auf. Nach Beenden des Editors wird die Nach-
richt wieder eingelesen.
exit, ex oder x
Bewirkt eine sofortige Rückkehr zur Shell ohne Änderung der
System-Mailbox des Benutzers, seiner Datei mbox oder seiner nach
der Option -f angegebenen Editierdatei.
file oder fi
Hat dieselbe Wirkung wie das Kommando folder.
folders
Listet die Namen der Ordner in Ihrem Orderverzeichnis auf.
folder oder fo
Das Kommando folder wechselt in eine neue Mail-Datei bzw. in
einen neuen Mail-Ordner. Werden keine Argumente angegeben, gibt
es den Namen der Datei aus, die Sie derzeit lesen. Wenn Sie zu
dem Kommando ein Argument angeben, speichert es Änderungen (bei-
spielsweise Löschvorgänge), die Sie in der aktuellen Datei vorge-
nommen haben und liest die neue Datei ein. Für den Namen werden
einige besondere Konventionen erkannt: # bedeutet vorherige
Datei, % bedeutet Ihre System-Mailbox, %user bedeutet System-
Mailbox des Benutzers user, & bedeutet Ihre Datei mbox und
+folder bedeutet eine Datei in Ihrem Verzeichnis folder.
from oder f
Verwendet eine Nachrichtenliste und gibt die entsprechenden Nach-
richtenköpfe aus.
headers oder h
Listet den aktuellen Bereich der Nachrichtenköpfe (eine Gruppe von
18 Nachrichten) auf. Bei Angabe des Arguments + wird die nächste
Gruppe von 18 Nachrichten ausgegeben, bei der Angabe des Arguments
- wird die vorherige Gruppe von 18 Nachrichten ausgegeben.
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mail(1-ucb) mail(1-ucb)
help Ein Synonym für ?.
hold, ho oder preserve
Verwendet eine Nachrichtenliste und markiert alle Nachrichten in
dieser Liste, so daß sie nicht in der Datei mbox, sondern in der
System-Mailbox des Benutzers gespeichert werden sollen. Über-
schreibt das Kommando delete nicht.
ignore
Fügt der Liste der ignorierten Felder die angegeben Kopffelder
hinzu. Kopffelder in der Liste der ignorierten Felder werden bei
der Ausgabe einer Nachricht nicht auf dem Terminal ausgegeben.
Dieses Kommando eignet sich hervorragend zur Unterdrückung
bestimmter vom Rechner generierter Kopffelder. Mit den Kommandos
Type und Print kann eine gesamte Nachricht, einschließlich igno-
rierter Felder, ausgegeben werden. Wird das Kommando ignore ohne
Angabe von Argumenten ausgeführt, listet es die aktuelle Gruppe
ignorierter Felder auf.
mail oder m
Verwendet Anmeldenamen und Verteilergruppennamen als Argument und
sendet Mail an diese Empfänger.
mbox Gibt an, daß beim Beenden von mail eine Nachrichtenliste an die
Datei mbox in Ihrem HOME-Verzeichnis gesendet werden soll. Dies
ist die Standard-Aktion für Nachrichten, wenn die Option hold
nicht gesetzt ist.
next oder n
Wie + oder RETURN. Geht zur nächsten Nachricht und gibt sie aus.
Bei Angabe einer Argumentliste wird die nächste entsprechende
Nachricht ausgegeben.
preserve oder pre
Ein Synonym für hold.
print oder p
Verwendet eine Nachrichtenliste und gibt jede Nachricht auf dem
Terminal des Benutzers aus.
quit oder q
Beendet die Sitzung. Hierbei werden alle ungelöschten, ungespei-
cherten Nachrichten in der Datei mbox im Anmeldeverzeichnis des
Benutzers gespeichert, wobei alle mit hold oder preserve markier-
ten Nachrichten oder Nachrichten, auf die in der System-Mailbox
noch nicht verwiesen wurde, erhalten bleiben, und alle anderen
Nachrichten aus der System-Mailbox gelöscht werden. Geht während
der Sitzung neue Mail ein, wird folgende Meldung ausgegeben: You
have new mail. Tritt dieser Fall ein, während Sie eine Datei in
der Mailbox mit der Option -f editieren, wird die editierte Datei
erneut geschrieben. Ist das das erneute Schreiben der editierten
Datei erfolgreich, wird zur Shell zurückgekehrt. Diese kann der
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mail(1-ucb) mail(1-ucb)
Benutzer dann mit dem Befehl exit verlassen.
reply oder r
Verwendet eine Nachrichtenliste und sendet Mail an den Sender
sowie alle Empfänger der angegebenen Nachricht. Die Standardnach-
richt darf nicht gelöscht werden.
respond
Ein Synonym für reply.
retain
Fügt der Liste der beizubehaltenden Felder die angegebenen Kopf-
felder hinzu. Nur die Kopffelder in der Liste der beizubehalten-
den Felder werden beim Anzeigen einer Nachricht auf dem Terminal
ausgegeben. Alle anderen Kopffelder werden unterdrückt. Mit den
Kommandos Type und Print kann eine gesamte Nachricht ausgegeben
werden. Wird das Kommando retain ohne Angabe von Argumenten aus-
geführt, listet es die aktuelle Gruppe beizubehaltender Felder
auf.
save oder s
Verwendet eine Nachrichtenliste und einen Dateinamen und fügt
alle Nachrichten der Reihe nach an das Dateiende an. Der Datei-
name wird in Anführungszeichen gefolgt von der Zeilen- und Zei-
chenanzahl auf dem Terminal des Benutzers ausgegeben.
set oder se
Gibt bei der Angabe ohne Argumente alle Variablenwerte aus. Bei
Angabe eines Arguments wird die entsprechende Option gesetzt.
Argumente haben das Format option=value (kein Leerzeichen vor
oder nach =) oder option. Enthält die Zuordnungsanweisung Leer-
oder Tabulatorzeichen, kann sie in Anführungszeichen gesetzt wer-
den. Beispiel: "set indentprefix=->".
saveignore
saveignore ist für save das, was ignore für print und type ist.
Wenn eine Nachricht mit dem Kommando save oder automatisch in der
Datei mbox gespeichert wird, werden derart markierte Kopffelder
gefiltert.
saveretain
saveretain ist für save das, was retain für print und type ist.
Bei der Speicherung mit dem Kommando save oder bei der automati-
schen Speicherung in der Datei mbox werden ausschließlich derart
markierte Kopffelder mit einer Nachricht gespeichert. saveretain
überschreibt saveignore.
shell oder sh
Ruft eine interaktive Version der Shell auf.
size Verwendet eine Nachrichtenliste und gibt die Größe jeder Nach-
richt als Zeichenzahl aus.
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mail(1-ucb) mail(1-ucb)
source
Das Kommando source liest Kommandos aus einer Datei.
top Verwendet eine Nachrichtenliste und gibt jeweils die ersten Zei-
len der einzelnen Nachrichten aus. Die Anzahl der ausgegebenen
Zeilen wird durch die Variable toplines gesteuert. Standardmäßig
ist sie auf fünf gesetzt.
type oder t
Ein Synonym für print.
unalias
Verwendet eine durch das Kommando alias definierte Namensliste
und löscht die gespeicherten Benutzergruppen. Die Gruppennamen
haben dann keine Bedeutung mehr.
undelete oder u
Vewendet eine Nachrichtenliste und markiert jede Nachricht als
ungelöscht.
unread oder U
Vewendet eine Nachrichtenliste und markiert jede Nachricht als
ungelesen.
unset
Verwendet eine Liste mit Optionsnamen und löscht die gespeicher-
ten Werte der einzelnen Optionen. Das Gegenteil von set.
visual oder v
Verwendet eine Nachrichtenliste und ruft für jede Nachricht den
Anzeigeeditor auf.
write oder w
Ähnlich wie save, außer daß lediglich der Nachrichteninhalt (ohne
den Kopf) gespeichert wird. Äußerst nützlich für Aufgaben wie Sen-
den und Empfangen von Quellprogrammtext über das Nachrichtensystem.
xit oder x
Ein Synonym für exit.
z mail stellt Nachrichtenköpfe bildschirmweise wie unter dem Kom-
mando headers beschrieben dar. Mit dem Kommando z können Sie
einen Bildschirm vor-, mit z- einen Bildschirm zurückblättern.
Mit Tilde eingeleitete Escape-Folgen
Im folgenden wird ein Überblick über durch eine Tilde eingeleitete
Escape-Folgen gegeben, die zum Erstellen von Nachrichten eingefügt
werden, um Sonderfunktionen auszuführen. Diese Escape-Folgen werden
ausschließlich am Zeilenanfang erkannt. Die Bezeichnung ist etwas
irreführend, da das eigentliche Escape-Zeichen mit der Option escape
gesetzt werden kann.
Seite 8 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 4/99
mail(1-ucb) mail(1-ucb)
~! command
Führt das angegebene Shell-Kommando aus und kehrt dann zu der
Nachricht zurück.
~b name ...
Fügt der Liste der Cc-Empfänger die angegebenen Namen hinzu,
zeigt diese Namen jedoch nicht in der Zeile "Cc:" an.
~c name ...
Fügt der Liste der Cc-Empfänger die angegebenen Namen hinzu.
~d Fügt die Datei dead.letter aus Ihrem HOME-Verzeichnis in die
Nachricht ein.
~e Ruft den Texteditor für die bisher empfangene Nachricht auf. Nach
dem Beenden der Editiersitzung können Sie weiter Text an die
Nachricht anfügen.
~f messages
Fügt die angegebenen Nachrichten in die gesendete Nachricht ein.
Werden keine Nachrichten angegeben, wird die aktuelle Nachricht
eingefügt. Derzeit (vom Kommando ignore oder retain) ignorierte
Nachrichtenköpfe werden nicht eingelesen.
~F messages
Identisch mit ~f, außer daß alle Nachrichtenköpfe eingelesen wer-
den.
~h Editiert die Nachrichtenkopffelder, indem jedes nacheinander aus-
gegeben wird, wodurch der Benutzer Text an das Feldende anfügen
oder das Feld mit Hilfe der aktuellen Erase- und Kill-Zeichen des
Terminals ändern kann.
~m messages
Fügt die angegebenen Nachrichten in die gesendete Nachricht ein
und rückt sie dabei um ein Tabulatorzeichen oder den Wert von
indentprefix ein. Werden keine Nachrichten angegeben, wird die
aktuelle Nachricht eingefügt. Derzeit (vom Kommando ignore oder
retain) ignorierte Nachrichtenköpfe werden nicht eingefügt.
~M messages
Identisch mit ~m, außer daß alle Nachrichtenköpfe eingefügt wer-
den.
~p Gibt die bisher empfangene Nachricht aus, der die Nachrichten-
kopffelder vorangestellt werden.
~q Bricht die aktuell zu sendende Nachricht ab und kopiert sie, wenn
save gesetzt ist, in die Datei dead.letter in Ihrem HOME-Ver-
zeichnis.
Seite 9 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 4/99
mail(1-ucb) mail(1-ucb)
~r filename
Fügt die angegebene Datei in die Nachricht ein.
~s string
Erzwingt, daß string zum aktuellen Betreffeld wird.
~t names ...
Fügt der Liste der direkten Empfänger die angegebenen Namen names
hinzu.
~v Ruft einen anderen (mit der Option VISUAL definierten) Editor für
die bisher empfangene Nachricht auf. Normalerweise ist dieser
alternative Editor ein Bildschirmeditor. Nach dem Beenden des
Editors können Sie wieder Text an das Ende der Nachricht anfügen.
~w filename
Schreibt die Nachricht in die angegebene Datei.
~| command
Leitet die Nachricht in command um. Wenn command keine Ausgabe
erzeugt oder abnormal beendet wird, bleibt der ursprüngliche
Nachrichtentext erhalten. Das Kommando fmt(1) wird häufig als
command zum erneuten Ausrichten der Nachricht verwendet.
~: mail-command
Führt das angegebene Kommando mail-command aus. Es sind jedoch
nicht alle Kommandos zulässig.
~~ string
Fügt die Textzeichenkette in die Nachricht ein, der eine Tilde ~
vorangestellt ist. Wenn Sie das Escape-Zeichen geändert haben,
sollten Sie dieses Zeichen verdoppeln, damit Sie es senden kön-
nen.
Optionen für mail
Optionen werden über die Kommandos set und unset gesteuert. Optionen
können binäres Format oder Zeichenkettenformat haben. Bei binären
Optionen kommt es nur darauf an, ob die Option gesetzt ist oder nicht.
Bei aus Zeichenketten bestehenden Optionen ist der tatsächliche Wert
maßgebend. Diese Optionen können in der Datei /etc/Mail.rc für das
System oder lokal in der Benutzerdatei .mailrc gesetzt werden.
Folgende Optionen haben binäres Format:
append
Erzwingt, daß in der Datei mbox gespeicherte Nachrichten nicht an
den Dateianfang gestellt werden, sondern an das Dateiende ange-
fügt werden. Diese Option sollte immer gesetzt sein (möglicher-
weise in der Datei /etc/Mail.rc).
Seite 10 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 4/99
mail(1-ucb) mail(1-ucb)
ask Erzwingt, daß mail Sie bei jeder Nachricht, die Sie senden, zur
Eingabe des Betreffs auffordert. Wenn Sie auf diese Aufforderung
lediglich ein NEWLINE-Zeichen eingeben, wird kein Betreffeld
gesendet.
askcc
Erzwingt, daß Sie am Ende jeder Nachricht zur Eingabe weiterer
Cc-Empfänger aufgefordert werden. Die Eingabe eines NEWLINE-
Zeichens kennzeichnet, daß Sie die aktuelle Liste nicht ändern
möchten.
autoprint
Erzwingt, daß sich das Kommando delete wie dp verhält. Auf diese
Art wird nach dem Löschen einer Nachricht automatisch die nächste
Nachricht ausgegeben.
debug
Diese Option bewirkt dasselbe wie die Eingabe von -d in der Kom-
mandozeile und zwingt mail zur Ausgabe aller Informationen, die
für die Fehlersuche für mail nützlich sind.
dot Zwingt mail, einen alleinstehenden Punkt in einer Zeile als Ende-
zeichen der zu sendenden Nachricht zu interpretieren.
hold Mit dieser Option werden Nachrichten standardmäßig in der
System-Mailbox gehalten.
ignore
Erzwingt, daß Unterbrechungssignale Ihres Terminals ignoriert und
als Klammeraffen (@) ausgegeben werden.
ignoreeof
Die Option ignoreeof gehört zur Option dot. Bei dieser Option
erkennt mail die Tastenkombination CTRL-D nicht als Nachrichte-
nende an. ignoreeof ist auch für den Kommandomodus von mail gül-
tig.
metoo
Wird eine Gruppe erweitert, deren Mitglied der Sender ist, wird der
Sender normalerweise aus der Erweiterung gelöscht. Durch das Setzen
dieser Option wird der Sender in der Gruppe berücksichtigt.
noheader
Das Setzen der Option noheader hat dieselbe Wirkung wie die Ein-
gabe der Option -N in der Kommandozeile.
nosave
Wenn Sie eine Nachricht (durch zweimaliges Drücken der Tastenkom-
bination CTRL-C bzw. DEL) abbrechen, kopiert mail normalerweise
die bisher erstellte Nachricht in die Datei dead.letter in Ihrem
HOME-Verzeichnis. Dies kann durch Setzen der binären Option
nosave verhindert werden.
Seite 11 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 4/99
mail(1-ucb) mail(1-ucb)
Replyall
Vertauscht die Wirkung der Kommandos reply und Reply.
quiet
Unterdrückt beim ersten Aufruf die Versionsausgabe.
verbose
Das Setzen der Option verbose hat dieselbe Wirkung wie die Ein-
gabe der Option -v in der Kommandozeile. Wird mail im Protokoll-
modus ausgeführt, werden Informationen über die Zustellung von
Nachrichten auf dem Terminal des Benutzers ausgegeben.
Die folgenden Optionen haben Zeichenkettenwerte:
EDITOR
Pfadname des Texteditors, der beim Kommando edit und der Escape-
Folge ~e verwendet werden soll. Ist diese Option nicht definiert,
wird der Standardeditor verwendet.
LISTER
Pfadname der beim Kommando folders zu verwendenden Funktion zur
Verzeichnisauflistung. Die Standardangabe ist /bin/ls.
PAGER
Pfadname des Programms, das beim Kommando more bzw. wenn die
Variable crt gesetzt ist, verwendet werden soll. Ist diese Option
nicht definiert, wird standardmäßig more(1) verwendet.
SHELL
Pfadname der Shell, die beim Kommando ! und der Escape-Folge ~!
verwendet werden soll. Ist diese Option nicht definiert, wird die
Standard-Shell verwendet.
VISUAL
Pfadname des Texteditors, der beim Kommando visual und der
Escape-Folge ~v verwendet werden soll.
crt Die Option crt wird als Schwelle verwendet. Sie legt fest, wie
lang eine Nachricht sein muß, bevor das über PAGER festgelegte
Programm verwendet wird, um die Nachricht bildschirmweise anzu-
zeigen. Wird crt ohne Angabe eines Werts gesetzt, wird die
Schwelle aufgrund der im System gespeicherten Anzahl Zeilen des
Terminalbildschirms berechnet [siehe stty(1)].
escape
Ist diese Option definiert, gibt das erste Zeichen dieser Option
das Zeichen an, das anstelle der Tilde ~ Escape-Folgen markieren
soll.
Seite 12 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 4/99
mail(1-ucb) mail(1-ucb)
folder
Der Name des Verzeichnisses, das zum Speichern von Nachrichte-
nordnern verwendet werden soll. Wenn der Name mit einem Schräg-
strich / beginnt, sieht ihn mail als absoluten Pfadnamen an.
Andernfalls ist das Verzeichnis folder relativ zu Ihrem HOME-
Verzeichnis.
MBOX Der Name der mbox-Datei. Es kann sich hierbei um den Namen eines
Ordners handeln. Der Standardname ist mbox im HOME-Verzeichnis
des Benutzers.
record
Ist diese Option definiert, gibt sie den Pfadnamen der Datei an,
in der alle abgehenden Nachrichten protokolliert werden. Ist
diese Option nicht definiert, werden die abgehenden Nachrichten
nicht gespeichert.
indentprefix
Zeichenkette, die von der Escape-Folge ~m anstelle des normalen
Tabulatorzeichens (^I) zum Einrücken von Nachrichten verwendet
wird. Wenn der Wert Leer- oder Tabulatorzeichen enthält, muß er
in Anführungszeichen gesetzt werden.
toplines
Ist diese Option definiert, gibt sie die Anzahl der Zeilen einer
Nachricht an, die mit dem Kommando top ausgegeben werden sollen.
Normalerweise werden die ersten fünf Zeilen ausgegeben.
HINWEISE
Einige Optionen werden hier nicht dokumentiert. Die meisten sind für
den normalen Benutzer überflüssig.
Normalerweise ist /usr/ucb/mail lediglich ein Link auf /usr/ucb/Mail,
was verwirrend sein kann.
UMGEBUNGSVARIABLEN
mail verwendet die Umgebungsvariablen HOME und USER.
DATEIEN
/var/spool/mail/*
Standard-Mailbox
~/mbox
Alte Mail des Benutzers
~/.mailrc
Initialisierungsdatei für mail
/tmp/R*
Temporäre Dateien
Seite 13 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 4/99
mail(1-ucb) mail(1-ucb)
/usr/share/lib/mail/Mail.help*
Hilfedateien
/etc/Mail.rc
Systemweite Initialisierungsdatei
SIEHE AUCH
fmt(1), vacation(1), newaliases(1M), sendmail(1M), aliases(4).
Seite 14 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 4/99