xbload(1M) xbload(1M)
NAME
xbload, load - Platzprogramm in einen BA80 oder TC20-V105 Arbeitsplatz
laden
SYNTAX
xbload [-adl] [-u] [-p file] [-f file] terminalpath [ttydefslabel]
xbload -?
BESCHREIBUNG
xbload überprüft den Ladezustand des angegebenen Terminals. Das Termi-
nal wird geladen, wenn es ungeladen ist oder wenn die Option -l
benutzt wird. Bei ladbaren TC20-V105 werden Variante und Version der
Platzsoftware (Firmware) überprüft, und bei Bedarf wird neu geladen.
Es existieren verschiedene Varianten der TC20-V105 Firmware (das sind
verschiedene funktionale Ausprägungen). Von jeder Variante gibt es
verschiedene Versionen (Entwicklungsstände).
xbload stellt zunächst die Leitungsparameter des zu ladenden Terminals
ein. Grund- und Voreinstellung der physischen Leitungsparameter ist
9600, cs8, cread. Mit dem Argument ttydefslabel kann eine Marke in
der /etc/ttydefs angegeben werden, um diese Einstellung zu verändern.
Folgende Angaben werden erkannt und unterstützt:
- Baudrate
- Zeichenlänge (CS8, CS7 usw.)
- Parität
- Stoppbits.
Anschließend wird das Terminal aufgefordert, sich zu identifizieren.
Diese Aufforderung wird notfalls 5mal wiederholt. Wenn nicht geladen
werden muß, beendet sich das Programm mit dem Rückgabewert 0. Andern-
falls wird das Platzprogramm geladen. Danach wird der Ladezustand des
Terminals erneut überprüft, das Laden wird notfalls bis zu 5mal wie-
derholt.
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OPTIONEN
-a Die Software wird als ASCII-Zeichen (INTELHEX) übertragen.
Hinweis: In diesem Fall muß im Lademenü des BA80 DATA FORMAT
INTEL eingetragen sein. Ansonsten werden die Daten
binär übertragen, es muß dann DATA FORMAT HEX einge-
stellt sein. Bedeutungslos für TC20-V105.
-d Diese Option schaltet den Debug-Modus an zur Ausgabe von
Trace-Informationen (gewöhnlich nach stderr). -d setzt den
Debug-Level auf 1, -dd auf 2 und so fort.
-l Unbedingtes Laden. Vor dem Identifizieren/Laden des Terminals
wird dieses mit einer ESC-Sequenz aufgefordert, in den Lade-
Prom zu gehen. Mit dieser Option ist es möglich, auch gela-
dene Terminals neu zu laden.
-p file Ein ungeladenes Terminal (oder wenn die Option -l benutzt
wurde) wird mit der angegebenen Software geladen. Die Firm-
ware eines TC20-V105 wird mit der Firmware unter diesen
Dateinamen verglichen, bei Bedarf wird das TC20-V105 neu
geladen (vgl. Option -u).
Wenn die Option nicht angegegben ist:
Bei einem ungeladenen BA80 wird aus dessen Ladewunsch ein
Dateiname unter /opt/xb abgeleitet, mit dem geladen wird. Bei
einem TC20 wird der Dateiname, unter dem hostseitig eine
Firmware erwartet wird, aus der Variante VAR des Terminals
bestimmt: /etc/tc20/VAR.default.
-f file Alle Ausgaben (Fehlermeldungen, Debug-Ausgaben) gehen norma-
lerweise nach stderr. Mit dieser Option werden die Ausgaben
in die angegebene Datei umgelenkt.
-u Schwaches Update: Bei geladenem TC20-V105 wird ein Vergleich
der Version von geladener Firmware und hostseitiger Firmware
durchgeführt. (Die hostseitige Firmware wird entweder mit -p
file angegeben oder ergibt sich aus /etc/tc20/VAR.default,
wobei VAR die Variante des geladenen TC20-V105 ist.) Wird bei
diesem Vergleich festgestellt, daß bei gleicher Variante die
hostseitige Firmware neuerer Version ist (Version ist grö-
ßer), so wird das TC20-V105 mit der neueren Version überladen
(sonst nicht). Wird festgestellt, daß sich geladene und host-
seitige Firmware in der Variante unterscheiden, wird eine
Fehlermeldung ausgegeben.
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-uu Starkes Update (vgl. Option -u): Das TC20-V105 wird neu gela-
den, wenn sich geladene und hostseitige Firmware in Variante
oder Version unterscheiden. Diese Option muß benutzt werden,
wenn zusammen mit der Option -p file ein TC20-V105 mit einer
anderen Variante überladen werden soll.
terminalpath
Der Gerätename des zu ladenden Terminals im Dateisystem. Es
wird eine TTY-Schnittstelle erwartet.
ttydefslabel
Hiermit wird die Marke in der Datei /etc/ttydefs zum Bestim-
men der TTY-Spezifikation angegeben. Die physischen Leitung-
parameter werden entsprechend den Angaben zu dieser Marke
eingestellt. Wenn die Option fehlt, wird mit 9600, cs8, cread
gearbeitet. Wird statt einer Marke die Pseudomarke none ange-
geben, so werden die physischen Parameter nicht verändert.
-? Es wird die Kommandosyntax auf stderr angezeigt.
HINWEISE
Es werden zwei verschiedene Formate der xb-Platzprogramme unterstützt:
Neben den herkömmlichen Platzprogrammen mit der Formatkennung 01, wel-
che die gesamte Ladesoftware in einer Datei enthalten, gibt es Platz-
programme mit der Formatkennung 02 (erweitertes Format). Diese enthal-
ten die Namen der Dateien, die nacheinander zu laden sind, und haben
folgendes Format:
02;filename1[;filename2] ... # Kommentar
HDLC-BA80 können nur binär geladen werden, also ohne die Option -a.
DIAGNOSE
Das Programm beendet sich mit dem Rückgabewert 0, wenn das Terminal
geladen war bzw. erfolgreich geladen werden konnte. Im Falle von Feh-
lern haben die Rückgabewerte die folgende Bedeutung:
1 = Syntax-Fehler. Es wird eine Kommandosyntax angezeigt.
2 = Signal (SIGTERM, SIGHUP, SIGINT) erhalten.
3 = Fehler bei Ein-/Ausgabe-Operationen wie open, read, write, ioctl
und fcntl.
4 = Abbruch nach mehreren erfolglosen Ladeversuchen.
5 = Unbekannte oder keine Antwort des TTY beim Identifizieren. Ursa-
chen können unstimmige Leitungsparameter sein, oder das Terminal
ist kein BA80/9766 bzw. TC20.
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6 = Gewünschtes Platzprogramm nicht gefunden. Dieser Fehlercode
tritt auch auf, wenn das gewünschte Platzprogramm eine unbe-
kannte Formatkennung hat oder (beim erweiterten Format) eine
dort angegebene Datei nicht geöffnet werden konnte.
10 = Ein TC20 hat veraltete oder unstimmige Firmware geladen, die
Optionen (-u/-uu) erlauben aber kein Überladen. Das TC20-V105
ließ sich nicht in den Lademodus bringen. Das Laden wurde vom
TC20 abgebrochen.
Fehlermeldungen und Trace-Informationen (sofern mit Option -d einge-
stellt) gehen nach stderr; mit der Option -f können sie umgeleitet
werden. Das erfolgreiche Laden und Fehler beim Laden von TC20-V105
werden in /var/tc20/loadlog sowie unter Logging 3.0 unter der Kompo-
nentennummer 1080011 protokolliert.
DATEIEN
/etc/ttydefs
/opt/xb
/etc/tc20
/var/tc20/loadlog
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