fsadm(1M) (VxFS) fsadm(1M)
NAME
fsadm - Größenänderung oder Reorganisation von Veritas-Dateisystemen
(VxFS)
SYNTAX
fsadm [-F vxfs] [-b newsize] [-r rawdev] mountpoint
fsadm [-F vxfs] [-E] mountpoint
fsadm [-F vxfs] [-D] mountpoint
fsadm [-F vxfs] [-e] [-E] [-s] [-v] [-l largesize] [-a days]
[-t time] [-p passes] [-r rawdev] mountpoint
fsadm [-F vxfs] [-d] [-D] [-s] [-v] [-a days] [-t time] [-p passes]
[-r rawdev] mountpoint
BESCHREIBUNG
Mit dem Dienstprogramm fsadm können administrative Aufgaben für ein
Veritas-Dateisystem durchgeführt werden. Die aktuelle Version unter-
stützt die Größenänderung von Dateisystemen, die Reorganisation von
Speicherbereichen und Dateiverzeichnissen. Das Dienstprogramm fsadm
arbeitet auf Dateisystemen, die mit Lese- und Schreibzugriff einge-
hängt sind. Nur der Systemverwalter kann die Größe von Dateisystemen
verändern oder Dateisysteme reorganisieren.
OPTIONEN
-F vxfs Gibt den Veritas-Dateisystemtyp an.
-b newsize Ändern der Größe eines Dateisystems auf den Wert newsize
in Sektoren.
-D Bericht über die Fragmentierung von Dateiverzeichnissen.
Zusammen mit der Option -d wird der Bericht zweimal aus-
gegeben, einmal vor und einmal nach der Reorganisation
der Dateiverzeichnisse.
-E Bericht über die Fragmentierung von Speicherbereichen.
Zusammen mit der Option -e wird der Bericht zweimal aus-
gegeben, einmal vor und einmal nach der Reorganisation
der Speicherbereiche.
-d Reorganisation von Dateiverzeichnissen. Die Verzeichnis-
einträge werden so organisiert, daß zuerst die Unterver-
zeichnisse und dann alle anderen Einträge in der Reihen-
folge des letzten Zugriffszeitpunkts angeordnet sind.
Außerdem wird das Verzeichnis komprimiert, um freien
Speicherplatz zu gewinnen.
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fsadm(1M) (VxFS) fsadm(1M)
-e Reorganisation von Speicherbereichen. Es wird versucht
die Fragmentierung zu minimieren. Dateien, auf die lange
nicht zugegriffen wurde, werden ans Ende der Zuweisungs-
einheit verschoben, um auf diese Weise freien Speicher-
platz zu gewinnen. Andere Dateien werden so reorgani-
siert, daß sie mit einer möglichst niedrigen Anzahl von
Speicherbereichen auskommen.
-a days Dateien, auf die seit days Tagen nicht zugegriffen
wurde, werden als "alte" Dateien betrachtet. Der Stan-
dardwert beträgt 14 Tage. Diese Dateien werden bei der
Sortierung der Verzeichnisse ans Ende der Zuweisungsein-
heit verschoben und bei der Reorganisation von Speicher-
bereichen speziell behandelt.
-l largesize Größenangabe in Dateisystemblöcken, ab der Dateien als
große Dateien betrachtet werden. Der Wert muß zwischen 8
und 2048 Blöcken liegen. Der Standardwert beträgt 64
Blöcke.
-p passes Maximale Anzahl der Durchläufe passes pro Aufruf. Der
Standardwert liegt bei fünf Durchläufen. Die Reorganisa-
tion wird solange durchgeführt bis sie komplett ist,
oder die angegebene Anzahl von Durchläufen erreicht
wurde.
-r rawdev Pfadname der benutzten Gerätedatei. Diese Option sollte
verwendet werden, wenn der Einhängepunkt oder das fsck-
Gerät für den Einhängepunkt nicht in der Datei
/etc/vfstab eingetragen sind.
-t time Maximale Dauer der Reorganisation. Die Reorganisation
wird solange durchgeführt bis sie komplett ist, oder die
angegebene Dauer überschritten wird. Die Angabe time
erfolgt in Sekunden.
-s Gibt eine Zusammenfassung der Aktivitäten für jeden
Durchlauf aus.
-v Auflisten. Ausgabe der Aktivitäten bei der Reorganisa-
tion.
Die Optionen -b, -D, -E, -d und -e legen fest, welche Funktion ausge-
führt wird. Mindestens eine Option muß angegeben werden. Die Option -b
kann nicht verwendet werden, wenn eine der anderen Optionen angegeben
wird. Wenn sowohl -e als auch -d angegeben werden, wird die Reorgani-
sation der Dateiverzeichnisse als erstes durchgeführt. Die Reorganisa-
tion der Speicherbereiche wird erst nach Beendigung der
Dateiverzeichnis-Reorganisation eingeleitet.
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Um eine optimale Leistung zu erreichen, muß der Zuweisungsmechanismus
für Speicherbereiche im Systemkern in der Lage sein, große Speicherbe-
reiche zu finden, wenn er sie benötigt. Deshalb sollte das fsadm
Dienstprogramm zur Reduzierung der Fragmentierung regelmäßig auf alle
Veritas-Dateisysteme angewendet werden. Das Dienstprogramm fsadm
sollte zwischen einmal pro Tag und einmal pro Monat auf alle Dateisy-
steme angewandt werden. Die Häufigkeit hängt vom Gebrauch des und den
Aktivitäten im Dateisystem sowie der gewünschten Performance ab. Mit
der Option -v können die vom Dienstprogramm fsadm verrichteten Verwal-
tungsaufgaben mitverfolgt werden. Als Maßstab für die Häufigkeit der
Reorganisation kann die Fragmentierung der Dateisysteme genommen wer-
den.
Mit zwei Optionen können die Verwaltungsaufgaben des Dienstprogramms
fsadm kontrolliert werden. Die Option -t wird verwendet, um die maxi-
male Dauer eines Durchlaufs festzulegen. Die Option -p gibt die maxi-
male Anzahl an Durchläufen an. Wenn beide Optionen angegeben werden,
wird bei Erfüllung einer Endebedingung das Dienstprogramm abgebrochen.
Als Standardeinstellung sind zwei Durchläufe vorgesehen. Wurden sowohl
die Option -e als auch die Option -d angegeben, werden die Durchläufe
für die Speicherbereichs-Reorganisation vor denen der
Dateiverzeichnis-Reorganisation durchgeführt.
Das Dienstprogramm fsadm benutzt die Datei .fsadm im Dateiverzeichnis
lost+found als Sperrdatei. Wird fsadm aufgerufen, wird die Datei
lost+found/.fsadm im Wurzeldateiverzeichnis des durch mountpoint
bestimmten Dateisystems geöffnet. Wenn die Datei noch nicht vorhanden
ist, wird sie angelegt. Der Systemaufruf fcntl(2) wird dazu benutzt,
eine Schreibsperre für die Datei zu erzeugen. Gelingt es nicht, eine
Schreibsperre anzulegen, wird fsadm beendet. Der Grund dafür ist, daß
ein vorangegangener Aufruf von fsadm das Dateisystem bearbeitet. fsadm
gibt die Prozeßnummer des Prozesses aus, der die Schreibsperre für die
Datei .fsadm hält.
Ändern der Größe eines Dateisystems
Wenn die Option -b angegeben wird, ändert das Dienstprogramm fsadm die
Größe des Dateisystems, das am Einhängepunkt mountpoint eingehängt
ist. Ist der Wert für newsize größer als die aktuelle Größe des Datei-
systems, wird das Dateisystem auf newsize Sektoren erweitert. Analog
dazu wird der Versuch unternommen, das Dateisystem auf newsize Sekto-
ren zu verkleinern, wenn die aktuelle Größe des Dateisystems über dem
Wert newsize liegt.
Die Reduzierung der Größe kann mißlingen, wenn Dateisystemressourcen
in den Sektoren liegen, die dem Dateisystem entzogen werden sollen. In
diesem Fall kann eine Reorganisation helfen, diese Ressourcen freizu-
machen, damit bei einem weiteren Versuch die Größe reduziert werden
kann.
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Reorganisation von Dateiverzeichnissen
Wenn die Option -d angegeben wird, reorganisiert das Dienstprogramm
fsadm die Dateiverzeichnisse des Dateisystems, das am Einhängepunkt
mountpoint eingehängt ist. Die Dateiverzeichnisse werden auf zwei
Arten reorganisiert, zum einen durch Komprimierung und zum anderen
durch Sortieren.
Zum Komprimieren werden die Einträge im Dateiverzeichnis an den Anfang
verlegt und der frei gewordene Speicherplatz am Ende des Dateiver-
zeichnisses zusammengefaßt. Wenn im letzten Block des Dateiverzeich-
nisses keine Einträge sind, wird der Block freigegeben und die Göße
des Dateiverzeichnisses verkleinert. Wenn die Verzeichniseinträge
klein genug sind, wird das Dateiverzeichnis in den unmittelbaren
Datenbereich der I-Node verlegt.
Die Einträge im Dateiverzeichnis werden außerdem sortiert, um den
Zugriff auf die Pfadnamen zu verbessern. Die Einträge werden nach dem
letzten Zugriffsdatum sortiert. Die Option -a wird dazu verwendet, ein
Zeitintervall anzugeben. Als Voreinstellung gilt ein Wert von sieben
Tagen. Das Zeitintervall wird in 128 Einheiten aufgeteilt und alle
Zeitpunkte in der gleichen Einheit werden als gleichwertig betrachtet.
Alle Zugriffszeiten, die älter als das Zeitintervall sind, werden
ebenfalls gleichbehandelt. Diese Einträge werden als letztes angeord-
net. Die Einträge für Unterverzeichnisse werden an den Anfang des Ver-
zeichnisses gesetzt und symbolische Verweise werden, zusammen mit den
Dateien, auf die zuletzt zugegriffen wurde, direkt danach plaziert.
Die Verzeichnis-Reorganisation wird in verschiedenen Durchläufen auf
das Dateisystem angewandt. Bei jedem Durchlauf wird für alle betroffe-
nen Verzeichnisse eine Sortierung durchgeführt. Nachdem ein Durchlauf
für jede I-Node beendet ist, kehrt das Dienstprogramm fsadm zum Anfang
des Dateisystems zurück und startet den nächsten Durchlauf. Der erste
Durchlauf führt die erste Sortierung für alle Verzeichnisse, die einen
oder mehr Blöcke belegen, durch. Der zweite Durchlauf führt eine
zweite Sortierung für alle Verzeichnisse, die zwei oder mehr Blöcke
belegen, durch. Jeder erfolgreiche Durchlauf wird auf die immer größer
werdenden Verzeichnisse beschränkt. Nach drei Durchläufen sind alle
Verzeichnisse, die drei oder weniger Blöcke belegen, komplett sor-
tiert. Nach vier Durchläufen sind alle Verzeichnisse, die vier oder
weniger Blöcke belegen, komplett sortiert, usw.
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Reorganisation von Speicherbereichen
Wenn die Option -e angegeben wird, reorganisiert das Dienstprogramm
fsadm die Speicherbereiche des Dateisystems, das am Einhängepunkt
mountpoint eingehängt ist. Das Ziel der Speicherbereichs-
Reorganisation ist die Defragmentierung des Dateisystems.
Um die Fragmentierung zu vermindern, wird mit der Reorganisation ver-
sucht, alle kleine Dateien in einem zusammenhängenden Speicherbereich
anzuordnen. Mit der Option -l wird festgelegt, ab welcher Größe eine
Datei als groß behandelt wird. Der Standardwert ist 64 Blöcke. Außer-
dem wird versucht, die großen Dateien in größeren Speicherbereichen
von mindestens 64 Blöcken anzuordnen. Durch diese Maßnahme kann auch
insgesamt die Leistung verbessert werden. Kleine Dateien können mit
einer E/A-Operation gelesen oder geschrieben werden. Große Dateien
können dem zeichenorientierten Plattenzugriff für sequentielle E/A-
Operationen nahekommen.
Die Speicherbereichs-Reorganisation versucht auch die Verweise im
Dateisystem zu optimieren. Die Dateien werden in die gleiche Zuwei-
sungseinheit, die auch ihre I-Nodes enthalten, verlegt. In der Zuwei-
sungseinheit selbst werden kleine Dateien und Verzeichnisse an den
Anfang der Zuweisungseinheit verschoben. Große und selten verwendete
Dateien werden dagegen ans Ende der Zuweisungseinheit verschoben. Eine
Datei wird als selten verwendet betrachtet, wenn der letzte Zugriff
auf die I-Node vor mehr als 14 Tagen stattfand. Die Zeitspanne kann
mit der Option -a verändert werden. Diese Reorganisation sollte durch
die Zusammenlegung von I-Nodes und häufig genutzten Daten zu besseren
Durchschnittswerten beim Zugriff führen.
Das Dienstprogramm fsadm versucht, diese Reorganisationen für alle I-
Nodes im Dateisystem durchzuführen. Jeder Durchlauf bringt das Datei-
system einer optimalen Organisation näher. Mit dem ersten Durchlauf
wird eine Datei vielleicht in einem zusammenhängenden Speicherbereich
untergebracht. Im zweiten Durchlauf könnte die Datei zusammen mit
ihrer I-Node in die gleiche Zuweisungseinheit verschoben werden.
Schließlich könnte bei einem dritten Durchlauf eine Datei aus einer
anderen Zuweisungseinheit den freigewordenen Platz aus dem zweiten
Durchlauf einnehmen.
HINWEISE
fsadm wird entweder als /etc/fs/vxfs/fsadm oder /usr/lib/fs/vxfs/fsadm
aufgerufen. In Zukunft wird der gleiche Aufrufmechanismus wie bei
anderen dateisystem-spezifischen Dienstprogrammen verwendet.
DATEIEN
lost+found/.fsadm Sperrdatei
SIEHE AUCH
mkfs(1M-vxfs), fcntl(2), fs(4-vxfs), vxfsio(7).
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