nfsstat(1M) nfsstat(1M)
NAME
nfsstat - Statistische Information über NFS und RPCs ausgeben
SYNTAX
/usr/bin/nfsstat [-cnrszT] [-M [node ...]]
BESCHREIBUNG
Mit diesem Kommando werden statistische Informationen ausgegeben über:
- Anzahl von gesendeten und empfangenen RPCs und dabei aufgetretenen
Fehlern. Es wird unterschieden zwischen den RPCs, die den Rechner
als Client und Server betreffen.
- Anzahl und Art von NFS-Aufrufen und auftretende Fehler. Auch hier
wird unterschieden zwischen Statistiken für den Rechner als Server
und Client.
Diese Informationen sind für RPCs der NFS-Version 2 und 3 abrufbar.
Außerdem können mit diesem Kommando oben genannte Informationen reini-
tialisiert werden.
Die Statistiken, die ausgegeben werden, zählen ab der letzten Reini-
tialisierung.
OPTIONEN
Keine Option angegeben:
Es werden alle statistischen Informationen ausgegeben. Eine Re-
initialisierung findet nicht statt.
-c Es werden nur Informationen über NFS bzw. RPC ausgegeben, die den
Rechner als Client-Rechner betreffen.
-n Es werden nur Informationen über NFS ausgegeben.
-r Es werden nur Informationen über RPC ausgegeben.
-s Es werden nur Informationen über NFS bzw. RPC ausgegeben, die den
Rechner als Server-Rechner betreffen.
-z Veranlaßt die Ausgabe und das anschließende Reinitialisieren (auf
0 setzen) der statistischen Information.
Die Informationen, die reinitialisiert werden sollen, können mit
einer der oben aufgeführten Optionen näher spezifiziert werden.
Wird keine Option angegeben, werden alle Informationen reinitia-
lisiert.
Die Informationen zum Zeitverbrauch werden durch diese Option
nicht reinitialisiert.
Seite 1 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
nfsstat(1M) nfsstat(1M)
-T Für jede NFS-Prozedur werden Informationen zum Zeitverbrauch aus-
gegeben.
-M Die Option -M ist nur innerhalb eines MESH-Verbunds wirksam. Sie
gibt statistische Informationen zu dem oder den in der Option
genannten Knoten aus.
Ist kein Knoten angegeben, werden statistische Informationen zu
allen Knoten ausgegeben.
BEISPIELE
Sie möchten sich alle statistischen Informationen über NFS und RPC
ausgeben lassen, die Ihren Rechner als Server- oder Client-Rechner
betreffen. Dazu geben Sie ein:
nfsstat
Das System gibt z. B. folgendes aus:
Server rpc:
calls badcalls nullrecv badlen xdrcall
850889 53 0 0 0
Server nfs version 2:
calls badcalls
593711 0
create fsstat getattr link lookup
6 0% 64536 10% 399705 67% 0 0% 110638 18%
mkdir null read readdir readlink
0 0% 46 0% 10032 1% 8480 1% 228 0%
remove rename rmdir root setattr
4 0% 0 0% 0 0% 0 0% 36 0%
symlink wrcache write
0 0% 0 0% 0 0%
Server nfs version 3:
calls badcalls
257150 0
access commit create fsinfo fsstat
0 0% 0 0% 6 0% 64824 25% 64848 25%
getattr link lookup mkdir mknod
10369 4% 0 0% 105936 41% 0 0% 0 0%
null pathconf read readdir readdirplus
54 0% 0 0% 584 0% 10495 4% 0 0%
readlink remove rename rmdir setattr
3 0% 16 0% 0 0% 0 0% 15 0%
symlink write
0 0% 0 0%
Seite 2 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
nfsstat(1M) nfsstat(1M)
Client rpc:
calls badcalls retrans badxid timeout
139673 57 150 5 207
wait newcred badverf timer toobig
0 0 0 180 0
nomem cantsend bufulock
0 0 22
Client nfs version 2:
calls badcalls nclget nclsleep
139657 41 139657 0
create fsstat getattr link lookup
51 0% 35095 25% 4126 2% 0 0% 92511 66%
mkdir null read readdir readlink
0 0% 0 0% 4486 3% 3185 2% 75 0%
remove rename rmdir root setattr
25 0% 0 0% 0 0% 0 0% 28 0%
symlink wrcache write
0 0% 0 0% 75 0%
Client nfs version 3:
calls badcalls nclget nclsleep
0 0 0 0
access commit create fsinfo fsstat
0 0% 0 0% 0 0% 0 0% 0 0%
getattr link lookup mkdir mknod
0 0% 0 0% 0 0% 0 0% 0 0%
null pathconf read readdir readdirplus
0 0% 0 0% 0 0% 0 0% 0 0%
readlink remove rename rmdir setattr
0 0% 0 0% 0 0% 0 0% 0 2800%
symlink write
0 0% 0 0%
Das Kommando liefert die folgenden Statistiken:
RPC-Statistiken (Server)
Unter Server rpc sind die Angaben über RPC-Aufrufe verzeichnet, die
der Rechner als Server empfangen hat. Es bedeutet:
calls Anzahl der empfangenen RPCs.
badcalls Anzahl der fehlerhaft empfangenen RPCs.
nullrecv Anzahl der Empfangsversuche, die aufgrund von internen
Speicherproblemen fehlschlugen.
badlen Anzahl der empfangenen RPCs mit zu geringer Länge.
xdrcall Anzahl der empfangenen RPCs, für die keine Quittung
erstellt werden konnte.
Seite 3 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
nfsstat(1M) nfsstat(1M)
RPC-Statistiken (Client)
Unter Client rpc sind die Angaben über RPC-Aufrufe verzeichnet, die
der Rechner als Client abgesetzt hat. Es bedeutet:
calls Anzahl der RPC-Aufrufe, die abgesetzt wurden.
badcalls Anzahl der RPC-Aufrufe, die nach dem Ablauf von retrans
[siehe mount(1M), Option retrans] nicht beantwortet wur-
den.
retrans Anzahl der, innerhalb eines Aufrufs, wiederholt gesende-
ten RPC-Pakete, die erforderlich sind, da keine oder
eine fehlerhafte Quittung empfangen wurde.
Sind bei retrans weniger als 5% von calls verzeichnet,
dann ist das normal.
badxid Anzahl der Quittungen für RPC-Pakete, die eingetroffen
sind, nachdem der RPC-Aufruf schon abgeschlossen war.
timeout Anzahl der, innerhalb eines Aufrufs, gesendeten RPC-
Pakete, die innerhalb einer bestimmten Zeit nicht beant-
wortet wurden [siehe mount(1M), Option timeo].
wait Anzahl der Aufrufe, bei denen auf interne Dateistruktu-
ren gewartet wurde.
newcred Anzahl der Authentifikationsparameter, die vom Server-
Rechner neu angefordert wurden.
badverf Anzahl der RPCs, für die die vom Server zurückgeschick-
ten Authentifikationsparameter ungültig waren (sollte
immer 0 sein).
timer Anzahl der RPCs, für die der Wiederholungs-Timer auf
einen Wert größer Minimalwert gesetzt wurde.
toobig Nicht verwendet, sollte immer 0 sein.
nomem Anzahl der RPCs, bei denen interne Speicherprobleme auf-
traten.
cantsend Anzahl der RPCs, die der Client nicht senden konnte.
bufulock Anzahl der RPCs, die bei der Freigabe von Ressourcen zu
Weckrufen an Prozesse führten, die auf die Ressourcen
warteten.
Seite 4 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
nfsstat(1M) nfsstat(1M)
NFS-Statistiken
Unter Server nfs bzw. Client nfs sind die Parameter verzeichnet, die
Informationen über NFS-Aufrufe enthalten. Es bedeutet:
calls Anzahl der NFS-Aufrufe, die gesendet wurden.
badcalls Anzahl der Aufrufe, die nach dem Ablauf von retrans
[siehe mount(1M), Option retrans] nicht befriedigt wur-
den.
nclget Angabe darüber, wie oft interne Datenstrukturen angefor-
dert wurden (nur als Client).
nclsleep Angabe darüber, wie oft bei nclget gewartet werden mußte
(nur als Client).
Die folgenden Parameter betreffen interne RPC-Aufrufe, die an einen
Rechner ergangen sind oder empfangen wurden. Es wird jeweils eine
absolute Zahl angegeben und ein Prozentwert. Es bedeutet (alphabetisch
sortiert):
NFS V2 und NFS V3:
create Eine Datei erzeugen.
fsstat Dateisystemstatistik.
getattr Attribute für einen Dateieintrag anfordern.
link Einfacher Verweis (hard link).
lookup Nach einem Dateieintrag suchen.
mkdir Ein Verzeichnis erzeugen.
null Keine Aktion (für Testzwecke).
read In einer Datei lesen.
readdir In einem Verzeichnis lesen.
readlink Von einem symbolischen Verweis lesen.
remove Eine Datei löschen.
rename Eine Datei umbenennen.
rmdir Verzeichnis löschen.
root Wird in dieser Version nicht mehr unterstützt (nur V2).
Seite 5 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
nfsstat(1M) nfsstat(1M)
setattr Attribute für einen Dateieintrag setzen.
symlink Symbolischer Verweis.
wrcache Wird in dieser Version nicht mehr unterstützt (nur V2).
write In einer Datei schreiben.
Nur NFS V3:
access Dateizugriffsrechte prüfen.
commit Schreibauftrag stabilisieren.
fsinfo Statische Dateisystem-Information holen.
fsstat Dynamische Dateisystem-Information holen.
mknod Gerätedatei erzeugen.
pathconf Informationen zur Pfad-Konfiguration einer Datei holen
(maximale Pfadlänge, maximale Anzahl Links usw.).
readdirplus Erweitertes Lesen eines Verzeichnisses gemäß NFS V3.
Informationen zum Zeitverbrauch
Bei Angabe der Option -T werden Informationen zum Zeitverbrauch für
jede NFS-Prozedur ausgegeben. Diese Informationen sind zum einen nach
Client und Server getrennt, zum anderen nach NFS V2 und V3.
Bei einem Prozeduraufruf aus der Sicht des Clients wird die Zeit nach
dem Absenden des Aufrufs bis zum Eintreffen der Serverantwort gemes-
sen. Bei einem Prozeduraufruf aus der Sicht des Servers wird die Zeit
vom Eintreffen des Clientauftrags bis nach dem Absenden der Antwort
gemessen.
Für jede NFS-Prozedur werden ausgegeben
- die Anzahl der Aufrufe (calls)
- die Anzahl der Aufrufe, die nicht innerhalb der vorgegebenen Zeit
beantwortet wurden (timeouts)
- die Durchschnittszeit pro Aufruf in Millisekunden (msec avg)
- die Gesamtzeit aller Aufrufe (in Sekunden)
- die Verteilung der Zeiten auf bestimmte Intervalle. Die Intervalle
sind prozedurspezifisch angeordnet, d. h. sie sind nicht für alle
Prozeduren gleich.
Seite 6 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
nfsstat(1M) nfsstat(1M)
Pro Intervall sind seine Obergrenze in Millisekunden angegeben
sowie die absolute Zahl und der prozentuale Anteil derjenigen Pro-
zeduraufrufe, deren Zeitverbrauch in das Intervall fällt. Dem höch-
sten Intervall werden auch Zeiten zugeschlagen, die es überschrei-
ten.
Die Informationen zum Zeitverbrauch werden durch die Option -z nicht
reinitialisiert.
Statistische Informationen innerhalb eines Reliant Cluster-Verbunds
Bei Angabe der Option -M werden statistische Informationen innerhalb
eines MESH-Verbunds ausgegeben.
Beispiele:
Die Ausgabe von nfsstat [options]-M innerhalb eines Reliant Cluster-
Systems entspricht der Summe der Ausgaben von nfsstat [options] auf
allen Knoten innerhalb eines MESH-Verbunds, die gerade laufen.
Die Ausgabe von nfsstat [options]-M node-1 auf einem Knoten innerhalb
eines Reliant Cluster-Systems entspricht der Ausgabe von nfsstat
[options] auf node-1, vorausgesetzt, node-1 befindet sich im selben
MESH-Verbund und läuft gerade.
Die Ausgabe von nfsstat [options]-M node-1 node-6 auf einem Knoten
innerhalb eines Reliant Cluster-Systems entspricht der Summe der Aus-
gaben von nfsstat [options] auf node-1 und node-6, vorausgesetzt,
beide befinden sich im selben MESH-Verbund und laufen gerade.
Seite 7 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98