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⇒ automount(1M) — Reliant UNIX 5.44c4

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automount(1M)                                                 automount(1M)

NAME
     automount - Automatisches Einhängen von NFS-Dateisystemen

SYNTAX
     automount [-nTT1qv] [-D name=wert] [-f masterdatei]
               [-M einhänge-verzeichnis] [-o hard | intr] [-t suboptionen]
               [einhängepkt zuordnungsdatei [-einhänge-optionen]] ...

BESCHREIBUNG
     automount ist ein Dämon, der nach Bedarf ein NFS-Dateisystem automa-
     tisch und transparent einhängt. Er überwacht Zugriffsversuche auf Ver-
     zeichnisse, die über automount eingehängt wurden, sowie alle Verzeich-
     nisse oder Dateien, die darunter stehen. Soll auf eine Datei zugegrif-
     fen werden, hängt der Dämon das entsprechende NFS-Verzeichnis ein. Ein
     zu überwachendes Verzeichnis kann entweder in einer direkten oder in
     einer indirekten Zuordnungsdatei angegeben werden.

     automount verwendet zur Bestimmung des entsprechenden NFS-Dateiser-
     vers, des exportierten Dateisystems und der Einhängeoptionen Einträge
     in einer Zuordnungsdatei. Dann hängt er das Dateisystem in einen tem-
     porären Einhängepunkt ein und erstellt einen symbolischen Link von dem
     in der Zuordnungsdatei angegebenen zum temporären Einhängepunkt. Wird
     auf das Dateisystem innerhalb eines bestimmten Zeitraums nicht zuge-
     griffen (der Standardwert ist fünf Minuten), hängt der Dämon das
     Dateisystem aus und löscht den symbolischen Link. Existiert das ange-
     gebene Verzeichnis noch nicht, wird es vom Dämon erstellt.

     Wird für einhängepkt das Pseudo-Verzeichnis /- angeben, behandelt
     automount das nachfolgende Argument zuordnungsdatei als Namen einer
     direkten Zuordnungsdatei. In einer direkten Zuordnungsdatei ordnet
     jeder Eintrag dem vollständigen Pfadnamen eines Einhängepunkts ein
     einzuhängendes fernes Dateisystem zu (absolutes Einhängen).

     Ist das Argument einhängepkt ein Pfadname, bezeichnet zuordnungsdatei
     eine indirekte Zuordnungsdatei. Eine indirekte Zuordnungsdatei enthält
     eine Liste der Unterverzeichnisse des angegebenen Verzeichnisses
     einhängepkt. Bei einer indirekten Zuordnungsdatei werden gerade diese
     Unterverzeichnisse automatisch eingehängt. Das Argument
     zuordnungsdatei muß ein vollständiger Pfadname sein.

     Das Argument -einhänge-optionen, falls angegeben, enthält eine Liste
     durch Kommas getrennter und mit einem Minuszeichen (-) eingeleiteter
     Optionen für mount(1M-nfs). Sind jedoch in der angegebenen Zuordnungs-
     datei ebenfalls Optionen angegeben, haben diese Priorität.

OPTIONEN
     -n   Deaktiviert das dynamische Einhängen. Bei Angabe dieser Option
          werden Links durch den Dämon automount nur dann erfolgreich auf-
          gelöst, wenn das Zieldateisystem zuvor eingehängt wurde. Mit die-
          ser Option kann verhindert werden, daß sich NFS-Server gegensei-
          tig einhängen.




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automount(1M)                                                 automount(1M)

     -T   Protokollfunktion. Protokolliert jeden NFS-Aufruf und speichert
          ihn in einen internen Puffer. Aus diesem Puffer wird das Proto-
          koll kontinuierlich auf die Standardfehlerausgabe geschrieben.

          Die Ausgabe wird unterdrückt, wenn man automount das Signal
          SIGUSR1 (kill -16 pid) sendet. Erneutes Senden dieses Signals
          gibt alle Meldungen aus, die inzwischen im internen Puffer aufge-
          laufen sind und schaltet die kontinuierliche Protokollausgabe
          wieder an.

     -T1  Protokolliert zusätzlich noch automount-Aktionen.

     -q   Das Protokoll wird zu Beginn nicht ausgegeben. Mit dem Signal
          SIGUSR1 kann die Ausgabe wieder erzwungen werden. Dies ist sinn-
          voll, wenn automount in einem Startup-Script gestartet wird, die
          Protokoll-Meldungen aber nicht ständig auf der Konsole erscheinen
          sollen.

     -v   Protokolliert Statusmeldungen auf der Konsole.

     -D name=wert
          Weist den Wert wert der angegebenen automount- bzw. Umgebungs-
          Variablen zu.

     -f masterdatei
          Gibt eine Master-Zuordnungsdatei an. Eine Master-Zuordnungsdatei
          enthält Links auf direkte oder indirekte Zuordnungsdateien (siehe
          auch Netzverwalter-Handbuch).

     -M einhänge-verzeichnis
          Hängt temporäre Dateisysteme nicht in das Verzeichnis /tmpmnt
          ein, sondern in das angegebene Verzeichnis.

     -o hard | intr
          Steuert die Zugriffsversuche auf den Einhängepunkt, d. h. den von
          automount eingerichteten symbolischen Link. Bei Angabe von hard
          ist die Anzahl der Zugriffsversuche unbegrenzt. Bei der Angabe
          von intr ist die Anzahl der Zugriffsversuche ebenfalls unbe-
          grenzt, die Versuche können jedoch durch Signale abgebrochen wer-
          den.

     -t suboptionen
          Gibt Unteroptionen suboptionen als eine durch Kommas getrennte
          Liste mit beliebigen Kombinationen der folgenden Werte an:

          l dauer
               Gibt eine Dauer dauer in Sekunden an, während der ein nicht
               verwendetes Dateisystem eingehängt bleibt. Der Standardwert
               ist 5 Minuten.





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automount(1M)                                                 automount(1M)

          m interval
               Gibt ein Intervall interval zwischen zwei Versuchen, ein
               Dateisystem einzuhängen, in Sekunden an. Der Standardwert
               ist 30 Sekunden.

          w interval
               Gibt ein Intervall interval zwischen zwei Versuchen, Res-
               sourcen auszuhängen, deren Einhängedauer überschritten ist,
               in Sekunden an. Der Standardwert ist 1 Minute.

          p dauer
               Wenn die Unteroption angegeben ist, prüft automount bei dem
               Versuch, ein nicht verwendetes Dateisystem auszuhängen, die
               Erreichbarkeit des Servers. Wenn der Server innerhalb von
               dauer Sekunden nicht antwortet, schlägt der Aushängeversuch
               fehl.

               Wenn die Unteroption nicht angegeben ist, unterbleibt die
               Erreichbarkeitsprüfung. Wenn der Server nicht erreichbar
               ist, schlägt der Aushängeversuch erst nach 75 Sekunden fehl.

UMGEBUNG
     Innerhalb einer automount-Zuordnungsdatei können Umgebungsvariablen
     verwendet werden. Stünde beispielsweise $HOME in einer Zuordnungsda-
     tei, würde diese Angabe von automount auf den aktuellen Wert für die
     Variable $HOME gesetzt.

     Der Variablenname muß in geschweifte Klammern gesetzt werden, falls
     ihm noch andere Zeichen als Leerzeichen folgen.

VERWENDUNG
   Eingabeformat für direkte/indirekte Zuordnungsdateien

     Ein einfacher Zuordnungseintrag hat folgendes Format:

          einhängepkt [-einhänge-optionen] ressource ...

     Hierbei ist einhängepkt der vollständige Pfadname des einzuhängenden
     Verzeichnisses, wenn er in einer direkten Zuordnungsdatei verwendet
     werden soll, oder der Basisname für Unterverzeichnisse in einer indi-
     rekten Zuordnungsdatei. -einhänge-optionen ist eine Liste durch Kommas
     getrennter mount-Optionen, und ressource gibt das ferne Dateisystem
     an, von dem aus das Verzeichnis eingehängt werden kann. Im einfachsten
     Fall hat ressource folgendes Format:

          rechner:pfadname

     Es können mehrere Felder ressource angegeben werden. In diesem Fall
     sendet automount mehrere mount-Anforderungen. automount hängt das
     Dateisystem vom ersten Rechner ein, der auf die mount-Anforderung ant-
     wortet.



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automount(1M)                                                 automount(1M)

     Ist ressource in folgendem Format angegeben:

          rechner:pfad:unterverz

     ist rechner der Name des Rechners, von dem aus das Dateisystem einge-
     hängt werden soll, pfad der Pfadname des einzuhängenden Verzeichnisses
     und unterverz, falls angegeben, der Name eines Unterverzeichnisses,
     auf den der symbolische Link zeigt. Damit kann doppeltes Einhängen
     verhindert werden, wenn auf mehrere Verzeichnisse in demselben fernen
     Dateisystem zugegriffen werden soll. Ist die Zuordnungsdatei für /home
     beispielsweise

          able homeboy:/home/homeboy:able
          baker homeboy:/home/homeboy:baker








































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automount(1M)                                                 automount(1M)

     und versucht ein Benutzer, auf eine Datei in /home/able zuzugreifen,
     hängt automount das Dateisystem homeboy:/home/homeboy ein, erstellt
     jedoch einen symbolischen Link namens /home/able auf das Unterver-
     zeichnis able im temporär eingehängten Dateisystem. Versucht ein
     Benutzer unmittelbar danach, auf eine Datei in /home/baker zuzugrei-
     fen, muß automount nur einen symbolischen Link auf das Unterverzeich-
     nis baker erstellen. /home/homeboy ist bereits eingehängt. Bei der
     folgenden Zuordnungsdatei müßte automount das Dateisystem zweimal ein-
     hängen:

          able homeboy:/home/homeboy/able
          baker homeboy:/home/homeboy/baker

     Ein Zuordnungsdateieintrag kann sich über mehrere Eingabezeilen
     erstrecken, wobei das Zeilenendezeichen (NEWLINE) durch einen Gegen-
     schrägstrich aufgehoben wird. Kommentare beginnen mit einem Nummern-
     zeichen (#) und enden beim nächsten Zeilenendezeichen (NEWLINE).

   Mustervergleich bei Verzeichnissen

     Das Zeichen & wird für den Eintrag, in dem es steht, auf den Wert des
     Feldes einhängepkt erweitert. Bei

          able homeboy:/home/homeboy:&

     wird das Zeichen & auf able erweitert.

     Wird das Zeichen * für das Feld einhängepkt angegeben, wird es als
     Auffangeintrag erkannt. Ein solcher Eintrag wird zu jedem Eintrag auf-
     gelöst, für den bis dahin noch keine Entsprechung gefunden wurde.
     Stünde folgender Eintrag in der indirekten Zuordnungsdatei für /home

          *    &:/home/&

     würde in /home jedes ferne Dateisystem mit folgender Position automa-
     tisch eingehängt werden:

          hostname:/home/hostname

   Hierarchische Zuordnungsdateieinträge

     Ein hierarchischer Zuordnungsdateieintrag hat folgendes Format:

       einhängepkt [[unterverzeichnis]] [-einhänge-optionen] ressource ... \
       [[unterverzeichnis] [-einhänge-optionen] ressource ...] ...

     Das erste Unterverzeichnis /[unterverzeichnis] ist für die erste Res-
     sourcenliste optional und für alle folgenden Listen obligatorisch. Das
     optionale Unterverzeichnis unterverzeichnis wird als Datei im Ver-
     zeichnis einhängepkt aufgefaßt. Wenn unterverzeichnis bei der ersten
     Angabe ausgelassen wird, bezieht sich / auf das Verzeichnis selbst.



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automount(1M)                                                 automount(1M)

     Beim folgenden direkten Zuordnungseintrag

     /arch/src   \
     /         -ro,intr  host1:/arch/src          host2:/arch/src   \
     /1.0      -ro,intr  host2:/arch/src/1.0      host1:/arch/src/1.0   \
     /1.0/man  -ro,intr  host1:/arch/src/1.0/man  host2:/arch/src/1.0/man

     hängt automount je nach Bedarf automatisch /arch/src, /arch/src/1.0
     und /arch/src/1.0/man entweder von host1 oder host2 ein, je nachdem
     welcher Host zuerst antwortet. Diese Verzeichnisstruktur muß auf dem
     lokalen System vorhanden sein.

   Direkte Zuordnungsdateien

     Eine direkte Zuordnungsdatei enthält die Einträge für eine beliebige
     Anzahl von Verzeichnissen. Jedes in der Zuordnungsdatei aufgelistete
     Verzeichnis wird bei Bedarf automatisch eingehängt. Die direkte Zuord-
     nungsdatei insgesamt ist keinem einzelnen Verzeichnis zugeordnet.

   Indirekte Zuordnungsdateien

     Mit der indirekten Zuordnungsdatei können Einträge für die Unterver-
     zeichnisse angegeben werden, die unter dem in der Kommandozeile ange-
     gebenen Verzeichnis einhängepkt eingehängt werden sollen. Lokale
     Unterverzeichnisse, für die kein Zuordnungseintrag angegeben ist, sind
     während des Einhängeprozesses nicht sichtbar. In einer indirekten
     Zuordnungsdatei enthält jedes Feld einhängepkt den relativen Pfadnamen
     eines Unterverzeichnisses, das bei Bedarf eingehängt werden soll.

   Eingebundene Zuordnungsdateien

     In einer Zuordnungsdatei kann der Inhalt einer weiteren Zuordnungsda-
     tei durch einen Eintrag mit folgendem Format eingebunden werden:

          +zuordnungsdatei-name

     Hierbei ist zuordnungsdatei-name ein Dateiname.

   Spezielle Zuordnungsdateien

     -null   Wird die Zuordnungsdatei -null in der Kommandozeile angegeben,
             wird eine vorherige Zuordnungsdatei für das angegebene Ver-
             zeichnis ungültig.

     -hosts  Wird -hosts als Name einer Zuordnungsdatei verwendet, so wer-
             den Pfadnamen, die auf das angegebene Verzeichnis folgen, als
             Host-Namen angesehen. Wird ein solcher Pfadname verwendet,
             erfragt der Automounter alle verfügbaren Ressourcen vom ange-
             gebenen Host, hängt sie unter dem Einhängepunkt
             /tmpmnt/net/hostname ein und erstellt wie üblich einen symbo-
             lischen Link zwischen /net/hostname und /tmpmnt/net/hostname.



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automount(1M)                                                 automount(1M)

HINWEISE
     Beim Empfang eines Signals 1 (kill -1) liest automount die Datei
     /etc/mnttab erneut, um seine interne Tabelle für derzeit eingehängte
     Dateisysteme zu aktualisieren. Wird ein mit automount eingehängtes
     Dateisystem mit dem Kommando umount ausgehängt, sollte erzwungen wer-
     den, daß automount die Datei erneut liest.

     Die Dateinamenerweiterung der Shell gilt ausschließlich für derzeit
     eingehängte Objekte.

     Da automount im Einzel-Thread-Betrieb verwendet wird, verzögern alle
     Anforderungen, die durch einen langsam oder nicht antwortenden NFS-
     Server verzögert werden, alle folgenden Anforderungen für automati-
     sches Einhängen, bis sie abgeschlossen sind.

     Wenn automount mit Signalnummer 9 beendet wird, bleiben die vom
     automount überwachten Verzeichnisse in einem inkonsistenten Zustand,
     so daß auf diese nicht mehr zugegriffen werden kann. Durch einen
     erneuten Aufruf von automount mit denselben Parametern kann wieder auf
     die Verzeichnisse zugegriffen werden: automount führt ein Recovery
     durch. Dazu werden beim Start von automount die nötigen Recovery-
     Informationen im Kernel und in einer Datei /tmp/automount.pid abge-
     legt, wobei pid die Prozeßnummer von automount ist.

DATEIEN
     /tmpmnt
          Vaterverzeichnis für dynamisch eingehängte Dateisysteme

     /tmp/automount.pid
          Recovery-Information

SIEHE AUCH
     df(1), mount(1M-nfs), passwd(4).





















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