colon(1) colon(1)
NAME
colon, : - Endestatus 0 zurückgeben
SYNTAX
:[ argument]...
BESCHREIBUNG
Das in die Shell eingebaute Kommando : (Doppelpunkt) gibt den Endesta-
tus 0 zurück und tut sonst nichts. In Shell-Prozeduren wird es wie
folgt verwendet:
- Ohne Aufruf-Argumente verhält es sich wie das Kommando true(1). Sie
können also auch mit dem eingebauten Shell-Kommando : die Bedingung
"wahr" erzeugen.
- Geben Sie beim Aufruf zusätzlich Argumente an, interpretiert die
Shell alle vorkommenden Sonderzeichen. Auf diese Weise können Sie
mit dem eingebauten Shell-Kommando : nicht-belegten Shell-Variablen
einen Standardwert zuweisen, ohne daß eine Aktion ausgelöst wird
[siehe sh(1), Abschnitt Standardwerte für Shell-Parameter vereinba-
ren].
- Wenn Sie in den Aufruf-Argumenten keine Sonderzeichen der Shell
verwenden bzw. diese entwerten, hat das eingebaute Shell-Kommando :
dieselbe Funktion wie das Nummernzeichen #. Es leitet Kommentare
ein. Das erste, nicht entwertete Kommando-Trennzeichen nach : been-
det aber, im Gegensatz zu #, diese Art von Kommentar.
ARGUMENTE
argument
Beliebige Zeichenkette, die jeweils durch Leer- oder Tabulator-
zeichen begrenzt wird. Das letzte Argument wird durch ein
Kommando-Trennzeichen abgeschlossen.
Sie können beliebig viele Argumente angeben, jeweils getrennt
durch mindestens ein Tabulator- bzw. Leerzeichen.
Wie bei jedem anderen Kommando auch wird die Zeichenkette
zunächst von der Shell interpretiert [siehe sh(1)]. Das einge-
baute Shell-Kommando : gibt nur den Endestatus 0 zurück.
argument nicht angegeben:
Das eingebaute Shell-Kommando : gibt nur den Endestatus 0 zurück
und tut sonst nichts.
ENDESTATUS
0 in jedem Fall
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colon(1) colon(1)
BEISPIELE
Beispiel 1:
Sie können mit dem eingebauten Shell-Kommando : den Zweig einer if-
oder case-Anweisung füllen, falls in diesem Zweig nichts passieren
soll. Die Shell-Prozedur keinx hat folgenden Inhalt:
if test -x $1
then :
else echo $1 ist nicht ausführbar!
fi
Die Shell-Prozedur testet die Datei, die Sie beim Aufruf als erstes
Argument angeben. Ist diese Datei ausführbar, so tut die Shell-Proze-
dur nichts. Ist die Datei nicht ausführbar, so erhalten Sie die Mel-
dung "datei ist nicht ausführbar!".
Beispiel 2:
In der folgenden Shell-Prozedur wird der Shell-Variablen name die Pro-
zeßnummer des aktuellen Shell-Prozesses zugewiesen, falls diese Varia-
ble noch nicht definiert ist oder die leere Zeichenkette enthält:
: ${name:=$$}
echo $name
SIEHE AUCH
ksh(1), sh(1), true(1).
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