nlsadmin(1M) nlsadmin(1M)
NAME
nlsadmin - Netzwerk-Service-Verwaltung
SYNTAX
/usr/sbin/nlsadmin -x
/usr/sbin/nlsadmin [options] netspec
/usr/sbin/nlsadmin [options] -N portmonitortag
/usr/sbin/nlsadmin -V
/usr/sbin/nlsadmin -c cmd | -o streamname [-p modules] [-A address | -D]
[-R prognum:versnum]
BESCHREIBUNG
nlsadmin ist das Verwalterkommando für den (die) Netzwerk-Horchprozeß
(-prozesse) auf einem Rechner. Jedem Netzwerk wird der Netzwerk-
Horchprozeß mindestens einmal zugewiesen; jede Zuweisung (und daher
jedes Netzwerk) wird separat konfiguriert. Der Horchprozeß "lauscht"
im Netzwerk auf Service-Anforderungen, nimmt diese an, wenn sie ein-
treffen, und ruft als Reaktion auf diese Service-Anforderungen Server
auf. Der Netzwerk-Horchprozeß kann bei jedem Netzwerk verwendet werden
(genauer bei jedem verbindungsorientierten Transport-Anbieter), das
der Spezifikation für Transport-Anbieter entspricht.
nlsadmin kann einen Horchprozeß für ein bestimmtes Netzwerk einrich-
ten, die speziellen Attribute dieses Horchprozesses konfigurieren und
den Horchprozeß für dieses Netzwerk aktivieren bzw. deaktivieren.
nlsadmin kann auch Einzelberichte (pro Netzwerk) oder Sammelberichte
über die Horchprozesse auf einem Rechner erstellen.
Die unten aufgeführte Liste zeigt, wie nlsadmin benutzt werden soll.
In dieser Liste stellt netspec einen bestimmten Horchprozeß dar.
Genauer gesagt, ist netspec der relative Pfadname des Eintrags unter
/dev für ein vorgegebenes Netzwerk (d. h. einen Transport-Anbieter).
address ist eine Transportadresse, an der gehorcht wird. Sie wird
anhand einer Syntax interpretiert, die eine Reihe von Adreßformaten
erlaubt. Standardmäßig wird address als die symbolische ASCII-
Darstellung der Transportadresse interpretiert. Ist der Adresse
address ein \x vorangestellt, kann sie im hexadezimalen Format angege-
ben werden. Beachten Sie, daß die Adresse address für die Shell als
ein einziges Wort erscheinen muß. Sie muß daher in Anführungszeichen
stehen, wenn sie Leerzeichen enthält.
Änderungen an der Liste der vom Horch-Service angebotenen Dienste oder
der Adressen dieser Dienste treten sofort in Kraft.
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nlsadmin(1M) nlsadmin(1M)
OPTIONEN
nlsadmin
Gibt eine kurze Meldung über die richtige Benutzung des Kommandos
aus.
nlsadmin -x
Erstellt einen Statusbericht für alle auf diesem Rechner instal-
lierten Horchprozesse.
nlsadmin netspec
Gibt den Status des Horchprozesses für netspec aus.
nlsadmin -q netspec
Fragt den Status des Horchprozesses für das angegebene Netzwerk
ab und erfaßt das Ergebnis im Rückgabecode. Ist ein Horchprozeß
aktiv, so hat nlsadmin den Rückgabecode 0; ist kein Prozeß aktiv,
ist der Rückgabecode 1; tritt ein Fehler auf, so ist der Rückga-
becode größer als 1.
nlsadmin -v netspec
Gibt einen ausführlichen Bericht über die Server aus, die zu
netspec gehören, und zwar erscheinen darin Service-Code, Status,
Kommando und Kommentar für jeden dieser Server. Ebenso enthält er
die uid, unter der der Server arbeitet und gegebenenfalls die
Liste der Module, die in den Stack geschrieben werden sollen,
bevor der Server gestartet wird.
nlsadmin -z servicecode netspec
Gibt einen Bericht über den Server aus, der zu netspec gehört
und den Service-Code servicecode besitzt. Es werden dieselben
Informationen ausgegeben wie bei der Option -v.
nlsadmin -q -z servicecode netspec
Fragt den Status des Dienstes mit dem Service-Code servicecode
auf dem Netzwerk netspec ab. Der Rückgabecode ist 0, wenn dieser
Dienst aktiv ist, 1, wenn der Dienst nicht aktiv ist, und größer
als 1, wenn ein Fehler auftritt.
nlsadmin -l address netspec
Ändert die Transportadresse, die der Horchprozeß (der allgemeine
Horch-Service) abhorcht, oder stellt diese ein. Remote-Prozesse
können mit dieser Adresse auf die durch diesen Horch-Prozeß ver-
fügbaren Server zugreifen (siehe die Option -a weiter unten).
Besteht die Adresse address nur aus einem Bindestrich ("-"), gibt
nlsadmin die momentan konfigurierte Adresse aus, anstatt diese zu
ändern. Wird eine Adresse geändert, so tritt dies sofort in
Kraft.
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nlsadmin -t address netspec
Ändert die Adresse, die der Horchprozeß nach Terminal-Service-
Anforderungen abhorcht oder stellt diese ein. Ansonsten ist diese
Option ähnlich wie die Option -l weiter oben. Eine Terminal-
Service-Adresse sollte nur dann definiert werden, wenn die geeig-
nete Remote-Anmeldesoftware verfügbar ist; ist dies der Fall, muß
sie als Service-Code 1 konfiguriert sein (siehe die Option -a
weiter unten).
nlsadmin -i netspec
Initialisiert einen Ableger des Horchprozesses für das unter
netspec angegebene Netzwerk; d. h. erzeugt und initialisiert die
vom Horchprozeß benötigten Dateien und startet diesen Ableger des
Horchprozesses. Beachten Sie, daß ein spezieller Ableger des
Horchprozesses nur einmal initialisiert werden sollte. Der Horch-
prozeß muß vor der Zuweisung von Adressen oder Diensten initiali-
siert werden.
nlsadmin -a servicecode [-p modules] [-w name] -c cmd -y comment netspec
Fügt einen neuen Dienst zu der Liste der Dienste hinzu, die über
den angegebenen Horchprozeß verfügbar sind. servicecode ist der
Code für den Dienst, cmd ist das Kommando, das als Reaktion auf
diesen Service-Code aufgerufen werden soll. Es besteht aus dem
vollständigen Pfadnamen des Servers und seinen Argumenten.
comment ist eine kurze Beschreibung (für die kein spezielles For-
mat festgelegt ist), und zwar desjenigen Dienstes, der in ver-
schiedenen Berichten verwendet werden soll. Beachten Sie, daß cmd
für die Shell als ein einziges Wort erscheinen muß; wenn cmd
Argumente benötigt, müssen cmd und seine Argumente in Anführungs-
zeichen stehen. Auch der unter comment aufgeführte Kommentar muß
für die Shell als ein einziges Wort erscheinen. Wird ein Dienst
hinzugefügt, so ist er zunächst aktiviert (siehe die Optionen -e
und -d weiter unten).
Service-Codes sind alphanumerische Zeichenketten und werden von
AT&T verwaltet. Die numerischen Service-Codes 0 bis 100 sind für
den internen Gebrauch im Horchprozeß reserviert. Der Service-Code
0 ist dem nlps-Server zugewiesen. Dies ist der Server, der für
die allgemeine Horchadresse aufgerufen wird. Code 1 ist dem
Remote-Login-Service zugewiesen, der bei Verbindungen zu der
Terminal-Loginadresse automatisch aufgerufen wird.
Ist die Option -p angegeben, wird die Liste modules als Liste von
STREAMS-Modulen interpretiert, die der Horchprozeß in den Stack
schreiben muß, bevor der gerade hinzugefügte Dienst gestartet
wird. Die Module werden in der angegebenen Reihenfolge in den
Stack geschrieben. modules sollte eine Liste von Modulen sein,
die jeweils durch Kommata voneinander getrennt sind, wobei keine
Zwischenraumzeichen enthalten sind.
Ist die Option -w angegeben, wird name als die Benutzerkennung
aus /etc/passwd interpretiert, die der Horchprozeß suchen soll.
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Über die Benutzerkennung erhält der Horchprozeß die Benutzernum-
mer, die Gruppennummer(n) und das HOME-Dateiverzeichnis, die der
Server benutzen soll. Ist -w nicht angegeben, wird standardmäßig
die Benutzerkennung listen verwendet.
Für jedes Netzwerk, auf dem ein Dienst verfügbar sein soll, muß
dieser Dienst explizit zum Horchprozeß hinzugefügt werden. Diese
Operation wird normalerweise nur ausgeführt, wenn der Dienst auf
einem Rechner installiert ist oder wenn die Liste der Dienste für
ein neues Netzwerk zusammengestellt wird.
nlsadmin -r servicecode netspec
Löscht den Eintrag für den servicecode aus der Liste der Dienste
dieses Horchprozesses. Dies wird normalerweise nur dann ausge-
führt, wenn die Installation eines Dienstes auf einer Maschine
rückgängig gemacht wird.
nlsadmin -e servicecode netspec
nlsadmin -d servicecode netspec
Aktiviert (e = enable) bzw. deaktiviert (d = disable) den durch
servicecode bezeichneten Dienst für das angegebene Netzwerk. Der
Dienst muß zuvor zum Horchprozeß für dieses Netzwerk hinzugefügt
worden sein (siehe die Option -a weiter oben). Wird ein Dienst
deaktiviert, werden spätere Service-Anforderungen für diesen
Dienst abgelehnt, aber bereits laufende Prozesse von davor
gestarteten Service-Anforderungen werden unverändert weiterge-
führt.
nlsadmin -s netspec
nlsadmin -k netspec
Startet (s = start) bzw. beendet (k = kill) den Horchprozeß für
das angegebene Netzwerk. Diese Operationen werden normalerweise
als Teil der Prozeduren zum Hoch- und Herunterfahren des Systems
ausgeführt. Ein Horchprozeß kann erst dann für ein Netzwerk
gestartet werden, wenn er initialisiert wurde (siehe die Option
-i weiter oben). Wird ein Horchprozeß beendet, werden bereits
laufende Prozesse von davor gestarteten Service-Anforderungen
unverändert weitergeführt.
Mit der Service Access Facility (SAF) können mehrere Ableger des
Horchprozesses auf einem einzigen unter netspec angegebenen Netzwerk
aktiv sein. Bei den obigen Kommandos kann anstelle des Arguments
netspec auch die Option -N portmonitortag verwendet werden. Dadurch
wird die Marke angegeben, durch die die Service Access Facility einen
Ableger des Horchprozesses identifiziert. Ist die Option -N nicht
angegeben (d. h. netspec ist beim Aufruf angegeben), so wird voraus-
gesetzt, daß die letzte Komponente von netspec die Marke des Horch-
prozesses darstellt, für den die Operation durchgeführt wird. Es wird
also angenommen, daß in einem unter netspec angegebenen Netzwerk min-
destens ein Horchprozeß existiert und daß seine Marke mit der letzten
Komponente von netspec übereinstimmt. Dieser Horchprozeß kann als
Primär- oder Standard-Horchprozeß für eine spezielles unter netspec
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angegebenes Netzwerk angesehen werden.
nlsadmin wird auch zusammen mit den Kommandos der Service Access Faci-
lity benutzt. Dabei können die folgenden Kombinationen von Optionen
verwendet werden:
nlsadmin -V
Schreibt die aktuelle Versionsnummer der Verwaltungsdatei des
Horchprozesses in die Standardausgabe. Diese Angabe bildet einen
Teil der sacadm-Kommandozeile, wenn sacadm ein Anschlußüberwa-
chungsprogramm zum System hinzufügt.
nlsadmin -c cmd | -o streamname [-p modules] [-A address | -D]
[-R prognum:versnum]
Formatiert die Informationen, die für das Anschlußüberwachungs-
programm spezifisch sind und als Argument für pmadm(1M) benutzt
werden sollen.
Die Option -c gibt den vollständigen Pfadnamen des Servers und
seine Argumente an. cmd muß für die Shell als ein einziges Wort
erscheinen, die Argumente des Kommandos in ihrer Gesamtheit müs-
sen in Anführungszeichen stehen.
Die Option -o gibt den vollständigen Pfadnamen einer FIFO-Datei
oder eines benannten STREAM an, über die die Verbindung zu einem
permanenten Server tatsächlich hergestellt wird.
Ist die Option-p angegeben, wird die Liste modules als Liste von
STREAMS-Modulen interpretiert, die der Horchprozeß in den Stack
schreiben muß, bevor der gerade hinzugefügte Dienst gestartet
wird. Die Module werden in der angegebenen Reihenfolge in den
Stack geschrieben. modules sollte eine Liste von Modulen sein,
die jeweils durch Kommata voneinander getrennt sind, wobei keine
Zwischenraumzeichen enthalten sind.
Ist die Option -A angegeben, wird address als private Adresse des
Servers interpretiert. Der Horchprozeß überwacht diese Adresse
für den Dienst und leitet alle an dieser Adresse eintreffenden
Anrufe an den angegebenen Dienst weiter. Diese Option darf nicht
zusammen mit der Option -D benutzt werden.
Ist die Option -D angegeben, wird dem Dienst eine private Adresse
dynamisch zugewiesen, d. h. der Horchprozeß läßt den Transport-
Service-Anbieter die Adresse aussuchen, und zwar jedesmal dann,
wenn der Horchprozeß seine Arbeit für diesen Dienst aufnimmt. Bei
RPC-Diensten (RPC = Remote Procedure Call) wird diese Option oft
zusammen mit der Option -R benutzt, um die dynamisch zugewiesene
Adresse in der rpcbind-Einrichtung einzutragen. Diese Option darf
nicht zusammen mit der Option -A verwendet werden.
Wird die Option -R angegeben, handelt es sich um einen RPC-
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Dienst, dessen Adresse, Programm- und Versionsnummer in der
rpcbind-Einrichtung für diesen Transport-Service-Anbieter einge-
tragen werden müssen. Dies geschieht immer dann, wenn der Horch-
prozeß seine Arbeit für den Dienst aufnimmt. prognum und versnum
sind die Programm- bzw. Versionsnummer des RPC-Dienstes.
nlsadmin kann von jedem Benutzer aufgerufen werden und erzeugt dann
Berichte. Alle Operationen, die den Status oder die Konfiguration
eines Horchprozesses ändern, dürfen nur von einem dazu berechtigten
Benutzer ausgeführt werden.
Die Optionen, die für die Service Access Facility spezifisch sind,
dürfen nicht zusammen mit anderen Option verwendet werden.
HINWEIS
Dynamisch zugewiesene Adressen werden nicht wie statisch zugewiesene
Adressen in Berichten angezeigt.
SIEHE AUCH
listen(1M), pmadm(1M), rpcbind(1M), sacadm(1M).
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