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⇒ fsadm_vxfs(1M) — Reliant UNIX 5.44c4

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fsadm(1M)                          (VxFS)                         fsadm(1M)

NAME
     fsadm - Größenänderung oder Reorganisation von Veritas-Dateisystemen
     (VxFS)

SYNTAX
     fsadm [-F vxfs] [-b newsize] [-r rawdev] mountpoint

     fsadm [-F vxfs] [-E] mountpoint

     fsadm [-F vxfs] [-D] mountpoint

     fsadm [-F vxfs] [-e] [-E] [-s] [-v] [-l largesize] [-a days]
           [-t time] [-p passes] [-r rawdev] mountpoint

     fsadm [-F vxfs] [-d] [-D] [-s] [-v] [-a days] [-t time] [-p passes]
           [-r rawdev] mountpoint

BESCHREIBUNG
     Mit dem Dienstprogramm fsadm können administrative Aufgaben für ein
     Veritas-Dateisystem durchgeführt werden. Die aktuelle Version unter-
     stützt die Größenänderung von Dateisystemen, die Reorganisation von
     Speicherbereichen und Dateiverzeichnissen. Das Dienstprogramm fsadm
     arbeitet auf Dateisystemen, die mit Lese- und Schreibzugriff einge-
     hängt sind. Nur der Systemverwalter kann die Größe von Dateisystemen
     verändern oder Dateisysteme reorganisieren.

OPTIONEN
     -F vxfs       Gibt den Veritas-Dateisystemtyp an.

     -b newsize    Ändern der Größe eines Dateisystems auf den Wert newsize
                   in Sektoren.

     -D            Bericht über die Fragmentierung von Dateiverzeichnissen.
                   Zusammen mit der Option -d wird der Bericht zweimal aus-
                   gegeben, einmal vor und einmal nach der Reorganisation
                   der Dateiverzeichnisse.

     -E            Bericht über die Fragmentierung von Speicherbereichen.
                   Zusammen mit der Option -e wird der Bericht zweimal aus-
                   gegeben, einmal vor und einmal nach der Reorganisation
                   der Speicherbereiche.

     -d            Reorganisation von Dateiverzeichnissen. Die Verzeichnis-
                   einträge werden so organisiert, daß zuerst die Unterver-
                   zeichnisse und dann alle anderen Einträge in der Reihen-
                   folge des letzten Zugriffszeitpunkts angeordnet sind.
                   Außerdem wird das Verzeichnis komprimiert, um freien
                   Speicherplatz zu gewinnen.







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fsadm(1M)                          (VxFS)                         fsadm(1M)

     -e            Reorganisation von Speicherbereichen. Es wird versucht
                   die Fragmentierung zu minimieren. Dateien, auf die lange
                   nicht zugegriffen wurde, werden ans Ende der Zuweisungs-
                   einheit verschoben, um auf diese Weise freien Speicher-
                   platz zu gewinnen. Andere Dateien werden so reorgani-
                   siert, daß sie mit einer möglichst niedrigen Anzahl von
                   Speicherbereichen auskommen.

     -a days       Dateien, auf die seit days Tagen nicht zugegriffen
                   wurde, werden als "alte" Dateien betrachtet. Der Stan-
                   dardwert beträgt 14 Tage. Diese Dateien werden bei der
                   Sortierung der Verzeichnisse ans Ende der Zuweisungsein-
                   heit verschoben und bei der Reorganisation von Speicher-
                   bereichen speziell behandelt.

     -l largesize  Größenangabe in Dateisystemblöcken, ab der Dateien als
                   große Dateien betrachtet werden. Der Wert muß zwischen 8
                   und 2048 Blöcken liegen. Der Standardwert beträgt 64
                   Blöcke.

     -p passes     Maximale Anzahl der Durchläufe passes pro Aufruf. Der
                   Standardwert liegt bei fünf Durchläufen. Die Reorganisa-
                   tion wird solange durchgeführt bis sie komplett ist,
                   oder die angegebene Anzahl von Durchläufen erreicht
                   wurde.

     -r rawdev     Pfadname der benutzten Gerätedatei. Diese Option sollte
                   verwendet werden, wenn der Einhängepunkt oder das fsck-
                   Gerät für den Einhängepunkt nicht in der Datei
                   /etc/vfstab eingetragen sind.

     -t time       Maximale Dauer der Reorganisation. Die Reorganisation
                   wird solange durchgeführt bis sie komplett ist, oder die
                   angegebene Dauer überschritten wird. Die Angabe time
                   erfolgt in Sekunden.

     -s            Gibt eine Zusammenfassung der Aktivitäten für jeden
                   Durchlauf aus.

     -v            Auflisten. Ausgabe der Aktivitäten bei der Reorganisa-
                   tion.

     Die Optionen -b, -D, -E, -d und -e legen fest, welche Funktion ausge-
     führt wird. Mindestens eine Option muß angegeben werden. Die Option -b
     kann nicht verwendet werden, wenn eine der anderen Optionen angegeben
     wird. Wenn sowohl -e als auch -d angegeben werden, wird die Reorgani-
     sation der Dateiverzeichnisse als erstes durchgeführt. Die Reorganisa-
     tion der Speicherbereiche wird erst nach Beendigung der
     Dateiverzeichnis-Reorganisation eingeleitet.





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fsadm(1M)                          (VxFS)                         fsadm(1M)

     Um eine optimale Leistung zu erreichen, muß der Zuweisungsmechanismus
     für Speicherbereiche im Systemkern in der Lage sein, große Speicherbe-
     reiche zu finden, wenn er sie benötigt. Deshalb sollte das fsadm
     Dienstprogramm zur Reduzierung der Fragmentierung regelmäßig auf alle
     Veritas-Dateisysteme angewendet werden. Das Dienstprogramm fsadm
     sollte zwischen einmal pro Tag und einmal pro Monat auf alle Dateisy-
     steme angewandt werden. Die Häufigkeit hängt vom Gebrauch des und den
     Aktivitäten im Dateisystem sowie der gewünschten Performance ab. Mit
     der Option -v können die vom Dienstprogramm fsadm verrichteten Verwal-
     tungsaufgaben mitverfolgt werden. Als Maßstab für die Häufigkeit der
     Reorganisation kann die Fragmentierung der Dateisysteme genommen wer-
     den.

     Mit zwei Optionen können die Verwaltungsaufgaben des Dienstprogramms
     fsadm kontrolliert werden. Die Option -t wird verwendet, um die maxi-
     male Dauer eines Durchlaufs festzulegen. Die Option -p gibt die maxi-
     male Anzahl an Durchläufen an. Wenn beide Optionen angegeben werden,
     wird bei Erfüllung einer Endebedingung das Dienstprogramm abgebrochen.
     Als Standardeinstellung sind zwei Durchläufe vorgesehen. Wurden sowohl
     die Option -e als auch die Option -d angegeben, werden die Durchläufe
     für die Speicherbereichs-Reorganisation vor denen der
     Dateiverzeichnis-Reorganisation durchgeführt.

     Das Dienstprogramm fsadm benutzt die Datei .fsadm im Dateiverzeichnis
     lost+found als Sperrdatei. Wird fsadm aufgerufen, wird die Datei
     lost+found/.fsadm im Wurzeldateiverzeichnis des durch mountpoint
     bestimmten Dateisystems geöffnet. Wenn die Datei noch nicht vorhanden
     ist, wird sie angelegt. Der Systemaufruf fcntl(2) wird dazu benutzt,
     eine Schreibsperre für die Datei zu erzeugen. Gelingt es nicht, eine
     Schreibsperre anzulegen, wird fsadm beendet. Der Grund dafür ist, daß
     ein vorangegangener Aufruf von fsadm das Dateisystem bearbeitet. fsadm
     gibt die Prozeßnummer des Prozesses aus, der die Schreibsperre für die
     Datei .fsadm hält.

   Ändern der Größe eines Dateisystems
     Wenn die Option -b angegeben wird, ändert das Dienstprogramm fsadm die
     Größe des Dateisystems, das am Einhängepunkt mountpoint eingehängt
     ist. Ist der Wert für newsize größer als die aktuelle Größe des Datei-
     systems, wird das Dateisystem auf newsize Sektoren erweitert. Analog
     dazu wird der Versuch unternommen, das Dateisystem auf newsize Sekto-
     ren zu verkleinern, wenn die aktuelle Größe des Dateisystems über dem
     Wert newsize liegt.

     Die Reduzierung der Größe kann mißlingen, wenn Dateisystemressourcen
     in den Sektoren liegen, die dem Dateisystem entzogen werden sollen. In
     diesem Fall kann eine Reorganisation helfen, diese Ressourcen freizu-
     machen, damit bei einem weiteren Versuch die Größe reduziert werden
     kann.






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fsadm(1M)                          (VxFS)                         fsadm(1M)

   Reorganisation von Dateiverzeichnissen
     Wenn die Option -d angegeben wird, reorganisiert das Dienstprogramm
     fsadm die Dateiverzeichnisse des Dateisystems, das am Einhängepunkt
     mountpoint eingehängt ist. Die Dateiverzeichnisse werden auf zwei
     Arten reorganisiert, zum einen durch Komprimierung und zum anderen
     durch Sortieren.

     Zum Komprimieren werden die Einträge im Dateiverzeichnis an den Anfang
     verlegt und der frei gewordene Speicherplatz am Ende des Dateiver-
     zeichnisses zusammengefaßt. Wenn im letzten Block des Dateiverzeich-
     nisses keine Einträge sind, wird der Block freigegeben und die Göße
     des Dateiverzeichnisses verkleinert. Wenn die Verzeichniseinträge
     klein genug sind, wird das Dateiverzeichnis in den unmittelbaren
     Datenbereich der I-Node verlegt.

     Die Einträge im Dateiverzeichnis werden außerdem sortiert, um den
     Zugriff auf die Pfadnamen zu verbessern. Die Einträge werden nach dem
     letzten Zugriffsdatum sortiert. Die Option -a wird dazu verwendet, ein
     Zeitintervall anzugeben. Als Voreinstellung gilt ein Wert von sieben
     Tagen. Das Zeitintervall wird in 128 Einheiten aufgeteilt und alle
     Zeitpunkte in der gleichen Einheit werden als gleichwertig betrachtet.
     Alle Zugriffszeiten, die älter als das Zeitintervall sind, werden
     ebenfalls gleichbehandelt. Diese Einträge werden als letztes angeord-
     net. Die Einträge für Unterverzeichnisse werden an den Anfang des Ver-
     zeichnisses gesetzt und symbolische Verweise werden, zusammen mit den
     Dateien, auf die zuletzt zugegriffen wurde, direkt danach plaziert.

     Die Verzeichnis-Reorganisation wird in verschiedenen Durchläufen auf
     das Dateisystem angewandt. Bei jedem Durchlauf wird für alle betroffe-
     nen Verzeichnisse eine Sortierung durchgeführt. Nachdem ein Durchlauf
     für jede I-Node beendet ist, kehrt das Dienstprogramm fsadm zum Anfang
     des Dateisystems zurück und startet den nächsten Durchlauf. Der erste
     Durchlauf führt die erste Sortierung für alle Verzeichnisse, die einen
     oder mehr Blöcke belegen, durch. Der zweite Durchlauf führt eine
     zweite Sortierung für alle Verzeichnisse, die zwei oder mehr Blöcke
     belegen, durch. Jeder erfolgreiche Durchlauf wird auf die immer größer
     werdenden Verzeichnisse beschränkt. Nach drei Durchläufen sind alle
     Verzeichnisse, die drei oder weniger Blöcke belegen, komplett sor-
     tiert. Nach vier Durchläufen sind alle Verzeichnisse, die vier oder
     weniger Blöcke belegen, komplett sortiert, usw.














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fsadm(1M)                          (VxFS)                         fsadm(1M)

   Reorganisation von Speicherbereichen
     Wenn die Option -e angegeben wird, reorganisiert das Dienstprogramm
     fsadm die Speicherbereiche des Dateisystems, das am Einhängepunkt
     mountpoint eingehängt ist. Das Ziel der Speicherbereichs-
     Reorganisation ist die Defragmentierung des Dateisystems.

     Um die Fragmentierung zu vermindern, wird mit der Reorganisation ver-
     sucht, alle kleine Dateien in einem zusammenhängenden Speicherbereich
     anzuordnen. Mit der Option -l wird festgelegt, ab welcher Größe eine
     Datei als groß behandelt wird. Der Standardwert ist 64 Blöcke. Außer-
     dem wird versucht, die großen Dateien in größeren Speicherbereichen
     von mindestens 64 Blöcken anzuordnen. Durch diese Maßnahme kann auch
     insgesamt die Leistung verbessert werden. Kleine Dateien können mit
     einer E/A-Operation gelesen oder geschrieben werden. Große Dateien
     können dem zeichenorientierten Plattenzugriff für sequentielle E/A-
     Operationen nahekommen.

     Die Speicherbereichs-Reorganisation versucht auch die Verweise im
     Dateisystem zu optimieren. Die Dateien werden in die gleiche Zuwei-
     sungseinheit, die auch ihre I-Nodes enthalten, verlegt. In der Zuwei-
     sungseinheit selbst werden kleine Dateien und Verzeichnisse an den
     Anfang der Zuweisungseinheit verschoben. Große und selten verwendete
     Dateien werden dagegen ans Ende der Zuweisungseinheit verschoben. Eine
     Datei wird als selten verwendet betrachtet, wenn der letzte Zugriff
     auf die I-Node vor mehr als 14 Tagen stattfand. Die Zeitspanne kann
     mit der Option -a verändert werden. Diese Reorganisation sollte durch
     die Zusammenlegung von I-Nodes und häufig genutzten Daten zu besseren
     Durchschnittswerten beim Zugriff führen.

     Das Dienstprogramm fsadm versucht, diese Reorganisationen für alle I-
     Nodes im Dateisystem durchzuführen. Jeder Durchlauf bringt das Datei-
     system einer optimalen Organisation näher. Mit dem ersten Durchlauf
     wird eine Datei vielleicht in einem zusammenhängenden Speicherbereich
     untergebracht. Im zweiten Durchlauf könnte die Datei zusammen mit
     ihrer I-Node in die gleiche Zuweisungseinheit verschoben werden.
     Schließlich könnte bei einem dritten Durchlauf eine Datei aus einer
     anderen Zuweisungseinheit den freigewordenen Platz aus dem zweiten
     Durchlauf einnehmen.

HINWEISE
     fsadm wird entweder als /etc/fs/vxfs/fsadm oder /usr/lib/fs/vxfs/fsadm
     aufgerufen. In Zukunft wird der gleiche Aufrufmechanismus wie bei
     anderen dateisystem-spezifischen Dienstprogrammen verwendet.

DATEIEN
     lost+found/.fsadm             Sperrdatei

SIEHE AUCH
     mkfs(1M-vxfs), fcntl(2), fs(4-vxfs), vxfsio(7).





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