draidd(1M) draidd(1M)
NAME
draidd - Dämon, der die beiden Kanäle einer RAID-Box überwacht
SYNTAX
draidd [[-D [-cCru] [-M number]]
draidd [-gGHsS]] [-lLv] [-x number] [-t file] [-f configuration-file]
[config-device]
draidd [-a] [{-e|-d|-h}] draid-device
BESCHREIBUNG
draidd (Dual RAID Channel Daemon) wird normalerweise beim Systemhoch-
lauf durch init(1M) gestartet. Beim Start liest draidd seine Konfigu-
rationsinformationen aus der Datei configuration-file, der voreinge-
stellte Name ist /etc/draid. Siehe auch draid(4) zum Format dieser
Datei.
draidd stellt einen redundanten Zugriff auf eine RAID-Box mit zwei
Controllern her, die an zwei Host-Controller angeschlossen sind. Der
Dämon benutzt einen Systemtreiber, der den Zugriff auf die RAID-Box
über einen oder beide Controller ermöglicht.
Ist der Zugriff zu einem Controller nicht möglich, rekonfiguriert
draidd die Routing-Tabelle des Systemtreibers, so daß alle weiteren
Zugriffe auf die RAID-Box über den anderen Controller laufen.
draidd liest seine Konfigurationsdatei erneut, sobald er ein Hangup-
Signal (SIGHUP) empfängt. Neue RAID-Box-Konfigurationen können dadurch
aktiviert und bestehende RAID-Box-Konfigurationen können gelöscht oder
modifiziert werden. Die neue Konfiguration ist nutzbar, sobald die
RAID-Box erfolgreich konfiguriert worden ist.
OPTIONEN
draidd kann als Dämon (Option -D) oder zur Ausgabe von Konfigurations-
daten gestartet werden.
Optionen, die nur für den Dämon gelten:
-C Benutze und konfiguriere die RAID-Box, wie in configuration-file
beschrieben.
-c Benutze die aktuelle Konfiguration der angeschlossenen RAID-Box
(Standard), bis ein SIGHUP-Signal empfangen wird. Dies ist die
Standardeinstellung.
-D Werde zu einem Dämon. Dieses Flag darf nur für den draidd-Prozeß
angegeben werden, der die RAID-Boxen kontrollieren soll. Es darf
einen und nur einen Prozeß pro System geben, der mit diesem Flag
gestartet wird.
Seite 1 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
draidd(1M) draidd(1M)
-M number
Setze die Anzahl der maximalen Rekonfigurationsversuche (Stan-
dard: 1). Nach der maximalen Anzahl Rekonfigurationsversuche wird
der Zugriff auf die komplette RAID-Box ausgeschaltet.
-r Erzeuge einen "SCSI-Bus reset" vor der Rekonfiguration einer
RAID-Box, wenn ein Controller ausfällt.
Es wird empfohlen, keinen "Bus reset" zu veranlassen. Dieses Flag
sollte nur benutzt werden, wenn klar ist, was ein "Bus reset"
bedeutet. Es ist möglich, daß Daten für andere SCSI-Geräte an
diesem Bus verloren gehen!
-u Update des autoconf-Baumes. Die Standardeinstellung ist, den
autoconf-Baum nicht zu aktualisieren, da eine Rekonfiguration mit
Update länger dauern kann.
Optionen, die nicht für den Dämon gelten:
-G Ausführliche Anzeige der aktuellen RAID-Box-Konfiguration.
-g Anzeige der aktuellen RAID-Box-Konfiguration.
-H Es wird ein Hangup-Signal (SIGHUP) an den laufenden Dämon gesen-
det.
-S Zeige Statistikdaten an, auch für asynchrone Aufträge.
-s Zeige Statistikdaten an.
Optionen für Hochverfügbarkeitskonfigurationen:
Bei diesen Optionen muß immer ein spezielles draid-Gerät draid-device
(z. B. draid0) angegeben werden.
-a Loginformationen werden nach Abschluß aller Aktivitäten in eine
Datei geschrieben. Der Dateiname besteht aus dem Namen des
draid-Gerätes und der Prozeß-ID.
-h Das angegebene draid-Gerät wird rekonfiguriert.
Folgende Optionen werden nur von EMC RAID-Systemen unterstützt.
-e Es werden SCSI-Kommandos an die Ports des RAID-Systems gesendet,
die die betreffenden LUNs der Ports gegen Zugriffe von anderen
als den an diesem Host angeschlossenen Ports auf schreibgeschützt
setzen.
-d Der Zugriff auf die LUNs des draid-Gerätes wird gesperrt.
Seite 2 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
draidd(1M) draidd(1M)
Optionen, die immer gültig sind:
-f configuration-file
Benutze die Datei configuration-file als Konfigurationsbeschrei-
bung (Standard: /etc/draid) [siehe draid(4)].
-L Ausgaben von draidd werden nicht mit syslogd(1M) protokolliert,
sondern erscheinen nur auf der Systemkonsole. Dies ist die Stan-
dardeinstellung.
-l Ausgaben von draidd werden mit Hilfe von syslogd(1M) protokol-
liert. Diese Option kann auf hochbelasteten System zu einem
Stillstand des Systems im Fehlerfalle führen, da nicht mehr auf
ein Dateisystem zugegriffen werden kann.
-t file
Es wird anstelle syslogd(1M) die Datei file benutzt, um Ausgaben
mitzuschreiben. Die Datei file zu benutzen ist sinnvoll, wenn
Ausgaben des Dämons zu einem Zeitpunkt aufgezeichnet werden sol-
len, zu dem syslogd(1M) noch nicht zur Verfügung steht.
-v Es werden Ausgaben gemacht, in welchem Programmteil sich draidd
befindet. Jedes Auftreten von -v erhöht die Anzahl der Ausgaben.
Zur Ausgabe der Informationen wird syslogd(1M) benutzt. Diese
Option sollte für den Normalbetrieb nicht benutzt werden.
-x 1|2|3
Setze Debug-Level für den Systemtreiber. Sollte nur für Test oder
Debugging genutzt werden.
config-device
Um die gewüschte Konfiguration in den Systemtreiber [siehe
draid(4)] laden zu können, kann ein Geräteknoten als
config-device angegeben werden. Wird bei der Konfiguration kein
config-device angegeben, so wird /dev/draid/draid0l0s0 benutzt.
Dieser Geräteknoten wird nur benutzt, um den Systemtreiber
ansprechen zu können, konfiguriert werden die Knoten, wie in
draid(4) beschrieben.
Um die Statistikdaten eines Geräteknoten auslesen zu können, muß
dieser Geräteknoten als config-device angegeben werden.
SIGNALE
Während der Laufzeit kann draidd durch das Zustellen von Signalen
beeinflußt werden. Bis auf das Signal HUP sind alle anderen Signale
nur für Debug oder Test sinnvoll zu benutzen. Die Signale können nur
dem Dämon zugestellt werden.
SIGHUP draidd führt eine Rekonfiguration der RAID-Box durch. Option
-H.
Seite 3 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98
draidd(1M) draidd(1M)
SIGUSR1 Es werden Ausgaben gemacht, in welchem Programmteil sich
draidd befindet. Jedes Senden von SIGUSR1 erhöht die Anzahl
der Ausgaben. Option -v.
SIGUSR2 Jedes Senden von SIGUSR2 erniedrigt die Anzahl der Ausgaben.
Option -v.
SIGPWR Schaltet das Benutzen von syslog(3C) für die Ausgaben an
oder aus. Option -l bzw. -L.
SIGPROF draidd protokolliert Informationen in einem internen Puffer
mit. Durch das Zustellen des Signals SIGPROF wird dieser
Puffer auf der Systemkonsole ausgegeben und in die Datei
/tmp/draidd.dump geschrieben.
DATEIEN
/etc/draid
Konfigurationsbeschreibung.
/dev/draid/draid0
Kommunikations-Geräteknoten zwischen Dämon und Treiber. Dieser
Geräteknoten muß vorhanden sein.
/tmp/draidd.dump
Interne Loginformationen des draidd-Dämons.
./draidX.PID
Interne Loginformationen eines draidd-Prozesses; X steht für die
Zahl des betroffenen draid-Gerätes.
/dev/autoconf
Dieser Geräteknoten wird benutzt um Geräteadressen der zu überwa-
chenden RAID-Kontroller feststellen zu können. Dieser Gerätekno-
ten muß vorhanden sein.
/dev/draid
Geräteknotenverzeichnis.
/tmp/.draiddlock
draidd erzeugt niemals diese Datei, löscht sie jedoch nach einer
Rekonfiguration. Diese Datei kann durch einen externen Konfigura-
tionprozeß erzeugt und getestet werden.
SIEHE AUCH
draid(4), draid(7).
Seite 4 Reliant UNIX 5.44 Gedruckt 11/98