eqn(1M) eqn(1M)
NAME
eqn, neqn, checkeq - Mathematische Formeln für Fotosatzgeräte
SYNTAX
eqn [-dxy] [-pn] [-sn] [-fn] [-Tdev] [-] [file] ...
neqn [-dxy] [-pn] [-sn] [-fn] [-] [file] ...
checkeq [file] ...
BESCHREIBUNG
Die Kommandos eqn und neqn sind Präprozessoren, mit denen Gleichungen
und mathematische Formeln erzeugt werden können. eqn ist ein Präpro-
zessor für troff(1M), der für Geräte vorgesehen ist, mit denen Ausga-
ben von troff gedruckt werden können. neqn ist ein Präprozessor für
nroff(1M), der für die Verwendung mit Terminals vorgesehen ist (siehe
auch die Ergebnisse in dieser Man-Page).
checkeq überprüft und meldet unpaarige Begrenzungszeichen und
.EQ/.EN-Kombinationen.
Wenn Sie file nicht oder - als das letzte Argument angeben, liest eqn
von der Standard-Eingabe. Eine Zeile, die mit .EQ beginnt, markiert
den Anfang einer Gleichung; das Ende der Gleichung wird durch eine
Zeile markiert, die mit .EN beginnt. Diese Zeilen werden nicht geän-
dert. Sie können also in Makropaketen definiert werden, um Text zu
zentrieren, zu numerieren usw. Es können auch zwei Zeichen als Begren-
zungszeichen angegeben werden. Aufeinanderfolgender Text zwischen
Begrenzungszeichen wird als eqn-Eingabe aufgefaßt.
OPTIONEN
-dxy Legt das linke und das rechte Begrenzungszeichen für Gleichun-
gen mit dem Kommandozeilenargument als x und y fest. Sie können
aber auch delimxy zwischen .EQ und .EN angeben. Letzteres ist
die häufigere Variante. Als linkes und rechtes Begrenzungszei-
chen können die gleichen Zeichen verwendet werden. Durch die
Angabe von delim off können Sie die Begrenzungszeichen deakti-
vieren. Nur der Text, der zwischen den Begrenzungszeichen oder
zwischen .EQ und .EN steht, wird bearbeitet.
-fn Ändert die Schriftart im Dokument global in n. Mit der Anwei-
sung gfont kann die Schriftart im Hauptteil des Dokuments glo-
bal geändert werden.
-pn Verkleinert Exponenten und Indizes um n Punkt. Wird die Option
-p nicht angegeben, werden Exponenten und Indizes 3 Punkt klei-
ner als die zugehörigen Zeichen dargestellt.
-sn Setzt die Schriftgröße für Gleichungen im Dokument global auf n
Punkt. Mit der Anweisung gsize kann die Punktgröße auch im
Hauptteil des Dokuments geändert werden.
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-Tdev Bereitet die Ausgabe für das Gerät dev vor. Wird die Option -T
nicht angegeben, ermittelt eqn anhand der Umgebungsvariablen
TYPESETTER das zu verwendende Ausgabegerät. Wird diese Variable
nicht in der Umgebung gefunden, wird ein systemabhängiges Stan-
dardgerät angenommen. Bei der Verwendung von neqn ist diese
Option nicht verfügbar.
ANWENDUNGSZWECK
eqn-Sprache
Token in eqn werden durch geschweifte Klammern, doppelte Anführungs-
zeichen, Tilden, Zirkumflexe, Leer-, Tabulator-, und Zeilenvorschubs-
zeichen (SPACE, TAB bzw. NEWLINE) voneinander getrennt. Geschweifte
Klammern {} werden zum Gruppieren verwendet. Sie können an jeder
Stelle, an der Sie ein einzelnes Zeichen, beispielsweise x, verwenden,
statt dieses Zeichens eine komplizierte, in geschweiften Klammern ein-
geschlossene Konstruktion verwenden. Die Tilde (~) ergibt in der Aus-
gabe ein Leerzeichen (SPACE), das dem normalen Wortabstand im Text ent-
spricht, ein Zirkumflex (^) ergibt die Hälfte eines Leerzeichens.
Exponenten und Indizes werden über die Schlüsselwörter sub und sup
erzeugt. 'x sub i' erzeugt also xi
2
'a sub i sup 2' erstellt ai
und 'e sup {x sup 2 + y sup 2}' ergibt ex2+y2.
a
Brüche werden über over erzeugt: 'a over b' ergibt b
sqrt erstellt Quadratwurzeln: '1 over down 10 sqrt {ax sup 2 +bx+c}'
ergibt
_____1____
________
\|ax2+bx+c
Obwohl mit eqn die meisten Zeichen auf dem Papier korrekt positioniert
werden, muß die Ausrichtung der Ausgabe in einigen Fällen korrigiert
werden. Im obigen Beispiel wurde mit der lokalen Bewegung down 10 der
Abstand zwischen der Quadratwurzel und der Zeile darüber vergrößert.
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Die Schlüsselwörter from und to geben Ober- und Untergrenzen für ver-
schiedene Zeichen an:
n
lim ≳xi
n->oo0
wird mit 'lim from {n-> inf } sum from 0 to n x sub i' erstellt.
Linke und rechte eckige Klammern und geschweifte Klammern usw. in der
jeweils richtigen Höhe werden mit left und right erzeugt:
'P~=~R~left [ 1^-^{1+i sup n } over alpha right ]' ergibt
|
| 1+in|
P = R |1- α |
|
Die Angabe von right ist optional. Nach der Angabe von left und right
sind geschweifte Klammern, eckige Klammern, Balken sowie die Zeichen c
für "ceiling" und f für "floor" und "" für keine Angabe (sinnvoll,
wenn nur eine rechte eckige Klammer erforderlich ist) zulässig.
Vertikale Spalten werden mit pile, lpile, cpile und rpile erzeugt:
'pile {a above b above c}' erzeugt
a
b
c
Diese Spalten können eine beliebige Anzahl Elemente enthalten. lpile
erzeugt linksbündig ausgerichtete Spalten, pile und cpile erzeugen
zentrierte Spalten mit unterschiedlichem vertikalem Zwischenraum, und
rpile erzeugt rechtsbündig ausgerichtete Spalten.
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Matrizen werden mit matrix erstellt:
left ( matrix {
ccol { a sub 1 above a sub 2 }
ccol { c sup 2 above d sup 2 }
} right )
erzeugt
( )
|a1 c2|
| |
|a2 d2|
( )
Außerdem gibt es das Schlüsselwort rcol, mit dem nebeneinanderstehende
Spalten auch horizontal rechtsbündig ausgerichtet werden.
Diakritische Zeichen werden mit dot, dotdot, hat, tilde, bar, vec,
dyad und under erzeugt:
. ____
'x dot = f(t) bar' ergibt x=f(t),
..
'y dotdot bar ~=~ n under' ergibt y = n und
_ _
'x vec ~=~ y dyad' ergibt x = y
Sie können Schriftgrößen und Schriftarten mit den Angaben size n oder
size ±n, roman, italic, bold und font n ändern. Durch die Angabe von
gsize n und gfont n können Sie die Schriftgrößen und Schriftarten glo-
bal für ein Dokument ändern. Sie können hierfür auch die Kommandozei-
lenargumente -sn und -fn verwenden.
Aufeinanderfolgende Formeln können übereinander ausgerichtet werden.
Markieren Sie hierzu mit mark eine beliebige Stelle der ersten Glei-
chung. Markieren Sie dann in der nachfolgenden Formel mit lineup die
Stelle, die auf die markierte horizontale Position ausgerichtet werden
soll.
Über das Schlüsselwort define können Sie bestehende Schlüsselwörter
umdefinieren oder ihnen Kürzel zuweisen:
define thing % replacement %
definiert ein neues Token thing, das bei späterem Auftreten durch
replacement ersetzt wird. Für % können Sie ein beliebiges Zeichen
angeben, vorausgesetzt, es ist nicht in replacement enthalten.
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Schlüsselwörter wie sum (≳), int (∫), inf (oo) und Kürzel wie >= (>),
-> (->) und != (≠) werden erkannt. Griechische Buchstaben werden als
Namen eingegeben, beispielsweise alpha oder GAMMA. Mathematische
Begriffe wie sin, cos und log werden automatisch in der Schriftart
Roman dargestellt. Die aus vier Zeichen bestehenden troff(1M)-Escape-
Sequenzen wie \(dd (‡) können an beliebiger Stelle verwendet werden.
Zwischen doppelten Anführungszeichen stehende Zeichenketten "..." wer-
den nicht verändert. Dies ermöglicht die Eingabe von Schlüsselwörtern
als Text. Diese Schlüsselwörter können für die Kommunikation mit troff
verwendet werden, wenn alle anderen Möglichkeiten fehlschlagen.
BEISPIELE
eqn [options] files | troff [options] | [phototypesetter]
neqn [options] file ... | nroff [options] | [printer]
HINWEISE
Wollen Sie Ziffern, runde Klammern usw. fett drucken, müssen Sie diese
in doppelte Anführungszeichen setzen, beispielsweise bold "12.3". Ver-
wenden Sie eqn mit dem Makropaket mm, dürfen Gleichungen nur innerhalb
von Display-Texten erscheinen.
SIEHE AUCH
neqn(1M), nroff(1M), troff(1M), eqnchar(5).
LITERATUR
B. W. Kernighan, L. L. Cherry, Typesetting Mathematics - User's Guide
(2nd Ed.)
D. Dougherty, T. O'Reilly, UNIX TEXT PROCESSING, Hayden Books,
Indianapolis, Indiana 46268 USA, ISBN 0-672-46291-5
Claus Schirmer, Dokumentations-Tools unter Unix. Troff, nroff,
Documenter's Workbench, R. Oldenbourg Verlag, München/Wien 1990
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