inet(4) inet(4)
NAME
inet - Konfigurationsdatei
SYNTAX
/etc/default/inet
BESCHREIBUNG
Die Datei /etc/default/inet enthält Informationen, die beim System-
start oder bei der Verwendung des Menüsystems SIfmllan ausgewertet
oder definiert werden.
Bei Netzschnittstellen wird die Datei /etc/default/inet durch Aufruf
von sysadm(1M) und Auswahl von Konfiguration geändert. Über diesen
Menüpunkt werden auch die Einstellungen ausgewählt, die geändert werden
sollen. Das Nummernzeichen # steht vor einem Kommentar, der sich bis
zum Zeilenende erstreckt. Programme, die diese Dateien prüfen, ignorie-
ren Kommentare. Diese Datei enthält die vier folgenden Variablentypen:
- Allgemeine Variablen
- Routenspezifische Variablen
- Variablen für Netzschnittstellen
- RPC-, NFS- und NIS-Variablen
Allgemeine Variablen
RWHOD Für RWHOD sind die Werte yes und no gültig.
Ist RHWOD auf yes gesetzt, wird der Systemstatusserver
in.rhwod beim Systemstart automatisch gestartet. Infor-
mationen zu in.rhwod finden Sie unter rwhod(1M). Ist
kein Wert angegeben, wird der Wert no angenommen.
STATE Für STATE sind die Werte active und inactive gültig.
Hat STATE den Wert active, wird der Rechner beim System-
start in das Netz eingehängt. Wird kein Wert angegeben
oder ist die Variable nicht in /etc/default/inet enthal-
ten, wird beim Systemstart der Wert active angenommen.
TIMESYNC Für TIMESYNC sind die Werte master, yes und no gültig.
Hat diese Variable den Wert yes oder master, wird der
Dämon für die Zeitsynchronisation in.timed beim System-
start gestartet. Hat sie den Wert master, wird der
Dämon in.timed gestartet, so daß der Rechner als Master
für die netzweite Zeitsynchronisation fungieren kann.
Wird kein Wert angegeben oder ist die Variable nicht in
/etc/default/inet enthalten, wird beim Systemstart der
Wert no angenommen.
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NTP Mögliche Werte für NTP sind yes und no. Der Dämon
in.xntpd(1M) zur Zeitsynchronisation wird beim System-
start automatisch gestartet, wenn der Variablenwert yes
ist.
Routenspezifische Variablen
GATED Für GATED sind die Werte yes und no gültig.
Wenn GATED der Wert yes zugeordnet wird und die Datei
/usr/sbin/gated existiert, wird der Routing-Dämon
/usr/sbin/gated gestartet und die Variable GATEWAY
(siehe unten) ignoriert. Wenn GATED der Wert no
zugeordnet wird oder die Datei /usr/sbin/gated nicht
existiert, hängen die weiteren Routing-Operationen vom
Wert der Variablen GATEWAY ab.
GATEWAY Für GATEWAY sind die Werte yes, no und passive gültig.
Wenn GATEWAY der Wert yes zugeordnet wird, wird der
Dämon in.routed beim Systemstart automatisch ohne
Optionen gestartet. Wenn GATEWAY der Wert passive
zugeordnet wird, wird der Dämon in.routed mit der
Option q gestartet, d. h., der Rechner beachtet Routen-
informationen, die er über die angeschlossenen Netze
erhält, sendet selber aber keine Routeninformationen
aus. Wenn GATEWAY nicht angegeben wird, wird für
GATEWAY der Wert no angenommen, und routed wird nicht
gestartet.
DEFAULTGATEWAY Wenn der Variablen DEFAULTGATEWAY ein Wert zugeordnet
wird, wird dieser Wert beim Systemstart als die Stan-
dardroute eingestellt, d. h., "route add default
$DEFAULTGATEWAY 1" wird ausgeführt.
Beispiel
Eingabe:
DEFAULTGATEWAY="131.23.12.18"
Beim Systemstart wird "route add default 131.23.12.18
1" ausgeführt [siehe route(1M)].
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Variablen für Netzschnittstellen
Die folgenden Variablen gelten für die Netzschnittstellen:
ETHERFLAGS
OLDBROADCAST
INTERFACES
Die Variable INTERFACES enthält eine Beschreibung aller zu konfigurie-
renden Schnittstellen. Beim Systemstart wird versucht, die in jeder
Beschreibung angegebene Schnittstelle zu konfigurieren. Die Konfigura-
tion wird von ifconfig(1M) durchgeführt. Wenn eine Schnittstellenbe-
schreibung in der Variablen INTERFACES keine Broadcast-Adreßangabe
oder keine Punkt-zu-Punkt-Angabe (d. h. ipdst) enthält, wird der Wert
der Variablen OLDBROADCAST für diese Schnittstelle ausgewertet. In der
Variablen ETHERFLAGS können Standardwerte für die Parameter der Netz-
schnittstelle angegeben werden. Diese Werte werden für eine Schnitt-
stelle nur dann verwendet, wenn sie nicht in der Variablen INTERFACES
angegeben wurden. Wurde der Variablen INTERFACES kein Wert zugeordnet,
werden die zu konfigurierenden Schnittstellen automatisch festgelegt
(siehe INTERFACES).
ETHERFLAGS Dieser Variablen können Werte folgenden Formats
zugeordnet werden:
[[-]trailers] [[-]arp] [metric n] [netmask mask]
[[-]multicast]
In dieser Variablen können Standardwerte für die Para-
meter der Netzschnittstelle angegeben werden [siehe
ifconfig(1M)]. Wurde kein Wert angegeben oder ist die
Variable nicht in /etc/default/inet enthalten, wird
-trailers und -multicast als Standardwert angesehen,
d. h., die IP-Trailer-Einbettung soll auf Ethernet-
Ebene deaktiviert werden. Die Werte trailers,
multicast und arp können mit der Schnittstellenbe-
schreibung in INTERFACES erneut definiert werden. Die
restlichen Parameter von ifconfig sollten hier nur
definiert werden, wenn sie nicht von einer anderen
Schnittstellenbeschreibung in INTERFACES überschrieben
werden. Reliant UNIX-Systeme von Siemens Nixdorf
unterstützen nur -trailers.
Beispiele
ETHERFLAGS=
Da ETHERFLAGS Nullwerte zugeordnet werden, werden die
Standardwerte -trailers und -multicast verwendet.
ETHERFLAGS="arp multicast"
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Der Wert bedeutet: arp und multicast. Wenn -multicast
beispielsweise auch für eine Schnittstelle gilt, muß
dies speziell in der Variablen INTERFACES für diese
Schnittstelle angegeben werden.
OLDBROADCAST Für OLDBROADCAST sind die Werte yes und no gültig.
Die Variable OLDBROADCAST definiert das Standardformat
für die Broadcast-Adresse. Dieser Wert kann von
broadcast:[address] in der Variablen INTERFACES für
jede Schnittstelle überschrieben werden. Wenn kein
Wert angegeben wurde oder die Variable nicht in
/etc/default/inet enthalten ist, wird no als Standard-
wert verwendet. Die Art, in der die Broadcast-Adresse
über die Schnittstelle übertragen wird, wird von
ifconfig beim Systemstart normalerweise folgendermaßen
festgelegt:
yes: ifconfig ... oldbroadcast ...
no: ifconfig ...
Die Broadcast-Adresse hat abhängig von der Variablen
OLDBROADCAST und der Netzklasse folgendes Format:
__________________________________________
| no | yes | Netzklassse |
|_______________|__________|______________|
| x.255.255.255 | x.0.0.0 | Klasse A |
|_______________|__________|______________|
| x.y.255.255 | x.y.0.0 | Klasse B |
|_______________|__________|______________|
| x.y.z.255 | x.y.z.0 | Klasse C |
|_______________|__________|______________|
x, y und z entsprechen den Teilen der Netzadresse.
INTERFACES Als Wert kann eine Liste der Schnittstellenparameter
verwendet werden. Die einzelnen Listeneinträge müssen
durch Leer- und/oder Tabulatorzeichen getrennt werden.
Ein Rechner sollte nur eine Schnittstelle pro Netz
verwenden, auch wenn auf einem Rechner mehrere
Schnittstellen laufen können. Wenn der Variablenwert
nicht existiert oder die Variable sich nicht in der
Datei /etc/default/inet befindet, werden die zu konfi-
gurierenden Schnittstellen automatisch mit
etherstat -e und uname -n ermittelt. etherstat -e
ermittelt den Schnittstellenparameter interface und
uname -n den Schnittstellenparameter address für den
Aufruf von ifconfig. Jede Schnittstellenangabe wiede-
rum ist eine weitere Parameterliste. Die Parameter-
gruppen für alle Schnittstellen müssen durch Kommas
getrennt werden. Beginnt die Parameterliste mit slip,
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definieren die folgenden Parameter eine slip-Konfigu-
ration.
Die slip-Angabe muß folgendes Format haben:
slip:tty:[baudrate]:[mtu]:[ip-source]:[ip-dest]:[:options]
Beispiel:
EXTIF=slip:/dev/tty00:38400:578:orion:139.22.228.100
Standardwerte:
baudrate 9600
mtu 256
ip-source hostname
hostname wird mit uname -n definiert. Beginnt die
Parameterliste nicht mit slip, müssen die Parameter
wie für ifconfig angegeben werden. Es können die Para-
meter von ifconfig verwendet werden. Enthält die Para-
meterliste nur einen Eintrag, muß er die Schnittstelle
(Parameter interface) angeben. Die Adresse (Parameter
address) wird automatisch mit uname -n festgelegt.
Wenn die Parameterliste mehrere Einträge enthält, wird
angenommen, daß es sich bei den ersten beiden Einträ-
gen um interface und address handelt. Einträge für
parameter (trailers, arp, multicast usw.) in der Para-
meterliste überschreiben Einträge in ETHERFLAGS.
Wenn mehrere Schnittstellen konfiguriert werden sollen, müssen die
Schnittstellenparameter immer Werte für die Schnittstellenparameter
interface und address enthalten.
Beispiel einer Netzschnittstelle:
OLDBROADCAST=yes
STANDARDIF=lce0
EXTIF="lce1:193.51.47.11:netmask:0xffffff00:\
broadcast:193.51.47.255:multicast"
INTERFACES="$STANDARDIF $EXTIF"
In diesem Fall werden die Schnittstellen lce0 und lce1 konfigu-
riert.
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lce0:
"address": Rechner-Name (automatisch festgelegt)
"parameter":
-trailers da ETHERFLAGS noch nicht definiert
-multicast Voreinstellung
oldbroadcast da OLDBROADCAST=yes
lce1:
"address": 193.51.47.11
"parameter":
-trailers da ETHERFLAGS noch nicht definiert
-multicast da explizit angegeben
broadcast 193.51.47.255 überschreibt den durch OLDBROADCAST=yes
angegebenen Standardwert
Wenn der Rechner-Name danzig ist, werden die folgenden Kommandos
beim Systemstart ausgeführt:
ifconfig lce0 danzig -trailers oldbroadcast up
ifconfig lce1 193.51.47.11 -trailers multicast\
netmask 0xffffff00 broadcast 193.51.47.255 up
NFS- und NIS-Variablen
DOMAIN Der Wert gibt den Namen der bei einem Systemstart gül-
tigen NIS-Domäne an.
GLOBALPW Diese Variable steuert, ob und wie die lokalen Dateien
/etc/passwd, /etc/shadow und /etc/group mit den Inhal-
ten der zugehörigen Maps des NIS-Servers aktualisiert
werden.
Für GLOBALPW sind die Werte new, auto, yes und no gül-
tig.
Die lokalen Dateien werden nur dann periodisch mit dem
Inhalt der NIS-Maps aktualisiert, wenn die Variable
GLOBALPW auf new, auto oder yes gesetzt ist.
Wenn GLOBALPW auf new gesetzt ist, werden die Dateien
gemäß den Einträgen in /etc/passwd.local und
/etc/group.local aktualisiert. Diese Variante wird an
anderer Stelle als das "neue" Verfahren zur Verwaltung
globaler Benutzer beschrieben. Demgegenüber wird weiter
auch das "alte" Verfahren unterstützt, das durch die
GLOBALPW-Werte auto oder yes eingestellt wird.
Wenn GLOBALPW auf auto gesetzt ist, werden die Dateien
nach dem Inhalt der Datei /var/yp/pwpattern aktuali-
siert.
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inet(4) inet(4)
Wenn GLOBALPW auf yes gesetzt ist, werden lediglich die
Benutzernamen und ihre IDs aktualisiert. Diese Einstel-
lung macht nur dann Sinn, wenn netzweit zwar eine ein-
deutige Zuordnung von Benutzernamen und IDs erforder-
lich ist, globale Benutzer aber nicht automatisch eine
gültige Kennung auf jedem NIS-Client haben sollen.
YPMIXERCHECKDIR
Die Werte nocheck, create und default sind gültig.
YPMIXERCHECKDIR steuert die Art und Weise, in der ein
NIS-Client den HOME-Verzeichnis-Eintrag eines netzwei-
ten Benutzers in die lokale /etc/passwd übernimmt.
nocheck Der Pfadname des HOME-Verzeichnisses eines
netzweiten Benutzers wird in den entspre-
chenden Eintrag der lokalen Datei
/etc/passwd kopiert. Dabei wird nicht
geprüft, ob das Verzeichnis auf dem Client
existiert.
create Wenn das HOME-Verzeichnis eines netzweiten
Benutzers nicht auf dem Client existiert,
wird es erstellt, und der Inhalt von
/etc/skel wird in dieses Verzeichnis
kopiert.
default Wenn das HOME-Verzeichnis eines netzweiten
Benutzers nicht auf dem Client existiert,
enthält der lokale Eintrag /etc/passwd das
Verzeichnis /tmp als HOME-Verzeichnis.
YPMODE Für YPMODE sind die Werte client, clientauto, server,
master und inactive gültig.
Diese Variable zeigt den NIS-Status des Rechners.
AUTOBINDING Für AUTOBINDING sind die Werte yes und no gültig.
Hat diese Variable den Wert yes, wird die Datei
/var/yp/binding/domainname/ypservers eines NIS-Clients
automatisch aktualisiert, so daß sie mit der Liste der
aktuellen NIS-Server übereinstimmt. Die vorherigen Ein-
träge werden ignoriert.
Die aktuellen NIS-Server werden als zusätzliche Ein-
träge in die Datei ypservers übertragen [siehe
ypservers(4)].
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NFS-Variablen
MASTERMAP Werte sind absolute Pfadnamen oder nomap. Wenn die im
Pfadnamen angegebene Datei nicht existiert, wenn es
sich um eine nicht reguläre Datei handelt oder wenn
MASTERMAP nicht definiert ist, wird dasselbe Verhalten
wie bei Angabe von nomap erzeugt.
file Wird als Pfadname einer Master-Zuordnungsdatei
des NFS-Automounters angesehen. Ist file vor-
handen, wird der Automounter vom NFS-Start-
skript gestartet. file hat typischerweise den
Wert /etc/auto.master.
nomap Der NFS-Automounter wird nicht automatisch
gestartet.
RPC-Variablen
PORTMAPONLY Für PORTMAPONLY sind die Werte yes und no gültig. Die
Angabe anderer Werte oder eine fehlende Definition
implizieren dasselbe Verhalten wie bei no.
yes RPC-Clients rufen den "Portmapper"-Dienst des
Servers (RPC-Programm 100000, Version 2) anstelle
des rpcbind-Dienstes (RPC-Programm 100000, Ver-
sion 3) auf. Hierdurch werden Probleme mit Ser-
vern vermieden, die Aufrufe von Version 3 nicht
beantworten. Die lokale Version von rpcbind
unterstützt weiterhin Server der Versionen 2 und
3.
no RPC-Clients rufen zuerst den rpcbind-Dienst auf.
Schlägt dies fehl, wird der Portmapper-Dienst
aufgerufen.
DATEIEN
/etc/default/inet
SIEHE AUCH
slattach(1M), timed(1M), group.local(4), passwd.local(4),
pwpattern(4), ypservers(4).
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