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⇒ nlsadmin(1M) — Reliant UNIX 5.44c4

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nlsadmin(1M)                                                   nlsadmin(1M)

NAME
     nlsadmin - Netzwerk-Service-Verwaltung

SYNTAX
     /usr/sbin/nlsadmin -x

     /usr/sbin/nlsadmin [options] netspec

     /usr/sbin/nlsadmin [options] -N portmonitortag

     /usr/sbin/nlsadmin -V

     /usr/sbin/nlsadmin -c cmd | -o streamname [-p modules] [-A address | -D]
                        [-R prognum:versnum]

BESCHREIBUNG
     nlsadmin ist das Verwalterkommando für den (die) Netzwerk-Horchprozeß
     (-prozesse) auf einem Rechner. Jedem Netzwerk wird der Netzwerk-
     Horchprozeß mindestens einmal zugewiesen; jede Zuweisung (und daher
     jedes Netzwerk) wird separat konfiguriert. Der Horchprozeß "lauscht"
     im Netzwerk auf Service-Anforderungen, nimmt diese an, wenn sie ein-
     treffen, und ruft als Reaktion auf diese Service-Anforderungen Server
     auf. Der Netzwerk-Horchprozeß kann bei jedem Netzwerk verwendet werden
     (genauer bei jedem verbindungsorientierten Transport-Anbieter), das
     der Spezifikation für Transport-Anbieter entspricht.

     nlsadmin kann einen Horchprozeß für ein bestimmtes Netzwerk einrich-
     ten, die speziellen Attribute dieses Horchprozesses konfigurieren und
     den Horchprozeß für dieses Netzwerk aktivieren bzw. deaktivieren.
     nlsadmin kann auch Einzelberichte (pro Netzwerk) oder Sammelberichte
     über die Horchprozesse auf einem Rechner erstellen.

     Die unten aufgeführte Liste zeigt, wie nlsadmin benutzt werden soll.
     In dieser Liste stellt netspec einen bestimmten Horchprozeß dar.
     Genauer gesagt, ist netspec der relative Pfadname des Eintrags unter
     /dev für ein vorgegebenes Netzwerk (d. h. einen Transport-Anbieter).
     address ist eine Transportadresse, an der gehorcht wird. Sie wird
     anhand einer Syntax interpretiert, die eine Reihe von Adreßformaten
     erlaubt. Standardmäßig wird address als die symbolische ASCII-
     Darstellung der Transportadresse interpretiert. Ist der Adresse
     address ein \x vorangestellt, kann sie im hexadezimalen Format angege-
     ben werden. Beachten Sie, daß die Adresse address für die Shell als
     ein einziges Wort erscheinen muß. Sie muß daher in Anführungszeichen
     stehen, wenn sie Leerzeichen enthält.

     Änderungen an der Liste der vom Horch-Service angebotenen Dienste oder
     der Adressen dieser Dienste treten sofort in Kraft.








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nlsadmin(1M)                                                   nlsadmin(1M)

OPTIONEN
     nlsadmin
          Gibt eine kurze Meldung über die richtige Benutzung des Kommandos
          aus.

     nlsadmin -x
          Erstellt einen Statusbericht für alle auf diesem Rechner instal-
          lierten Horchprozesse.

     nlsadmin netspec
          Gibt den Status des Horchprozesses für netspec aus.

     nlsadmin -q netspec
          Fragt den Status des Horchprozesses für das angegebene Netzwerk
          ab und erfaßt das Ergebnis im Rückgabecode. Ist ein Horchprozeß
          aktiv, so hat nlsadmin den Rückgabecode 0; ist kein Prozeß aktiv,
          ist der Rückgabecode 1; tritt ein Fehler auf, so ist der Rückga-
          becode größer als 1.

     nlsadmin -v netspec
          Gibt einen ausführlichen Bericht über die Server aus, die zu
          netspec gehören, und zwar erscheinen darin Service-Code, Status,
          Kommando und Kommentar für jeden dieser Server. Ebenso enthält er
          die uid, unter der der Server arbeitet und gegebenenfalls die
          Liste der Module, die in den Stack geschrieben werden sollen,
          bevor der Server gestartet wird.

     nlsadmin -z servicecode netspec
          Gibt einen Bericht über den Server aus, der zu netspec gehört
          und den Service-Code servicecode besitzt. Es werden dieselben
          Informationen ausgegeben wie bei der Option -v.

     nlsadmin -q -z servicecode netspec
          Fragt den Status des Dienstes mit dem Service-Code servicecode
          auf dem Netzwerk netspec ab. Der Rückgabecode ist 0, wenn dieser
          Dienst aktiv ist, 1, wenn der Dienst nicht aktiv ist, und größer
          als 1, wenn ein Fehler auftritt.

     nlsadmin -l address netspec
          Ändert die Transportadresse, die der Horchprozeß (der allgemeine
          Horch-Service) abhorcht, oder stellt diese ein. Remote-Prozesse
          können mit dieser Adresse auf die durch diesen Horch-Prozeß ver-
          fügbaren Server zugreifen (siehe die Option -a weiter unten).

          Besteht die Adresse address nur aus einem Bindestrich ("-"), gibt
          nlsadmin die momentan konfigurierte Adresse aus, anstatt diese zu
          ändern. Wird eine Adresse geändert, so tritt dies sofort in
          Kraft.






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nlsadmin(1M)                                                   nlsadmin(1M)

     nlsadmin -t address netspec
          Ändert die Adresse, die der Horchprozeß nach Terminal-Service-
          Anforderungen abhorcht oder stellt diese ein. Ansonsten ist diese
          Option ähnlich wie die Option -l weiter oben. Eine Terminal-
          Service-Adresse sollte nur dann definiert werden, wenn die geeig-
          nete Remote-Anmeldesoftware verfügbar ist; ist dies der Fall, muß
          sie als Service-Code 1 konfiguriert sein (siehe die Option -a
          weiter unten).

     nlsadmin -i netspec
          Initialisiert einen Ableger des Horchprozesses für das unter
          netspec angegebene Netzwerk; d. h. erzeugt und initialisiert die
          vom Horchprozeß benötigten Dateien und startet diesen Ableger des
          Horchprozesses. Beachten Sie, daß ein spezieller Ableger des
          Horchprozesses nur einmal initialisiert werden sollte. Der Horch-
          prozeß muß vor der Zuweisung von Adressen oder Diensten initiali-
          siert werden.

     nlsadmin -a servicecode [-p modules] [-w name] -c cmd -y comment netspec
          Fügt einen neuen Dienst zu der Liste der Dienste hinzu, die über
          den angegebenen Horchprozeß verfügbar sind. servicecode ist der
          Code für den Dienst, cmd ist das Kommando, das als Reaktion auf
          diesen Service-Code aufgerufen werden soll. Es besteht aus dem
          vollständigen Pfadnamen des Servers und seinen Argumenten.
          comment ist eine kurze Beschreibung (für die kein spezielles For-
          mat festgelegt ist), und zwar desjenigen Dienstes, der in ver-
          schiedenen Berichten verwendet werden soll. Beachten Sie, daß cmd
          für die Shell als ein einziges Wort erscheinen muß; wenn cmd
          Argumente benötigt, müssen cmd und seine Argumente in Anführungs-
          zeichen stehen. Auch der unter comment aufgeführte Kommentar muß
          für die Shell als ein einziges Wort erscheinen. Wird ein Dienst
          hinzugefügt, so ist er zunächst aktiviert (siehe die Optionen -e
          und -d weiter unten).

          Service-Codes sind alphanumerische Zeichenketten und werden von
          AT&T verwaltet. Die numerischen Service-Codes 0 bis 100 sind für
          den internen Gebrauch im Horchprozeß reserviert. Der Service-Code
          0 ist dem nlps-Server zugewiesen. Dies ist der Server, der für
          die allgemeine Horchadresse aufgerufen wird. Code 1 ist dem
          Remote-Login-Service zugewiesen, der bei Verbindungen zu der
          Terminal-Loginadresse automatisch aufgerufen wird.

          Ist die Option -p angegeben, wird die Liste modules als Liste von
          STREAMS-Modulen interpretiert, die der Horchprozeß in den Stack
          schreiben muß, bevor der gerade hinzugefügte Dienst gestartet
          wird. Die Module werden in der angegebenen Reihenfolge in den
          Stack geschrieben. modules sollte eine Liste von Modulen sein,
          die jeweils durch Kommata voneinander getrennt sind, wobei keine
          Zwischenraumzeichen enthalten sind.

          Ist die Option -w angegeben, wird name als die Benutzerkennung
          aus /etc/passwd interpretiert, die der Horchprozeß suchen soll.


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nlsadmin(1M)                                                   nlsadmin(1M)

          Über die Benutzerkennung erhält der Horchprozeß die Benutzernum-
          mer, die Gruppennummer(n) und das HOME-Dateiverzeichnis, die der
          Server benutzen soll. Ist -w nicht angegeben, wird standardmäßig
          die Benutzerkennung listen verwendet.

          Für jedes Netzwerk, auf dem ein Dienst verfügbar sein soll, muß
          dieser Dienst explizit zum Horchprozeß hinzugefügt werden. Diese
          Operation wird normalerweise nur ausgeführt, wenn der Dienst auf
          einem Rechner installiert ist oder wenn die Liste der Dienste für
          ein neues Netzwerk zusammengestellt wird.

     nlsadmin -r servicecode netspec
          Löscht den Eintrag für den servicecode aus der Liste der Dienste
          dieses Horchprozesses. Dies wird normalerweise nur dann ausge-
          führt, wenn die Installation eines Dienstes auf einer Maschine
          rückgängig gemacht wird.

     nlsadmin -e servicecode netspec
     nlsadmin -d servicecode netspec
          Aktiviert (e = enable) bzw. deaktiviert (d = disable) den durch
          servicecode bezeichneten Dienst für das angegebene Netzwerk. Der
          Dienst muß zuvor zum Horchprozeß für dieses Netzwerk hinzugefügt
          worden sein (siehe die Option -a weiter oben). Wird ein Dienst
          deaktiviert, werden spätere Service-Anforderungen für diesen
          Dienst abgelehnt, aber bereits laufende Prozesse von davor
          gestarteten Service-Anforderungen werden unverändert weiterge-
          führt.

     nlsadmin -s netspec
     nlsadmin -k netspec
          Startet (s = start) bzw. beendet (k = kill) den Horchprozeß für
          das angegebene Netzwerk. Diese Operationen werden normalerweise
          als Teil der Prozeduren zum Hoch- und Herunterfahren des Systems
          ausgeführt. Ein Horchprozeß kann erst dann für ein Netzwerk
          gestartet werden, wenn er initialisiert wurde (siehe die Option
          -i weiter oben). Wird ein Horchprozeß beendet, werden bereits
          laufende Prozesse von davor gestarteten Service-Anforderungen
          unverändert weitergeführt.

     Mit der Service Access Facility (SAF) können mehrere Ableger des
     Horchprozesses auf einem einzigen unter netspec angegebenen Netzwerk
     aktiv sein. Bei den obigen Kommandos kann anstelle des Arguments
     netspec auch die Option -N portmonitortag verwendet werden. Dadurch
     wird die Marke angegeben, durch die die Service Access Facility einen
     Ableger des Horchprozesses identifiziert. Ist die Option -N nicht
     angegeben (d. h. netspec ist beim Aufruf angegeben), so wird voraus-
     gesetzt, daß die letzte Komponente von netspec die Marke des Horch-
     prozesses darstellt, für den die Operation durchgeführt wird. Es wird
     also angenommen, daß in einem unter netspec angegebenen Netzwerk min-
     destens ein Horchprozeß existiert und daß seine Marke mit der letzten
     Komponente von netspec übereinstimmt. Dieser Horchprozeß kann als
     Primär- oder Standard-Horchprozeß für eine spezielles unter netspec


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nlsadmin(1M)                                                   nlsadmin(1M)

     angegebenes Netzwerk angesehen werden.

     nlsadmin wird auch zusammen mit den Kommandos der Service Access Faci-
     lity benutzt. Dabei können die folgenden Kombinationen von Optionen
     verwendet werden:

     nlsadmin -V
          Schreibt die aktuelle Versionsnummer der Verwaltungsdatei des
          Horchprozesses in die Standardausgabe. Diese Angabe bildet einen
          Teil der sacadm-Kommandozeile, wenn sacadm ein Anschlußüberwa-
          chungsprogramm zum System hinzufügt.

     nlsadmin -c cmd | -o streamname [-p modules] [-A address | -D]
              [-R prognum:versnum]

          Formatiert die Informationen, die für das Anschlußüberwachungs-
          programm spezifisch sind und als Argument für pmadm(1M) benutzt
          werden sollen.

          Die Option -c gibt den vollständigen Pfadnamen des Servers und
          seine Argumente an. cmd muß für die Shell als ein einziges Wort
          erscheinen, die Argumente des Kommandos in ihrer Gesamtheit müs-
          sen in Anführungszeichen stehen.

          Die Option -o gibt den vollständigen Pfadnamen einer FIFO-Datei
          oder eines benannten STREAM an, über die die Verbindung zu einem
          permanenten Server tatsächlich hergestellt wird.

          Ist die Option-p angegeben, wird die Liste modules als Liste von
          STREAMS-Modulen interpretiert, die der Horchprozeß in den Stack
          schreiben muß, bevor der gerade hinzugefügte Dienst gestartet
          wird. Die Module werden in der angegebenen Reihenfolge in den
          Stack geschrieben. modules sollte eine Liste von Modulen sein,
          die jeweils durch Kommata voneinander getrennt sind, wobei keine
          Zwischenraumzeichen enthalten sind.

          Ist die Option -A angegeben, wird address als private Adresse des
          Servers interpretiert. Der Horchprozeß überwacht diese Adresse
          für den Dienst und leitet alle an dieser Adresse eintreffenden
          Anrufe an den angegebenen Dienst weiter. Diese Option darf nicht
          zusammen mit der Option -D benutzt werden.

          Ist die Option -D angegeben, wird dem Dienst eine private Adresse
          dynamisch zugewiesen, d. h. der Horchprozeß läßt den Transport-
          Service-Anbieter die Adresse aussuchen, und zwar jedesmal dann,
          wenn der Horchprozeß seine Arbeit für diesen Dienst aufnimmt. Bei
          RPC-Diensten (RPC = Remote Procedure Call) wird diese Option oft
          zusammen mit der Option -R benutzt, um die dynamisch zugewiesene
          Adresse in der rpcbind-Einrichtung einzutragen. Diese Option darf
          nicht zusammen mit der Option -A verwendet werden.

          Wird die Option -R angegeben, handelt es sich um einen RPC-


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nlsadmin(1M)                                                   nlsadmin(1M)

          Dienst, dessen Adresse, Programm- und Versionsnummer in der
          rpcbind-Einrichtung für diesen Transport-Service-Anbieter einge-
          tragen werden müssen. Dies geschieht immer dann, wenn der Horch-
          prozeß seine Arbeit für den Dienst aufnimmt. prognum und versnum
          sind die Programm- bzw. Versionsnummer des RPC-Dienstes.

     nlsadmin kann von jedem Benutzer aufgerufen werden und erzeugt dann
     Berichte. Alle Operationen, die den Status oder die Konfiguration
     eines Horchprozesses ändern, dürfen nur von einem dazu berechtigten
     Benutzer ausgeführt werden.

     Die Optionen, die für die Service Access Facility spezifisch sind,
     dürfen nicht zusammen mit anderen Option verwendet werden.

HINWEIS
     Dynamisch zugewiesene Adressen werden nicht wie statisch zugewiesene
     Adressen in Berichten angezeigt.

SIEHE AUCH
     listen(1M), pmadm(1M), rpcbind(1M), sacadm(1M).


































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