rdist(1M) rdist(1M)
NAME
rdist - Client-Programm zur Verteilung von Dateien
SYNTAX
/usr/ucb/rdist [-DFn] [-A num] [-a num] [-d var=value]
[-l locallogopts] [-L remotelogopts] [-f distfile]
[-M maxproc] [-m host] [-o distopts] [-t timeout]
[-p rdistd-path] [-P rsh-path] [name ...]
/usr/ucb/rdist -DFn -c name ... [login@]host[:dest]
/usr/ucb/rdist -Server
/usr/ucb/rdist -V
BESCHREIBUNG
rdist ist ein Programm zur Verwaltung identischer Kopien von Dateien,
die auf mehrere Hosts verteilt sind. Es speichert, wenn möglich, den
Eigentümer, die Gruppe, den Modus und die Änderungszeit (mtime) von
Dateien und kann ausgeführte Programme aktualisieren. rdist liest Kom-
mandos aus distfile für die Aktualisierung von Dateien und/oder Ver-
zeichnissen. Wenn distfile gleich "-" ist, wird die Standardeingabe
verwendet. Wenn die Option -f nicht angegeben ist, sucht das Programm
zuerst nach distfile und dann nach Distfile, um diese Datei als Ein-
gabe zu verwenden. Wenn in der Kommandozeile keine Namen angegeben
werden, aktualisiert rdist alle Dateien und Verzeichnisse, die in
distfile aufgeführt sind. Andernfalls wird das Argument als Name einer
zu aktualisierenden Datei oder als Label eines auszuführenden Komman-
dos interpretiert. Bei einem Konflikt zwischen Label und Dateiname
wird von einem Label ausgegangen. Label und Dateinamen können zusammen
verwendet werden, um bestimmte Dateien mit bestimmten Kommandos zu
aktualisieren.
Die Option -c erzwingt, daß rdist die restlichen Argumente als eine
kurze distfile interpretiert. Die entsprechende distfile hierzu ist:
( name ... ) -> [login@]host
install [dest] ;
Die Option -Server wird erkannt und bietet teilweise Abwärtskompatibi-
lität zu älteren Versionen von rdist, die diese Option verwendet
haben, um rdist in den Server-Modus zu setzen. Wenn rdist mit -Server
als Kommandozeilenoption gestartet wird, wird versucht, die alte Ver-
sion von rdist auszuführen (über exec). Diese Option funktioniert nur,
wenn die alte Version von rdist unter /usr/ucb/oldrdist während der
Ausführungszeit verfügbar ist.
rdist verwendet das Kommando rsh(1) (Remote Shell), um auf die einzel-
nen Zielhosts zuzugreifen. Wenn als Zielhost die Zeichenkette localhost
angegeben ist und der Name des fernen Benutzers mit dem des lokalen
Benutzers übereinstimmt, führt rdist das folgende Kommando aus:
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rdist(1M) rdist(1M)
/bin/sh -c rdistd -S
Andernfalls führt rdist das Kommando
rsh host -l remuser rdistd -S
aus. Hierbei ist host der Name des Zielhosts, remuser ist der Name des
Benutzers, der die Verbindung herstellt, und rdistd(8) ist das
Server-Kommando rdist auf dem Zielhost, wie unten gezeigt.
rdist versucht, das folgende Kommando auf jedem Zielhost auszuführen:
rdistd -S
oder
rdistdpath -S
falls die Option -p angegeben wurde. Wenn die Option -p nicht angege-
ben wird, oder wenn es sich bei rdistdpath um einen einfachen Datei-
namen handelt, müssen rdistd oder rdistdpath irgendwo im Pfad $PATH
des Benutzers angegeben sein, der rdist auf dem fernen (Ziel-)Host
ausführt.
OPTIONEN
-A num
Die Mindestanzahl freier Dateien (I-Nodes) auf einem Dateisystem
angeben, die vorliegen müssen, damit rdist eine Datei aktualisie-
ren oder installieren kann.
-a num
Die Mindestmenge an freiem Speicherplatze (in Bytes) auf einem
Dateisystem angeben, die vorhanden sein muß, damit rdist eine
Datei aktualisieren oder installieren kann.
-D Eine Reihe von Debug-Meldungen aktivieren.
-d var=value
Die Variable var wird so definiert, daß sie den Wert value
annimmt. Mit dieser Option werden Variablen definiert oder Varia-
blendefinitionen in der distfile überschrieben. value kann eine
leere Zeichenkette, ein Name oder eine Liste mit Namen sein, die
in Klammern stehen und durch Tabulator- und/oder Leerzeichen
getrennt sind.
-F Keine rdist-Sohnprozesse erzeugen. Alle Clients werden nacheinan-
der aktualisiert.
-f distfile
Den Namen der zu verwendenden Verteilerdatei auf distfile setzen.
Wird für distfile ein "-" angegeben, soll von der Standardeingabe
gelesen werden.
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-l logopts
Lokale Protokolloptionen setzen. Näheres zur Syntax von logopts
finden Sie im Abschnitt PROTOKOLLIERUNG VON MELDUNGEN.
-L logopts
Ferne Protokolloptionen setzen. Für logopts gilt das gleiche wie
bei der lokalen Protokollierung, nur daß hier die Werte an den
fernen Server (rdistd) weitergegeben werden. Näheres zur Syntax
von logopts finden Sie im Abschnitt PROTOKOLLIERUNG VON MELDUN-
GEN.
-M num
Die maximale Anzahl gleichzeitig ausgeführter rdist-Sohnprozesse
auf num setzen. Die Voreinstellung ist 4.
-m machine
Die Aktualisierung auf bestimmte Rechner begrenzen. Mehrere Argu-
mente -m können angegeben werden, um die Aktualisierungen auf
eine Untermenge der in distfile aufgeführten Hosts zu begrenzen.
-n Die Kommandos ausgeben, ohne sie auszuführen. Diese Option bietet
sich zum Debugging der Datei distfile an.
-o distopts
Die zu aktivierenden Optionen für die Verteilung angeben.
distopts ist eine Liste der im folgenden aufgeführten Optionen,
die durch Kommas getrennt sind. Gültige Werte für distopts sind:
verify
Prüfen, ob die Dateien auf allen Hosts auf dem neuesten
Stand sind. Veraltete Dateien werden angezeigt, es werden
jedoch weder Dateien geändert noch entsprechende Mail gesen-
det.
whole
Whole-Modus. Der vollständige Dateiname wird an den Namen
des Zielverzeichnisses angehängt. Normalerweise wird beim
Umbenennen von Dateien nur die letzte Komponente eines
Namens verwendet. Hierdurch bleibt die Verzeichnisstruktur
der kopierten Dateien erhalten und wird nicht geglättet. Bei
Verteilung einer Dateiliste mit rdist wie /path/dir1/f1 und
/path/dir2/f2 nach /tmp/dir würden beispielsweise die
Dateien /tmp/dir/path/dir1/f1 und /tmp/dir/path/dir2/f2
anstelle von /tmp/dir/dir1/f1 und /tmp/dir/dir2/f2 erstellt.
noexec
Ausführbare Dateien im Format a.out(4) werden automatisch
von der Überprüfung oder Aktualisierung ausgenommen.
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younger
Younger-Modus. Dateien werden normalerweise aktualisiert,
wenn mtime und size [siehe stat(2)] nicht zueinander passen.
Bei dieser Option führt rdist keine Aktualisierung der
Dateien durch, die aktueller als die Master-Kopie sind.
Hiermit kann verhindert werden, daß neuere Kopien auf ande-
ren Hosts ersetzt werden. Für Dateien, die neuer als die
Master-Kopie sind, wird eine Warnmeldung ausgegeben.
compare
Binärvergleich. Einen Binärvergleich durchführen und die
Dateien bei Unterschieden aktualisieren, anstatt Datumsanga-
ben und Größen der Dateien zu vergleichen.
follow
Symbolische Links verfolgen. Kopiert nicht den Link selbst,
sondern die Datei, auf die der Link verweist.
ignlnks
Nicht aufgelöste Links ignorieren. Normalerweise versucht
rdist, die Link-Struktur der übertragenen Dateien aufrecht-
zuerhalten und warnt den Benutzer, wenn nicht alle Links
gefunden werden.
chknfs
In NFS-Dateisystemen gespeicherte Dateien auf dem Zielhost
nicht überprüfen oder aktualisieren.
chkreadonly
Überprüfung auf dem Zielhost aktivieren, um festzustellen,
ob eine Datei in einem schreibgeschützten Dateisystem
gespeichert ist. Ist dies der Fall, wird nicht versucht, die
entsprechende Datei zu überprüfen oder zu aktualisieren.
chksym
Wenn das Ziel zwar auf dem fernen Host, nicht jedoch auf dem
Master-Host ein symbolischer Link ist, bleibt das ferne Ziel
ein symbolischer Link. Dieses Verhalten wird im allgemeinen
als Fehler in der Originalversion von rdist angesehen, ist
jedoch beabsichtigt, um Kompatibilität mit älteren Versionen
zu gewährleisten.
quiet
Quiet-Modus. Dateien, die geändert werden, werden normaler-
weise auf die Standardausgabe geschrieben. Mit dieser Option
wird dies unterdrückt.
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remove
Nicht zugehörige Dateien entfernen. Bei der Aktualisierung
eines Verzeichnisses werden Dateien, die auf dem fernen
Host, jedoch nicht im Master-Verzeichnis vorliegen, ent-
fernt. Diese Option bietet sich an, wenn identische Ver-
zeichniskopien geführt werden sollen.
nochkowner
Das Benutzereigentumsrecht bereits vorhandener Dateien nicht
überprüfen. Der Dateieigentümer wird nur gesetzt, wenn die
Datei aktualisiert wird.
nochkgroup
Das Gruppeneigentumsrecht bereits vorhandener Dateien nicht
überprüfen. Der Dateieigentümer wird nur gesetzt, wenn die
Datei aktualisiert wird.
nochkmode
Die Berechtigungsmodi von Datei und Verzeichnis nicht über-
prüfen. Der Berechtigungsmodus wird nur gesetzt, wenn die
Datei aktualisiert wird.
nodescend
Nicht in ein Verzeichnis absteigen. Normalerweise überprüft
rdist die Verzeichnisse rekursiv. Wird diese Option akti-
viert, werden die in der Dateiliste der distfile aufgeführ-
ten Dateien, bei denen es sich um Verzeichnisangaben han-
delt, nicht rekursiv durchsucht. Nur Vorhandensein, Eigen-
tumsrecht und Modus des Verzeichnisses werden geprüft.
numchkgroup
Die numerische Gruppen-ID (GID) verwenden, um das Gruppenei-
gentumsrecht anstatt des Gruppennamens zu prüfen.
numchkowner
Die numerische Benutzer-ID (UID) verwenden, um das Benutzer-
eigentumsrecht anstatt des Benutzernamens zu prüfen.
savetargets
Aktualisierte Dateien sichern, anstatt sie zu entfernen.
Jede zu aktualisierende Zieldatei wird zuerst von file in
file.OLD umbenannt.
sparse
Die Überprüfung von "dünnbesiedelten" (das heißt mit Nullen
aufgefüllte) Dateien aktivieren. Typisch für diese Art von
Dateien sind die von ndbm(3C) erstellten Dateien. Diese
Option verursacht zusätzlichen Verarbeitungsaufwand und
sollte daher nur für Ziele aktiviert werden, die aller Wahr-
scheinlichkeit nach solche Dateien enthalten.
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-p rdistd-path
Den Pfad angeben, in dem nach dem rdistd-Server auf dem Zielhost
gesucht wird.
-P rsh-path
Den Pfad zum Kommando rsh(1) angeben. Der Pfad rsh-path kann auch
eine Liste möglicher Pfadnamen sein, die durch einen Doppelpunkt
getrennt sind. In diesem Fall wird die erste existierende Kompo-
nente des Pfads verwendet, z. B. /usr/bin/rsh aus
/usr/bin/rsh:/usr/bin/remsh.
-t timeout
Die Zeitdauer (in Sekunden) angeben, die auf Antworten vom fernen
Server rdist gewartet wird. Die Voreinstellung ist 900 Sekunden.
-V Informationen zur Version ausgeben, und das Programm beenden.
PROTOKOLLIERUNG VON MELDUNGEN
rdist verwendet eine Sammlung vordefinierter Meldungsfunktionen, die
jeweils eine Liste von Meldungsarten enthalten, die angeben, welche
Art von Meldungen an die jeweilige Funktion gesendet werden sollen.
Der lokale Client (rdist) und der ferne Server (rdistd) unterhalten
jeweils eine eigene Kopie, in der die Arten der zu protokollierenden
Meldungen den einzelnen Funktionen zugeordnet sind.
Die Option -l logopts von rdist teilt rdist mit, welche Protokollop-
tionen lokal verwendet werden sollen. Die Option -L logopts von rdist
teilt rdist mit, welche Protokolloptionen an den fernen Server rdistd
weitergegeben werden sollen.
Das Format von logopts muß wie folgt lauten:
facility=types:facility=types ...
Gültige Funktionsnamen sind:
stdout Meldungen auf der Standardausgabe protokollieren.
file In einer Datei protokollieren. Zur Angabe des Dateinamens das
Format file=filename=types verwenden; zum Beispiel
file=/tmp/rdist.log=all,debug.
syslog Die Funktion syslogd(1M) verwenden.
notify Die interne rdist-Funktion notify verwenden. Diese Funktion
wird zusammen mit dem Schlüsselwort notify in einer distfile
zur Angabe der Art von Meldungen verwendet, die an die Adresse
notify gesendet werden sollen.
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types sollte eine durch Kommas getrennte Liste von Meldungsarten sein.
Im Gegensatz zur Systemfunktion syslog(3C), bei der diese Liste in
aufsteigender Reihenfolge angegeben werden muß, aktiviert hier jede
angegebene Meldungsart die entsprechende Meldungsebene. Folgende Arten
sind gültig:
change Komponenten, die sich ändern. Hierzu gehören Dateien, die in
irgendeiner Weise installiert oder aktualisiert werden.
info Allgemeine Informationen.
notice Allgemeine Informationen zu sich ändernden Komponenten. Hierzu
gehören Komponenten wie neu erstellte Verzeichnisse, die zur
Installation eines bestimmten Ziels benötigt werden, aber in
der distfile nicht explizit angegeben sind.
nerror Normale (keine schwerwiegenden) Fehler.
ferror Schwerwiegende Fehler.
warning Warnungen zu Fehlern, die nicht so schwerwiegend sind wie Feh-
lermeldungen des Typs nerror.
debug Debug-Informationen.
all Alle mit Ausnahme von Debug-Meldungen.
Es folgt ein Beispiel einer Kommandozeilenoption:
-l stdout=all:syslog=change,notice:file=/tmp/rdist.log=all
Dieser Eintrag gibt an, daß bei der lokalen Protokollierung von Mel-
dungen alle außer den Debug-Meldungen an die Standardausgabe gesendet
werden sollen. Änderungsmeldungen und Benachrichtigungen werden an
syslog(3C) gesendet, und alle Meldungen werden in die Datei
/tmp/rdist.log geschrieben.
VERTEILERDATEIEN (DISTFILES)
distfile enthält eine Folge von Einträgen, die die zu kopierenden
Dateien, die Zielhosts und die jeweilige Operation zur Durchführung
der Aktualisierung angeben. Jeder Eintrag hat eines der folgenden For-
mate:
variablename = namelist
[label:] sourcelist -> destinationlist commandlist
[label:] sourcelist :: timestampfile commandlist
Das erste Format wird zum Definieren von Variablen verwendet. Das
zweite Format dient zur Verteilung der Dateien auf andere Hosts. Das
dritte Format wird zum Erstellen von Listen der Dateien verwendet, die
sich seit einem bestimmten Datum geändert haben. sourcelist gibt eine
Liste der Dateien und/oder Verzeichnisse auf dem lokalen Host an, die
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als Master-Kopie für die Verteilung dienen sollen. destinationlist
ist die Liste der Hosts, auf die diese Dateien kopiert werden sollen.
Jede Datei in der Quelliste sourcelist wird in eine Änderungsliste
aufgenommen, wenn die Datei auf dem Host, der aktualisiert werden soll
(zweites Format), veraltet ist, oder wenn die Datei neuer als die
Zeitmarkendatei timestampfile (drittes Format) ist.
Labels sind optional. Sie werden zur Kennzeichnung eines Kommandos für
Teilaktualisierungen verwendet.
Zeilenvorschub-, Tabulator- und Leerzeichen werden nur als Trennzei-
chen verwendet und ansonsten ignoriert. Kommentare beginnen mit einem
# und enden mit einem Zeilenvorschub.
Variablen, die erweitert werden sollen, beginnen mit $ gefolgt von
einem Zeichen oder einem Namen in geschweiften Klammern (siehe auch
das Beispiel am Ende).
Die Quell- und Ziellisten haben folgendes Format:
name
oder
( zeroormorenamesseparatedbywhite-space )
Diese einfachen Listen können durch eine einzelne Operation: Vereini-
gung, Differenz oder Durchschnittsmenge wie folgt geändert werden:
Liste + Liste
oder
Liste - Liste
oder
Liste @ Liste
Wenn weitere Änderungen erforderlich sind (zum Beispiel "Alle Server
und Client-Rechner mit Ausnahme von OSF/1-Rechnern"), muß die Liste
explizit in einzelnen Schritten unter Verwendung "temporärer" Varia-
blen aufgebaut werden.
Die Shell-Metazeichen [, ], {, }, * und ? werden (nur auf dem lokalen
Host) auf gleiche Weise wie csh(1) erkannt und erweitert. Sie können
mit einem Backslash als Escape-Zeichen verwendet werden. Das Zeichen ~
wird ebenfalls auf dieselbe Weise wie csh erweitert, jedoch separat
auf dem lokalen Host und dem Zielhost. Wenn die Option -o whole mit
einem Dateinamen verwendet wird, der mit ~ beginnt, werden alle Anga-
ben bis auf das Home-Verzeichnis an den Zielnamen angehängt. Dateina-
men, die nicht mit / oder ~ beginnen, verwenden das Home-Verzeichnis
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des Zielbenutzers als das Root-Verzeichnis für den Rest des Dateina-
mens.
Die Kommandoliste enthält keine oder mehrere Kommandos im folgenden
Format:
install options optdestname ;
notify namelist ;
except namelist ;
exceptpat patternlist ;
special namelist string ;
cmdspecial namelist string ;
Das Kommando install wird zum Kopieren veralteter Dateien und/oder
Verzeichnisse verwendet. Jede Quelldatei wird auf jeden Host in der
Zielliste kopiert. Verzeichnisse werden rekursiv in gleicher Weise
kopiert. optdestname ist ein optionaler Parameter zum Umbenennen von
Dateien. Wenn kein Kommando install in der Kommandoliste enthalten ist
oder der Zielname nicht angegeben wird, wird der Name der Quelldatei
verwendet. Verzeichnisse im Pfadnamen werden neu erstellt, wenn sie
auf dem fernen Host noch nicht vorliegen. options sind die Optionen -o
distopts, wie weiter oben im Abschnitt OPTIONEN angegeben. Sie haben
die gleiche Bedeutung wie die Optionen in der Kommandozeile, mit der
Ausnahme, daß sie nur für die Dateien in der Quelliste gelten. Der auf
dem Zielhost verwendete Anmeldename entspricht dem Anmeldenamen auf
dem lokalen Host, sofern der Zielname nicht das Format login@host auf-
weist.
Das Kommando notify dient zum Senden der Liste der aktualisierten
Dateien (sowie eventuell aufgetretener Fehler) an die aufgeführten
Namen. Wenn kein @ im Name enthalten ist, wird der Name des Zielhosts
an den Namen angehängt (zum Beispiel name1@host, name2@host, ...).
Das Kommando except dient zum Aktualisieren aller Dateien in der Quell-
liste, mit Ausnahme der in namelist angegebenen Dateien. Dieses Kom-
mando wird normalerweise verwendet, um alles bis auf bestimmte Dateien
in einem Verzeichnis zu kopieren.
Das Kommando exceptpat gleicht dem Kommando except, nur daß hier
patternlist eine Liste der regulären Ausdrücke ist. [Näheres hierzu
finden Sie unter ed(1).] Wenn eines der Muster mit einer Zeichenkette
innerhalb eines Dateinamens übereinstimmt, wird diese Datei ignoriert.
Da "\" ein Maskierungszeichen ist, muß es doppelt angegeben werden, um
Teil des regulären Ausdrucks zu werden. Variablen werden in
patternlist zwar erweitert, nicht jedoch Shell-Dateimuster, die Zei-
chen entsprechen. Soll ein $ aufgenommen werden, muß es mit dem
Escape-Zeichen "\" versehen werden.
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Das Kommando special dient zur Angabe von sh(1)-Kommandos, die auf dem
fernen Host ausgeführt werden sollen, nachdem die Datei in namelist
aktualisiert oder installiert worden ist. Wird namelist nicht angege-
ben, so werden die Shell-Kommandos für jede aktualisierte oder instal-
lierte Datei ausgeführt. string beginnt und endet mit " und kann über
mehrere Zeilen in distfile gehen. Mehrere Kommandos für die Shell müs-
sen durch ein ; getrennt werden. Kommandos werden im Home-Verzeichnis
des Benutzers auf dem Host ausgeführt, der aktualisiert werden soll.
Mit dem Kommando special können private Datenbanken und Ähnliches nach
der Aktualisierung eines Programms neu aufgebaut werden. Die folgenden
Umgebungsvariablen werden für jedes Kommando special angegeben:
FILE Der vollständige Pfadname der lokalen Datei, die gerade
aktualisiert worden ist.
REMFILE Der vollständige Pfadname der fernen Datei, die gerade
aktualisiert worden ist.
BASEFILE Der Basisname der fernen Datei, die gerade aktualisiert
worden ist.
Das Kommando cmdspecial gleicht dem Kommando special, mit der Aus-
nahme, daß es erst ausgeführt wird, wenn das gesamte Kommando beendet
ist, und nicht bereits nach der Aktualisierung jeweils einer Datei.
Die Dateiliste wird in die Umgebungsvariable $FILES gestellt. Die ein-
zelnen Dateinamen in $FILES werden jeweils durch einen ":" (Doppel-
punkt) getrennt.
Wenn der Name eines Hosts mit einem + (Pluszeichen) endet, wird das
Pluszeichen entfernt, und NFS-Prüfungen werden deaktiviert. Dies ent-
spricht der Deaktivierung der Option -o chknfs nur für diesen einen
Host.
Es folgt ein kurzes Beispiel.
HOSTS = ( matisse root@arpa)
FILES = ( /bin /lib /usr/bin /usr/games
/usr/include/{*.h,{stand,sys,vax*,pascal,machine}/*.h}
/usr/lib /usr/man/man? /usr/ucb /usr/local/rdist )
EXLIB = ( Mail.rc aliases aliases.dir aliases.pag crontab dshrc
sendmail.cf sendmail.fc sendmail.hf sendmail.st uucp vfont )
${FILES} -> ${HOSTS}
install -oremove,chknfs ;
except /usr/lib/${EXLIB} ;
except /usr/games/lib ;
special /usr/lib/sendmail "/usr/lib/sendmail -bz" ;
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rdist(1M) rdist(1M)
srcs:
/usr/src/bin -> arpa
exceptpat ( \\.o\$ /SCCS\$ ) ;
IMAGEN = (ips dviimp catdvi)
imagen:
/usr/local/${IMAGEN} -> arpa
install /usr/local/lib ;
notify ralph ;
${FILES} :: stamp.cory
notify root@cory ;
HINWEISE
Wenn der Basisname einer Datei (die letzte Komponente im Pfadnamen)
ein "." ist, nimmt rdist an, daß der ferne (Ziel-)Name für ein Ver-
zeichnis steht. /tmp/. bedeutet also, daß /tmp ein Verzeichnis auf dem
fernen Host sein sollte.
Folgende Option werden aus Gründen der Abwärtskompatibilität auch wei-
terhin erkannt:
-v, -N, -O, -q, -b, -r, -R, -s, -w, -y, -h, -i, -x.
Quelldateien müssen sich auf dem lokalen Host befinden, auf dem rdist
ausgeführt wird.
Die Variablenerweiterung funktioniert nur für Namenslisten; eine all-
gemeine Makrofunktion sollte vorhanden sein.
rdist bricht bei einer Änderungszeit mtime, die vor dem 1. Januar 1970
liegt, ab.
Wenn eine Datei, auf die mit Hard Link verwiesen wird, im selben Ziel
mehrmals aufgeführt ist, meldet rdist fehlende Links. In einem Ziel
sollte nur ein Exemplar eines Links angegeben sein.
UMGEBUNGSVARIABLE
TMPDIR
Name des temporären Verzeichnisses, das verwendet werden soll.
Die Voreinstellung ist /tmp.
DATEIEN
distfile
Eingabekommandodatei
$TMPDIR/rdist*
Temporäre Datei zur Listenaktualisierung
SIEHE AUCH
csh(1), rsh(1), sh(1), stat(2), rdistd(8).
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